Spiegelbericht Inklusion

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anjajura
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Spiegelbericht Inklusion

Beitrag von anjajura »

Hallo,

habe gerade diesen Spiegelbericht gelesen.
http://www.spiegel.de/schulspiegel/inkl ... 76847.html
Der Tenor wundert mich nicht, aber die Menge der Leserkommentare.

LG

Anja
Sohn*92 keine Genese, zwischen Gb u. L., ADHS- Symptome, autistische Züge.

anjajura
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Beitrag von anjajura »

Hallo,

Habe jetzt mal 55 Kommentare gelesen.
Also eines ist sicher, das Thema Inklusion ist auch bei Spiegellesern noch nicht in den Köpfen angekommen.
Ich bezweifel es allerdings, das es bei Bildlesern anders aussieht :roll:

LG

Anja
Sohn*92 keine Genese, zwischen Gb u. L., ADHS- Symptome, autistische Züge.

Annette R.
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Beitrag von Annette R. »

Im Prinzip will eben keiner wirklich die Inklusion, solange sie auf Kosten aller Beteiligter geht.....
Lena 2001: möglicherweise leichtes ADHS ( Diagnose und Gegendiagnose), ansonsten einfach ein Mädchen, was anders ist als andere....
Nellie 2006: Selbstbewußte Knutschkugel mit " Fräulein Rottenmeyer-Syndrom" ;) die gerne im Mittelpunkt steht.
Max 2008: leicht hypoton, motorisch retadiert, v. a. auf ASS und HB ( Diagnose zur Zeit nicht möglich)

Birgitzwillimama
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Beitrag von Birgitzwillimama »

ZITAT:Ihre Verhaltensauffälligkeiten sind laut Mescher zumeist Folgen von Armut und Vernachlässigung.

Und sowas aus dem Mund eines Lehrers bzw. der Vorsitzende der GEW (Lehrergewerkschaft) :twisted: :?: Wie dumm ist das denn !!!


Hallo Anja,
vielen Dank für den Artikel .......bin froh das meine noch die Förderschule besuchen dürfen ........und nicht mit so unfähigen (siehe oben) Lehrern zutun haben müssen.

L.G.
Birgit
T 09/2004 & T 09/2004, Frühchen 32 SSW, 42 Tage ITS-Neo,entwicklungsverzögert, Wahrnehmungsstörung, Störung der Fein-und Grobmotorik, Störung der sozialen und emotionalen Entwicklung ,Konzentrationsstörung aber einen von IQ 110 und seit Januar 2013 die Diagnose ADHS und seit 2017 noch Autismusspektrumsstörung

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Engrid
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Beitrag von Engrid »

Hallo,

Ich denke, Leser-Kommentare in Online-Zeitschriften sollte man nicht ernst nehmen - das ist absolut nicht repräsentativ ...
Ich finde, der Artikel ist journalistisch nicht sehr gut gemacht und es fehlt das Positivbeispiel, was natürlich gar nicht geht.

ABER es werden ein paar zentrale Probleme beim Namen genannt (mangelnde sonderpädagogische Qualifizierung der Lehrer, zuwenig Förderung, Stichwort "Sparmodel") - mir ist es so fast lieber als dieses naive Friede-Freude-Eierkuchen ...

Liebe Grüße, Ingrid
Engrid
mit Sohn vom anderen Stern (frühkindlich autistisch)
"Wir sehen die Dinge nicht wie sie sind, wir sehen sie wie wir sind." (Anais Nin)

Annette R.
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Beitrag von Annette R. »

@Anja und Ingrid: aber was genau stört euch denn an den Spiegelkommentaren. Genauso ist es doch.

Sonderpädagogen studieren Sonderpädagogik und normale Lehrer bekommen Tageweise Nachsulungen.

Die Lehrer schaffen es in normalen Klassen schon nicht auf jeden Shcüler individuell einzugehen ( Bei uns schaffen sie es aus Zeitgründen noch nicht einmal die Hausaufgaben zu kontrollieren), wie sollen sie sich da mit besonderen Kindern beschäftigen, die dann vll. gerade mal Stundenweise einen Zusatzkraft bekommen.

Fakt ist doch: Das Pferd ist zumindest bei uns von hinten aufgezäumt wurden. Statt zunächst mal die Klassen anständig mit Matrial auszustatten und die lehrer dementsprechend zu schulen, und dann die Kinder zu inkludiren, werden hier in NRW einfach Schulen geschlossen und gesagt "macht mal". Das kann einfach nicht funktionieren. Für Inklusion bräuchte man in der Regel kleinere Klassen....hier werden Grundschulen gerade reihenweise dichtgemacht und darüber diskutiert, ob man die Klassenstärke in "Ausnahmefällen" nicht erhöhen kann.... :roll:

Es hat doch in den Kommentaren niemand wirklich etwas gegen Inklusion....nur wie sie gerade jetzt durchgedrückt wird, wird es eben größtenteils nicht funktionieren.

@Birgit: Meine Tochter ist drei Jahre ihrer Grundchulzeit auf eine Brennpunktschule gegangen, und auch jetzt ist sie in einer Hauptschule mit einem Migrationsanteil von 90%. Ich möchte nicht sagen dass ausländische Familien ihre Kinder vernachlässigen, aber oft mekrt man ( bei uns schon im Kindergarten) das, die unterschiedliche Erziehung gerade im Bereich der Jungen zu sehr anspruchsvollen Verhaltensmustern führt. Wenn ich mir die Alte Klasse meiner Tochter anschaue...ich hätte da auch wenn die Klasse nur halb so groß gewesen wäre, kein behindertes kind was sich nicht wirklich selber wären kann hineingegeben. :oops: Wir hatte im 1. Schuljahr schon das Problem von Taschengelderpressung.... :evil:
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Sabine
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Beitrag von Sabine »

Hallo,

ich habe den Artikel auch gelesen und finde, dass er eigentlich nur den momentanen Ist-Zustand wiedergibt. In normalen Grundschulen können derzeit allenfalls leicht (!) lernbehinderte Kinder inkludiert werden und das auch nur mit I-Helfer. Alles andere ist nicht zielführend, weil es an Personal, Ausstattung und Lehrplänen mangelt. Es ist schon oft schwierig für normal entwickelte Kinder mitzukommen - mir sind allein 11 (!) Kinder bekannt, die die zweite oder dritte Klasse wiederholen müssen; und unser Sohn ist erst 1,5 Jahre in der Regelschule. Vorher wusste ich darüber nichts. Wie soll das ganze dann erst mit behinderten Kindern in der Klasse funktionieren?
Dass das alles hinten und vorne nicht geht, dürfte klar sein.

LG
Sabine
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finnja
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Beitrag von finnja »

Hallo,

ich bin auch der Meinung, dass das an sich ein guter Artikel ist, auch wenn er einige Gemeinplätze enthält, selbst die Auffassung, das Behinderung eine soziale Komponente enthält, teile ich.
REHAkids ist ja auch kein Abbild der Realität sondern verzerrt, weil hier Betroffene sind, die a) eine Behinderung wahrnehmen und b) sich Hilfe und Unterstützung suchen...

Das Schulsystem schafft es so wie es ist nichtmal alle "normalen" Kinder mitzunehmen, wie soll es dann die viel schwierigere Aufgabe schaffen besondere Kinder mitzunehmen?
Ich fände es schade, wenn Inklusion nur für priviligierte Kinder (passende Behinderung + passendes Elternhaus) klappt.

LG, Finnja
Sohn 06 ,SBA seit 06 mit 100 GdB und PS II (die nicht seit 06), Mutation, mit Auswirkungen in allen möglichen Bereichen,
PS 06, AVWS, V.a. FAS(D)
PT 07, FAS mit gB, lebt inzwischen in einer Einrichtung
LT 12, so normal, wie bei uns als Eltern möglich ;-)

ehemalige Userin

Beitrag von ehemalige Userin »

Hallo,

Woher haben die denn die Zahlen? In Ba-Wü sollen 27,4% der Kinder mit Behinderungen eine Regelschule besuchen?

Gestern Abend habe ich mit Entsetzen den 1. kommunalen Bildungsbericht für den Landkreis Sigmaringen gelesen. 5,3% (877 Kinder) aller Kinder besuchten 2011/2012 Förder- und Sonderschulen. 5,7% aller Kinder haben Förderbedarf. Dem gegenüber stehen 64 Schüler mit Förderbedarf, die auf Regelschulen gehen. Insgesamt soll es hier also 941 Kinder geben, die Förderbedarf haben. Macht bei mir 6,8% der Schüler, die mit Förderbedarf eine Regelschule besuchen.

An den Regelschulen herrscht somit eine Behindertenquote von 0,4% - im Vergleich: jeder Betrieb und muss eine Quote von 5% einhalten oder Ausgleichszahlungen tätigen.

Gut Sigmaringen liegt definitiv über dem Landesdurchschnitt (4,1%) mit den Schülern, die Sonderschulen besuchen, dass erklärt aber trotzdem nicht diese Differenz.

Noch gruseliger kommt es, wenn man sich die Zahlen mal anschaut, wieviele Kinder den Schritt auf die Regelschule schaffen, bzw. diese Richtung Sonderschule wandern.

Insgesamt 15 Schüler schaffen den Weg auf die Regelschule, genauso viele verlassen sie aber Richtung Sonderschule. Damit sind wir bei 0% Durchlässigkeit der Systeme.

Aufs Gymnasium schaffte es 2011/2012 kein Kind, auf die Realschule 2 Kinder. genauso viele verlassen diese Schulart aber wieder.

Ich würde mal behaupten, man kann noch gar nicht sagen, ob es funktioniert oder nicht, man hat es ja noch nicht mal ausprobiert.

Ach ja, von den 64 auf Regelschulen beschulte Kindern sind 16 Einzelintegrationen, sprich vermutlich Einzelfallentscheidungen.

Liebe Grüße

Maggie

P.S. Ich wollte niemanden in Ba-Wü den Morgen verderben.

finnja
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Beitrag von finnja »

Hallo Maggie,

ich bin auch über die Zahlen gestolpert. Könnte mir vorstellen, dass die nur die SBAs gezählt haben, den ja nicht jedes Kind mit Förderbedarf hat.

LG, Finnja
(ich hab mir mal Zahlen angeschaut von Italien und bin da zum Schluss gekommen, dass die VVVVVVVIIIIIIIIIIIEEEEEEEEEEEEELLLLL weniger Behinderte haben, wenn angeblich alle integriert werden, muss wohl am guten Essen liegen  8) )
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