Kurzzeitpflege in Gastfamilien - gibt es sowas?

In dieser Kategorie geht es um rechtliche Dinge, Fragen zur Krankenversicherung, Pflegegeld etc.

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Ute K.
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Kurzzeitpflege in Gastfamilien - gibt es sowas?

Beitragvon Ute K. » 19.11.2012, 10:11

Hallo zusammen,

wir sind gerade dran, uns Entlastung zu suchen, damit wir auch auf längere Sicht die Betreuung unseres 8-jährigen, sehr aktiven aber betreuungsintensiven Sohnemannes zuhause meistern können. Er ist in Pflegestufe 3, ist aber kein Intensivpflegekind. Verhinderungspflege und zusätzliche Betreuungsleistungen nutzen wir schon in vollem Umfang, aber da sind ja auch noch finanzielle Mittel der Kurzzeitpflege, die wir - zumindest theoretisch - nutzen könnten. Praktisch ist es aber so, dass es fast keine Einrichtungen gibt, die Kinder und Jugendliche mit Behinderungen in Kurzzeitpflege aufnehmen, und wenn, dann sind sie gnadenlos ausgebucht und eher auf Intensivpflegekinder eingestellt. Wir haben uns am Wochenende eine Einrichtung angeschaut, die zumindest nach außen damit wirbt, dass sie auch Kurzzeitpflegeplätze für behinderte Kinder und Jugendliche haben. Fakt ist aber, dass die Kurzzeitpflegegruppe fast nur von erwachsenen schwerstmehrfachbehinderten Menschen in Anspruch genommen wird. Wir können uns absolut nicht vorstellen, dass sich da unser Sohn wohl fühlt. Abgesehen davon, dass er ja eine stationäre Betreuung bisher gar nicht kennt. Wir versuchen zuhause möglichst viel "integrativ" zu machen, das wäre bei so einer Kurzzeitpflegeeinrichtung ja wohl absolut nicht der Fall.

Jetzt habe ich im Internet recherchiert und verschiedene Beiträge gefunden, wo ältere, pflegebedürftige Menschen zur Kurzzeitpflege bei Gastfamilien betreut werden, das dann über die Pflegeversicherung finanziert wird. Also, ich finde, wenn es das für ältere Menschen gibt, dann sollte so etwas doch erst recht für Kinder mit Behinderungen geben. Warum soll man unseren Kindern zumuten, in einer stationäre Kurzzeitpflege betreut zu werden, obwohl sie noch viel mehr ein vertrautes, familiäres Umfeld benötigen?

Ich werde mich auch als Vorsitzende eines Selbsthilfevereins da jetzt dran machen, um so etwas zumindest für uns und unsere Familien hier im Landkreis in die Wege zu leiten. Aber wer weiß, vielleicht gibt es ja "irgendwo da draußen" bereits ein ähnliches Projekt und ich könnte da schon mal schaun, wie es geht. Kennt ihr da bereits was in der Richtung? Über Tipps und Hinweise wäre ich sehr dankbar.
LG Ute mit N. (2004),Tuberöse Sklerose, Epilepsie, epilepsiechirurg. Operation im Januar 05 und August 07, sprachl. und motor. Entwicklungsverzögerung u. autistisch.

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Engrid
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Beitragvon Engrid » 19.11.2012, 11:11

Hallo Ute,

ich habe leider überhaupt keine Tipps, finde aber Deine Idee total gut und hänge mit deshalb mit an den Thread. :wink: (damit ich nichts verpasse)

Viel Erfolg! Und berichte bitte fleißig! (Ich bin auch am Aufbau eines e.V., und auch bei uns am Ort wäre so eine familiäre KZP ein Segen.)

LG, Ingrid
Engrid
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Beitragvon kathleen w » 19.11.2012, 11:18

Hallo,

finde deine Idee auch super. Mal sehen, ob jemand dazu schon etwas weiss.

LG Kathleen
Kind (2005) ICP, Rolli fahrend, kann kurze Strecken gehen

Vanessa167
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Beitragvon Vanessa167 » 19.11.2012, 11:19

hallo sowas gibt es in der tat :) ich schaue heut abend mal in meinen unterlagen nach, da steht wo man eine anlaufstelle findet:)

lg
mein großer *07/09: deletion chromosom 17;
globale entwicklungsverzögerung;Epilepsie;
psychomotorische Entwicklungsverzögerung;schlafstörung;Gehirnschaden nach
sauerstoffmangel;Hirnblutungen(1grad) und Muskelhypotonie
meine kleine*03/12 kern gesund

Ute K.
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Beitragvon Ute K. » 19.11.2012, 11:33

Hallo Vanessa,
da bin ich sehr gespannt.

Ich habe gerade mit einem Sozialdienst telefoniert, der Gastfamilien zur Kurzzeitpflege von demenzkranken Menschen vermittelt. Allerdings dürfen die nur über die Verhinderungspflege abrechnen, weil es kein stationäres Angebot ist. Vielleicht haben wir da aber ein bisschen bessere Chancen, weil es sich bei der Behindertenhilfe allgemeiner um "geeignete Maßnahmen" handeln muss. Bin gerade dran, eine Anfrage an den Spitzenverband der Krankenkassen zu schreiben, um vielleicht sogar Mittel für ein Modellprojekt zu kriegen.

@Ingrid: als Verein hat man hier auf jeden Fall mehr Möglichkeiten, als als Einzelperson. Noch besser ist es, wenn ihr als Verein auch noch Mitglied in einem Landesverband z.B. von der Lebenshilfe seit. Dadurch hat der Verein gleich nochmal einen anderen Stellenwert, um z.b. auch politisch aktiv zu werden.
LG Ute mit N. (2004),Tuberöse Sklerose, Epilepsie, epilepsiechirurg. Operation im Januar 05 und August 07, sprachl. und motor. Entwicklungsverzögerung u. autistisch.

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Beitragvon JanaSnow » 19.11.2012, 16:01

Hallo,

ganz frech häng ich mich mit ran - auch um alle Infos mitzukriegen.
Welcher Landkreis wäre es denn?

Gruß
Jana, die eine solche Idee prima findet

Vanessa167
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Beitragvon Vanessa167 » 19.11.2012, 20:51

hallo ich nochmal ich habe in den unterlagen stehen das der sozialverband, manchmal das jugendamt und auch institutionen die gastfamilie für aupairs ect vermitteln gastfamilien vermitteln!lg
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Ute K.
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Beitragvon Ute K. » 19.11.2012, 21:03

Hallo Vanessa,

ich glaube, da gibt es jetzt ein Missverständnis. Hier geht es nicht um Gastfamilien für Aupairs, damit die ein Jahr in Deutschland leben können, sondern es geht darum, dass Kinder mit Behinderungen zur Kurzzeitpflege in einer Gastfamilie betreut werden.
@Jana: wir sind im Landkreis Reutlingen!
LG Ute mit N. (2004),Tuberöse Sklerose, Epilepsie, epilepsiechirurg. Operation im Januar 05 und August 07, sprachl. und motor. Entwicklungsverzögerung u. autistisch.

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Beitragvon winona » 19.11.2012, 21:05

Hallo Ute K,

deine Idee finde ich super und die wäre für uns auch total interessant. Für haben die Kurzzeitpflege auch noch nie in Anspruch genommen. Die Gründe sind identisch. Ich kann es mir einfach nicht vorstellen unsere Tochter stationär in eine Einrichtung abzugeben und es dann auch als Entlastung zu empfinden.
In welchem Landkeis seid ihr?

LG

jana
Tochter 06/2009, Lymphangiom im Hals- Zungenbereich, PEG, Sauerstoffmangel bei Geburt, Hemiparese rechter Arm, GdB 100 G, H, B, PS III, ein sehr "fröhliches Mädle"
Vater 1976 gesund,
Mutter 1976, Multiple Sklerose

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mirjam
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Beitragvon mirjam » 19.11.2012, 21:24

Hallo,

jetzt habe ich auch eine Frage, ich dachte immer man kann das Geld für die Verhinderungspflege entweder stundenweise nutzen oder für die Kurzzeit?

Aber beides wusste ich nicht.............

LG MIrjam


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