Entwicklung des BundesTeilhabeGesetzes

Unsere Kinder werden älter, verlassen die Schule und auch oft das Elternhaus. Wie sehen die Perspektiven für behinderte Jugendliche und junge Erwachsene aus? Wo können sie arbeiten? Wo finden sie geeignete Wohnformen? Hier können sich Eltern austauschen und informieren!

Moderator: Moderatorengruppe

ehemaliger User

Beitragvon ehemaliger User » 06.02.2015, 18:00

Hilfreich wäre, auch hier bei kobinet einzufordern, dass Menschen mit schwerer geistiger Behinderung endlich endlich (doppelt-endlich ist so gemeint) in die Themen einbezogen werden:

http://www.kobinet-nachrichten.org/de/1 ... m#comments

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ehemaliger User

Beitragvon ehemaliger User » 06.02.2015, 22:24

Interessiert es wirklich niemanden, dass Menschen, die zu behindert sind, um sich selbst einbringen zu können, von allen politischen Tagesordnungen ausgegrenzt werden und Werkstatt-Pflicht für sie als völlig normal empfunden wird?

ehemalige Userin

Beitragvon ehemalige Userin » 06.02.2015, 22:41

Gisela M. hat geschrieben:Interessiert es wirklich niemanden, dass Menschen, die zu behindert sind, um sich selbst einbringen zu können, von allen politischen Tagesordnungen ausgegrenzt werden und Werkstatt-Pflicht für sie als völlig normal empfunden wird?


Hallo Gisela,

das Thema haben wir schon vor Jahren unendliche Male durch diskutiert. Einige von uns haben davor gewarnt in alte Muster, die Deutschland hinter sich gelassen hat, zurück zufallen. Kurz gesagt, Eltern alleine die Verantwortung zuzuschieben , die dannihre Kinder wieder mehr oder weniger bis zum"Umfallen" bei sich haben/müssen, weil die Qualität sinkt. Das scheint sich nun zu bewahrheiten. Du hast Recht, diese Entwicklung muss aufgehalten werden. Es ist schon erschreckend, was für Mogelpackungen nun über wahre Inhalte hinweg täuschen /sollen.

ehemaliger User

Beitragvon ehemaliger User » 07.02.2015, 11:05

Hallo Este,

es reicht halt nicht aus, das Thema nur hier zu diskutieren.
Noch in diesem Jahr soll ein Gesetzentwurf vorliegen, und jede/r, der/die sich bis dahin nicht lautstark zu Wort gemeldet hat, trägt anschließend eine Mitschuld daran, wenn unsere geistig schwerstbehinderten Kinder in großen Werkstatt-Gruppen unter sich gehalten werden, während ein Selbstbestimmungsrecht nur für fitte Behinderte gilt.
Es kann doch wohl nicht sein, dass in Sachen Regelbedarfsstufe ungeahnte Kräfte entfaltet werden, während es uns völlig egal ist, wie die Lebensqualität unserer Kinder bei einer Einrichtungspflicht den Bach runtergeht . . .

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Inge
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Beitragvon Inge » 07.02.2015, 11:13

Als Mutter einer Tochter mit hohem Hilfebedarf packen mich immer wieder Wut und Verzweiflung angesichts der Entwicklungen, vor denen etliche betroffene Familien hier beständig warnen.
Seit langem gibt es schöne Sonntagsreden von Politikern zur Inklusion und zur UN-Konvention, aber die Zustimmung Prof. Klaus Dörners Aufruf, dass Inklusion „vom Letzten her“ (beim Schwächsten) beginnen muss, ist verklungen.
Es wird immer deutlicher, dass eine große und mächtige Gruppe unter den Entscheidungsträgern – still und heimlich – der Ansicht ist, dass diese Menschen doch am besten „unter sich“ aufgehoben sind.
Über die Bedingungen für die Betroffenen wird mit einer schon peinlichen Hartnäckigkeit geschwiegen. Statt dessen wird den engagierten Eltern mit an Zynismus grenzender Selbstherrlichkeit unterstellt, sie würden ihr erwachsenes Kind „überbehüten“ und könnten nicht loslassen.
Alle Koordinatoren für ein „gutes Teilhabegesetz“ sind in der sozialpolitischen Verantwortung, diese akutelle und hartnäckig aufgezeigte Fehlentwicklung zur Kenntnis zu nehmen. Die Verantwortlichen sollten sich endlich verpflichtet fühlen, sich auch mit den negativen Auswirkungen dieses Gesetzes zu befassen und ihre Gesetzesentwürfe entsprechend zu ändern. Das Wunsch- und Wahlrecht muss auch für Menschen mit sehr hohem Hilfe- und Betreuungsbedarf in wirklich allen Bereichen verankert werden.
Ansonsten machen sich die Damen und Herren völlig unglaubwürdig – wenn sie es nicht schon lange sind . . .


Mein Kommentar bei kobinet

Sie ist anders als die andern, und ihre Sprache geht weit an uns vorbei.
Doch wenn sie lächelt, lächelt sie mit Leichtigkeit dir dein ganzes Herz entzwei.

'Sommerkind' von Wortfront


Viele Grüße
Inge

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Beitragvon monika61 » 10.02.2015, 12:07

Gisela M. hat geschrieben:Hallo Este,

es reicht halt nicht aus, das Thema nur hier zu diskutieren.
Noch in diesem Jahr soll ein Gesetzentwurf vorliegen, und jede/r, der/die sich bis dahin nicht lautstark zu Wort gemeldet hat, trägt anschließend eine Mitschuld daran, wenn unsere geistig schwerstbehinderten Kinder in großen Werkstatt-Gruppen unter sich gehalten werden, während ein Selbstbestimmungsrecht nur für fitte Behinderte gilt.
Es kann doch wohl nicht sein, dass in Sachen Regelbedarfsstufe ungeahnte Kräfte entfaltet werden, während es uns völlig egal ist, wie die Lebensqualität unserer Kinder bei einer Einrichtungspflicht den Bach runtergeht . . .




Hallo an alle,

ich bin der Meinung Gisela und Inge haben leider berechtigte Befürchtungen, das die Wünsche und Forderungen schwerstbehinderte Menschen bei dem neuen Bundesteilhabegesetz nicht berücksichtigt werden und somit die Verlierer sein werden. :evil:

Es spricht schon für sich das die Koordinatoren der Kampagne für ein (gutes) Bundesteilhabegesetz sich trotz wiederholter Aufforderung zu einer Stellungsnahme der mehrfach aufgeführten Kritikpunkten in keinster Weise äußern.

Die Gruppe von schwerst mehrfach behinderten Menschen wird einfach totgeschwiegen....

z.B. hier nach zu lesen-
http://www.kobinet-nachrichten.org/de/1 ... /#comments

Was hat das mit Inklusion zu tun, wenn man die schwerstbehinderten Menschen exkludiert und nur die "fitten" behinderten Menschen Vorteile von dem neuen Bundesteilhabegesetz haben werden....
... und das so wie es zur Zeit aussieht auf Kosten
(Streichung des Kindergeldes für erwachsene behinderte Kinder)
von den schwerstbehinderten Menschen :?:

Liebe Grüße
Monika

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Beitragvon ehemalige Userin » 07.04.2015, 15:44

Hallo,

Behinderten soll durch eine Reform geholfen werden. Nun gibt es Streit ums Geld. Kristin Alheit warnt vor Zahlungen nur an die Kommunen.
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/e ... -1.2423428

Die Dame auf dem Titelfoto ist besonders "vertrauenserweckend" :roll:

http://www.tagesspiegel.de/politik/bund ... 00422.html

monika61
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Beitragvon monika61 » 07.04.2015, 15:56

Esthephania hat geschrieben:Hallo,

Behinderten soll durch eine Reform geholfen werden. Nun gibt es Streit ums Geld. Kristin Alheit warnt vor Zahlungen nur an die Kommunen.
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/e ... -1.2423428

Die Dame auf dem Titelfoto ist besonders "vertrauenserweckend" :roll:

http://www.tagesspiegel.de/politik/bund ... 00422.html


Hallo,

bei Kobinet gibt es dazu Kommentare:
http://www.kobinet-nachrichten.org/de/1 ... m#comments

Liebe Grüße
Monika

ehemalige Userin

Beitragvon ehemalige Userin » 07.04.2015, 19:51

Hier auch noch etwas dazu:

Mittelpunkt des Gesprächsaustauschs stand das künftige Bundesteilhabegesetz, das ab 2017 die Lebensbedingungen für Menschen mit Behinderungen nachhaltig verändern wird.

Politiker reden mit Lebenshilfe über das Bundesteilhabegesetz -
| WAZ.de - Lesen Sie mehr auf:
http://www.derwesten.de/staedte/schwelm ... 1017174416

Das Ganze hat ein "Gschmäckle" :icon_scratch:

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monika61
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Beitragvon monika61 » 21.04.2015, 09:44

Hallo an alle,

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Hannover, Mitte Februar 2015

Anmerkungen zu
aktuellen Fragen zu Zielen eines Bundesteilhabegesetzes

http://www.vkmb-hannover.de/mediapool/1 ... vkmb-h.pdf


http://www.vkmb-hannover.de/
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Liebe Grüße
Monika


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