Was wünscht ihr euch von einer Inklusion?

Integrative Kindertagesstätte oder Sonderkindergarten? Kann mein Kind die Regelschule schaffen oder muss es doch eine Sonderschule besuchen? Hier dreht sich alles um Kindergarten- und Schulbesuch.

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Reginas Family
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Was wünscht ihr euch von einer Inklusion?

Beitragvon Reginas Family » 06.09.2012, 08:01

Vor kurzem habe ich von einer Lehrkraft die Frage gestellt bekommen, was wir Eltern uns von Inklusion wünschen. Wie wir uns sie vorstellen.

Ich habe schon einige Eltern gefragt und sammle noch Antworten, da die Lehrerin in einem Arbeitskreis in der bayrischen Regierung ist, wünsche ich mir eine breitgefächerte Antwort.

Ich würde mich freuen, wenn ihr mir helfen könntet, damit ich dies weiterleiten kann - natürlich ohne Namen.

Viele Grüße

Regina

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Sabine
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Beitragvon Sabine » 06.09.2012, 08:18

Hallo Regina,

wir hatten das Thema ja schon oft und haben hier eine Linksammlung erstellt:
http://www.REHAkids.de/phpBB2/viewtopic ... =inklusion

LG
Sabine
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Irina Haun
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Beitragvon Irina Haun » 06.09.2012, 08:29

@ regina

Was ich mir wünsche

-gute zusammenarbeit mit den Lehrern /offen Gespräche
-kleiner Klassen
Ausreicne Lehrkräfte die auch in der Ausbildung sich mit der Inklusion beschäftigen
-Behinderten gerechte Räume
ausreichen i-helfer
das die Gelder schneller bewilicht werden
-das die regelschulen nicht mehr unser kinder so leicht ablehnen können


Lg Irina
Tochter in der 32 Woche per Kaiserschnitt geb.
seid Juni 2010 verdacht auf AVWS
Seid 2010 mit 2 Hgs versorgt
Seid 2011 Ataxie abklärung
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Beitragvon stefan 97 » 06.09.2012, 08:38

Guten Morgen,

INKLUSION, wäre für mich

- das Kinder mit und ohne Behinderung in einer Klasse unterrichtet werden

- das Kinder mit und ohne Behinderung in den selben Kindergarten/-tagestätte gehn

- das Kinder und Erwachsene mit Behinderung mehr in der "normalen" Alltag integriert werden und aus ihren "Schubladen" raus dürften

- das beide Seiten mehr aufeinander zugehn und von einander lernen könnten

- das Menschen ohne Behinderung mehr Verständnis zeigen würden

- das manche Menschen ohne Behinderung nicht so abfällig urteilen

- das es normal werden soll, unterschiedlich zu sein

LG Verena
FG, 1991,13.SSW+,
Tochter 94 , Mitralklappeninsuffizienz entd. 2006
Sohn +13.5.97 *15.5.97 still geboren, 30.SSW, Plazentaunterversorgung, Nabelschnurüberdrehung
Tochter 98 Asthma Bronchiale entd. 2007

"Die Zeit heilt Wunden" hab ich für mich umgedichtet "Die Zeit heilt keine Wunden, sie läßt uns Geschehenes mit andern Augen betrachten"

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KerstinM.
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Beitragvon KerstinM. » 06.09.2012, 09:58

Hallo, nun wollte ich gerade hier antworten, scrolle runter, und Stefan hat einen mir wichtigen Punkt gerade wunderbar in die Praxis umgesetzt:

es sind nämlich alles Kinder/Menschen mit Behinderungen.
Das heißt, das Kind / der Mensch steht vornan und dann erst die Behinderung.

KInder/Menschen definieren sich zuerst über die Wort Kind/Mensch und dann erst sollte die Erklärung /Nachsatz Behinderung folgen und auch nur dann , wenn das Wort Behinderung für das Momentane nötig als Erklärung ist.

Das würde schon im Alltag manches an Diskrimierung nehmen und wäre echt schön.

z.B.:
Niemand sagt doch: Schau mal da drüben der sehbehinderte Mensch,......(nur weil jemand eine Brille trägt und die Behinderung der Augen mit dem Hilfsmittel Brille ausgleicht. Aber alles sagen: Schau mal da drüben das behinderte Kind...weil es im Rollstuhl sitzt und die Behinderung der Beine mit dem Hilfsmittel Rollstuhl ausgleicht.

Gruß Kerstin
Kerstin mit Markus(*97), Hydrocephalus mit schwerem Verlauf,Epilepsie
PK (*14)spastische Tetraparese, gesetzl. blind, Entwicklungsverzögerung, Epilepsie, kleiner Sonnenschein
Ein behindertes Kind ist wie ein krummer Baum - du kannst ihn nicht gerade biegen, aber du kannst ihm helfen, Früchte zu tragen.

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Beitragvon TheovoLe » 06.09.2012, 10:24

Hallo Regina!

Für mich wäre es wünschenswert und es ärgert mich jedesmal, wenn ich es erklären soll, das die Inklusion ein Menschenrecht ist. Es darf nicht sein, dass wir darüber diskutieren. Kein Elternteil diskutiert mit Pädagogen über das Recht auf Bildung und das jedes Kindes das Recht hat, auf den freien Zugang zu Bildung.

Leiter/innen von Schulen, Kindergärten, etc, sowie Schulvorstände sollten Nachsitzen, wenn sie das einem Kind verweigern. Die Leute denken immer noch, das wir Eltern von besonderen Kindern darum bitten, das unser Kind mit zur Schule gehen darf.

Die Welt ist bunt und das ist gut so!

LG

Birger
Theo ist am 10.05.2008 geboren und hatte das West Syndrom. Geistig schwer behindertes Kind durch O2 Mangel, div KH Aufenthalte und Unfälle, Pierre Robin Sequenz, V.a. übergeordnetes Syndrom, frühkindlicher Autist- global Entwicklungsverzögert bis auf Sprachverständnis. Fahradanhängerfahrer

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Beitragvon HafidaE » 06.09.2012, 10:28

Hallo Regina,
wir hatten nach dem Sommerferien an der Regelschule meiner älteren gesunden Tochter eine Projektwoche. Hier wurde bei den Eltern angefragt, ob sie bereit wären zum Thema kunterbunte Schule ein eigenes Projekt anzubieten. Ich hatte dazu das Projekt: Barrierefrei: Leben und lernen mit Kindern mit Behinderungen angeboten. Es hatten sich zwar "nur" 8 Kinder für dieses Projekt eingeschrieben, aber dafür konnte ich umso besser einen Eindruck von dem Verständnis der Kinder bekommen. Für die Kinder waren Behinderungen am Anfang der Woche noch etwas gaaaanz schreckliches, diese Menschen seien Dumm und können nicht viel etc. Im laufe der Woche, sollten sie in etwa selbst erfahren, wie es ist, wenn man etwas tun möchte und dazu einfach nicht in der Lage ist, sei es bspw. weil sie in einem Rolli sitzen. Von unserem Sani-Haus hatten wir leihweise 3 Kinderrollis und einen elektr. Kinderrolli erhalten. Im Klassenraum selbst war es eine tolle Sache mit dem Rolli zu fahren. Auf dem Schulhof allerdings scharten sich ganze Kinderhorden um den "Rolli-Fahrer", den Kindern die im Rolli saßen wurde es "unangenehm" so angestarrt zu werden und quasi von den anderen behindert zu werden. Es konnte nicht weiterfahren, da es die Kinder eingekreist haben und wissen wollten, was denn mit ihm passiert sei. Am Ende des Tages haben wir die Eindrücke des Vormittags gesammelt und diskutiert.
Fakt ist: Inklusion ist ein ganzheitliches Konzept. Und es sollte nicht nur auf die Schule bzw. Kita beschränkt sein. Besonders gesunde Kinder sollten für dieses Thema sensibilisiert werden um ihnen auch mögliche Berührungsängste und Hemmungen zu nehmen.
Aufgefallen ist mir dabei auch, dass besonders Lehrer etwas schmunzelt zu diesem Thema standen. Auch Lehrer müssen an dieses Thema herangeführt werden, erst wenn die Idee der Inklusion mit Überzeugung angenommen haben, können sie es glaubwürdig an unsere Kinder weitergeben.

Inklusion ist für mich ganzheitliche Barrierefreiheit. Getreu dem Motto: Behindert ist man nicht, behindert wird man!

Gruß

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Beitragvon Sabine » 06.09.2012, 11:05

Hallo,

ich wünsche mir, dass auch endlich mal Vorschläge dazu gemacht werden, wie denn schwer mehrfach behinderte Kinder oder auch Wachkoma-Kinder inklusiv beschult werden können. Wenn ich danach frage, ernte ich nämlich immer nur erstaunte Blicke. Viele Leute denken nämlich, dass "solche" Kinder gar nicht in die Schule gehen, sondern rund um die Uhr von Eltern und/oder Pflegekräften zu Hause betreut werden. Ich kenne auch Eltern von fitteren behinderten Kindern, die die Inklusion ihres eigenes Kindes vehement einfordern, aber die mehrfach behinderten Kinder weiter auf der Förderschule sehen wollen oder halt achselzuckend meinen, dass diese Kinder "schon irgendwo bleiben" werden, wenn die "Förderschule" erst mal abgeschafft ist. Ich wünsche mir da mehr Zusammengehen und dass nicht jeder nur auf sein eigenes Kind schaut.

LG
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Beitragvon Ronja123 » 06.09.2012, 11:40

ich wünsche mir, dass auch endlich mal Vorschläge dazu gemacht werden, wie denn schwer mehrfach behinderte Kinder oder auch Wachkoma-Kinder inklusiv beschult werden können.


Hallo Sabine,
ich verstehe Deine Frage sehr gut. Es gab mal einen sehr schönen Fernsehbeitrag der zeigte, wie ein mehrfachschwerstbehinderter Junge und zusätzlich taub, inklusiv beschult wird. Im Sportunterricht rannte immer einer mit Rolli, im Musikunterricht klopften anderen Kinder den Rhytmus auf seinen Armen, so dass er dadruch ein Stück weit "mithören" konnte. Die andere Kinder hatten ihn alle lieb, haben ihn gestreichelt und massiert und auch immer mit ihm geredet.
Der Junge hat sich absolut sichtbar wohl gefühlt und alles mit verfolgt. Es wurde nachgewiesen, dass sich ein solches Kind mit diesen Anreizen in einem solchen Umfeld viel besser entwickeln kann bzw. lernt sich in seinem Leben zurechtzufinden als wenn er nur unter anderen schwerstbehinderten weilt. Für die pflegerischen Tätigkeiten war eine Integraionshilfe an seiner Seite.
Inklusion bedeutet nicht, dass zukünftig innerhalb der behinderten Menschen weiter separiert wird!
Ein sehr verhaltensauffälliges Kind ist weitaus schwieriger zu integrieren, als ein mehrfachschwerstbehindertes Kind.
Es wird aber in der Tat noch ein langer Weg werden.
Grüße
Karin

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Beitragvon RosaD » 06.09.2012, 11:46

Hallo Sabine,

oh ich habe aufgehört zu wünschen....
hoffentlich bestehen Förderschulen weiter...
lg
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