Integrationskinder (Betreuung)

Integrative Kindertagesstätte oder Sonderkindergarten? Kann mein Kind die Regelschule schaffen oder muss es doch eine Sonderschule besuchen? Hier dreht sich alles um Kindergarten- und Schulbesuch.

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Karin65
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Integrationskinder (Betreuung)

Beitragvon Karin65 » 28.10.2004, 11:20

Hallo zusammen.

Heute bekamen wir entlich Bescheid, das unser Hans (Muskeldistrophie Duchenne (agressiver Muskelschwund)) in den Kindergarten in die Integrationsgruppe kann.
Leider geht das aber nicht mehr in dem kindergarten, den wir uns ausgesucht haben, da die Behörden so lange zeit brauchten und nun die gruppe voll ist.
Es hat sich aber ein anderer kindergarten bei uns gemeldet, der unseren sohn gerne aufnehmen würde. ich habe nun morgen einen termin dort. bei dem Telefongespräch stellte sich dann heraus,( was ich noch gar nicht wußte) das ein I Kind 5 Stunden betreut werden muß! :shock:
Ist das tatsächlich so? Er würde dann erst nachmittags um 14.30 nach Hause gebracht werden.
So lange hält er es aber bestimmt nicht aus.
Kann mir jemand was davon sagen? Ist das wirklich so? ich brauche da echt euren Rat.

Karin65

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Sabine2
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Beitragvon Sabine2 » 28.10.2004, 11:50

Hallo Karin,

bei uns (Baden-Württemberg) ist das irgendwie anders gelöst. Bei Integration in einen Regelkindergarten hat das Kind auf begleitende Hilfen (das ist ein Betrag von 308,-euro/Monat ) und pädagogische Hilfen (das sind 2-3 Stunden für eine Heilpädagogin, die in den Kiga kommt). Bei den begleitenden Hilfen kann man sich wohl jemand aussuchen, der mit kommt (je nach Stundensatz sind das zwischen 10 und 15 Stunden pro Woche, also nicht viel). Manche Kindergärten haben auch schon jemand, z.B. eine Aushilfskraft. Dann wird das Geld verrechnet.

So habe ich das zumindest verstanden;-))

Dass Du Dein Kind irgendwo lassen musst, glaube ich nicht. Vielleicht ist es eine besondere Einrichtung, die einen Fahrdienst hat und dieser Fahrdienst fährt zu dieser Zeit? Viele Einrichtungen (keine Regelkindergärten) haben ja deswegen länger auf, damit die Therapien mit integriert werden können.

Oder es handelt es sich um einen Regelkindergarten, der nur noch einen Platz mit verlängerter Öffnungszeit hat. Dieser Platz wird im allgemeinen berufstätigen Müttern vorbehalten. Dann wird es nicht gerne gesehen, dass man sein Kind bereits nach drei Stunden abholt und den Platz belegt.
Das sind die Möglichkeiten, die mir spontan einfallen. Aber vielleicht hat jemand ja noch eine andere Idee;-))

Viele Grüße
Sabine mit Stella (06/2002, fröhliches Rollikind, globale Entwicklungsverzögerung unbekannter Ursache, spricht nicht, hat aber ein gutes Sprachverständnis, Schluckstörung)

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Karin65
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Beitragvon Karin65 » 28.10.2004, 13:54

Hallo Sabine 2,

Es handelt sich um einen normalen Kindergarten mit Integrationsgruppe.
Es gibt keinen direkten Fahrdienst. Jedoch hat der kindergarten ein Taxiunternehmen in der Nähe beauftragt. Da dieses Unternehmen dem Kindergarten günstige Konditionen einräumt wird es auch vom Sozialamt anerkannt. Andere Fahrmöglichkeiten haben wir nicht.
Ne man sagte uns ganz klar, das Hans dann 5 Stunden betreut wird. ich finde das für ein fast 5 jähriges Kind sehr heftig, zumal unsere Großen dann weniger Stunden in der Schule verbringen wie unser Hans im Kindergarten.
Wenn wir ihn da nicht so lange haben wollen, müssen wir ihn selber abholen.

Gruß karin65

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Beitragvon annette » 28.10.2004, 13:55

Hallo Karin,
die Regelung mit der Mindestbetreuung kenne ich. Das war in unserer integrativen Einrichtung auch so. Da der Platz vermutlich über die Eingliederungshilfe finanziert wird (Träger ist dann der Landschaftsverband) ist das eben gesetzlich so geregelt, dass die Kinder 5 Stunden in der Einrichtung sein müssen.

Ich habe mich damals anfangs auch sehr schwer getan und ich weiß noch dass ich Tränen geheult habe als mein Kind das erste Mal morgens abgeholt wurde.

Ich konnte sie dann aber in den ersten Wochen immer schon vor Mittag nach Hause holen und wir haben das dann langsam gesteigert.

Julia hat sich dann aber erstaunlich schnell eingewöhnt und sie fand es dann auch "toll" mit den anderen Kindern z.B. mittags zu essen.

Sie hat eigentlich nur davon profitiert. Dieses erste Stück Abnabelung ist glaube ich sehr wichtig für die Kinder. Julia hat damals angefangen Dinge zu lernen, die sie vorher nicht lernen wollte oder auch nicht konnte. Sie hatte einfach auch den Ansporn durch die anderen Kinder. In unserer Einrichtung wurden dann auch die Therapien durchgeführt also KG und Logopädie. Das würde wohl auch gar nicht gehen, wenn die Kinder nur wenige Stunden in der Einrichtung sind.

Ich wünsche Euch jedenfalls einen guten Start!

Lieben Gruß
Annette
Mama von Kevin 14 J., Julia 10 J., seit 8 J. schwerstbeh.,vermutl. nach Impfung, keine Diagnose, heute Tetraspastik, undeutl. Sprache,
sehr gutes Sprachverständnis, und Léonie 5 J.,

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Beitragvon Karin65 » 28.10.2004, 14:02

hallo annette,

danke für deine Worte. Ich könnte auch heulen. es kommt mir so vor, als wäre er noch so klein.
Ich hab da aber mal ne Frage. Wurde deine Tochter im Kindergarten verpflegt (Mittags) . Oder meintest du das Essen mit den großen Geschwistern?
Meine Jungs haben um die Ziet nämlich schon gegessen. er wäre dann der letzte, der nach hause käme!

Gruß karin65

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Beitragvon Sabine2 » 28.10.2004, 14:29

Hallo Karin,

Essen wird es dort doch wohl geben, zumindest ein ausführliches Frühstück!? Und es ist ja nicht so, dass er von Anfang an die gesamte Zeit da bleiben muss, sondern es gibt doch meist eine Eingewöhnungsphase.

Und findest Du 5 Stunden für einen 5-jährigen wirklich so viel? Mein mittlerweile fast 5-jähriger geht schon immer von 8.30 bis 16.00 in den Kindergarten und reagiert immer noch empört, wenn ich früher komme. Und selbst Stella wird - wenn ich auf Dienstreise muss - mehr als 5 Stunden betreut.

Ich würde das ganz gelassen sehen. Ich bin mir sicher, dass er dort viel Spaß haben wird.
Also Kopf hoch, lass Deinen Jungen bloß nicht merken, dass Du leidest. Dann leidet er garantiert auch.
Viele Grüße
Sabine mit Stella (06/2002, fröhliches Rollikind, globale Entwicklungsverzögerung unbekannter Ursache, spricht nicht, hat aber ein gutes Sprachverständnis, Schluckstörung)

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Beitragvon annette » 28.10.2004, 15:03

Hallo Karin,
ja Julia bekam im Kindergarten dann auch ihr Mittagessen. Genauso wie jetzt in der Schule auch. Ihre "Kernzeit" war (wenn ich mich jetzt richtig erinnere) von 9.00 bis 14.00 Uhr. Der Fahrdienst holte sie morgens gegen 8.00 Uhr (es fuhren mehrere Kinder mit und sie war dann die erste) und brachte sie gegen 15.00 Uhr wieder zurück.

Aber wie gesagt, es hat ihr eigentlich nur gut getan. Und auch die längere Fahrtzeit hat ihr nichts ausgemacht. Ganz im Gegenteil: Sie hatte ihren Spaß dabei auch zusammen mit den anderen Kindern.

Sie hat sich damals durch diesen neuen Abschnitt in ihrem Leben gut entwickelt und die "Trennung" von mir war eigentlich nur gut für sie. Aber ich kann Deine Gefühle gut nachvollziehen. Mir ging es genau so.

Ich wünsche Euch eine schöne Eingewöhnungszeit und vor allen Dingen ein super Team in der Einrichtung.

Lieben Gruß
Annette
Mama von Kevin 14 J., Julia 10 J., seit 8 J. schwerstbeh.,vermutl. nach Impfung, keine Diagnose, heute Tetraspastik, undeutl. Sprache,

sehr gutes Sprachverständnis, und Léonie 5 J.,

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Beitragvon Sabine » 28.10.2004, 18:49

Hallo Karin,

deine Ängste und Befürchtungen kann ich sehr gut verstehen. Auch ich hatte in den ersten Tagen einen dicken Kloß im Hals, wenn ich Jan-Paul um 7:30 Uhr ins Taxi gesetzt habe. Jetzt gucke ich schon manchmal auf die Uhr und denke: Herrje, der kommt ja gleich schon wieder und du musst doch noch dies und das erledigen!
Unser Jan-Paul besucht seit fast vier Wochen den Heilpäd. Kindergarten - um 7:30 Uhr wird er abgeholt, um 15:00 Uhr ist er wieder zu Hause. Im Kindergarten wird gemeinsam gefrühstückt und natürlich auch zusammen zu Mittag gegessen. Das Mittagessen kostet pro Tag 2,50 EUR, bei Geringverdienern oder Sozialhilfeempfängern werden die Kosten übernommen. Es wird zu festen Zeiten gegessen, was ich sehr gut finde.
JP bekommt im Kindergarten Krankengymnastik und Schwimmtherapie. Wegen all dieser Therapien und auch um mit den Kindern konzentriert arbeiten zu können, geht der Kindergarten auch bis in den Nachmittag hinein.
Der feste Rhythmus im Kindergarten tut Jan-Paul sehr gut. Jedenfalls ist er immer guter Dinge, wenn ich ihn aus dem Taxi hole. Manchmal hält er dann noch ein Schäfchen - je nachdem, wie anstrengend der Tag gewesen ist.
Vielleicht kannst du deinen Sohn ja in den ersten Tagen oder Wochen um die Mittagszeit selbst abholen und die Abholzeit immer weiter nach hinten ausdehnen.
Dann kann er sich an den langen Kiga-Tag gewöhnen. Oft klappt das alles auch besser als man als Mutter denkt.
Ansonsten sehe ich das ähnlich wie Annette: Ich denke, dass sich dein Kleiner bestimmt schnell eingewöhnen wird. Das klappt natürlich umso besser, je fröhlicher und optimistischer deine Einstellung zum Kiga ist. Bestimmt haben die Erzieherinnen auch nichts dagegen, wenn du am Anfang öfter mal in der Gruppe anrufst und fragst, wie es so läuft. Das habe ich auch am Anfang gemacht.
Liebe Karin, Kopf hoch und mach dir nicht zu viele Gedanken. Wirst sehen - das läuft bestimmt alles besser als du jetzt denken magst. Auch ich war erstaunt, wie gut Jan-Paul es im Kiga gefällt. Hier zu Hause ist es ihm inzwischen sogar zu langweilig - oft pennt er dann einfach länger, was ihm im Kindergarten nie passieren würde. Da schläft er kaum!

Lieben Gruß,
Sabine
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Jan-Paul (10/01), schwer mehrfachbehindert ohne Diagnose, Tim-Henrik (03/05), Lea-Kristin (01/11)
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Tanja Rack

Beitragvon Tanja Rack » 29.10.2004, 21:20

Hallo Karin
unsere Tatjana geht in einen Regelkindergarten als I-kind,bei uns wurde die Anzahl der Stunden nach dem gerichtet wie die Eltern arbeiten,bzw.mußte das Gesundheitsamt die Stunden genehmigen die die Einzeli-kraft für Tatjana benötigt,also diese hat die vollen 25 Stunden bekommen,aber bei uns hat nie jemand was gesagt wen sie mal früher abgeholt wurde.Und Mittagessen gibt es bei uns auch,was in unserem Fall gut ist denn Tatjana hat dadurch gelernt alleine zuessen.Ich würde es einfach mal probiern.Kindern macht das meist nicht soviel aus wie uns Eltern.Wir machen uns zuviele Gedanken.
LG Tanja

2 Kinder ; Marrtin 8 Jahre gesund
Tatjana 5 Jahre schwerstbehindert(Charge-Asoziation)


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