Unser Kind wurde alleine stehengelassen!

Integrative Kindertagesstätte oder Sonderkindergarten? Kann mein Kind die Regelschule schaffen oder muss es doch eine Sonderschule besuchen? Hier dreht sich alles um Kindergarten- und Schulbesuch.

Moderator: Moderatorengruppe

Treasa
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Beitrag von Treasa »

Hallo,

ich habe ja jetzt ein Jahr als Schulbegleiterin gearbeitet und da ist es bis auf wenige Ausnahmen nie dazu gekommen, dass keine Vertretung organisiert wurde. Dazu muss auch gesagt werden, dass wir zwei Schulbegleiter auf drei Kinder waren mit Förderschullehrerin an 4 Tagen.
Im Nachhinein denke ich- wenn ich das hier so lese-, dass der Träger also leicht hätte sagen können, er organisiert keine Vertretung weil ja der andere Begleiter auf jeden Fall da ist. Trotzdem wurde, wenn einer von uns ausgefallen ist, noch am selben Morgen eine Vertretung organisiert. Notfalls ist die dann erst etwas später gekommen, aber meistens hat es so geklappt, dass innerhalb kürzester Zeit jemand vor der Schule stand (Krankmeldung an den Träger ging ab 7 Uhr und um 7.30 Uhr kamen die Kinder an)
Nur einmal ist die Info-Kette schief gelaufen und ich stand ausgerechnet an dem Tag, an dem keine Förderschullehrerin da war, alleine mit drei Kindern da- und da war ich schon ziemlich sauer! Dabei hatte ich bzw. natürlich auch die Kinder und ihre Eltern sogar noch "Glück" mit dieser Regelung, dabei sollte das doch selbstverständlich sein. Ansonsten wurde nur ein paar Mal nach Absprache, wenn auch ein Kind gefehlt hat, keine Vertretung geschickt.
Ich bin sehr verwundert, dass euer Träger weder eine Vertretung organisiert noch euch Bescheid gibt und, dass sich dann nicht einmal die Schule gemeldet hat.

Viele Grüße, Teresa

ChristineDev
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Beitrag von ChristineDev »

Hallo,
heute war ich direkt nach der Arbeit zur Schule zum Gespräch. Hatte mich bei der Klassenlehrerin beschwert. Die war gestern aber nicht da. Hat es kopfschüttelnd zur Kenntnis genommen und will so schnell wie möglich mit den Kollegen+Schulleitung ein Gespräch anleiern. Hoffentlich!

Nun ist es auch noch seit diesem Schuljahr so, dass die persönlichen Assistenten abgeschafft wurden, die wir bis vor kurzem noch hatten. Jetzt soll sich unsere Tochter eine mit noch einem Kind teilen, dieses Kind geht aber in eine andere Klasse. Jetzt sitzt unsere Tochter größtenteils alleine in einer Klasse mit 27! Kindern und dümpelt vor sich hin, da sie vieles nicht versteht oder umsetzen kann.

So, jetzt ist die eigentliche Assistenz Mittwoch's sowieso nicht da und wiederum noch eine andere Assistenz hatte unsere Tochter gebracht und diejenige war wohl krank oder was auch immer.
Davon erfuhren wir ja nichts.
Mich hat es aber schon gewundert, dass sie unsere Tochter dabehalten haben, denn sonst durfte sie immer zu Hause bleiben, wenn die Assistenz fehlte. Scheinbar interessierte sich gestern aber niemand dafür. :(
Beim zuständigem Martinsclub, der die Assistenten stellt oder Vertretungen organisiert, habe ich mir natürlich auch Luft gemacht, aber der eine schiebt es auf den anderen. Weil es einfach keine feste Regelung gibt, was die Schulassistenten betrifft. :evil:
Und dann kommt immer wieder der Spruch, sie könnte ja auch auf die einzige KB-Schule nach Bremen-Nord. Dort sind aber fast nur mehrfach-schwerstbehinderte Kinder. Unser Kind soll sich aber schon noch mit Kindern unterhalten und spielen können.

Es gibt so viel, was zur Zeit im Argen liegt. Durch sind wir damit noch nicht.
A.*01-Asthma, F.*03 symtomatische Epilepsie, subependymale Heterotopie, gestörtes Kurzzeit-u. Arbeitsgedächnis,Knick-Senk-Füße,Muskelschwäche,psychomotorische Entwicklungsstörung, generalisierte Bindegewebslaxität +Hyperlaxität aller Gelenke,chron.Verstopfung mit Darmerweiterung,Megazystis, FilaminA Mutation,7q35Deletion, POTS, PEG seit'18

ChristineDev
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Beitrag von ChristineDev »

Ach ja, und vorher, als wir noch die 1:1 Betreuung hatten, lief das gut. Es wurde auch fast immer Ersatz gefunden oder die Schule wusste Bescheid und sprach mit uns,bzw. bat uns, unsere Tochter zu Hause zu lassen.
Traurig ist nur, das man immer wieder auf die Erkrankung unseres Kindes hinweisen muß. Man merkt einfach, das fast alle damit überfordert sind, die Lehrer sind schließlich keine Sonderpädagogen. :(
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ehemalige Userin

Beitrag von ehemalige Userin »

Hallo !

Bei uns ist es so, dass wir im ersten Schuljahr selbt Arbeitsgeber waren.
Unser jetztiger Anbieter hat, nach dem wir unsere genauen Vorstellungen hatten, eine sehr gute Lösung für uns gefunden:

a) wir haben zwei Schulassistenten, die sich untereinander gut kennen, regelmässig austauschen - und sich gegenseitig vertreten. Eine kommt 2 Tage, die andere 3 Tage in der Woche.
b) wir haben ein Austauschheft, das wirklich gut genutzt wird
c) sollten die beiden sich NICHT vertreten können, werde ich angerufen - und ich springe dann ein (das ist mit der Schule so abgeklärt, im letzten Schuljahr dreimal passiert - und war für alle gut, weil ich eine eigene Vorstellung davon habe, wie der Tag läuft)

@Christine: ich bin froh, dass dies nach einem absoluten Einzelfall aussieht!!!

Wir sind insgesamt mehr als zufrieden mit unserer Situation.
Aber ich denke, dass es in der Inklusion wirklich noch so ist, dass die Schulen Nachhilfe brauchen - und das man wirklich Einzelfälle gedanklich durchexerzieren muß... sonst passieren eben genau diese Dinge...

Man sollte sich da nicht unbedingt auf den gesunden Menschenverstand der anderen verlassen - dafür mischen da zu viele Menschen mit bei viel zu vielen Kindern...

Lg
Kirsten

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claudia christiane
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Beitrag von claudia christiane »

liebe christine,

der träger hat mit dem sozialamt doch einen vertrag über die schulische assistenz gemacht. was steht denn im vertrag drin? wie sind die ausfallstunden geregelt? frage doch mal beim sozialamt nach, wie die sich den umgang in solch situation vorstellen?

gehört das nach hause bringen mit in den aufgabenbereich der schulischen assistenz? oder ist es hortbetreuungsassistenz?

grüßend
es grüßt herzlich
claudia

1,80 m großes, pupertierendes Goldstück: hörgeräte, hirnfehlbildung m. verlust d. marklageranteile u.d. thalamus ... . lernblockaden, aktivitäts-, aufmerksamkeitsstörung, lordose, platt-, senk- spitzfuß, hüftdysplasie, hemiparetische diplegie mit dynamic walk orthese und einlage, US-oschiene nachts, silikonhandschiene..

ChristineDev
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Beitrag von ChristineDev »

Hallo Claudia,
in Bremen ist es seit diesem Schuljahr so, dass die Senatorin für Bildung und Amt für Soziales sich nicht ganz einig sind, wer welche Posten bezahlt. Wenn ich das richtig verstanden habe. Also wer zahlt bei Wegebegleitung. Die Assistenten, die in der Schule sind, haben sonst immer die Kinder geholt und gebracht, gehörte auch zu ihren Aufgaben. Dieses Jahr ist alles neu und es wurde so viel geändert... nur wir erhalten keine genauen Informationen. Hatten nicht mal einen Bescheid von der Behörde bekommen, dass unser Kind plötzlich keine persönliche Assistenz mehr hat. :evil:
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claudia christiane
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Beitrag von claudia christiane »

hi, bei uns gibt es eine bewilligte wochenstundenzahl und die ist so gering, die reicht kaum für die schulzeit. somit kommt eine begleitung für den weg erst gar nicht in betracht....

ich kann allerdings nicht verstehen, wie sich etwas hinter eurem rücken geändert haben will.... es muß doch zur bewilligung der hilfe stundenzahlen ein gemeinsames treffen u.a. mit austausch/sorgen/wünsche realisierungsmöglichkeiten von amtssachbearbeiter... lehrer....assistenz.....eltern stattfinden....
es grüßt herzlich
claudia

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ChristineDev
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Beitrag von ChristineDev »

Also bei uns gab's auch eine Wochenstundenzahl(bei meiner Tochter die volle)+Wegebegleitung.
Und sonst war es immer so, dass es Fallkonferenzen gab, wo der aktuelle Bedarf ermittelt wurde. Dies wurde dieses Schuljahr mal eben gestrichen :evil: . Dann hies es, alle bisher genehm.mit persön. A. behalten Ihre.
Haben das bei uns wohl übersehen!!?Habe gerade diverse Gespräche laufen.
Diese Woche haben wir jetzt so geregelt, das sie eine Klassenstufe tiefer unterrichtet wird,wo auch das andere Kind ist, damit immer jemand bei ihr ist. Meine Tochter ist echt froh darüber, da sie allein oft nicht zurecht kommt.
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ehemalige Userin

Beitrag von ehemalige Userin »

Hallo,

durch ein Beratungsgespräch weiß ich, dass viele Dinge nicht gefordert werden dürfen, wir müssen theoretisch mit den vorhandenen Mitteln klar kommen, bzw. uns entsprechend einigen.

Wenn nichts passiert ist, kann man nicht viel machen. Ich denke hier war es bestimmt eine Verkettung von unglücklichen Zufällen, denn normalerweise würde ja keiner ein Kind gefährden.

Wäre die I-Kraft in der Lage, über den kleinen Dienstweg, bei Dir auch anzurufen? Dann wäre das doppelt abgesichert.

Dann ist es zu überlegen, ob es möglich wäre, dass Du trotzdem an der Schule stehst und z.B. zusammen mit deiner Tochter und I-Kraft nach Hause gehst, dann könnte man sich vielleicht über den Tag austauschen und man sorgt sich nicht.

Tatsache ist, vieles darf nicht passieren oder sollte nicht so laufen, doch meistens passiert nichts mit bösem Hintergrund, wenn man emotional aufgeladen ist, bringt man sein Gegenüber eventuell sehr in Rage, das es nur so reagieren kann, wir sind nur zu xyz...verpflichtet.

Ich denke, es ist immer besser dann weniger emotional zu sein und eine Nacht darüber zu schlafen und dann ein sachliches Gespräch zu führen. Gestern ist folgendes vorgefallen, könnte man eventuell für so einen Fall sicherheitshalber mich informieren, bzw. kann eine andere Person einspringen usw.

Das Problem ist, viele Dinge klappen ja schon, auch mit der Inklusion, doch liest man kaum über die Erfolge, viel mehr breitet man die Misserfolge aus und ich denke, wenn doch z.B. jetzt geregelt wurde, dass sie auf jeden Fall in der Klasse sitzt, in der sich die Einzelfallhilfe befindet, wurde ja schon wieder ein Schritt in Richtung Erfolg der Inklusion gegangen.

Das mit dem alleine nach Hause gehen, hat fast gut geklappt, d.h., Deine Tochter wird angenommen, es gibt eine Freundin, die eingesprungen ist, es heißt nicht, das es passieren darf, doch - das ist noch einmal gut gegangen.

Auch aus diesem Vorfall wird wohl gelernt werden, denn wäre Deinem Kind etwas passiert, gibt es spezielle Haftungsverhältnisse und dann kann es teuer werden, das Risiko will keiner eingehen, so wird wohl daran gearbeitet werden, das es in Richtung Erfolg geht.

Ich kann mir vorstellen, dass ich auch Herzrasen bekäme, wenn mein Kind alleine nach Hause kommt, ich kann mir nicht vorstellen, dass er so schnell einen Freund finden wird. Na, 2 Ampel, direkt an einer Strasse - kann glimpflich werden, ich werde wohl sicherheitshalber das Verkehrstraining noch einmal mit ihm durchkauen - doch wir sind alle Menschen und manchmal machen Menschen Fehler, man kann nichts dagegen machen, außer versuchen zukünftig es besser hin zu kriegen.

LG Marion

ChristineDev
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Beitrag von ChristineDev »

Hallo Marion,
klar waren es in unserem Falle wirklich unglückliche Verkettungen und ich habe auch in ruhiger, sachlicher Ausgangslage mit der Klassenlehrerin darüber gesprochen, wie es verhindert werden kann, das so etwas nicht mehr passiert.
Bei uns ist die Schule um 13h aus und meine Tochter wird dann gleich gebracht, da ich aber erst um kurz vor 13h von der Arbeit komme, würde ich erst 10 nach 1 an der Schule sein und oft nimmt auch mal unsere Nachbarin unsere Tochter entgegen, daher würde ich es nicht schaffen, sie immer abzuholen. Hatte ich auch schon über längere Zeit gemacht, war halt sehr stressig.
Es wurde seit diesem Schuljahr so viel geändert und Schulen vor vollendete Tatsachen gestellt und dann passieren halt solche Sachen. :( Es ist natürlich schön, wenn meine Tochter bei der Assistenz eine Klasse tiefer bleiben kann, aber es ist, glaube ich, nicht Sinn der ganzen Sache, das Kind hin und her zu schieben. Wie es gerade passt.

Wir haben nämlich einen Marathon, an hin und her schieben, schon hinter uns. Unsere Tochter "durfte" schon den Kindergarten wechseln, seit ihrer Erkrankung und kennt 3! Grundschulen. Wir haben viel Verständnis aber machen uns nur Sorgen um die seelische Gesundheit unserer Tochter. Unsere Tochter behält davon nur in Erinnerung, seit ich erkrankt bin, kann ich hier oder dort nicht bleiben,egal welche Umstände dazu geführt haben. Das es zu ihrem Besten ist, verstand sie nicht.
Nach den Herbstferien darf sie an der KB-Schule hospitieren, da sie wohl dahin wechseln wird. Wurde uns von der ZUP-Leitung und Klassenlehrerin empfohlen. Da sie ganz klar sagen, wir können nicht mehr leisten.
Wir haben auch immer mehrere Gespräche geführt. In unserem Fall klappt die Inklusion leider nicht und ich gebe nicht der jetzigen Schule die Schuld.
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