Kurzzeitpflege in Gastfamilien - gibt es sowas?

In dieser Kategorie geht es um rechtliche Dinge, Fragen zur Krankenversicherung, Pflegegeld etc.

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Engrid
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Beitragvon Engrid » 20.11.2012, 09:55

Hallo Ute,

wg. Verein: Du hast natürlich recht, ein Verein erreicht viel mehr. Deswegen will ich mir das Prozedere jetzt ja auch antun, weil wir erst dann Zugang zu Finanzmitteln haben, weil wir dann vertrauenswürdiger sind und weil man politisch viel mehr erreicht. Bei uns im Ort gibt es GAR KEINE integrativen Angebote (geschweige denn inklusive), aber eher aus Hilflosigkeit und Nichtwissen. Wenn wir die Initiative machen, werden wir sicher auf offene Ohren stossen.

Allerdings ist es nicht ganz leicht, Mitstreiter zu finden, denn viele überlastete Eltern behinderter Kinder scheuen die Mehrarbeit (kann ich ja auch verstehen, andererseits wird über den Verein ja auch Entlastung kommen). Die Bindung an einen größeren Träger ist keine schlechte Idee, aber da muss man sich wohl auch deren Konzepten unterordnen, oder ...?

Wegen der häuslichen Kurzzeitpflege: Ist denn schon klar, was der Anbieter da alles nachweisen muss, um das machen zu dürfen?

Meinen Sohn mit seinen autistischen "Spezialitäten", der doch von seiner Persönlichkeit her sehr auf echte (nicht rein professionelle) Zuwendung angewiesen ist, könnte ich auch nicht in eine Einrichtung geben zur KZP, immerhin ist er ja schon den Großteil des Jahres Montag bis Freitag tagsüber in einer Einrichtung. Ich würde ihn nur zur KZP wohin geben, wenn ich sicher wäre, dass er da mit Freude hingeht.

LG, Ingrid
Engrid
mit Sohn vom anderen Stern (frühkindlich autistisch)
"Wir sehen die Dinge nicht wie sie sind, wir sehen sie wie wir sind." (Anais Nin)

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Mama Ursula
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Beitragvon Mama Ursula » 20.11.2012, 11:08

Hallo Ute aus der Nachbarschaft! :hand:

Ich weiß von einigen Familien (auch hier im Forum), die, da sie den Kurzzeitpflege-Topf nie nutzen konnten, weil die Kids eben "umgebungsabhängig" oder nicht "transportfähig" o.ä. sind, mit den PK in Einzelfallentscheid eine Nutzung der Gelder "zur Verhinderungspflege" vereinbart haben.

D.h. sie können sowohl die Verhinderungspflege als auch die Kurzzeitpflege-Gelder über ihre "privaten" Verhinderungspflegekräfte nutzen. Ob sie dies dann zu Hause oder in einer geeignete Einrichtung/ Freizeit... tun, ist ihnen überlassen :wink:

Darüber hinaus ist es (ja nach Einkommen) auch noch möglich, "Familienentlastende Maßnahmen" der Eingliederungshilfe zu nutzen. Wir bekommen hierüber weitere Betreuungsstunden im Alltag :wink:

Davon ganz abgesehen, kann ich Dir bei Deiner Einschätzung zu "Ferienmaßnahmen" gesunder Kinder nicht zustimmen. Unsere Buben (zugegeben Bj. 2003 und 2001) gehen gerne in Ferienlager (Zeltlager, Jungscharlager, Fußballcamps, Zirkuscamps...) auch einzeln und auch wenn sie dort anfangs keinen kennen.
Mir fällt das mit meiner nicht sprechende Jessy auch (noch) zu schwer und ich fahre lieber mit ihr (und den Jungs) in Urlaub und nutze die Entlastung im Alltag, aber die Jungs fordern genau solche "Urlaube von den Eltern" zunehmend ein :roll:  8)

Wo Dein Sohn sicher ganz tolle Ferien erleben würde - in der Seevilla Marian in Ovelgönne - leider weit oben an der Nordsee :roll: Mein Fazit - getrennter Urlaub in der gleichen Umgebung. Wir fahren die Kids hoch und nehmen uns eine himmlische Auszeit in einem schönen Ferienhaus in der Gegend! Hängen vielleicht vor oder hinterher noch eine gemeinsame Woche dort dran und genießen die entlastenden Tage "dazwischen".

Ich kenne das Leiterteam der Seevilla - super! Und sehr erfahren und passend im Umgang mit Kids, wie meiner Jessy, meinen Buben, aber auch Deinem Sohn! Die haben die Mischung und decken die ganze Bandbreite ab!!!

Vielleicht eine weitere Option!

Grüßle
Ursula
Kinderkrankenschwester mit Fachweiterbildung Palliativ Care und Außerklinische Beatmung.
Pflegemutter von Jessy (16 J., schwerster Hirnschädigung wegen Sauerstoffmangel), kl.Bub (1 Jahr mit schwerster Hirnschädigung, Reflux, Spastisch-steife Knie), 2 gr. Jungs - ausgezogen.

Ute K.
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Beitragvon Ute K. » 20.11.2012, 11:12

Ingrid089 hat geschrieben:Allerdings ist es nicht ganz leicht, Mitstreiter zu finden, denn viele überlastete Eltern behinderter Kinder scheuen die Mehrarbeit (kann ich ja auch verstehen, andererseits wird über den Verein ja auch Entlastung kommen). Die Bindung an einen größeren Träger ist keine schlechte Idee, aber da muss man sich wohl auch deren Konzepten unterordnen, oder ...?
Ich würde mich nicht an einen Träger von Einrichtungen binden, das habe ich auch nicht gemeint, sondern an einen größeren Verband z.B. den Landesverband der Lebenshilfe. Das kostet euren Verein zwar auch noch einen Mitgliedsbeitrag. Aber ihr bekommt anders herum auch Unterstützung und könnt eure Anliegen auch dort einbringen. Dass es für Angehörige immer nochmal ein zusätzlicher Aufwand ist, sich irgendwo einzubringen, das kann ich verstehen. Aber ihr müsst ja nicht gleich Großprojekte in Angriff nehmen. Vielleicht trefft ihr euch einfach erst mal überhaupt zum Austausch und gegenseitigen Kennenlernen. Und dann kriegt ihr vielleicht auch Lust, euch nach euren Möglichkeiten zu engagieren. Schließlich profitieren wir ja selber da auch am meisten davon!

Wegen der häuslichen Kurzzeitpflege: Ist denn schon klar, was der Anbieter da alles nachweisen muss, um das machen zu dürfen?
Da ist noch gar nichts klar, weil es das ja bisher auch noch nicht gab. Meine Idee wäre, dass in den Gastfamilien zumindest eine Person dabei sein muss, die eine pädagogische, pflegerische oder therapeutische Ausbildung hat. Und sie müssen natürlich auch sonst geeignet sein. Ich denke, die Kriterien müsste man dann im Laufe des Projekts - so da eines draus wird - definieren. Schließlich müssen sie ja auch bestimmten Qualitätsstandards entsprechen, damit sie anerkannt werden. Aber zu hohe bürokratische Hürden dürfen, meiner Ansicht nach, auch nicht geschaffen werden!

Meinen Sohn mit seinen autistischen "Spezialitäten", der doch von seiner Persönlichkeit her sehr auf echte (nicht rein professionelle) Zuwendung angewiesen ist, könnte ich auch nicht in eine Einrichtung geben zur KZP, immerhin ist er ja schon den Großteil des Jahres Montag bis Freitag tagsüber in einer Einrichtung. Ich würde ihn nur zur KZP wohin geben, wenn ich sicher wäre, dass er da mit Freude hingeht.

LG, Ingrid
So geht es uns ja auch. Ich wünsche mir für ihn, dass er in einer Umgebung sein darf, die ihm Sicherheit und Normalität vermittelt. Und das wäre in einem familiären Umfeld, denke ich, leichter herzustellen.
LG Ute mit N. (2004),Tuberöse Sklerose, Epilepsie, epilepsiechirurg. Operation im Januar 05 und August 07, sprachl. und motor. Entwicklungsverzögerung u. autistisch.

Ute K.
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Beitragvon Ute K. » 20.11.2012, 11:17

Mama Ursula hat geschrieben:Hallo Ute aus der Nachbarschaft! :hand:

Ich weiß von einigen Familien (auch hier im Forum), die, da sie den Kurzzeitpflege-Topf nie nutzen konnten, weil die Kids eben "umgebungsabhängig" oder nicht "transportfähig" o.ä. sind, mit den PK in Einzelfallentscheid eine Nutzung der Gelder "zur Verhinderungspflege" vereinbart haben.

D.h. sie können sowohl die Verhinderungspflege als auch die Kurzzeitpflege-Gelder über ihre "privaten" Verhinderungspflegekräfte nutzen. Ob sie dies dann zu Hause oder in einer geeignete Einrichtung/ Freizeit... tun, ist ihnen überlassen :wink:

Darüber hinaus ist es (ja nach Einkommen) auch noch möglich, "Familienentlastende Maßnahmen" der Eingliederungshilfe zu nutzen. Wir bekommen hierüber weitere Betreuungsstunden im Alltag :wink:

Davon ganz abgesehen, kann ich Dir bei Deiner Einschätzung zu "Ferienmaßnahmen" gesunder Kinder nicht zustimmen. Unsere Buben (zugegeben Bj. 2003 und 2001) gehen gerne in Ferienlager (Zeltlager, Jungscharlager, Fußballcamps, Zirkuscamps...) auch einzeln und auch wenn sie dort anfangs keinen kennen.
Mir fällt das mit meiner nicht sprechende Jessy auch (noch) zu schwer und ich fahre lieber mit ihr (und den Jungs) in Urlaub und nutze die Entlastung im Alltag, aber die Jungs fordern genau solche "Urlaube von den Eltern" zunehmend ein :roll:  8)

Wo Dein Sohn sicher ganz tolle Ferien erleben würde - in der Seevilla Marian in Ovelgönne - leider weit oben an der Nordsee :roll: Mein Fazit - getrennter Urlaub in der gleichen Umgebung. Wir fahren die Kids hoch und nehmen uns eine himmlische Auszeit in einem schönen Ferienhaus in der Gegend! Hängen vielleicht vor oder hinterher noch eine gemeinsame Woche dort dran und genießen die entlastenden Tage "dazwischen".

Ich kenne das Leiterteam der Seevilla - super! Und sehr erfahren und passend im Umgang mit Kids, wie meiner Jessy, meinen Buben, aber auch Deinem Sohn! Die haben die Mischung und decken die ganze Bandbreite ab!!!

Vielleicht eine weitere Option!

Grüßle
Ursula

Hallo Ursula :hand: ,

danke für deine hilfreichen Tipps. Könntest du mir da vielleicht per PN mal nähere Auskünfte zu den Einzelfallentscheidungen geben? Das wäre vielleicht für uns auch noch eine Option, die vielleicht auch schneller zur Verfügung stünde.

Und dieses Thema "kombinierte Ferien" klingt auch interessant. Darüber habe ich noch gar nicht nachgedacht. Da werde ich mich mal näher drüber informieren. Danke!!!
LG Ute mit N. (2004),Tuberöse Sklerose, Epilepsie, epilepsiechirurg. Operation im Januar 05 und August 07, sprachl. und motor. Entwicklungsverzögerung u. autistisch.

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Beitragvon Vanessa167 » 20.11.2012, 15:27

@ute adressen habe ich leider nicht, ich habe nur mal mit anderen betroffenen eltern gesprochen und weiß leider nur eckdaten!lg
mein großer *07/09: deletion chromosom 17;
globale entwicklungsverzögerung;Epilepsie;
psychomotorische Entwicklungsverzögerung;schlafstörung;Gehirnschaden nach
sauerstoffmangel;Hirnblutungen(1grad) und Muskelhypotonie
meine kleine*03/12 kern gesund

Petra und Alexander
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Beitragvon Petra und Alexander » 20.11.2012, 20:23

Hallo Mama Ursula,

Meinst Du ,ich kann die Kurzzeitpflege zu hause machen lassen ?

Und wie sieht es aus mit einer Haushaltshilfe ,für die Zeit wo ich Alexander nicht versorgen kann ?


LG
Petra
Alexander, geb. 1991, körperlich und geistig schwerst behindert, Epilepsie, PEG-Sonde, Wahrnehmungsstörungen, keine Diagnose (Erbkrankheit?)

Mama Ursula
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Beitragvon Mama Ursula » 20.11.2012, 20:58

Hey Petra!

Wie das mit Deinem großen Alexander aussieht, weiß ich wirklich nicht, aber da die neueren Bestimmungen ja Menschen mit Behinderungen (die diese schon im Kindesalter hatten) bis zum 25. (z.T. ja sogar 27.) Lebenjahr in die "Jugendregelungen" fallen lassen, könnte es schon gehen. Ist aber definitiv eine Einzelfallentscheidung Deiner KK und dürfte dann nicht "Kurzzeitpflege" heißen :roll:
Ob Du mit dem Geld dann tatsächlich ausreichend Pflegezeit für einen Krankenhausaufenthalt oder eine Reha oder eine Kur rausholen kannst - ich bezweifle es, wer würde das denn machen?

Eine HHH steht Dir ja ohnehin zu, wenn ein "Kind" im HH ist und Du nicht da, weil krank...

Evtl. könntest Du mit 8h-HHH + Verhinderungspflege + in Verhinderungspflege umgewandelte Kurzzeitpflegegelder so eine Betreuung für einige Wochen finanzieren - ob die KK/PK da mitmacht, hängt sicher von den Sachbearbeitern und der Kasse ab. Sorry, aber im Notfall musst Du halt drohen, dass Du ihn auf der ITS abgibst, wo man ihn möglicherweise kennt und weiß, wie man ihn zu behandeln hat :shock:

Ehrlich - ist immer wieder ein doofes, Nerven aufreibendes Thema! Ich schicke Euch Kraft und Ausdauer!

Grüßle
Ursula
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Pflegemutter von Jessy (16 J., schwerster Hirnschädigung wegen Sauerstoffmangel), kl.Bub (1 Jahr mit schwerster Hirnschädigung, Reflux, Spastisch-steife Knie), 2 gr. Jungs - ausgezogen.

FrauBlume
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Beitragvon FrauBlume » 20.11.2012, 21:32


Petra und Alexander
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Beitragvon Petra und Alexander » 20.11.2012, 21:44

Hallo Mama Ursula,

Die KK meint es stehe mir keine HH zu ,oder nur 2 Stunden in der Woche !

Es kann ja die Caritas ,drei mal am Tage gucken kommen !!!

Die Verhinderungspflege ist ja schon auf gebraucht .
Ich brauche nur 2 Tage im KH ,kann dann aber erst mal nicht mein Sohn versorgen. Also über Nacht brauche ich nur die beiden HH Tage.

Wie könnte ich nun die KK überzeugen das ich Hilfe brauche ohne das mein Sohn in einem Heim muss ?
Ich bin langsam am verzweifeln .

LG
Petra
Alexander, geb. 1991, körperlich und geistig schwerst behindert, Epilepsie, PEG-Sonde, Wahrnehmungsstörungen, keine Diagnose (Erbkrankheit?)

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Susannwe
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Beitragvon Susannwe » 20.11.2012, 22:02

Hallo Petra,

wieso Heim? Guck Dir doch mal Wohngruppen an, halt ein wenig weiter weg. Das ist wichtig für Euch 2! (Ich kann Dir das nur immer wieder sagen!)
Frage doch mal in der Tafö, wo die anderen Menschen untergebracht sind, da werden ja nicht mehr viele zu Hause leben. Bei uns ist es außer Sina nur noch 1 Mädchen.

LG
Susann
Susann 51 , T. 28 J.; Sina 27 J. tuberöse Sklerose, autoaggressiv, autistische Züge, schwermehrfachbehindert; L. 16 J.: Frühchen 31 W 1T, Herzklappenfehler(erledigt)


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