Schulbehörde verweigert Auskünfte......

Integrative Kindertagesstätte oder Sonderkindergarten? Kann mein Kind die Regelschule schaffen oder muss es doch eine Sonderschule besuchen? Hier dreht sich alles um Kindergarten- und Schulbesuch.

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silke
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Schulbehörde verweigert Auskünfte......

Beitragvon silke » 07.02.2006, 15:16

Ich gebe euch hier jetzt mal einen Schildbürgerstreich deutscher Behörden zum besten (zu fühlen wir uns jedenfalls):

Unser Sohn, 13, hat eine

"Dissoziierte Intelligenz" (Nummer F 74 , nach der ICD-10)

- Es besteht eine deutliche Diskrepanz (mindestens 15 IQ-Punkte) z.B. zwischen Sprach-IQ und Handlungs-IQ.
.............................................
Festgestellt durch die schulpsych. Beratungsstelle (Verbal -IQ 131-/Handlungs-IQ 81). Alles das passt zu den früher gestellten kinderneurol. Diagnosen (Dyspraxie, bilaterale Hemisphärenintegrationsstörung).

Durch seine eben gute Grundintelligenz konnte er viel ausgleichen, außerdem jahrelange Therapien......- und überaus bemühter, fleißiger Junge.


Am Gym, zudem bei einem Besen von L., ging es dann nicht mehr. Das Gym. konnte auch keine alternativen Vorschläge unterbreiten, die Probleme (so die SchuPsy) hätte er aber an einer RS auch (an einer HS sei er klar unterfordert).

Ein Nachteilsausgleich hatte ich vorgeschlagen, wurde aber nicht angeboten. Irgendwo musste er hin. Also schulten wir ihn erstmal auf eine PS (Privatschule) um, wo er dank völlig anderer Arbeitsweise sehr gut zurechtkommt (mögliche Abschlüsse: ALLE!)
Antrag an den Mobilen Dienst (MoBi) auf Hilfe (Feststellung Nachteilsausgleich).

Gleichzeitig Antrag ans zuständige Jugendamt (JA) nach §35a und §27 KJHG auf Kostenübernahme der PS-Kosten. Das JA forderte auf, eine Stellungnahme seitens der Schulbehörde (SchuBe) vorzulegen zur passenden Beschulung des Jungen an der Regelschule.
Gaben wir im Dez. an die SchuBe.
Diese erklärte nun zweimal schrftl., eine solche an uns nicht ausstellen zu wollen, einzig das JA könne diese anfordern. Die PS sei unsere Privatsache, berechtige nicht zum Einholen einer Stellungnahme.

Außerdem untersagte die SchuBe dem Mobi mdl. die Mitwirkung in unserem Fall. Der Sonderpäd. darf nicht tätig werden! (Begründung wurde uns nicht genannt, habe ich schrftl. heute angefordert).

Der Leiter des JA teilte am 25.01. schon mal vorab mdl. mit, er würde auf jeden fall ablehnen, das "Schulkosten" nicht aufgabe des JA seien (wir könnten ja die SchuBe verklagen...) - im übrigen bräuchten wir deshalb keine Stellungnahme der SchuBe mehr vorlegen.

Ein Hilfeplangespräch (HPG) oder Hilfeplankonf. (HPK) hat bis heute nicht stattgefunden -keinerlei persönlicher Kontakt mit dem JA (auch nicht mit der SchuBe).

Heute kam die Ablehnung des JA schrftl. Unser Antrag sei abzulehnen. 1. hätten wir keine Stellungnahme der SchuBe vorlgelegt (wie denn auch, wenn uns diese verweigert wird?), 2. sollten wir die Frage der pass. Beschulung für diesen Jungen mit der SchuBe klären... (würden wir gerne, aber die fühlen sich nicht zuständig, da unser Kind ja inzwischen eine PS besucht.....)

Also nun binnen 4 wochen Klage vor dem Verwaltungsgericht... gg. das JA, weil Schulkosten eben doch JA-Kosten sein können, wenn der Kläger erstrangig (SchuBe) keine Hilfe erhält...

silke

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Beitragvon Helmut » 07.02.2006, 15:50

Hallo Silke,

versteh ich das richtig ? Ein Junge kommt auf dem Gym. mehr nicht klar. Deswegen soll ihm ein Behindertenmausweis, mit Nachteilausgleichen ausgestellt werden ? Wenn er auf ein Gym. gegangen ist, kann er quasi "nur" Körperbehindert sein, und darüber kann das Gym keine wirksame Erklräung abgeben, sondern nur ein Facharzt. Wie wäre es, wenn er statt dem ganzen Aufwands um den BA, und mit dem Ja, auf eine andere Schule geht ? Mit dem BA.. wenn er denn überhaupt einem bekommt,....wirds auf dem Gym so oder so nicht einfacher, den ein besonderes Behindertenabitur gibt es soweit ich weis nicht.

:-) Helmut
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Beitragvon Irene » 07.02.2006, 16:14

Hallo Helmut,

mit dem Nachteilsausgleich meint Silke m. E. nicht den SBA, sondern z. B. Zeitzugaben bei schriftlichen Arbeiten o. ä. Diesen Nachteilsausgleich hat mein Sohn ebenfalls auf dem Gymnasium bekommen!


Viele Grüße

Irene
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Beitragvon Helmut » 07.02.2006, 16:29

Stimmt Silke,

da hatte ich nicht dran gedacht. Wenn der Schulpsychologe sagt, das er die selben Probleme an einer Regelschule auch hätte, scheinen die Probleme jedoch größer zu sein, als das man sie mit mehr Zeit für Haus und Prüfungsaufgaben lösen könnte. Er geht ja auch schon auf eine andere Schule, wo er ihrer Meinung nach Hilfe braucht (?) , die die Schule, auf Wunsch der Mutter, dem Jugendamt gegenüber bescheinigen soll.. es aber nicht will oder kann... weil sie sowas nur auf Anfrage des Jugendamtes selbst bescheinigt. Da müßte es helfen, wenn sie beim JA, die notwendige Hilfe s c h r i f t l i c h beantragt, und sich das Jugendamt die nötigen Angaben selber von der Schule holt. So läuft das in der Regel sowieso. Das alles istn aber hinfällig, wenn es sich um Hilfe für den Besuch des Gym. geht, er aber schon auf eine andere Schule geht. Da kann wohl nur ein ausführliches Gespräch mit dem Schulpsychulogen der Schule helfen, die er jetzt besucht.

:-) Helmut
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Beitragvon silke » 07.02.2006, 16:40

Kurzform:
Kind war 6 1/4 Jahre normaler Regelschüler. Seine geringgradige Hirnfunktionsstörung merkt man ihm so nicht an (MCD...). Aber in Testverfahren kommt es raus... Und bei Klassenarbeiten auch... (er beherrscht den Stoff, bringt ihn aber nicht zielgerichtet zu Papier... zu langsam, durcheinander oder beides).

Im 7.Jahr Gym. Kompletteinbruch und psych. am Ende. Nach SchuPsy -Gutachten hatte keiner eine Idee, wohin mit ihm. Nur bleiben konnte er SOOO nicht.

Selbsthilfe Privatschule mit Antrag ans Jugendamt (ausführlich, mit Gutachten etc.). Schulbehörde sieht sich auch nahc 3 Monaten nicht in der Lage eine passende Reglschule zu nennen (oder einen Nachteilsausgleich zum Besuch derselben).

Die jetzige Schule arbeitet komplett anders (alternativ-Schulmodell). Deshalb kommt er dort so gut zurecht.

Silke

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Beitragvon Helmut » 07.02.2006, 17:01

Und wo liegt dann das Problem Silke... ?

Fast gemnau so eine Geschichte, nur halt auf einer anderen Ebene, hab ich zu ihrer Schulzeit, mit meiner Tochter auch erlebt. Erst sagen alle Experten, das eine bestimmte Schule die beste ist, und nach ein paar Jahren, schwups... ohne das sich tatsächlich was geändert hat, und sich aufgrund des Verhaltens der schule nichts ändern konnte, wird sie mit haarsträubenden Argumenten abgeschoben. Da hilft nur, froh zu sein, das man es hinter sich hat, nichts schlimmers passiert ist, und .. bezogen auf mein Erlebnis.. die Hoffnung, das einem in Zukunft der Kontakt zu so wiederlichem Gesindel ( wie es die SchulleiterIn/nen waren... ) erspart spart bleibt.

:-) Helmut
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Beitragvon silke » 07.02.2006, 17:35

Das "Problem" liegt in den etwas mehr als 200,00 Schulgeld pro Monat, die wir nur auf begrenzte Zeít finanzieren können... Sonst hätten wir keinen Antrag ans JA gestellt.
Unser Sohn hat keinen Anspruch auf finanzielle Leistungen wie Pflegegeld o.ä. - ein Sopäd Förderbedarf liegt ebenfalls nicht vor.. (mit Sicherheit nicht bei einem GS-Schnitt von 1,9 ) .

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Beitragvon Helmut » 07.02.2006, 18:14

Hallo Silke,

da hilft nur, einerseits durch Fach -ärztliche u. -pädagogische -Stellungnahmen zu belegen, der er aufgrund seiner Behinderung Anspruch auf Leistung der Eingliederungshilfe, bzw. des JA hat, und andererseits zu belegen, das die Schule, zumindest vom Personal her geeignet, oder besser als Schule für solche Fällle anerkannt ist. Das wird, wenn das JA sich quer legt, wohl nur auf gerichtlichem Weg zu klären sein. Daher solltest du das s c h r i f t r l i c h beantragen, und drunter schreiben, ... Sollte dem Antrag nicht entsprochen werden, werde ich den Anspruch auf gerichtliochem Weg geltend machen. Wenn das JA nicht schriftlich reagiert, kann man ihm dann auf gerichtlichem Weg entsprechend Beine machen.

:-) Helmut
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Beitragvon silke » 07.02.2006, 18:58

DAS, Helmut, wissen die schon (SchuBe und JA), aber es scheint sie nicht zu beeindrucken.
Ich finde ganz schrecklich (auch für meine family) , nun klagen zu müssen... (kann über Jahre gehen...), aber wir haben wohl keine Wahl. Das JA lässt uns keine.

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Beitragvon Helmut » 07.02.2006, 19:22

Beeindrucken tut die das nicht, solange die davon kein Aktenzeichen vom Gericht bekommen haben. Ich war gegen unsere Krankenkasse wegen solcher Spielchen mitlerweile beinahe öfter vor Gericht, als ich wegen irgenwelcher Probleme mit denen Gesprochen hab. An das Klagen gewöhnt man sich mit der Zeit ;-)

Hast du den Antrag s c h r i f t l i c h direkt ans JA gerichtet, oder einfach als Antrag auf Hilfe zum Schulbesuch, an das Amt für Eingliederungshilfe geschickt ? Da gibt es kleine nickelige Unterschiede, mit denen das JA mich bei der Suche nach einem Kigaplatz mal böse hat auflaufen lassen. Daher kann es helfen, den Antrag an beide Stellen zu richten, und wenn die sich binnen 3 Monaten nicht melden, wegen Untätigkeit zu klagen. Das fällt unter das Verwaltungsrecht, da solltet ihr einen Anwalt haben. Warte mit der Klage nicht zu lange, denn das dauert´s sowie so ;-)

:-) Helmut
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