Reittherapeutin (Sabine)

Hier stellen sich verschieden Fachleute vor, die im REHAkids Forum aktiv sind.

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pia-kirsten
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Beitragvon pia-kirsten » 01.03.2010, 19:03

hallo sabine.
meine tochter hat hemiparese.ich habe schon mal mitbekommen,dass wohl therapeutisches reiten auch bei den kindrern gemacht wird????????

ab wie vielen jahren?wie kann ich mich denn darum kümmern?
werden die kosten von der krankenkasse eigendlich übernommen?

pia
pia und alexander mit josefine 2006-hemiparese rechts

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sabine g
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Beitragvon sabine g » 04.03.2010, 00:34

Hallo Pia,

ja bei jüngeren Kindern mit körperlicher Zielsetzung wird Hippotherapie (Physiotherapie mit dem Pferd) gemacht. Schau mal auf www.dkthr.de unter anerkannten Einrichtungen oder auch unter Praktikumsplätzen,denn da stehen sämtliche Anbieter, nicht nur die, die super Reitanlagen haben. Nein, die Krankenkassen haben mit dieser Therapieform leider nichts zu tun.

Wenn Du die gefundenen Anbieter durchtelefonierst, wann frag ob sie mit recht jungen Kindern Erfahrung und auch dafür geeignete Pferde - die müssen nicht klein sein, aber vom Bewegungsablauf her passend - haben.

Liebe Grüsse
Sabine

(PS:) Lieber Mark,

ich war sehr gerührt, als ich Deinen Beitrag hier gelesen habe. Es würde mich wirklich freuen, wenn ihr mal wieder den langen Weg auf Euch nehmen würdet so dass wir uns mal wiedersehen. Caesar, Fanny, Rapso und dem Rest der Gang geht es gut. Wunderbar zu lesen, dass sich Julian weiterhin gut macht, Euer kleines Avatar (das nennt man doch so, oder?) sagt alles!!!

Liebe Grüsse
Sabine

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Beitragvon tina und luca » 26.05.2010, 13:20

hallo frau g.

uch wir wollen hier unterstützen was mark schreibt,luca vermißt sie immer noch sehr!!! erst letzte woche hat er gesagt er würde sie gern wieder reiten aber nur auf caesar :wink:

auch wir können jedem!!! nur empfehlen bei ihnen zu "reiten" , für uns ist die entfernung ja leider zu groß geworden:-(

luca macht sich ganz gut , geht inzwischen recht gern in die schule , nur leider haben wir noch immer kleinere probleme

ganz liebe grüße
tinaz.

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KerstinNaß
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Beitragvon KerstinNaß » 10.06.2010, 09:58

Hallo, unser Sohn (2 1/2, spast. Hemi links) Ben ist auch seit der ersten Stunde vor 4 Monaten begeistert auf einem Shettie namens Susi dabei. Susi ist mit einem Gurt und Decke ausgestattet, er striegelt sie, danach 20 Minuten durch den Wald, manchmal mit Spielchen (Ringe holen, drehen etc.) und zum Schluß noch ein Äppelcken füttern.

Da dies meine ersten Hippotherapie-Erfahrungen sind: wäre das so ein normaler Ablauf? Oder müßten wir was ändern? Wie gesagt, Ben spricht jeden Tag voller Freude von Susi und sitzt sicher obenauf...

Gruß Cattie
Kerstin mit
Nicolas * 11.2003 kerngesunder Gymnasiast
Benedikt *11.2007 mit ICP links durch Asphyxie während der Geburt, Gymnasiast 5. Klasse

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Beitragvon sabine g » 15.06.2010, 00:58

Hallo Cattie,


um zu sagen, ob ihr was ändern sollt, fallen mir die folgenden Fragen ein:
Wie ist es mit seiner Spastik nach dem Reiten? Besser? Oder unverändert? Passt er denn von seiner Fähigkeit in der Hüfte zu spreizen auf das Shetty? Die sind oftmals recht breit... Wie ist seine Hüfte beim Sitzen auf dem Pony? Aufrecht oder nach hinten oder vorne gekippt? Rücken aufrecht, rund oder im Hohlkreuz?

Ehrlich gesagt hört sich die Beschreibung sehr nach pädagogischem Arbeiten an, weniger nach Hippotherapie/Physiotherapie. Allein schon das vorherige Putzen -für so ganz junge Kinder eher untypisch-, wird er vermutlich mit rechts erledigen, so dass es eher dem Beziehungsaufbau zum Pferd dient als einen therapeutischen Effekt haben wird.

Auch das Arbeiten in der freien Natur ist eher ein Zeichen für pädagogisches Arbeiten als für Physiotherapie- muss aber nicht...Ausnahmen bestätigen die Regel.

Beim Geradeausreiten fallen die Ungleichheiten im Körper nicht so ins Gewicht. Vielleicht siehst du beim Hinterhergehen eine leicht verrutschte Hüfte/Pobacke. Sowas fällt mehr auf wenn man gegen die Fliehkraft im Kreis reitet. Für das Kind ist es natürlich erstmal ein sicheres Gefühl, im Geradeaus des Pferdes mittig bleiben zu können. Offenbar kann er auch problemlos den Gurt loslassen, siehe Ringe greifen. Alles was freihändig gemacht wird, steigert die Rumpfbalance sehr viel mehr als festgehalten zu reiten. Diese ist aber auch nicht so sehr das Problem bei einer Hemiparese in jungen Jahren. Hier ist mehr die Beweglichkeit im Bein, im Arm und in der Hand ein Thema. Wird auch auf dem Pferd geturnt? Also, außer sich mal zum Rückwärtsreiten umzudrehen?

Wie wird denn gearbeitet? Mit Pferdeführer und Therapeut? Oder Therapeut allein am Pferd? oder andere Kinder noch mit dabei?

Liebe Grüße
Sabine

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KerstinNaß
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Beitragvon KerstinNaß » 17.06.2010, 07:14

Hey Sabine, danke für die Antwort!
Also, Ben`s Spastik betrifft hauptsächlich Fuß und Hand, also recht weit distal, das gespreizte Sitzen ist kein Problem, auch bei Susis in der Tat sehr breitem Rücken. Er sitzt gerade, würde so mal sagen in guter aufrechter Position, wie "Normaloreiter" auch.

Putzen macht er mit beiden Händen, also rechts putzt, links hält den Hufkratzer oder so. Wie du schon sagst, wohl eher Beziehungsaufbau.

Allerdings ist Ben ein äußerst dickschädeliges Exemplar der Gattung Junge (wie sein Bruder auch, oh jee!) und irgendwelches rumgeturne kannst du direkt vergessen. Punkt. Wurde versucht, massiv boykottiert und wie ich ihn kenne, war`s das damit dann auch. Er will oben sitzen und voran reiten, wie Nicolas, so.

Zu Anfang waren Führerin und Therapeutin mit, jetzt nur noch die Therapeutin. Manchmal gehe ich mit, meistens nicht mehr. Im Kreis geführt wird nicht, aber schon recht kurvig und auf und ab durch das Wäldchen. Hallenbenutzung ist für die Zeit, in der Ben dran ist zur Zeit nicht drin und ich kann nicht an einem anderen Tag, daher draußen.

Also,wenn ich dich richtig verstanden habe, ich sollte also nochmal mehr auf Kreisführung achten und nochmal das Turnen zumindestens versuchen...

Gruß Cattie
Kerstin mit
Nicolas * 11.2003 kerngesunder Gymnasiast
Benedikt *11.2007 mit ICP links durch Asphyxie während der Geburt, Gymnasiast 5. Klasse

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Beitragvon sabine g » 28.01.2011, 00:13

Hallo liebe REHAkids-Community,

es gibt mal wieder etwas Neues zu berichten: Zum 1. März 2011 werde ich in BELM-Haltern (bei Osnabrück) aktiv sein. Nette Menschen mit einem wunderbaren Hof bieten mir die -ziemlich einzigartige- Möglichkeit, nicht nur meine Pferde bei sich sehr gut wohnen zu lassen sondern auch Therapeutisches Reiten und Sport-Voltigieren dort anbieten zu dürfen.

Meine Hauptdomäne in der Reittherapie ist das Heilpädagogische Voltigieren, das Reiten als Sport für Menschen mit Handicap sowie gezielte Einzelförderungen. Es stehen ein guter Reitplatz und Ausreitgelände zur Verfügung.

Für REHAkids-Mitglieder, die sich über eine PN bei mir melden, ist weiterhin die Schnupperstunde kostenlos.

Liebe Grüße
Sabine

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Beitragvon sabine g » 01.05.2011, 23:02

Liebe Reha-Kids-Community,

nächste Woche ist hier in Hagen a.T.W. das große internationale Reitturnier "Horses&Dreams" und mehrere Kinder und Jugendliche aus dem Therapeutischen Reiten nehmen an einem integrativen Schaubild, welches in der Hauptspringarena gezeigt werden wird, teil. Auch Voltiwerk stellt ein Element des Schaubildes, welches unter dem Titel "Pferde zaubern Lächeln" das diesjährige Partnerland der Veranstaltung "Deutschland" präsentieren wird. Wir "sind" die Nordseeküste und werden als Matrosen auf unserem "Fischkutter-" Pferd kleine Voltigierküren zeigen. Drei Schüler der Anne-Frank-Schule Osnabrück (Schule für motorische und körperliche Entwicklung) freuen sich schon sehr, vor sooooo viel Publikum ihr Können zeigen zu dürfen und evtl. in die Zeitung oder gar ins Fernsehen zu kommen. Wir sind schon alle etwas aufgeregt und ich wollte unsere Vorfreude ein wenig mit Euch teilen.

Liebe Grüße
Sabine

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Beitragvon BrigitteSc » 02.05.2011, 22:09

Hallo Sabine,

ich bin ganz neu hier im Forum und habe auch gleich eine Frage an dich.
Mein Sohn (3 Jahre) hat eine Hemiparese rechts, Konzentrations- und Wahrnehmngsstörungen.
Ich selbst bin bis vor meiner Schwangerschaft fast zwanzig Jahre geritten.

Würdest du uns die Reittherapie empfehlen? Vor allem auch in Bezug auf die Konzentrations- und Wahrnehmungsstörungen? Oder würde es für diesen Bereich nicht förderlich sein?

Ich freue mich schon auf deine Antwort.

Liebe Grüße
Brigitte

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sabine g
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Beitragvon sabine g » 03.05.2011, 01:44

Liebe Brigitte,

die Hemiparese wäre eine Indikation für eine Hippotherapie. Die Wahrnehmungsstörungen wären eine Indikation für Heilpädagogisches Voltigieren.

Ob aber Ther. Reiten überhaupt etwas für Deinen noch recht jungen Sohn wäre, entscheidet a. ein Arzt aus medizinischer Sicht und b. Dein Sohn, ob er überhaupt einen positiven Bezug zu oder zumindest freundliche Neugier auf Pferde hat.

Welche der beiden Therapieformen für Euch ggf. die richtige wäre, entscheidet, was überwiegt. Ob er körperlich so stark eingeschränkt ist, dass erstmal der Körper gelockert und (möglichst) symmetrisch trainiert werden soll oder ob das kaum auffällt, er sich weitestgehend gut bewegen kann aber die Wahrnehmung z. Zt. Eure Hauptsorge ist.

Die Konzentration als solche wird isoliert eher nicht gefördert, da es immer Ursachen hat, warum es dabei Schwierigkeiten gibt, z.B. gestörte Körperwahrnehmung, gestörte auditive Verarbeitung etc. Man versucht also eher die Ursachen zu verbessern, dann folgt ein erhöhtes Konzentrationsvermögen als Ergebnis. Dies wäre übers Pferd gut darstellbar, es sollte dann aber ein Therapeut mit entsprechendem Fachbackground sein. Leider höre ich oft, dass egal was gefördert werden soll, beim "Therapeutischen Reiten" immer schön Bällchen zugeworfen werden....

Liebe Grüße
Sabine


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