Was wünscht ihr euch von einer Inklusion?

Integrative Kindertagesstätte oder Sonderkindergarten? Kann mein Kind die Regelschule schaffen oder muss es doch eine Sonderschule besuchen? Hier dreht sich alles um Kindergarten- und Schulbesuch.

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Ela74
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Beitragvon Ela74 » 06.09.2012, 12:14

Sabine hat geschrieben:Hallo,

ich wünsche mir, dass auch endlich mal Vorschläge dazu gemacht werden, wie denn schwer mehrfach behinderte Kinder oder auch Wachkoma-Kinder inklusiv beschult werden können. Wenn ich danach frage, ernte ich nämlich immer nur erstaunte Blicke. Viele Leute denken nämlich, dass "solche" Kinder gar nicht in die Schule gehen, sondern rund um die Uhr von Eltern und/oder Pflegekräften zu Hause betreut werden. Ich kenne auch Eltern von fitteren behinderten Kindern, die die Inklusion ihres eigenes Kindes vehement einfordern, aber die mehrfach behinderten Kinder weiter auf der Förderschule sehen wollen oder halt achselzuckend meinen, dass diese Kinder "schon irgendwo bleiben" werden, wenn die "Förderschule" erst mal abgeschafft ist. Ich wünsche mir da mehr Zusammengehen und dass nicht jeder nur auf sein eigenes Kind schaut.

LG
Sabine


hm, bin wohl auch auf der einen Seite einer dieser beschrieben Eltern. Fuer Felix fordere ich das auch und finde die inklusion richtig und wichtig.
Aber marvin kann ich mir ja selber nicht integriert in einem klassenverband mit gesunden, gleichaltrigen vorstellen. Da fände ich das wenig erstrebenswert.
Es ist ja schon schwierig einen schwerstbehinderten ins klassengeschehen einer relativ fitten Förderschulklasse zu integrieren.
Ich sehe ja wie meine gleichaltrige Stieftochter mit ihm umgeht. Sie ist lieb und bemueht. Passt mal kurzzeitig auf ihn auf, nimmt ihn an die Hand wenn wir unterwegs sind und er nicht mehr weiter geht, fuettert ihn oder reicht ihm einen Becher an, wenn wir Erwachsenen grad nicht können. Aber es ist nie und nimmer auch nur annähernd ein Verhältnis wie unter 2 Jugendlichen.
Ähnlich ist ja auch das Verhältnis mit den juengeren Geschwistern, selbst mit Gordian mit seinen nichtmal 3 jahren. Die anderen sind die Versorger, marvin der umsorgte, aber es ist kein richtiges miteinander.

In meinen Augen wuerde es ueberhaupt keinen Sinn machen, ihn in eine Regelschulklasse zu setzen und sei die noch so klein.

lg Ela
Ela (Bj.74) mit Marvin (09/97, CP, geistige Behinderung, fehlende Sprache, Epilepsie, Neurodermitis) und Felix (10/01 ADS?, Neurodermitis) und Gordian Andrin 10/09 und Aurelian 8/11

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Ronja123
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Beitragvon Ronja123 » 06.09.2012, 12:49

Hallo,
ich nochmal zur eigentlichen Frage.
Wünschenswert wäre, wenn die Inklusion zur Folge hat:

1. Doppelte Besetzung bei den Lehrkräften.
2. Deutlich kleinere Schülerzahlen in der Klasse.
3. Qualitativ hochwertigerer Unterricht. Von der sonderpädagogischen Ausbildung der zweiten Lehrkraft profitieren auch Schüler ohne Handicap. Frontalunterricht tritt in den Hintergrund.
4. Förderung sozialer Kompetenzen, gestärktes Sozialverhalten der Schülerschaft.
5. Wissen wird durch den "Lehrereffekt" gefestigt. Die "Stärkeren" helfen den "Schwächeren" und lernen somit doppelt.
6. Positives Selbstwertgefühl bei allen Schülern fördert Lernerfolge.
7. Differenzierte Lernziele entspannen den Leistungsdruck.
8. Häufig moderne, gut ausgestattete Schulen.
9. Das gute Gefühl, an einer angenehmeren Atmosphäre in der Gesellschaft mitzuwirken.
10. In Kontakt zu treten mit ganz besonderen Menschen ist…unbezahlbar.

Viele Grüße
Karin

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KerstinM.
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Beitragvon KerstinM. » 06.09.2012, 12:50

In meinen Augen wuerde es ueberhaupt keinen Sinn machen, ihn in eine Regelschulklasse zu setzen und sei die noch so klein.


Hallo, deswegen gehört eine Förderschule genauso auch zur Integration/Inclusion, damit JEDES Kind, die Schule hat, die es benötigt. Denn ich sehe das immre im Vergleich zum Gymi , denn das stellt ,wenn man es genau betrachtet, auch eine Separation dar. Niemand würde jedoch das dasein von Gymnasien in Frage stellen.

Also lassen wir JEDEM Kind sein Wahlrecht.

Gruß Kerstin
Kerstin mit Markus(*97), Hydrocephalus mit schwerem Verlauf,Epilepsie
PK (*14)spastische Tetraparese, gesetzl. blind, Entwicklungsverzögerung, Epilepsie, kleiner Sonnenschein
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Beitragvon Maike2005 » 06.09.2012, 13:24

Ich würde mir wünschen, dass wir gar nicht über dieses Thema reden muessten, sondern es Alltag wäre. :D
ob in der Regelschule oder in der Förderschule. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die meisten Kinder, die auch tolerante Eltern haben, kein Problem mit "Behinderungen" haben.
Schwierigkeiten gibt es nur mit den die nicht so tolerante Eltern haben....
Ansonsten wie andere auch schon beschrieben, kleinere Klassen, mehr gut geschulte Lehrer.....etc.

LG
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Beitragvon Sabine » 06.09.2012, 13:50

Maike2005 hat geschrieben:Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die meisten Kinder, die auch tolerante Eltern haben, kein Problem mit "Behinderungen" haben.
Schwierigkeiten gibt es nur mit den die nicht so tolerante Eltern haben....


Hallo Maike,

also diese Erfahrung kann ich nicht teilen. Eher war es bislang immer so, dass alle Kinder JP erst einmal komisch oder befremdlich fanden. Unabhängig davon, aus welchen Elternhäusern sie stammten.
Die meisten fragten einiges, schauten skeptisch - und wenn sie wiederkamen oder regelmäßig zu uns kamen, hatten sie sich irgendwann an JP gewöhnt ohne großartig mit ihm zu tun zu haben.

LG
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Beitragvon Lovis3 » 06.09.2012, 13:59

Hallo!

Ich wünsche mir, dass es einen selbstverständlicheren Umgang mit behinderten Kindern gibt, dass es selbstverständlich wird, dass behinderte Kinder an allen möglichen Angeboten teilnehmen können oder auch extra-Angebote bekommen.
Für die Schule wünsche ich mir Wahlfreiheit. Nicht die Abschaffung irgendwelcher Schulen, sondern die Möglichkeit, eine gute Lösung für das einzelne Kind zu finden. Dass bei diesen Gesprächen nicht immer nur von (möglichen) Problemen geredet wird, sondern dass man zusammen auch mal was wagt, ein Risiko eingeht und einfach neue Wege probiert werden. Dass man bereit ist, Wege auch wieder zu verändern, eben in Bewegung bleibt.

Das wichtigste ist meiner Meinung nach, dass alle erst mal bereit sein müssen, offen darüber nachzudenken und nicht immer nur die Probleme zu sehen.

Liebe Grüße
Katrin
Katrin mit A. *06, SSW 23+0, 600g, BPD (nachts sauerstoffpflichtig) und Lungenschädigung durch RSV-Virus, pulmonale Hypertonie, Rechtsherzinsuffizienz, Hypotonie (Rollifahrer, läuft kurze Strecken mit Rolltor oder 4-Punkt-Stützen), sehbehindert
und M. *08 und L. *11

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Beitragvon Maike2005 » 06.09.2012, 14:04

hallo Sabine,


Vielleicht liegt das auch daran, dass man Lucas seine Behinderung nicht ansieht. ( was einerseits schön ist, aber auch teilweise ein Fluch.....)
Erst, wenn man mit ihm spricht oder länger mit ihm sich beschäftigt merkt man, dass er anders ist.
Bisher hat er auch mehr Kontakt zu Gleichgesinnten, Erwachsenen oder jüngeren Kindern.
Wir werden sehen, wie es in der Schule ist.
Er wird ja diesen Samstag in die Regelschule eingeschult. Integrationsklasse und er hat eine Schulbegleitung.

LG Maike
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Beitragvon stefan 97 » 06.09.2012, 15:27

Hallo,

@ Maike:

Deinem Lucas viel Erfolg und Spaß in der Schule.


@KerstinM:

Das es nicht Behinderte/r heißt sondern Menschen/Kind oder Erw mit Behinderung hab ich auch erst lernen müßen.
Aber wer interessiert Paralympic schaut lernt es irgendwann automatisch :lol: :lol:

Aber in dem Fall müßte es doch auch heißen

Menschen mit Behinderung sind krank , weil sie Schnupfen oder sonst was haben.
und
Menschen ohne Behinderung sind krank, weil sie Schnupfen oder sonst was haben.
Menschen mit Behinderung sind doch nicht automatisch krank, nur weil sie anders sind .

ODER?


LG Verena
FG, 1991,13.SSW+,
Tochter 94 , Mitralklappeninsuffizienz entd. 2006
Sohn +13.5.97 *15.5.97 still geboren, 30.SSW, Plazentaunterversorgung, Nabelschnurüberdrehung
Tochter 98 Asthma Bronchiale entd. 2007

"Die Zeit heilt Wunden" hab ich für mich umgedichtet "Die Zeit heilt keine Wunden, sie läßt uns Geschehenes mit andern Augen betrachten"

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Beitragvon Lotta132 » 06.09.2012, 17:00

Hallo,

ich wünsche mir Gesprächspartner, die zuhören und deren Ziel das Wohl aller Kinder ist. Lehrer und Eltern, die bereit sind auch dazuzulernen.

-kleine Klassen mit max 15-18 Kindern
-eine zweite Lehrkraft, die ständig anwesend ist
-einen zweiten Klassenraum
-ausreichend notwendiges Unterrichtsmaterial und Hilfsmittel
-Sicherstellung des Transportes zur Schule
-Teilnahme auch an der nachschulischen Betreuung


Ich wünsche mir, das diese endlose Diskusion über unser Schulsystem irgendwann ein Ende hat und man sich in diesem System nicht länger verläuft wie in einem Irrgarten mit Fallgruben.

Ich wünsche mir auch, daß die Schulsysteme in allen Bundesländern gleich werden, damit man innerhalb Deutschlands umziehen kann.

Ich wünsche mir einen Experten, der mir zur Seite steht, vermittelt, berät, vorschlägt und hilft wenn ich und mein Kind nicht weiterwissen. Und das sowohl bei der Einschulung als auch während des Schulwerdeganges.

Ich wünsche mir, das die Entscheidung, die wir für unser Kind getroffen haben respektiert wird und ich mich nicht nicht permanent rechtfertigen muss warum Förderschule und nicht GU.

Ich hätte noch viele Wünsche, sachliche oder auch emotionale, aber ich muss jetzt aufhören, dieses Thema belastet mich zu sehr.

Lotta
Tobi 01, 28 SW, BNS-Epi überstanden, Entwicklungsverzögert, ADS, Asberger Autist, kein Kurzzeitgedächnis
, massive visuelle Wahrnehmungsstörungen und vieles mehr - quitschvergnügt mit zwei großen Schwestern.
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Irina Haun
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Beitragvon Irina Haun » 06.09.2012, 17:25

@ Lotte

Ich schließe mich deinen wünschen an was das Schulystem in allen bundes länder über all gleich viel wert hat und das es sollte man mal Umziehen müssen .

Aber all unsre Wünsch hir werden von der jeweiligen Ministerpresidenten leider nicht wargenommen

Über all heisßt es dan nicht umsetzt bar

Wie viele Diskusionen gab es den schon in denen die Wirtschaftsverhänder und Sozialverbände auf den Schulischen ungleich gewicht hingewissen haben?
Wie viel Malle wurde gesagt man will alles Besser machen und nur weil viel Politiker nich Kompromisfäig sind bleibt alles beim alten

Das Schulsystem gehöt in eine Hand und nicht mehr auf alle 16 Bundesländer verteilt

Ich denke nur so kann sich wirklich was ändern


LG Irina
Tochter in der 32 Woche per Kaiserschnitt geb.
seid Juni 2010 verdacht auf AVWS
Seid 2010 mit 2 Hgs versorgt
Seid 2011 Ataxie abklärung
geb.69 Ich bin Schwerhörig mit 2 HGs versorgt


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