PNG - Petition wegen Benachteiligung

In dieser Kategorie geht es um rechtliche Dinge, Fragen zur Krankenversicherung, Pflegegeld etc.

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MichaelK
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PNG - Petition wegen Benachteiligung

Beitrag von MichaelK »

Hallo Zusammen,

im Rahmen des PNG gibt es ja bekanntermaßen die Erhöhungen beim Pflegegeld für Menschen mit eingeschränkter Alltagskompetenz. Vorgesehen für PS 0, I und II.

PS III bleibt ausgeschlossen. Dagegen möchte ich nun vorgehen. Ich würde mich über "Bundesgenossen" und Ideen freuen. Alle Infos und Vorschläge sind willkommen :!:

LG Michael
Michael für den Liebling der Familie: Lars, geb 04/03 Lumbale Spina bifida mit HC (v-p-Ableitung), Arnold-Chiari-Malformation Typ 2
"Wir neigen dazu, Erfolg eher nach der Höhe unserer Gehälter oder nach der Größe unserer Autos zu bestimmen als nach dem Grad unserer Hilfsbereitschaft und dem Maß unserer Menschlichkeit."
(Martin Luther King)

Helena*
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Beitrag von Helena* »

Hallo Michael,
habe zwar kein Kind mit PS III, aber ich finde das auch sehr ungerecht. Mir fällt auf, dass gerade für diese Gruppe behinderter Menschen die Sätze für Betreuung und Maßnahmen im Sinne einer Entlastung der Pflegepersonen erheblich höher zu sein scheinen und auch rarer zu bekommen sind .
Da scheint es mir unlogisch, warum gerade diese Gruppe leer ausgehen soll.

LG, helena

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MichaelK
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Beitrag von MichaelK »

Hallo Helena,

danke dir. Den Gesichtspunkt hatte ich bisher noch garnicht beachtet.

LG Michael
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monikaköm
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Beitrag von monikaköm »

Hallo Michael,

einen "Bundesgenossen" hast du schon mal ihn mir. Ich habe hier zwei Kinder mit Pflegestufe III. Werde eine Nacht drüber schlafen und mich morgen mit Ideen und Vorschlägen melden.

LG Monika
Monika '61, Fabienne '91 spinabifida, Nicolas '95, frühkindl.Autist

Annette R.
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Beitrag von Annette R. »

Ich schätze das liegt einfach daran, dass man bei Pflegestufe III davon ausgeht, dass gar keine Alltagskompetenz vorhanden sein muss, da die Personen damit eh nichts anfangen können, da sie ja eine sehr eingeschränkte Mobilität besitzen und auf ständige hilfe angewiesen sind. :(
Lena 2001: möglicherweise leichtes ADHS ( Diagnose und Gegendiagnose), ansonsten einfach ein Mädchen, was anders ist als andere....
Nellie 2006: Selbstbewußte Knutschkugel mit " Fräulein Rottenmeyer-Syndrom" ;) die gerne im Mittelpunkt steht.
Max 2008: leicht hypoton, motorisch retadiert, v. a. auf ASS und HB ( Diagnose zur Zeit nicht möglich)

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MichaelK
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Beitrag von MichaelK »

Hallo,

ich schieb nochmal hoch. Gibt es noch Ideen zur Argumentation?

LG Michael
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anneb
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Beitrag von anneb »

Hallo Michael,
ich schließe mich in der Argumentation Helenas an:
Menschen mit PS III sind nicht durch niedrigschwellige Angebote in der Alltagskompetenz zu fördern. Für diese muss in der Regel ein mehrfach qualifiziertes Personal bereitgestellt werden, was entsprechend teuer ist.

Oft sind diese Personen auch nicht in Gruppen zu betreuen sondern bedürfen einer Einzelfallbetreuung.
Die Angehörigen sind durch die hohe Anzahl der Pfleggestunden sowohl körperlich als auch psychisch mehr belastet als in PS II u. III.
Mehr fällt mir gerade nicht ein.

LG; Anne

Vanessa167
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Beitrag von Vanessa167 »

hallo das sehe ich auch so,mir fehlen aber die konstruktiven vorschläge :?

@anne: also mein sohn hat PS3 und kann durch niedrigschwellige angebote gefördert werden!?

lg
mein großer *07/09: deletion chromosom 17;
globale entwicklungsverzögerung;Epilepsie;
psychomotorische Entwicklungsverzögerung;schlafstörung;Gehirnschaden nach
sauerstoffmangel;Hirnblutungen(1grad) und Muskelhypotonie
meine kleine*03/12 kern gesund

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MichaelK
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Beitrag von MichaelK »

Hallo Anne,

auch dir Dank für deine Meinung.
Ich hatte eigentlich angedacht, die Benachteiligung herauszustellen.

Der Gesetzgeber argumentiert ja damit, dass es zu einer Benachteiligung käme, wenn in der Stufe III nur Pflegebedürftige mit eingeschränkter Alltagskompetenz eine Erhöhung bekommen würden, andere Pflegebedürftige mit "nur" körperlicher Beeinträchtigung aber nicht, auch wenn deren Hilfebedarf bspw. weit über 4 Stunden in der Grundpflege liegt.
Bei den anderen Pflegestufen macht sich der Gesetzgeber aber um so eine Benachteiligung seltsamerweise keine Gedanken, obwohl die dort genauso vorliegen könnte.

Das Argument des Gesetzgebers ist also kein Argument bzw. nimmt er es selbst nicht ernst, sonst dürfte es gar keine Erhöhung geben. Pflegebedürftige der Stufe III mit eingeschränkter Alltagskompetenz werden demnach gegenüber anderen Pflegebedürftigen mit eingeschränkter Alltagskompetenz benachteiligt.

Ist das logisch oder mach ich einen Denkfehler??

LG Michael
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ehemalige Userin

Beitrag von ehemalige Userin »

Demenzkranke mit PS 3 können die normalen niedrigschwelligen Angebote meist gar nicht nutzen. Zum einen weil sie keineswegs immer immobil sind, sondern häufig unruhig, teils aggresiv. Von Tagespflegeeinrichtungen werden sie nicht toleriert, weil sie nicht schön ruhig am Tisch sitzen, basteln wollen oder singen. Sie zeigen Fehlhandlungen, benötigen umfangreiche Hilfen, auch pflegerisch, während der Betreuungszeiten. Das wollen manche Betreuungskräfte häufig nicht leisten. D.h auch jetzt können sie die Betreuungsleistungen gar nicht abrufen.
Gerade sie benötigen höhere Leistungen, die sie einsetzen können wie sie sie brauchen und die nicht an die niedrigschwelligen Angebote gebunden sind.

Ein noch mobiler demenzkranker Mensch benötigt neben dem hohen rein pflegerischen aufwand noch erheblich mehr Betreuung und Beaufsichtigung, weil es durch die Erkrnakung eben zu Aggrerssionen, Unruhe und Fehlhandlungen kommt.

Ich finde auch, dass die Menschen mit eingeschränkter Alltagskompetenz der PS 3 und vor allem deren Pflegepersonen (häufig die Angehörigen) die Benachteiligten des PNG sind

Gruß tilda

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