Nur noch ein halber Zwilling??

Eltern, Geschwister, Großeltern - die ganze Familie ist gefordert, wenn es um die Belange des besonderen Kindes geht. Häufig ist das Familienleben durch die besonderen Bedürfnisse von Sohn oder Tochter großen Belastungen ausgesetzt. Ein Austausch mit Familien, die auch ein besonderes Kind haben, tut gut und kann sehr hilfreich sein.

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UlliB
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Nur noch ein halber Zwilling??

Beitragvon UlliB » 13.02.2006, 09:41

Hallo, wer hat ähnliche Erfahrungen gemacht:
Malte ist seit letzten Sommer schwerstmehrfachbehindert (folge einer Enzephalitis mit anschließenden schweren epil. Anfällen - s.a. Vorstellungsrunde). Merle seine Zwillingsschwester geht total liebevoll mit ihm um. Es stört sie auch nicht, dass von Malte nichts zurückkommt. "Malte ist mein PRinz!" Schluck! Sie kommt immer wieder und schmust mit ihm, wischt ihm den Speichel ab oder hilft mir. Es gab aber auch Zeiten, da fand sie ihn ekelig! Aber doch ist es für sie superschwer! Wenn es ihm schlecht geht, geht es Merle auch nciht gut! Genau als Malte ins KH kam bekam Merle Probleme mit der rechten Niere. Nach einiger Zeit stellte sich heraus, dass die Niere so gut wie kaputt ist und nur noch sehr wenig arbeitet (das tut sie aber immernin) und sie einen Reflux grad 3 hat. Auch Merle lassen wir homöopathisch behandeln. Ihre Nierenprobleme sind wesentlich besser geworden (eine Kontrolle im KH steht noch aus).
Merle hat aber in letzter Zeit viele Ängste entwickelt (sie ist ansonsten ein sehr selbstbewusstes kleines Mädchen) - nachts hat sie Angst vor dem Tiger! Wir schlafen nun alle vier im Elternschlafzimmer (es ist gottseidank so groß, dass da vier Betten reinpassen) und das mit den Ängsten hat sich etwas gebessert.
wer hat Erfahrungen mit solchen Zwillingssituationen. Wie kannich Merle helfen?
Ab Sommer kommt auch Malte zu Merle in den KIGa (das ist zum Glück ein integrativer KiGa) in ihre Gruppe. Ich hoffe Malte geht es bis dahin besser.
Viele Grüße
Ulrike

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Beitragvon Petra 13 » 13.02.2006, 10:47

Hallo Ulrike,

wir haben Zwillingsmädchen als Vollzeitpflegekinder seit ihrer 7. Lebenswoche.
Beide entwicklungsverzögert, sprachbehindert usw.
Mit 4 Jahren kamen sie zusammen in einen Förderkiga aber in getrennte Gruppen, da Sissi als die dominante ihre Diana immer bevormundete. Diana fühlte sich dort super wohl aber Sissi viel in ein Loch, obwohl ihr der Kiga ansich sehr gut gefiel.Sie war immer weinerlich und nörgelig.
Nach 2 Monaten stellte sich bei Diana eine schwere Lungenerkrankung heraus. Während ich 4 1/2 Monate bei Diana im KH und in der Reha war ging es mit Sissi ganz gut. Aber als ich wieder zu Hause war, entwickelte sie auch sehr viele Ängste, vorallem Verlustangst und einen sehr ausgeprägten Sammeltrieb. Sie war dann auch sehr anfällig für Infekte und hat mehrmals Scharlach hintereinander gehabt. Ansonsten denke ich oft, daß sie die Krankheit von Diana gespürt hat. Erst letztes Jahr, bevor es Diana wirklich schlechter ging, fing bei Sissi wieder eine psychisch sehr schwere Zeit an, der wir dann fast nicht beikommen konnten. Sie hat schon vor Diana gespürt, daß es jetzt wirklich ernst wird.
Mit den Ängsten in der Nacht haben wir ihnen immer erklärt, daß wir da sind und niemand fremdes ins Haus kommt. Wir haben die Tür zu Kinderzimmer eh immer etwas offen gelassen, da Diana am Überwachungsgerät hing.
Für Sissi war es besser, daß sie seit Dianas Erkrankung immer in getrennten Einrichtungen waren. So konnte sie den Verlust ihrer Schwester besser verkraften, da ihr aushäusiger Tagesablauf sich nicht dadurch veränderte.
Außerdem mußte sie nicht jedes Auf und Ab bei Diana voll miterleben.
Da Diana während ihrer Erkrankung ein sehr ausgeprägtes Selbstbewußtsein entwickelte und auch etwas schlauer war als Sissi, setzte sie ihre Krankheit manchmal ganz gezielt ein, um mehr Aufmerksamkeit zu bekommen. Sissi litt da sehr darunter zumal ja auch noch unser Kleiner Epileptiker ist und deshalb auch seine besondere Aufmerksamkeit einfordert.
So hatte Sissi wenigstens einen eigenen Kindergarten und wurde dort auch entprechend aufgefangen.
Gäbe es Diana noch, hätten wir auch für die Zukunft darauf geachtet, daß die Kinder nur zuhause zusammen sind und sonst Jedes individuell seinen eigenen Weg hätte gehen können.
Sissi geht außerdem seit über einem Jahr zu einer Kinderpsychologin, um ihr verlorengegangenes Selbstwertgefühl wieder zubekommen. Sie ist zum Beispiel erst letztes Jahr mit fast 7 Jahren nachts trocken geworden.
Was für Sissi immer ganz wichtig war, wenn ich irgendetwas nur mit ihr alleine gemacht habe und keines der anderen Kinder dabei war. Das hat ihr immer sehr gutgetan.
Selbst unser großer Sohn mit jetzt fast 17 braucht noch hie und da mich mal ganz für sich alleine.
Das mit dem bei uns schlafen haben wir nie gemacht, weil da wohl unsere Ehe nicht überlebt hätte - das ist ja eigentlich die einzige Zeit, die wir ganz unter uns sein können. Und meinen Mann hab ich die letzten Jahre schon genug vernachlässigt.
Außerdem ist das bei 4 Kindern technisch sowieso nicht durchführbar.

So, jetzt hab ich dich ganz schön vollgelabert und wünsche euch auf jeden Fall alles Liebe und viel Erfolg, daß es Merle mit den Ängsten wieder in den Griff bekommt. Unsere Einschlafprobleme sind im Moment bewältigt.

Liebe Grüße

Petra
Petra(´65) und Arno(´55) mit Mario(´89):ADS, 2 kleinen Sternenjungs (19. und 20.SSW) und unseren Vollzeitpflegekindern Sissi(´98): Sprachbehinderung, emotionale Störung mit Ängsten,Wahrnehmungsstörung, Lernbehinderung; Zwilling Diana(´98): Sternenkind seit Juli 05 und Stefan(´00): Epilepsie, Entwicklungsverz.,Wahrnehmungsstörung

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Beitragvon Ina » 13.02.2006, 11:56

Hallo!
Wir haben Zwillingskinder, die allerdings noch jünger sind. Wir bemerken aber das unser "gesunder" auch oft Angstzustände hat, zB. er schreit nachts vor Panik (wird homöopathisch behandelt) ist in unbekannten Situationen sehr weinerlich usw.
Wir wissen noch nicht genau was sich daraus entwickelt, daher kann ich leider keine Tipps geben.
Wir bemerken nur das unser "gesunder" sehr hilfsbereit ist und sich selber in schwierigen Situationen zurückhält. Er merkt das etwas mit seinem Bruder nicht stimmt und das kann er noch nicht zuordnen.
Mal abwarten was d noch auf uns zukommt!!!!
Zwillingsjungs *2004 Y: gesund E: Dravet-Syndrom

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Beitragvon UlliB » 14.02.2006, 15:31

Hallo an Alle,
Merle hat heute morgen für Malte eine Kerze angezündet und sie neben seine wieder aktive Lagerungsinsel gestellt - die soll für Malte brennen! Außerdem hat sie ihren Arztbärchen dazugestellt - der soll auf malte aufpassen! Er hat jetzt auch eine rote Schminkenase!
Ulrike


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