Freizeitparks in Belgien weisen Down-Syndrom-Kinder ab

Mit einem besonderen Kind in den Urlaub zu fahren ist gar nicht so einfach - schließlich müssen tausend Dinge berücksichtigt werden. Welcher Urlaubsort ist besonders behindertenfreundlich?
Wo habt ihr gute Erfahrungen gemacht?
Eure Infos sind für so manche Familie mit einem besonderen Kind sicherlich Gold wert!

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*Sally*
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Freizeitparks in Belgien weisen Down-Syndrom-Kinder ab

Beitragvon *Sally* » 08.06.2012, 18:26

Hallo,

da ich in der Grenzregion D/B wohne, lese ich auch dort regelmäßig in den Nachrichten. Heute sah ich diesen Bericht :
http://brf.be/nachrichten/regional/404783/
Ich dachte, dass unsere Nachbarländer weniger Probleme mit besonderen Kindern hätten :?

LG Evi
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RenateT
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Beitragvon RenateT » 08.06.2012, 19:11

Hallo Sally

das sollte sich in Kürze wieder ändern.

http://www.nieuwsblad.be/article/detail ... 1_00170353

Seit der neuen Saison wird mental Behinderten der Zugang zu 4 und Körperbehinderten zu 19 Atraktionen versagt. Aber das wird sich innerhalb dieser Saison noch ändern.

Renate
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Beitragvon TimsMama2009 » 08.06.2012, 19:15

Hallo Evi,
stellt sich hier die Frage, ob nicht vielleicht wirklich nur an den Schutz der Kinder gedacht wurde?

Ich meine Veranstalter bzw. Besitzer von diesen Fahrgeschäften haben eine Riesenverantwortung und wenn was passiert, ist das Geschrei groß. Vielleicht ließe sich das mit einer Einverständniserklärung der Eltern lösen? Die Betreiber können sich nicht in allen Krankheitsbildern und deren Ausmaße auskennen...

So blöd dass für die Betroffenen ist - ich weiß nicht, ob man das als Diskriminierung werden sollte :!: :?:

LG
Nicole
Grüße von Nicole (*72) und Tim (*09), Lissenzephalie, Balkenagenesie, Erweiterung der Seitenventrikel, seit Febr. 2010 West-Syndrom (nicht anfallsfrei mit auffälligem EEG) und seit Nov. 2013 PEG - kann nicht sprechen, nicht laufen, nicht sitzen, nicht krabbeln - ABER unser Li-La-Launebär
unsere Vorstellung: http://www.REHAkids.de/phpBB2/viewtopic ... 66#1229866
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Beitragvon Silvia75 » 08.06.2012, 19:45

Hallo!
Ich unterschreibe bei Nicole!

LG Silvia
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Beitragvon AnjaD » 08.06.2012, 19:48

Hallo!

Ich denke, das ist ein zweischneidiges Schwert....

Ich habe schon öfter gelesen, dass solche Freizeitparks auch hier in D behinderten Menschen den Zugang zu einigen Attraktionen verwehren und hierbei als Argument anführen, dass ALLE Menschen, die z.B. in einer Achterbahn sitzen, im NOTFALL, also auch wenn die Bahn irgendwo auf der Strecke wegen eines technischen Defekts stehen bleibt, den Anweisungen des Personals auch Folge leisten können müssen und eben zur Not über die Schienen zum Notausgang klettern können müssen.....

Somit ist für "Nicht-Läufer" so manche Fahrt dann nicht möglich und eben auch für geisitg behinderte Menschen.....


Finde ich sehr schwer wertfrei zu beurteilen, man kann ja beide Seiten irgendwo verstehen....

Und wie Nicole gerade schon schrieb - wenn was passiert, ist das Geschrei groß....


Auch ich finde, dass man an dieser Stelle den Begriff "Diskriminierung" vorsichtig einsetzen sollte...


Klar ist es auch nicht gut, dass man PAUSCHAL z.B. alle Menschen mit einem Down-Syndrom ausschließt, darunter gibt es sicherlich viele, die durchaus eben solchen Anweisungen Folge leisten könnten..... Aber wer will da wo eine Grenze ziehen?

Meine Tochter (kein Down-Syndrom, aber mit geistiger und halt auch körperlicher Behinderung) könnte weder von den Schienen klettern noch würde ich die Hand dafür ins Feuer legen, dass sie im Notfall tatsächlich den Anweisungen Folge leisten würde......



GLG Anja
Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal, wie es ausgeht.
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Anja (*1969)mit F. und D. (*1998), D.: ADHS, L. (*2001) vorgeburtl. Schlaganfall, Hemiparese, Epi, GB und Y. (*2004) V.a. ADHS

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Beitragvon *Sally* » 08.06.2012, 20:27

Hallo,

natürlich ist dass ( wie viele andere Themen auch ) ein zweischneidiges Schwert. Im Normalfall melden Schulklassen sich aber bei Ausflügen am Ausflugsziel an. Und da könnte man direkt die Lehrkräfte auf die besonderen Gegebenheiten hinweisen. Oder, vorab, in Flyern und auf der HP diese Nutzungseinschränkungen benennen. Das machen auch manche deutsche Parks.

Unsere regionale GB-Schule hatte mal einen Ausflug zu einem Indoorspielplatz geplant. Wenige Tage vor dem Termin hatte der Betreiber seine Zusage zurückgezogen. Dann lieber kurzfristig ein neues Ziel suchen, als mit einer Schulklasse hinzufahren und einige Schüler zum Zuschauen zu verdammen :roll: .

LG Evi
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Beitragvon AnjaD » 08.06.2012, 20:29

Da hast Du natürlich auch wieder Recht, Evi.... :wink:
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Beitragvon angela » 08.06.2012, 20:39

Hallo Evi,
Oder, vorab, in Flyern und auf der HP diese Nutzungseinschränkungen benennen.
machen sie doch aber! Schau:
http://www.plopsa.be/sites/default/file ... 2012_D.pdf

LG - Angela
unsere Vorstellung: hier
Angela mit Eric (*93) und Franz (*98);
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Beitragvon RenateT » 08.06.2012, 20:41

Hallo zusammen

also ich bin ja noch nie in Plopsaland gewesen, aber sie werden sicher mehr als 4 Attraktionen haben. Und im Moment werden "nur" 4 nicht erlaubt für geistig Behinderte. Nur zuschauen brauchten sie sicher nicht. Da haben die Körperbehinderten es schon schwerer. Die dürfen auf 19 Sachen nicht.
Mich wundert es allerdings auch, dass die Schule da noch hinging, denn die Sache wird ja nun schon seit Neueröffnung immer wieder von den Medien aufgegriffen.

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gelöschter User

Beitragvon gelöschter User » 08.06.2012, 20:59

Hallo,

ich finde den Link von Angela sehr gut und nachvollziehbar gestaltet.
Sicherheit geht vor. Der Park hat eine große Verantwortung.
Ich kann keine Diskriminierung herauslesen.

Gibt es so ausführlich und übersichtlich gestaltete Informationen auch von deutschen Freizeitparks?

Ich würde meinem Sohn ebenfalls aus Sicherheitsgründen einige Fahrvergnügen nicht gestatten. Bin ich deswegen nun eine diskriminierende Mutter oder einfach nur verantwortungsvoll und vorausschauend?

LG


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