Schwester kommt nach 1,5 Jahren zu Besuch

Eltern, Geschwister, Großeltern - die ganze Familie ist gefordert, wenn es um die Belange des besonderen Kindes geht. Häufig ist das Familienleben durch die besonderen Bedürfnisse von Sohn oder Tochter großen Belastungen ausgesetzt. Ein Austausch mit Familien, die auch ein besonderes Kind haben, tut gut und kann sehr hilfreich sein.

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m.schmidt
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Schwester kommt nach 1,5 Jahren zu Besuch

Beitragvon m.schmidt » 23.02.2006, 12:00

Ich muß doch mal was los werden.Meine Schwester,auch Patin von Jana,kommt nach 1,5 Jahren einfach so wieder vorbei und tut so als ob sie gestern noch dagewesen wäre.Meine kleinste kannte sie zB.noch garnicht.Allerdings hat sie weder Jana begrüßt noch gefragt wie es ihr geht.Irgendwie wusste ich auch garnicht was ich so mit ihr reden sollte,da die Zeit einfach zu lang war.Nun habe ich jetzt bald geburstag und habe doch Angst das sie kommt,da ich nicht weiß,wie der Rest der Familie so dazu steht.Als ich sie fragte,warum sie solange nicht gekommen ist,sagte sie nur,ach du weißt doch wie das so ist.Damit war ich irgendwie nicht zu frieden,aber mehr wollte sie dazu nicht sagen.So,mußte das unbedigt mal loswerden.Liebe Grüße Melanie
Melanie und Thorsten mit Dominik 1998(ADS),Jana 2000 (mehrfachbehindert ohne Diagnose,PEG),Philipp 2003(ADHS) und Lena-Sophie 2004

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Beitragvon marianne » 23.02.2006, 12:11

Hallo Melanie, also ich gäbe mich mit der Erklärung nicht zufrieden und mein Haus stünde ihr nur offen, wenn ich mich wirklich auf sie freuen würde. Unsoziales unverschämtes Verhalten von Geschwistern kenne ich auch und lasse es mir mittlerweile nicht mehr bieten. Entweder benehmen sich Geschwister liebevoll, wohlwollend und nachvollziehbar oder sie sind mir nicht willkommen, denn wie heisst es so schön: "Familie kann man sich nicht aussuchen."

Lieber Gruß!

Marianne
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Beitragvon Petra Kreer » 23.02.2006, 13:40

Hallo Melanie,
auch meine Tochter hat als Paten meinen Bruder und meine Schwester und beide kommen bis heute mit Janas Behinderung kaum zurecht. Zum großen Teil sind auch wir daran schuld. In den ersten Lebensmonaten, in den wir fast nur im Krankenhaus hockten und um das Leben unseres Kindes bangten, haben wir alles von außen kommende abgeblockt. Im zweiten Lebensjahr waren wir dann mehr daheim, aber da war der Bruch schon da. Ich würde es mir manchmal wünschen, dass sie an der Tür klingeln und nach unserer Maus sehen (mein Bruder wohnt eine Straße weiter, meine Schwester in dem nächsten Ort), aber im Grunde begreifen sie weder die Erkrankungen unseres Kindes noch das beschwerliche und meistens sehr einsame Leben, das wir zu Janas Wohl führen, nicht. So müssen wir auf die Hilfe von fremden Menschen zurück greifen, um überhaupt mal Zeit für uns selbst zu finden. Wenn ich überlege, wie schwer es mir fiel, mit Janas nicht wirklich zukunftsweisenden Diagnosen zurecht zu kommen, so wundere ich mich nicht, dass die Menschen, die nicht direkt dran sind, es noch weniger können. Aber etwas mehr Engagement, gerade für das kranke Kind, wäre schon schön. Meine Schwester sagt immer, Verwandte sucht man sich nicht aus, die hat man oder wenn man sich seine Geschwister aussuchen dürfte, nähme man nicht die, die man hat. Stimmt ja auch oder? Ich wünsche dir, dass du mit deiner Schwester wieder klar kommst. Klärende Gespräche sind schwer zu führen und bringen m. E. oft nichts als Ärger. Für das Kind habe ich schon viele Kröten geschluckt und vieles erduldet, aber wir haben so viele Sorgen um Jana, da können wir nicht auch noch andere Kriegsschauplätze öffnen. Mein Mann sieht das anders, dessen Familie ist aber noch schlimmer als meine. Naja, viel Glück
Petra
Petra, Michael, Jana (02.02.01 - 14.01.09) Hirntumor + -infarkte, Neurofibromatose Typ 1, Makrocephalie, Epilepsie, Verlust rechtes Auge mit 1,5 Jahren wg. Glaukom, spastische Hemiparese links, Hirnatrophie. Fotos unter http://www.REHAkids.de/phpBB2/album_per ... er_id=9824 + http://www.REHAkids.de/phpBB2/album_per ... er_id=4282

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Beitragvon Nicole&Kevin » 23.02.2006, 13:59

Hallo Melanie,

kann dich auch gut verstehn! Bei uns ist es leider auch nicht anders, meine Schwester (Patentante) ist weit weg auf einem Pferdehof in der Eifel, sie meldet sich aber sehr oft bei uns und fragt nach, wie es Kevin so geht.

Doch sein Patenonkel ( mein Couseng ) läßt auch nur sehr selten etwas von sich hören.

Selbst an Weihnachten sahen wir ihn nicht und machten was im neuen Jahr aus. Er kam auch und hatte doch tatsächlich die Schnubbelsachen vergessen, wie kann das einem Paten denn passieren, fragte ich mich innerlich.

Schade, daß man leider nicht im Vorfeld weiß, ob die Paten auch weiterhin interesse an den Kindern zeigen. Hätte mir auch alles anders und vorallem schöner vorgestellt.

Liebe Grüße

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Beitragvon Eliana » 23.02.2006, 14:22

Hallo Melanie....
Das ist schwierig.Wieviel liegt dir an deiner Schwester?Gab es vielleicht vorher auch schon Differenzen?
Ich bin gerad in einer ähnlichen Situation.Michaels Eltern haben nach Jahren das 1. Mal zu Simons Geburtstag angerufen und wollen kommen.
Es gäbe für mich tausend wirklich gute Gründe sie in die Pilze zu schicken aber ich denke da an Simon der es ja selbst entscheiden muss.Sind ja seine Grosseltern!
Ich versuche mich zurückzuhalten.....  8)
Herzlichst Christina

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Beitragvon Ela74 » 23.02.2006, 14:35

Hallo,
wenn ihr keinen Streit hatten und sie sich einfach nur aus Zeitgründen oder weiter Strecke oder so lang nicht da war, versteh ich nicht so ganz, was für ein Problem du jetzt mit ihr hast. Mein Bruder schaut auch nicht einfach mal so spontan vorbei oder ruft an und fragt, wie es uns geht. Wir wohnen grad mal 3 km auseinander. Wir sehen uns hin und wieder bei unseren Eltern (Weihnachten und Geburtstage), aber wenn er vor der Tür ständ, wäre das auch okay. Irgendein Gesprächsthema hätte man sicherlich. Er ist aber einfach nicht der Typ der mal auf Besuch vorbeischaut, auch auf Geburtstagen ehr nicht. Seine Frau seh ich aber häufiger. Sie denkt an jeden Geburtstag der Kinder und auch meinen und es ärgert sie eigentlich auch ein wenig, daß er keinen bock auf Besuche hat. Er ist aber einfach so und hat einen Haufen anderes Zeugs im Kopf, im Notfall könnte ich aber auf ihn zurückgreifen und dann wäre er auch ganz sicher da, um mich irgendwie zu unterstützen.

LG Ela
Ela (Bj.74) mit Marvin (09/97, CP, geistige Behinderung, fehlende Sprache, Epilepsie, Neurodermitis) und Felix (10/01 ADS?, Neurodermitis) und Gordian Andrin 10/09 und Aurelian 8/11

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Beitragvon m.schmidt » 23.02.2006, 14:49

Hallo Ela.Meine Schwester hat über 10 Jahre in HH gelebt,da haben wir jede Woche telefoniert und wir haben sie so oft es ging besucht.Jetzt ist sie seit 2,5 Jahren wieder in Soest und schaft es nicht mal vorbeizukommen.Wenn sie berufstätig wäre könnte ich das ja noch verstehen,aber so.Außerdem hat sie kontakt zu meinen Eltern,was bei mir nicht der Fall ist.Sollte sie vielleicht nur gucken was die Enkelkinder machen und wie die Aussehen.Sie hat ja auch schön Fotos gemacht.Um Unterstützung bitte ich in der Familie schon garnicht mehr,egal ob meine Seite oder die von meinem Mann.Ich finde die nächsten Angehörigen müßten auch selber mal sehen ob Sohn oder Tochter Hilfe braucht.Wenn ich immer ein schlechtes Gewissen haben muß nur weil ich mal um Hilfe bitte.

LG Melanie
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Beitragvon beatriz » 23.02.2006, 15:04

hallo ela

als ich deinen Beitrag las dachte ich hä???Wer schreibt da ?meine Schwester ?

Das erinnert mich nämlich auch sehr an meinen Bruder ,da ist es genau so aber auch ok für mich .Er arbeitet viel und hat sein eigenes Privatleben aber wenn er mal da ist dann ist es auch schön Geburtstage etc...Mit meiner Schwester ist der Kontakt etwas mehr denn sie hat auch Kids und daher verbindet uns auch etwas anderes ,,,
@Melanie
Ich kann dich verstehen das Du jetzt natürlich denkst acha aus horchen wie es geht und Bilder für die Grosseltern etc Dinge die man garnicht möchte in dem Moment denke ich .Denn wenn die Grosseltern wollten hätten sie ja schon selber mal Fragen können oder sich mal melden können oder ?
Ich denke Du solltest nach gefühl gehen wenn du sie nich bei Dir haben willst dann sage es ihr offen und ehrlich ,was soll sie Dir denn ,,,und wenn das für dich ok ist dann lasse es zu ..
Alles Liebe Beatriz &Kids
Beatriz alleinerziehend mit SohnChris Andre 17 Jahre Sturge Weber Syndrom.//Diskrete Aortenklappeninsufizienz bei biscupiden klappen .
Und Sohn Niklas 14 jahre alt.Auditive Wahrnehmungsstörung mit Verarbeitungsstörung./ADHS/Enthesitis-assoziierte juvenile idiopatische arthritis

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Beitragvon Ela74 » 23.02.2006, 15:25

Hallo Melanie,

okay, in dem Fall hört sich das ehr an wie bei meinem Freund. Er hat auch keinen Kontakt zu seiner Mutter und seiner einen Schwester, die andere Schwester (auch Patentante) schneit auch so in großen Abständen plötzlich und unerwartet rein und hat dann eigentlich auch immer gleich was zu meckern, aber Hilfe, die er sicherlich schon oft gut hätte brauchen können wurde da auch nicht angeboten. Ein anderes mal wird der Geburtstag vom Patenkind vergessen und auch an Weihnachten nicht an die Kinder gedacht. Er hat auch immer den Eindruck eines Kontrollbesuchs und reagiert entsprechend empfindlich auf ihr Erscheinen. Wenn ihr wirklich vorher so viel Kontakt hattet, finde ich das auch sehr komisch und blöd von deiner Schwester, das kam im ersten Beitrag aber nicht so ganz durch. Sag ihr doch mal, was du denkst und frag sie, warum sie sich so verhält

LG
Ela
Ela (Bj.74) mit Marvin (09/97, CP, geistige Behinderung, fehlende Sprache, Epilepsie, Neurodermitis) und Felix (10/01 ADS?, Neurodermitis) und Gordian Andrin 10/09 und Aurelian 8/11


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