U-Untersuchungen

Mit einem besonderen Kind sind Eltern oft Dauergäste beim Kinderarzt. Hinzu kommen Krankenhausaufenthalte und Besuche bei Spezialisten und im Sozialpädiatrischen Zentrum.
Welche Untersuchungen machen Sinn? Wo ist mein Kind in guten Händen? Zahlt die Krankenkasse alle Behandlungen? Fragen über Fragen...

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Anja1973
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U-Untersuchungen

Beitragvon Anja1973 » 28.08.2012, 21:54

Hallo,

habe mal eine Frage an Euch: Wie ist das bei Euren Kindern mit den U-Untersuchungen? Werden die da auch gemacht oder gibt es für Eure besonderen Kinder andere Regelungen? Frage deshalb, weil ich heute mit Anton die U 9 hatte und eigentlich völlig frustriert bin, weil er das, was da gefordert wurde, überhaupt nicht kann. Anton versteht eben nicht, was die von ihm wollen - er hört es zwar, aber kann es im Gehirn nicht verarbeiten, geschweige den umsetzen. Ist heute beim Seh- und Hörtest genauso gewesen - da ist er komplett durchgefallen. Körperlich ist er völlig in Ordnung (abgesehen von der Epilepsie; aber das ist eine andere Baustelle). Urinprobe wurde auch nicht gemacht; es werden die Werte von unserem KH-Aufenthalt genommen ....! Ist bei einem Windelkind, dass noch komplett gewickelt werden muss, auch äußerst schwierig abzunehmen ....

Leider ist es bei unserer Ärztin nicht so, dass auf die individuellen Bedürfnisse eines behinderten Kindes wirklich eingegangen wird; wobei das vor allem die Sprechstundenhilfen betrifft. Die, die mit ihm diesen Seh- und Hörtest gemacht hat, hatte überhaupt keine Ahnung, wie sie mit ihm umgehen soll; ich wage sogar zu bezweifeln, dass sie überhaupt weiß, was mit Anton los ist und dass er eine geistige Behinderung hat. Sie redete mit ihm wie mit einem gesunden Kind; ich habe ihr dann gesagt, dass sie sich ihr Reden eigentlich sparen kann, da er das zwar hört, aber nicht im Kopf umsetzen kann. Da hat sie ganz komisch geguckt und gelächelt .... - und dann einfach '"ihr Programm" durchgezogen!

Die Ärztin weiß um die Sache, aber versucht trotzdem irgendwie eine "normale" Untersuchung zu machen, was aber nicht wirklich funktioniert.

Deshalb würden mich dazu mal Eure Erfahrungen interessieren.

Danke und Gruß von Anja :D
Anton, geb. 5/2007
Entwicklungsverzögerung, Psychomotorische Retardierung, Sprachentwicklungsstörung, Epilepsie, Intelligenzminderung mit starker Verhaltensauffälligkeit, SBA 100 % mit Merkzeichen H, G und B; Pflegegrad 4
Annika, geb. 2/2012 gesund; entwickelt sich prächtig!

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Beitragvon 27ronja10 » 28.08.2012, 22:03

Hallo Anja,

bei unserem Sohn wurde die U9 auch nach " Schema F " gemacht .

Für ,mich ist das in Ordnung .

Was nicht klappt das klappt halt nicht :wink: .

Ganz liebe Grüße

Ronja :icon_flower:
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Beitragvon ehemalige Userin » 28.08.2012, 22:04

Hallo,

Ich finde U Untersuchungen mittlerweile überflüssig und geh nur weil ich muss, ist in Nidersachsen so.

Die Untersuchungen werden zum größtenteil von den Sprechstundenhilfen durchgeführt die absolut keine Ahnung haben. Die Ärzte sehen das Kind, egal ob gesund oder behindert nur kurz und können eigentlich überhaupt nichts beurteilen.

Dann kommt noch das wichtigste was auch das Geld bringt, die Impfungen. Also für uns völlig überflüssig und zu nichts gut.

Am besten du hakst das einfach ab und verlässt dich bei dem Krankheitsbild deines Sohnes lieber auf das was die Fachärzte und Therapeuten sagen.

Gruß Elena

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Engrid
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Beitragvon Engrid » 28.08.2012, 22:16

Hallo,

ich nehme die U-Untersuchungen auch schon lange nicht mehr ernst. Da wird nur ein seeeehr eingeschränkter Katalog an Fragen/Tests abgearbeitet. Als ich mit meinem Sohn vor Jahren bei den U-Untersuchungen (!) auf Defizite hingewiesen habe, die er meiner Ansicht nach hatte (und das waren gravierende Sachen: fehlender Sprachstart, fehlendes Spielverhalten, ...), hat keiner reagiert.

Ich arbeite die U-Untersuchungen mit meinen Kindern nur ab, weil das eine Möglichkeit für sie ist, ohne Angst und Schmerz "Ich geh zum Doktor" zu üben (sind recht selten krank, meine Kids). Und die Schule meines Sohnes hat auf der U äh 9 war das glaub ich, bestanden - die wäre Pflicht. Allerdings hat der KiA gemeint, die Schule hätte nur ein Recht auf einen Schrieb vom KiA, dass die U gemacht wurde, nicht was raus kam (Schweigepflicht, Datenschutz).

Wenn Du Dich von der Ärztin nicht ernstgenommen fühlst, überleg ob Du nicht wechseln willst.
Ich mach es so: Ich habe die Praxis nicht gewechselt, weil sie lange besetzt sind und als reine Kinderärzte z.B. bei Wundversorgung auch gut sind. Wenn meine Kinder ihren Arzt brauchen, gehe ich mit breiter Brust hin, ICH bin die Expertin für meinen Sohn (und auch meine Tochter), ich sage z.B. gleich, natürlich freundlich, mein autistisches Kind kann nicht warten. Seitdem ich dort so auftrete, beschränkt sich der Arzt sozusagen auf seine "Kernfunktion" und seitdem kann ich einigermassen damit leben, dass sie mit der Behinderung nicht gut umgehen können.
Am besten du hakst das einfach ab und verlässt dich bei dem Krankheitsbild deines Sohnes lieber auf das was die Fachärzte und Therapeuten sagen.
Genau.

Sowas wie den Sehtest, den Du beschreibst, würde ich als Mutter aber boykottieren. Das finde ich persönlich ignorant und respektlos von der Ärztin, den so durchzuziehen. Er merkt vielleicht nicht konkret, was er tun soll, aber er merkt schon, mindestens atmosphärisch, dass er da Anforderungen nicht genügt. Würde sie den mit einem Blinden auch machen, bloß weil´s im U-Heft steht???

Liebe Grüße, Ingrid
Engrid
mit Sohn vom anderen Stern (frühkindlich autistisch)
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Beitragvon Roy1969 » 28.08.2012, 22:30

Hallo,

bei uns macht die U-Untersuchungen unsere Hausärztin - und ich muß sagen sie macht es besser als ich es bei jedem Kinderarzt bisher erlebt habe :wink:

Sie war es die uns als Sohnemann 2 Jahre alt war zur Frühförderung und ins SPZ geschickt hat, da macht nix die Arzthelferin, Frau Doktor nimmt sich minimum 45 Minuten Zeit für die U.
Da sie unsere ganze Familie behandelt - Sohnemann praktisch seit Geburt - kennt sie uns halt auch gut, das macht wohl auch was aus :wink:

Allerdings habe ich auch von Müttern altersgerecht entwickelter Kinder gehört die nur zu ihr gehen weil sie s einfach super macht :)

Es kommt halt wirklich viel auf den Arzt an :?

VG Roswitha
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Beitragvon 27ronja10 » 28.08.2012, 22:34


Es kommt halt wirklich viel auf den Arzt an :?

VG Roswitha

Das ,denke ich auch :wink: .

Gute N8

L.g. Ronja
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Beitragvon Sabine » 28.08.2012, 23:02

Hallo Anja,

ich denke, es kommt da auf die Schwere der Behinderung an. Bei manchen behinderten Kindern machen die U-Untersuchungen durchaus Sinn, weil sie die geforderten Aufgaben zum Teil schon lösen können.
Wir gehen mit JP allerdings schon seit neun Jahren zu keiner U-Untersuchung mehr. Ich glaube, die letzte U-Untersuchung war die U5. Bei einem so schwer behinderten Kind macht das einfach keinen Sinn. Genausogut könnte man von meiner knapp 20 Monate alten Tochter erwarten, dass sie Lateinvokabeln und ein auswändig gelerntes Gedicht aufsagt und danach noch mal eben 2000m läuft.  8) Uns hat seit Jahren schon niemand mehr nach dem Gelben Heft gefragt und ich musste es auch schon seit Jahren nirgends mehr vorzeigen. Nach den U-Untersuchungen wurde auch nie gefragt und wir wurden auch noch nie daran erinnert.
Wie gesagt, man muss immer aufs Kind schauen und abwägen, ob eine U-Untersuchung durchführbar ist oder nicht.

LG
Sabine
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Beitragvon Vanessa167 » 29.08.2012, 08:38

hallo soweit sind wir zwar noch nicht aber bei uns läuft es so das der arzt mehr guckt was da ist und der allgemeine gesundheitszustand!lg
mein großer *07/09: deletion chromosom 17;
globale entwicklungsverzögerung;Epilepsie;
psychomotorische Entwicklungsverzögerung;schlafstörung;Gehirnschaden nach
sauerstoffmangel;Hirnblutungen(1grad) und Muskelhypotonie
meine kleine*03/12 kern gesund

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Beitragvon Rike04 » 29.08.2012, 08:45

Hallo,

ich mache die Us einfach rein formell. Damit mir mal keiner kommt ( man weiß ja nie !)
So nach dem Motto, ich würde ja nicht zu Us gehen.

Na, bei uns wird dann Größe und Gewicht eingetragen und KU. Bei allen anderen Sachen sind wir ja bei FÄ.

Früher ging mir das ziemlich nahe, da bei man bei den Us ja alles NICHTkönnen vor Augen hat. ( War bis vor kurzem noch so bei mir) Aber nun gehe ich damit lockerer um. Und sie sehen ja selbst, daß die ganzen Tests so nicht gehen.

lg Tina
Viele Grüße
Rike

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Beitragvon Tinkaa » 29.08.2012, 08:52

Hallo,

ich finde die U´s auch für uns eigentlich überflüssig.

Ich gehe halt weil s sein muss. Dann gibt es eben Größe/ Gewicht/KU. Alles andere läuft sowieso beim FA.

Bisher waren die U´s noch recht harmlos in den Anforderungen aber nun steht uns die U7 bevorbei einem Kind das auf dem Stand von 7M ist.
Naja Mal schauen wie es wird. Was wird da eigentlich gemacht?

Liebe Grüße
Tinkaa
O. (10/2010) Frühchen 27.SSW; HB Grad 4; körperlich und geistig Schwerbehindert, Minderwuchs

"noch unerwartet, sehr zerbrechlich, noch nicht ganz fertig, nackt und ungeschützt, viel zu klein
getrennt von Mutter und Vater, ein Kämpfer für's Leben
ein ganz besonderer Mensch"


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