Gott - glaubt ihr dran, wieso lässt er Behinderung zu?

Hier könnt ihr Diskussionen bezüglich religiöser Fragen und Meinungen führen - oder auch einfach über religiöse Feste wie Taufen, Konfirmationen etc. brichten. Für Familien mit besonderen Kindern haben religiöse Sitten und Gebräuche schließlich auch einen besonderen Charakter.

Moderator: Moderatorengruppe

ehemalige Userin

Beitragvon ehemalige Userin » 01.01.2014, 16:16

und daher gibt es auch Gemeinsamkeiten. In manchem mehr in manchem weniger.


Hallo Marc,

die Frage ist aber ,warum werden Tatsachen ignoriert, mit primitivsten Mitteln als einzigste Wahrheit dargestellt, wenn man doch schlussendlich noch überhaupt nicht ausgeforscht hat, woher und wie sich innere Werte entwickelt haben. Sozialverhalten oder das Gegenteil beobachtet man auch bei Tieren in unterschiedlichster Form, genau wie bei Menschen. Beim Menschen meldet sich das Gewissen und es ist eine Frage, nimmt es wahr, verdrängt man es, was für innere Werte sind einem wichtig? Wie widersteht man der Versuchung? Das sind einfach Dinge, über die man sich mit und ohne Bibel Gedanken macht. Und es ist nun mal so, der Mensch war vor der Bibel und hat sich weiterentwickelt. Und war noch nie vollkommen. Und natürlich braucht man auch nicht zwangläufig die Bibel, um sich dahingend zu orientieren, dass wenn alle Menschen redlich und ehrlich wären, wenig kaputt machen und viel für andere Menschen übrig hätten, dann der Ungerechtigkeit nicht so viel Raum gegeben würde. Aber es ist ja nun so, dass noch soviel Frömmigkeit auch nicht jeder Versuchung widersteht. auch nicht dahingehend, dass sehr fromme Menschen die bessere "Quote" haben...Da müsste sie sich schon als erstes mal unter sich einigen und nicht dahingehend argumentieren, dass die Hauptsache der Glaube ist, der einen Platz im Himmel garantiert. Es dreht sich im Kreis...Die Religion ist nicht das Maß aller positiven Dinge, die der Mensch vollbracht hat. :wink:

Werbung
 
ehemalige Userin

Beitragvon ehemalige Userin » 01.01.2014, 16:37

Hallo,

Ich glaube diese Belohnung von der gesprochen wird ist keine Belohnung die uns im Himmel erwarten wird, denn daran kann ich auch nicht glauben. Ich glaube, wir wachsen als Eltern an unseren Aufgaben, wir sind offen behinderten gegenüber, weil wir wie wissen es ist selbst eine Behinderung zu haben oder ein behindertes Kind zu haben. Ich wurde mit 2 weiteren Geschwistern Groß, die beide auch krank waren. Meine Schwester hatte auch Krebs, mein Bruder war Mehrfach behindert, keine Sprache, kein laufen, kaum Sehvermögen. Ich kann also auch selbst auf andere behinderte Kinder und Erwachsene zu gehen, weil ich weiß wie sich es anfühlt selbst nicht gesund zu sein. Ich glaube das ist ein ganz großes Geschenk, das nicht jeder bekommt. Mit dem glauben hat das meiner meinung nicht viel zu tun, denn das sind wir, das ist unsere Persönlichkeit die weiter reift, und das ist unser wissen, unser wissen, dass Behinderte kinder und erwachsene auch teilhabe am leben und an der gesellschaft haben dürfen.

Dario
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 1148
Registriert: 03.10.2013, 18:20
Wohnort: Raum Hamburg
Kontaktdaten:

Beitragvon Dario » 01.01.2014, 17:23

dagmar neo frea hat geschrieben:Ich würde jetzt mal davon ausgehen,das bestimmte Rahmenbedingungen durchaus dem ,was man auch als Liebe vorfindet,entnommen sind.
Ich weiß nicht,ob Du was davon mitgekriegt hast,das die Sekte der 7 Stämme nunmehr dafür plediert,die Prügelstrafe für Kinder zu legitimieren.
Ich gehe wirklich davon aus,das die Leute Ihre Kinder irgendwie lieben,aber die sind dermaßen religiös verblendet,das die Liebe nicht mehr handlungsfähig ist.
Ist das dann noch Liebe oder ist das nur noch religiöser Fanatismus?


So etwas würde ich klar als religiöse Verblendung bezeichnen, denn wer seine Kinder wirklich liebt liebt, dem sollte das Wohl des Kindes wichtiger sein als irgendwelche kruden Ideologien. Mit religiösen Fundamentalisten habe ich selbst mal meine Erfahrungen machen müssen und ich kann dir sagen, dass diese sehr beängstigend waren.

Worauf ich hinaus wollte, war aber etwas Anderes, nämlich darauf, dass die gesetzlichen Rahmenbedingungen, die Kinder z. B. vor Misshandlung schützen, zwar immens wichtig sind, für sich allein genommen aber noch keine Liebe garantieren. Das wäre mir eine zu kurz gegriffene Auffassung von Liebe. Die Tatsache, dass ein Kind nicht geschlagen wird, nicht vehungert oder nicht sexuell missbraucht wird, bedeutet ja noch lange nicht, dass das Kind deshalb aufrichtig um seiner selbst Willen geliebt wird. Liebe ist mehr als die Abwesenheit schädigender Einflüsse - und lässt sich auch niemals per Gesetz erzwingen.

ehemalige Userin

Beitragvon ehemalige Userin » 01.01.2014, 17:33

So etwas würde ich klar als religiöse Verblendung bezeichnen, denn wer seine Kinder wirklich liebt liebt, dem sollte das Wohl des Kindes wichtiger sein als irgendwelche kruden Ideologien.


Hallo Dario,

das Hauptproblem ist, denke ich, dass man in solchen Gruppierungen sehr unterschiedliche Menschen hat. Auch Kinder, die hineingeboren werden. Und meist ist es so, dass man die Ideolgie und die Verblendung erst als solche einstuft, wenn es innere Signale gibt, auszusteigen. Was ja schwierig wird, wenn man fest an eine Ideologie glaubt. Diese 12 Stämme zeigen auf, dass man sich doch die Frage stellen muss, wie gefährlich ist eine Ideologie, die Wissen verabscheut oder ausblendet, nicht erlaubt, wirklich? Sie sind ja nicht allein. Extrem nun dadurch, dass man schlimme Bilder im Fernsehen sehen konnte und sie ihre Praxis zugeben MUSSTEN.

ehemalige Userin

Beitragvon ehemalige Userin » 01.01.2014, 17:41

dass ein Kind nicht geschlagen wird, nicht vehungert oder nicht sexuell missbraucht wird, bedeutet ja noch lange nicht, dass das Kind deshalb aufrichtig
um seiner selbst Willen geliebt wird. Liebe ist mehr als die Abwesenheit schädigender Einflüsse - und lässt sich auch niemals per Gesetz zwingen. ]/quote]

Ja, das ist richtig, man kann keinen Menschen dazu zwingen, sein Kind zu lieben, aber das gehört zu den Aufgaben der Eltern dazu. Leider gibt es immer wieder diese Fälle in denen Kinder missbraucht werden oder auch wenn kein Missbrauch vorliegt, die Liebe die ihnen Zusteht nicht erfahren können. Das führt oftmals zu Problemen in der zukunft oder Persönlichkeitsstörungen.

dagmar neo frea hat folgendes geschrieben:
Ich würde jetzt mal davon ausgehen,das bestimmte Rahmenbedingungen durchaus dem ,was man auch als Liebe vorfindet,entnommen sind.
Ich weiß nicht,ob Du was davon mitgekriegt hast,das die Sekte der 7 Stämme nunmehr dafür plediert,die Prügelstrafe für Kinder zu legitimieren.
Ich gehe wirklich davon aus,das die Leute Ihre Kinder irgendwie lieben,aber die sind dermaßen religiös verblendet,das die Liebe nicht mehr handlungsfähig
ist.
Ist das dann noch Liebe oder ist das nur noch religiöser Fanatismus?


das sind die Zwölf Stämme und dieser Fall hat ganz Deutschland erschüttert, Da steckt vielleicht noch ein Funken Liebe in den Eltern, die aber alle selbst sagten, dass sie ihre Kinder angeblich nicht schlagen würden, es aber trotzdem tun. Nach außenhin wollen sie als offene gemeinschaft wirken, aber die beweise, dass sie ihre Kinder schlagen, die fehlten ja. Die wurden geliefert und es wurde meiner Meinung nach richtig gehandelt. Ich glaube dass die Liebe tief versteckt ist, aber ja, ich denke im Vordergrund ist es religiöser Fanatismus!

Dario
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 1148
Registriert: 03.10.2013, 18:20
Wohnort: Raum Hamburg
Kontaktdaten:

Beitragvon Dario » 01.01.2014, 17:48

Esthephania hat geschrieben:Diese 12 Stämme zeigen auf, dass man sich doch die Frage stellen muss, wie gefährlich ist eine Ideologie, die Wissen verabscheut oder ausblendet, nicht erlaubt, wirklich?


Hallo Estephania,

ich halte solche ideologien grundsätzlich für gefährlich. Mir persönlich ist es wichtig, dass Glaube und Religion niemals im Widerspuch zur Wissenschaft stehen, oder gar im Widerspruch zu den Menschenrechten, zur Demokratie und Pluralismus. Wo Religion zivisatorische Errungenschaften in Frage stellt oder gar bekämpft, sehe ich die Grenze vom gesunden, stabilisierenden Glauben zur rückständigen Ideologie überschritten.

Die Frage ist für mich: Was fasziniert Menschen an solchen (mehr oder weniger) totalitären Weltbildern in unser doch eigentlich so aufgeklärten Zeit? Vielleicht geben sie manchen Menschen eine Sicherheit, die sie in sich selbst nicht finden? :roll:

Benutzeravatar
dagmar neo frea
gesperrter User
gesperrter User
Beiträge: 7553
Registriert: 24.05.2008, 14:00
Wohnort: Goslar

Beitragvon dagmar neo frea » 01.01.2014, 17:57

Dario hat geschrieben: Liebe ist mehr als die Abwesenheit schädigender Einflüsse - und lässt sich auch niemals per Gesetz erzwingen

Jau,da kann ich voll zustimmen.
:wink:

L.G.
Dagmar *1962,Robert *1965,Frea Jakobine *1985, T21,operierter AV- Kanal,Neo Leander*2004, HFA

http://www.institut-fuer-menschenrechte ... rpd_de.pdf
https://www.youtube.com/watch?v=dVrX7Gqjzs0

NicoleWW
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 1339
Registriert: 11.05.2012, 16:13
Wohnort: Hülben

Beitragvon NicoleWW » 01.01.2014, 18:04

Hallo,

mein Mann ist Agnostiker und ich bin bibelgläubige Christin (von mir aus nennt es auch fundamental oder evangelikal) und ja man wird zur Mission aufgerufen aber nicht dazu andere mit Mission zu belästigen. Und mit Toleranz funktioniert auch das, sonst müsste sich ja jeder der während einer Ehe sich zum Glauben bekehrt vom nichtgläubigen Partner trennen.

Uns sind in etwa die gleichen Werte wichtig, wir sind uns meistens einig was wir bei den Kindern zulassen und was nicht und zumindestens im Moment gibt es wegen dem Glaubensunterschied kein Problem (auch nicht was die Kinder angeht).

Liebe Grüße
Nicole
Nicole (70, Morbus Bechterew, Asthma) mit

J.M. (92)
J.C. (93)
J.E. (95, ADHS, E80.4)
A.M. (04, F93.3, F98.8, F81,1)
S.F. (04,F84.5, F98.8, J30.3, E80.4, J45.0)
V.L. (07, J45.1, F98.0)
J.K. (07, F84.5, F98.0)

ehemalige Userin

Beitragvon ehemalige Userin » 01.01.2014, 18:12

Die Frage ist für mich: Was fasziniert Menschen an solchen (mehr oder weniger) totalitären Weltbildern in unser doch eigentlich so aufgeklärten Zeit?


Hallo Dario,

das kann ich nicht sagen. Aber da sind wir wieder an dem Punkt, dass die Aufklärung schuld an der "Gottlosigkeit" ist, alles besser wäre mit einem tiefen unumstößlichen Glauben, ohne dass etwas hinterfragt wird. Es so, dass Menschen solcher Gruppierungen untersagt ist, etwas zu hinterfragen, zu kritisieren was in der Bibel steht. Es sind Vorgaben, die unterschiedlich ausgearbeitet wurden. Und natürlich gibt es immer religiöse Führer, ein Institut oder ähnliches, dass diese Gruppen leitet....Viele haben ihren Standort in der USA........Wobei wir auch sehr konservative Vertreter in den Großkirchen haben...Bücherzensur, Fernseh-und Handyverbot, bestimmte Kleidung, alles was nicht passend erscheint wird verboten. Ich weiss es wirklich nicht, warum, die Menschen es brauchen, sich so zu unterwerfen. Für Kinder, die es nicht anders kennen ist das fatal...Sie können m.E. nicht anders, als das zumindst als Kind als normal zu empfinden und wissen ja auch nich viel vom Leben , dass gute und schlechte Dinge bereit hält und dem man eigentlich gewachsen sein muss.

Werbung
 
Benutzeravatar
MichaelK
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 14740
Registriert: 27.09.2005, 18:17
Wohnort: Zwickau (Sachsen)

Beitragvon MichaelK » 01.01.2014, 19:45

Marc6892 hat geschrieben:die Antwort hast du dir doch schon selbst gegeben.
Wenn Liebe nicht mehr handlungsfähig ist ... haben wir das Dilemma...

Wenn jeder vollkommen lieben würde, müssten wir uns dann noch mit 1000den von Paragraphen regulieren? Das ist doch die Frage?

Wer denkt, dass Menschengesetze da besser greifen als Kor. 13 - der braucht zumindest nicht mehr fragen, warum wir Leid auf der Erde haben und warum Gott das zulässt, wenn man eh nicht will, das Gott eingreift....


Hallo Marc,

die Frage ist, was bewirkt oder könnte bewirken, das Jeder den Nächsten liebt!!
Ich sehe weder in den geltenden Paragraphen noch in biblischen Regeln, die ja auch Paragraphen sind, eine tragbare Grundlage.

Die Liebe zum Nächsten bestimmt doch letztendlich das gesellschaftliche Bewusstsein. Natürlich gibt es verschiedene Ausprägungen und "Extreme" in jeder Richtung, aber am Ende zählt das statistische Mittel, an dem sich ausgerichtet wird. Der Mensch lebt doch in der Gemeinschaft, in der Regel jedenfalls .... und da gibt es Zwänge. Kann man doch nicht wegdiskutieren. Ökonomische Zwänge ganz konkret und ganz viele maßgebliche Verhältnisse der Menschen untereinander, die sich daraus ergeben.

Es ist doch fatal, wenn man denkt, alle davon überzeugen zu wollen, nach Geboten zu leben, wenn dafür die ökonomische Grundlage gar nicht vorhanden ist. Schöne Idee, aber folgerichtig wäre eigentlich, an der Grundlage zu arbeiten, wenn man die Liebe als Ziel hat und nicht für das Wort Gottes zu missionieren. Sogar einen Papst gibt es neuerdings, der das begriffen zu haben scheint.

Die Liebe zum Nächsten muss wachsen. Sie wird langsam wachsen, wenn wir entsprechende gesellschaftliche Verhältnisse haben und von großen natürlichen Katastrophen verschont bleiben. Das ist eine Aufgabe für die nächsten 200 oder 300 Jahre.

LG Michael
Michael für den Liebling der Familie: Lars, geb 04/03 Lumbale Spina bifida mit HC (v-p-Ableitung), Arnold-Chiari-Malformation Typ 2
"Wir neigen dazu, Erfolg eher nach der Höhe unserer Gehälter oder nach der Größe unserer Autos zu bestimmen als nach dem Grad unserer Hilfsbereitschaft und dem Maß unserer Menschlichkeit."
(Martin Luther King)


Zurück zu „Religion/Spirituelles“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast