Vorweihnachtszeit = Stresszeit für Autisten?

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Steffi66
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Vorweihnachtszeit = Stresszeit für Autisten?

Beitragvon Steffi66 » 13.12.2012, 16:07

Hallo!

Jedes Jahr aufs Neue bemerke ich, dass es meinem jetzt 10jährigen Sohn (Asperger) so ab Ende Oktober/Anfang November zunehmend schwerfällt, aufzustehen (fällt ihm auch im Sommer schwer, aber jetzt noch mehr), sich an Absprachen zu halten etc. Vor allem aber in der Schule wird es um diese Zeit meistens extrem schwierig, ganz schlimm dann oft im Dezember.

Nun höre ich von mehreren Eltern, dass ihre autistischen Kinder ebenfalls größere Schwierigkeiten in der Vorweihnachtszeit haben.

Wie ist das bei Euren Kindern? Fällt Euch das auch auf? Wenn ja, welche Gründe sind es bei Euren Kindern?

Bei einem war es immer die Ungewissheit, welche Geschenke er bekommt (inzwischen weiß er Wochen vorher, was er zu Weihnachten erhält), bei einem die Dunkelheit im Winter; bei meinem kommen u.a. die Dunkelheit, die Anziehsachen und die überall spürbare Hektik (vor allem eben auch in der Schule, weil vieles ganz anders läuft als sonst) zusammen.

Würde mich mal interessieren, wie es so bei anderen aussieht.

LG
Steffi
Steffi mit Sohn (*2002, Asperger-Syndrom) und Sohn (*2004, Neurofibromatose - NF1 und ADHS)

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Annette R.
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Beitragvon Annette R. » 13.12.2012, 16:12

Hallo, also ich stelle das auch bei ganz normalen Kindern im Kindergarten fest.

Ich denke schon das Autisten da noch viel mehr betroffen sind, weil ja "alles ganz anders" ist. Alleine schon die gnaze Beleuchtung und Deko in der Stadt und an den Häusern........

Mein 4jähriger mag sobald es dunkel wird gar nicht mehr vor die Tür......dann ist abends ja Schlafenszeit und da hat man draussen nichts mehr zu suchen. :lol:
Lena 2001: möglicherweise leichtes ADHS ( Diagnose und Gegendiagnose), ansonsten einfach ein Mädchen, was anders ist als andere....
Nellie 2006: Selbstbewußte Knutschkugel mit " Fräulein Rottenmeyer-Syndrom" ;) die gerne im Mittelpunkt steht.
Max 2008: leicht hypoton, motorisch retadiert, v. a. auf ASS und HB ( Diagnose zur Zeit nicht möglich)

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Beitragvon IrisB » 13.12.2012, 17:42

Ja, hier definitiv. Ich versuche zwar, den Advent von "Vorweihnachts"-Stress möglichst frei zu halten, aber es ist eben doch viel extra, zusätzlich, anders. In der Schule häufen sich "gemütliche Stunden" (= anders als sonst, mehr Sozialkram, weniger Inhalte, die anderen Kinder sind auch aufgeregt. Mein jüngerer Sohn ist seit dem 1. Dezember (dieses Jahr absolut pünktlich) ziemlich aus der Spur, der ältere verfällt in Winterstarre... schlimm sind auch immer die Feiertage, selbst bei Minimalprogramm. Dann noch Silvester... ach, ich bin froh, wenn's vorbei ist.

LG Iris
Iris mit Johannes (Herbst 2003), Asperger Syndrom, und Konstantin (Frühling 2006), HFA
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Re: Vorweihnachtszeit = Stresszeit für Autisten?

Beitragvon Regina Regenbogen » 13.12.2012, 18:13

Steffi66 hat geschrieben:Würde mich mal interessieren, wie es so bei anderen aussieht.


Bei uns war es sehr lange so wie bei dir und den anderen. Erst seit letzten Jahr ist ein wenig Beruhigung in die Sache gekommen. Warum, kann ich gar nicht so genau sagen. Wir haben immer noch die gleichen Vorweihnachtsrituale und wie das Weihnachtsfest aussehen wird, wissen meine Kinder an sich schon Wochen vorher inklusive Speiseplan und dem Würfelspiel um die Geschenke an Heiligabend. :wink:

Ich versuche wenigstens zu Hause soviel Routinen wie möglich beizubehalten, Shoppen gehe ich sowieso schon seit Jahren nicht mit den Kindern, da muss das Internet auch zu Weihnachten herhalten. Die Unruhe ausser Haus kann ich leider nicht abstellen, scheinbar hat sich mein Jüngster aber recht gut daran gewöhnt, weil auch in dieser Schule eigentlich jedes Jahr in der Vorweihnachtszeit das gleiche passiert.

Eines habe ich allerdings vor 2 Jahren geändert: Es gibt zu St. Martin, Nikolaus und Weihachten kaum noch Süßes. Denn in den vergangenen Jahren ging es genau um den Martinstag los, dass ALLE meine Kinder am Rad drehten. Und das hielt sich dann bis ins neue Jahr rein. Letztes Jahr war ohne Süßkram alles schön ruhig und dieses Jahr -bis jetzt- eigentlich auch. :wink:

PS.: Diesen Beleuchtungskram mag mein Jüngster eigentlich ganz gerne solange es dabei ruhig ist.
Wenn es einen Glauben gibt, der Berge versetzen kann, so ist es der Glaube an die eigene Kraft. (Marie von Ebner-Eschenbach)

Sohn * 01/2003 - Frühkindlicher Autismus mit komorbider ADHS
Sohn * 09/2001 - ADS
Tochter * 04/1998 - nix
Tochter * 08/1989 - Peronaeusparese

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Engrid
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Beitragvon Engrid » 13.12.2012, 22:07

:shock: :shock: :shock: Das gibt´s doch nicht. Grade heute hab ich zu meinem Mann gesagt: Jetzt wird er wieder schwierig. Mein Mann: Es wird wieder Weihnachten. :shock:

An Süßigkeiten kann es bei uns nicht liegen (Der Junior isst keine Schokolade und der Gummibärenpegel ist nicht höher als sonst auch :mrgreen: ). Am Stress auch nicht; ich habe und mache definitiv keinen wegen Weihnachten.

Es könnte aber sein, dass die Umwelt generell hektischer ist (?) und ganz sicher ist der Krankenstand seiner Bezugspersonen höher, das aber auch eher unregelmäßig.

Es könnte auch sein, dass er sich mit dem Zusteuern auf einen Höhepunkt schwertut, durch die ganzen Vorbereitungen und Routineänderungen in der Schule, Adventskalender und die leider unvermeidlichen Fragen wie "Und was wünscht Du Dir vom Christkind?" (Dass er von uns keine gehypten Überraschungen zu Weihnachten bekommt, weiß er. Er wünscht sich nichts, es liegt eben was kommentarlos und unverpackt unterm Baum, was ihm gefällt, nimmt er, das andere eben nicht.)

Vielleicht ist aber jetzt auch seit Schulanfang (bei uns Mitte Sept.) genug Zeit vergangen, dass seine Batterien leer werden.

Und natürlich kriegt er zur Zeit weniger Frischluft und weniger Sonnenlicht ab als sonst.

Schon seltsam.

Hoffe, Ihr und wir überstehen es alle gut; eigentlich mag ich ja Weihnachten gern. :wink:

LG, Ingrid
Engrid
mit Sohn vom anderen Stern (frühkindlich autistisch)
"Wir sehen die Dinge nicht wie sie sind, wir sehen sie wie wir sind." (Anais Nin)

Katjakruemel03
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Beitragvon Katjakruemel03 » 14.12.2012, 00:12

:mrgreen: :icon_pale: :mrgreen: = :icon_santa: !
Guten Abend:
Tja, mein Krümel erträgt laut seiner Aussage das Gefühl im Bauch nicht.Also die Vorfreude ist ihm ein Vorgreul.In der Schule drehen alle Kidis am Rad und
die Lehrer sind genervt(verstehe ich total).In diesem Jahr mußte ich mich mit der Weihnachtsdecko zurückhalten und kann froh sein wenn es einen kleinen W-Baum gibt.Aber Mama wir sind doch gar nicht da,wozu brauchst du einen W-Baum?Und die ständige Frage :was bekomme ich, was bekomme ich, höre ich gefühlte 200x am Tag. :roll: Dies Jahr hat er im Urlaub seinen Geburtstag gefeiert und an dem Tag war der Urlaub eigentlich vorbei.Er bekam seinen heißersehnten Laptop .Oh,was fürn Drama.In Zukunft wollte er gerne Bescheid wissen, was er bekommt,so würde das nun gar nicht gehen.Wir hätten ihm den Urlaub total verdorben,da die und die Software zu Hause liegen würde und da wollte er sofort hin. :roll:Weihnachtsmärkte, spare ich mir.Am letzten Wochenende waren wir aber Schlittschuhlaufen in einer riesen Eishalle.Es war zwar voll,aber er hat sich seinen MP3 Player in die Ohren gestöpselt und hat es super gemeistert. :) Weihanchtsmusik geht ja gar nicht.Dennoch versuche ich ihm das Gefühl von Weihnachten mitzugeben.Wir gehen in den Wald und "klauen"(erlaubt)ein paar Tannenzweige.Backen Plätzchen und bauen Schneemänner,oh ja Schlitten fahren natürlich auch.Zum krönendem Abschluß, werden Silvester ungeliebte Weihnachtsdeko-Sachen in die Luft geschoßen .Keine Panik nur so Sachen wo nichts passieren kann!!!(kleiner Stoffklettw-mann)Mit gebürendem Abstand genießt er es sichtlich.Aber an eine Party mit Freunden ist nicht zu denken.Durchhalten, nur noch ein paar Tage!
Lieben Gruß
Katja
Katja mit Max , Asperger Syndrom , hoher IQ , ADS , schwere Weitsichtigkeit (re 9,5 li 8,75) , ehemaliges Monitorkind und der liebste Chaot auf der ganzen Welt.

ehemalige Userin

Beitragvon ehemalige Userin » 14.12.2012, 23:00

Mein Junior hat gesagt: ich habe Angst davor es nicht auszuhalten bis endlich Weihnachten ist.
Er ist jedes Jahr vor Weihnachten wie eine gespannte Feder, blos nicht antippen sonst explodiert sie.
Die Lichter, der Adventskalender, die Spannung ist fast zum greifen und dann ist es noch so, dass es sehr früh dunkel wird, es regnet und ist kalt, so kann (will) er nicht raus um sich auszutoben. Wohin mit der Spannung wenn man sie nicht
austoben kann.
Mir geht es genauso, ich bin froh wenn Weihnachten rum ist, bzw ich bin froh wenn wir jetzt noch die letzte Schulwoche überstehen, denn in der Schule läufts grad nicht so gut, er fängt wieder an die anderen zu sticheln und zu reizen, egal wie alt.
Ich glaub es dauert nicht mehr lange bis er eine auf die Nase bekommt.
Oh bitte lass diese Woche schnell rumgehen, dann sind erstmal Ferien........

Ciara
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Beitragvon Ciara » 15.12.2012, 12:15

Die Vorweihnachtszeit war schon immer schwierig, besonders in der Schule. Da erreichten die Beschwerden der Lehrer auch meist ihren Höhepunkt. :?
Nichts wirklich schlimmes, aber gemeisterte Fähigkeiten setzen plötzlich aus und starke Unkonzentriertheit macht sich breit. Es gibt auch mehr Tics und die gleiche Bewegungen/Sätze werden ständig wiederholt, usw.

Zum ersten Mal, dieses Jahr, hält sich alles ziemlich im Rahmen. Viellicht weil jetzt auch die Pubertät einsetzt? (Erfahrungsgemäß wird dann alles besser, schlechter oder gleichbleibend.)
Sohn 12J - F 84.0

ehemalige Userin

Beitragvon ehemalige Userin » 15.12.2012, 14:25

Hallo !

Ja, kann ich bestätigen.
Seitdem es draußen dunkel ist, wenn's zur Schule geht, beschließt mein Sohn jeden Morgen auf's Neue, dass morgen Sommer ist.

Wenn es schneit, dann beruhigt er sich "das hört bald wieder auf" - und spätestens um 16 Uhr wird das Haus nicht mehr verlassen, bevor nicht bestimmte Lampen automatisch angegangen sind... Sollten wir doch unterwegs sein, müssen wir auf dem schnellsten Weg nach Hause, er muß ja sehen, wie sie angehen...

Die Weihnachtsbeleuchtung findet er toll, nicht aber die Anspannung der anderen Kinder...

Auch die Stereotypien werden schlimmer - und heute gab's seit langem einen Overload, der "aus dem Nichts heraus" kam. Er war der Meinung, er müsse seinen hellblauen Pullover anziehen, der aber voller Flecken war... Er ließ sich durch nichts beruhigen...

Ständig fliegen ihm irgendwelche Bauklötze aus den Händen, die Geräuschkulisse, die er da gerade selbst verbreitet, ist fürchterlich...

Wann wirds mal endlich wieder richtig Sommer ??? Lalalalalalala...

Gruß
Kirsten

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Genevieve
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Beitragvon Genevieve » 17.12.2012, 15:25

Hallo

Also ich komme auch Heute noch mit den Jahreszeitenwechsel nur schwer zu recht..

ich weiß nicht Weihnachtstrubelzeit naja in der Schule war dann mehr los und es gab manchmal schnee ...

heutzutage mag alles Hektischer sein vielleicht sind dann auch die Kinder unruhiger kann sein ..

Also Übergangszeit finde ich schwierig dann komme ich auch schwer aus dem Bett stehe völlig neben mir und mein Zeitempfinden bekommt durch die Uhrenumstellung auch einen empfindlichen knick ...

Ja wann wird es endlich wieder Sommer umpf ..

Als Kind war es dann nochmal besonders schwer nach Weihnachten wenn meine Liebgewonnen Lichter veschwanden und alles so dunkel und trostlos aussah ..

Lg Genevieve


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