Weg von Inklusion

Integrative Kindertagesstätte oder Sonderkindergarten? Kann mein Kind die Regelschule schaffen oder muss es doch eine Sonderschule besuchen? Hier dreht sich alles um Kindergarten- und Schulbesuch.

Moderator: Moderatorengruppe

Julia25
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 450
Registriert: 07.01.2006, 15:56
Wohnort: Mannheim

Weg von Inklusion

Beitrag von Julia25 »

Hallo Ihr Lieben
Ich schreibe heute für eine Freundin. Sie hat folgendes Problem. Ihr Sohn ist ein ehemaliges frühchen und besucht die zweite Klasse einer regelschule. Auf drängen und unter Druck von der Schule haben sie dann in der zweiten Klasse die inklusion gemacht. Aber jetzt wollen sie diese nicht mehr wenn er in die dritte Klasse kommt. Laut Schulamt wäre das kein Problem. Dies wurde der Schule mitgeteilt und sie setzten jetzt die Eltern unter Druck wenn sie die inklusion nicht wollen muss er auf die Förderschule und sie als Eltern hätten kein Recht auf Entscheidung wo das Kind hin soll.
Wenn die Eltern wollen das das Kind auf der regelschule bleiben sollen müssen sie vor das Gericht gehen und es einklagen. Die schulischen Leistung sind altersentsprechend nur er ist leicht ablenkbar und sitzt noch nicht richtig still.
Ich hoffe ich habe es verständlich geschrieben
Meine Frage daher
Wer entscheidet wo das Kind hingeht und was würdet ihr machen
Julia
Julia 6/80 und Steve 12/03 Frühchen 28SSW ver.Baustellen,Essgestört,,Ausdauer,Verd.ADHS,Kleinwuchs Verd.auf autismus, Button Fruktoseintaleranz, Ben 01/10 Frühchen 27+3, BPD Wassereinlagerungen, Retinopathie Stad.2
V.a. VSD,Ablagerungen auf der Niere,Hörtest auffällig

Benutzeravatar
Nellie
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 13848
Registriert: 18.09.2004, 14:37
Wohnort: Jena
Kontaktdaten:

Beitrag von Nellie »

Hallo Julia,

ich verstehe es irgendwie nicht. Wie wurde denn "Inklusion gemacht"? Er ist in der ersten und zweiten Klasse in unterschiedlichen Schulen oder Klassen gewesen? Oder war es die selbe und er hat Hilfen dazu bekommen?
Wenn man keine Inklusion will, dann ist doch Förderschule das einzig mögliche, weil es eben nicht mehr mit den anderen zusammen ist.

LG
Nellie
Linn *2004, schwerste Mehrfachbehinderung durch pontocerebelläre Hypoplasie Typ 2a (PCH 2a), Button, Epilepsie, Tracheostoma, nachts beatmet
A. *2009
Nicht behindert zu sein ist wahrlich kein Verdienst, sondern ein Geschenk, das jedem von uns jederzeit genommen werden kann. (Richard von Weizsäcker)
https://cruise4life.de

Julia25
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 450
Registriert: 07.01.2006, 15:56
Wohnort: Mannheim

hi

Beitrag von Julia25 »

Die erste Klasse ist er ohne inklusion in der regelschule gegangen in der zweiten Klasse hat er sie in der gleichen Schule bekommen. Er hat nur unterschiedlich Blätter im Unterricht bekommen mehr war nicht. Aber es besteht kein Grund für die Förderschule da er geistig top Fit ist und schulisch genauso weit ist wie die klassenkameraden. Auch das Gesundheitsamt hat keinerlei Förderbedarf feststellen können nur die Schule will es
Julia
Julia 6/80 und Steve 12/03 Frühchen 28SSW ver.Baustellen,Essgestört,,Ausdauer,Verd.ADHS,Kleinwuchs Verd.auf autismus, Button Fruktoseintaleranz, Ben 01/10 Frühchen 27+3, BPD Wassereinlagerungen, Retinopathie Stad.2
V.a. VSD,Ablagerungen auf der Niere,Hörtest auffällig

Benutzeravatar
Nadine Antonia
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 287
Registriert: 28.08.2012, 21:55
Kontaktdaten:

Beitrag von Nadine Antonia »

Hallo,
also wenn das gut vom Schulstoff gut mit kommt und den anderen im nichts nach steht kann ich mir kaum vor stellen das die das dürfen.
Hat sie mal beim Schulamt vor gesprochen das würde ich jetzt tuen.Hatte die Situation mit meinem Sohn.Die haben uns gut geholfen und mein sohn durfte bleiben.
Mit was begründen die das denn?

Nadine
Lena geb09.10.2010 ASDII mit L-R Shunt,Kryptogene Epilepsie mit generalisierten Anfällen,kombinierte Entwicklungsverzögerung motorischer,sprachlicher und kognitiven Funktionen.Zeckenbiss und Erythema,hypoton-ataktische Bewegungsstörung,muskuläre Hypotonie mit orofazialer Hypotonie und einer Hypomimie. Pflegestufe 1
http://lena-riemer.npage.de

Julia25
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 450
Registriert: 07.01.2006, 15:56
Wohnort: Mannheim

hi

Beitrag von Julia25 »

Sie begründen es so das sein verhalten z.b nicht stillsitzen oder er könnte keine Gruppenarbeit machen bräuchte er diese inklusion. Er ist schulisch klasse und kann das was ein zweitklässler können muss. Sie hat bevor das mit der inklusion mit dem Schulamt gesprochen und der meinte das man die inklusion jederzeit beenden kann. Sie ruft am Montag gleich dort nochmal an. Meine Gedanken sind da geht es nicht ums Kind sondern ums Geld. Und die Schule droht gleich das finde ich nicht gut
Julia
Julia 6/80 und Steve 12/03 Frühchen 28SSW ver.Baustellen,Essgestört,,Ausdauer,Verd.ADHS,Kleinwuchs Verd.auf autismus, Button Fruktoseintaleranz, Ben 01/10 Frühchen 27+3, BPD Wassereinlagerungen, Retinopathie Stad.2
V.a. VSD,Ablagerungen auf der Niere,Hörtest auffällig

Benutzeravatar
Nadine Antonia
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 287
Registriert: 28.08.2012, 21:55
Kontaktdaten:

Beitrag von Nadine Antonia »

Hallo,
sie sollte sich mit dem Schulamt noch mal in Ruhe besprechen die haben uns sehr gut geholfen und bei uns hat die Schule wirklich einige miese Dinge abgezogen wo mein Sohn richtig leiden musste.
Nicht jeder 2 Klässler kann schon ruhig und still sitzen da wird das Kind deiner Freundin nicht der einzigste sein.Also das kann ja nicht alleine der Grund sein ihn auf die Förderschule zu packen und dem würde ich deutlich auch was entgegen setzen.

Nadine
Lena geb09.10.2010 ASDII mit L-R Shunt,Kryptogene Epilepsie mit generalisierten Anfällen,kombinierte Entwicklungsverzögerung motorischer,sprachlicher und kognitiven Funktionen.Zeckenbiss und Erythema,hypoton-ataktische Bewegungsstörung,muskuläre Hypotonie mit orofazialer Hypotonie und einer Hypomimie. Pflegestufe 1
http://lena-riemer.npage.de

BirgittaM
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 799
Registriert: 31.08.2008, 15:56

Beitrag von BirgittaM »

Hallo, Julia!

Da ist es sehr schwierig, etwas zu raten, wenn man so wenig über das Kind, die bereits gelaufene Diagnostik und die Art der bisherigen "Inklusion" weiß.

Für mich klingt das alles recht verworren und widersprüchlich.

Wenn der Junge, wie du sagst, vor allem Konzentrationsprobleme hat und motorisch unruhig ist, wären "andere Arbeitsblätter" doch eher nicht die Maßnahme erster Wahl, sondern eine kleinere Klasse, spezielle Förderstunden (Konzentrationstraining / Ergotherapie) und evtl eine Schulbegleitung.

Andere Arbeitsblätter - das klingt dann doch auch nach schulischen Defiziten. Da wäre dann die Frage: WER sagt, dass das Kind (nicht) altersgemäß mitkommt? Wurde da mal eine ordentliche Diagnostik gemacht? Was sagt das SPZ bzw. der Kinderarzt? Gibt es Gutachten?
Der Arzt vom Gesundheitsamt sieht so ein Kind ja nur einmal für eine Viertelstunde (wenn's hoch kommt), und dann in einer 1:1-Situation. Rückschlüsse auf das Lernverhalten im Klassenverband sind da nicht möglich.

"Mehr Geld" ist sicherlich kein Grund für eine Inklusionsmaßnahme, denn weder die Schule noch die Lehrer bekommen mehr, nur weil ein I-Kind in der Klasse ist.

Hingegen könnte je nach Bundesland mit dem I-Status eine Reduzierung der Klassengröße einhergehen - was dann natürlich der ganzen Klasse zugute käme, besonders aber dem leicht ablenkbaren Kind selber. Das sollte man nicht ohne Not aufgeben.

Und zum Schulamt: wenn da gesagt wurde, man könne die Inklusionsmaßnahme "jederzeit" beenden, bleibt doch die Frage: heißt das, man kann sie in dem Moment beenden, wenn der Bedarf nachweislich nicht mehr gegeben ist, oder dann, wenn die Eltern es wünschen?

Von daher würde ich zu Gesprächen mit allen Beteiligten (Schule, Schulamt, evtl.SPZ bzw. Kinderarzt) raten, um ein genaueres Bild davon zu bekommen, wo es im Unterricht konkret Probleme gibt und wie man da am besten gegensteuern kann. Und da braucht man einfach ganz andere Maßnahmen, je nachdem, ob das Lernen, das Verhalten oder beides das Problem ist. Da sollte man die bisherigen Maßnahmen natürlich kritisch überprüfen und gegebenenfalls anpassen.
Kofrontationskurs nutzt keinem, vor allem nicht dem Kind. LG, Birgitta

Julia25
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 450
Registriert: 07.01.2006, 15:56
Wohnort: Mannheim

hi

Beitrag von Julia25 »

Es wurden mehrere Gutachten gemacht vom spz Kinderarzt und Uniklinik und bei allem wurde gesagt das er kein Förderbedarf hat und ergo haben sie aufgehört da die Therapeuten gesagt haben braucht er nicht und er wäre wie jedes Kind in seinem Alter. Er wurde in die inklusion aufgenommen da war es noch nicht sicher wie alles genau laufen soll kommen aus Mannheim. Schulamt sagt das die Eltern oder die Schule die inklusion beenden könne
Julia[/code]
Julia 6/80 und Steve 12/03 Frühchen 28SSW ver.Baustellen,Essgestört,,Ausdauer,Verd.ADHS,Kleinwuchs Verd.auf autismus, Button Fruktoseintaleranz, Ben 01/10 Frühchen 27+3, BPD Wassereinlagerungen, Retinopathie Stad.2
V.a. VSD,Ablagerungen auf der Niere,Hörtest auffällig

ehemaliger User

Beitrag von ehemaliger User »

Hallo Julia

Ich bin selbst Frühchenmama mein Kind hat aus seiner Frühchenzeit einen Sauerstoffmangel im Motorikbereich mitgenommen und hat dadurch bestimmt noch andere Einschränkungen als dieses Kind deiner Bekannten.

Da wir den Inklusionsweg für unser Kind gehen möchten habe ich mich wirklich sehr mit der Thematik Frühchen und Grundschule auseinandergesetzt, denn unser Sohn hat im Bereich Denken ein ganz normales IQ und daran halten sich viele SPZ fest.
Und trotzedem gibt es Frühchen auch mit normaler Intelligenz bei denen treten Wahrnehmungsschwächen verschiedener Art auf, die auch Einfluss auf das Erlernen jeglicher Dinge haben können. Dies ist einfach so, das die Kinder durch gerade die unreife des Gehirnes bei Geburt oft sehr sensibel auf Irritationen, häufige Wechsel und alles was in der Schule dazugehört reagieren können und sich demzufolge dann schlecht konzentrieren können.Und dies nur mit geschicktem Unterrichtmöglich ist die Kinder effektiv zu unterstützen und zu schulischem Erfolg zu führen.
Deshalb brauchen gerade solche Kinder einen gut strukturierten Unterricht und das besondere Augenmerk des Unterrichtenden.
Es gibt so viele Frühchen die trotz normaler Intelligenz Sonderpäd. Unterstützung und eine Begleitung benötigen um auf Dauer bestehen zu können.

Bei dem Kind deiner Bekannten wurde Sonderpäd. Förderbedarf durch einen Sonderpädagogen oder Beratungslehrer festgestellt, ansonsten wäre es nicht zur Inklusion bekommen.
Auch die unterschiedlichen Unterrichtsmaterialien zeigen wohl, das dieses Kind im alltäglichen Unterricht Unterstützung benötigt.
Und wenn einem schon eine Schule freiwillig die Inklusive Förderung anbietet, würde ich diese annehmen, denn die Schule scheint ganz klar zu sagen ohne die zusätzliche Unterstützung des Sonderpäd. sehen wir uns nicht in der Lage das Kind entsprechend unserem Bildungsauftrag zu beschulen.
Ich glaube wirklich das die Schulen die Möglichkeit haben die Inklusion anzubieten, sofern sie es als notwendig sehen, wird diese vom Elternhaus abgelehnt besteht für die Schule bestimmt die Möglichkeit zu sagen, das Kind hat Förderbedarf die Eltern nehmen ihn nicht an, wir können das Kind nicht beschulen.
Ich wäre da vorsichtig und würde auf einen Runden Tisch mit allen Beteiligten bestehen.
Deshalb sehe ich es so, das es für viele Frühchen wichtig ist, sie behutsamer zu beschulen, damit sie nicht auf der Strecke bleiben.

Ansonsten schließe ich mich Brigitta an, Konfrontation und Alleingänge hinter dem Rücken der Schule machen da wenig Sinn. Es geht ja nicht unbedingt darum was die Eltern möchten, sondern darum was gut für das Kind ist.

LG Kristina

Benutzeravatar
Regina Regenbogen
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 7561
Registriert: 12.07.2008, 18:37
Wohnort: Ostfriesland

Beitrag von Regina Regenbogen »

chris 0905 hat geschrieben: Bei dem Kind deiner Bekannten wurde Sonderpäd. Förderbedarf durch einen Sonderpädagogen oder Beratungslehrer festgestellt, ansonsten wäre es nicht zur Inklusion bekommen.
Denke ich auch, anders kann es nicht sein.
Wenn es einen Glauben gibt, der Berge versetzen kann, so ist es der Glaube an die eigene Kraft. (Marie von Ebner-Eschenbach)

Sohn * 01/2003 - Frühkindlicher Autismus mit komorbider ADHS
Sohn * 09/2001 - ADS
Tochter * 04/1998 - nix
Tochter * 08/1989 - Peronaeusparese

Antworten

Zurück zu „Kindergarten und Schule“