Endlich umgeschult!

Integrative Kindertagesstätte oder Sonderkindergarten? Kann mein Kind die Regelschule schaffen oder muss es doch eine Sonderschule besuchen? Hier dreht sich alles um Kindergarten- und Schulbesuch.

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Susanne K
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Endlich umgeschult!

Beitragvon Susanne K » 04.02.2006, 11:51

Hallo Ihr Lieben,



seit Mittwoch geht unser Sohn endlich in die KBF Schule, mein Kind lacht wieder, er kann es kaum erwarten das der Fahrdienst vor der Tür steht, selbst die Hausaufgaben sind kein Drama mehr.

Ich bin unendlich erleichtert, wir sind so glücklich, diese Entscheidung für unser Kind getroffen zu haben. Hoffentlich bleibt es so.



Liebe Grüße Susanne K

Simona
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Beitragvon Simona » 04.02.2006, 12:53

Liebe Susanne,

ich kann mir vorstellen, dass Du unheimlich erleichtert bist, hier die richtige Entscheidung für Deinen Schatz getroffen zu haben.

Ich drücke Euch die Daumen, dass es Deinem Sohnemann weiterhin so gut gefällt und er weiter gern zur Schule geht.

Liebe Grüße
Simona
Simona (44) & Martin (45) mit
Finn (15) - ein chillendes, freundliches Pubertier und Charlotte (12) - freundlicher und fröhlicher Sonnenschein mit Gen-Defekt und daraus resultierenden Defiziten im geistigen, motorischen & sprachlichen Bereich

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Beitragvon BineBe » 04.02.2006, 21:18

Hallo,
ja mein Kind geht auch gern in die KBF, aber was kann beruflich dann aus ihm werden, wenn er dort bleibt? Habt ihr deshalb nie Sorge????
Gruss BineBe

silke
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Beitragvon silke » 05.02.2006, 12:11

Beruflich?

Mir bekannte Beispiele:
-Hilfskraft im KFZ-Gewerbe (Autopfleger)
-Hilfskraft im Gärtnerberuf
-Hilfskraft im Hotelfach (Zimmermädchen)
-Küchenhilfe
-Wäschereihilfe
-Tankwart


........und natürlich: die betreuten/beschützenden Werkstätten (da: fast alles - Tischler, KFZ, Wäscherei, Küche, Verpacken, Produzieren)=> bei uns die Lebenshilfe (dort hat mein GöGa mal länger in der Verwaltung gearbeitet, kennt sich also ganz aus in dem Bereich... - ein Großteil der betreuten Beschäftigten sind Absolventen von Sonderschulen, die auf dem 1. Arbeitmarkt keine Chance auf eine Stelle haben, längst nicht alle schwerstbehindert...)

Nachteil in jedem Fall: die geringfügige Entlohnung, die in den allerwenigsten Fällen zum Ernähren einer Familie reicht - mit Glück für die bescheidene Selbstversorgung -... meist Berechtigung zum Bezug ergänzender Hilfen.

Silke

inkapust
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Beitragvon inkapust » 05.02.2006, 12:29

Hallo!

Könnt Ihr mir bitte erklären was eine KBF-Schule ist, bzw. wofür die Abkürzung steht. :?:
LG
Inka
Andre (14.01.1998) leichte geistige Behinderung, muskuläre Hypotonie, schlechtes Schlaf EEG mit Ospolot eingestellt, V.a. Unspezifisches
Dysmorhiesyndrom, seit 2006 AD(H)S Diagnose
Malina (24.08.2001) bisher normale Entwicklung

Susanne K
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Beitragvon Susanne K » 05.02.2006, 14:59

Hallo inkapust,

KBF steht für Körperbehindertenförderung, das ist eine Einrichtung die von Eltern behinderter Kinder in den 70er Jahren gegründet wurde, um ihren Kindern die Möglichkeit zu eröffnen in eine Schule zu gehen, eine Ausbildung zu machen. Die KBF ist bundesweit der größte Arbeitgeber für Zivildienstleistende, er schult Zivis für ihren Einsatz in der Versorgung Behinderter Menschen, aber auch in der Altenpflege und Betreuung.
KBF Einrichtungen gibt es viele, z.B. Schulkindergärten, Förderschulen, Berufsbildungsstätten, beschützende Werkstätten. Die berufsbildenden Einrichtungen arbeiten mit Firmen der freien Marktwirtschaft zusammen, es ist durchaus möglich einen voll anerkannten Beruf zu erlernen, die Ausbildungsdauer ist dann jedoch verlängert, damit der behinderte Auszubildende die Möglichkeit hat, sich intensiv und mit weniger Druck, seiner individuellen Behinderung entsprechend ausbilden zu lassen.
Es besteht auch die Möglichkeit einer Rückschulung in eine Regelschule, soweit der Schüler mit seiner Behinderung besser zurecht kommt.
Das wäre alles nicht nötig, wenn unsere Lehrer eine Ahnung von Gesundheitslehre hätten, oder eine Heilpädagogische Ausbildung bekämen. Dann hätten nämlich die Kinder mit einer reinen Körperbehinderung wesentlich bessere Möglichkeiten an den Regelschulen. So jedoch muß das Kind sich an die Gepflogenheiten der Schule anpassen, es wird keine Rücksicht auf seine Behinderung genommen, außer es hat eine enorm engagierte Lehrkraft, die aus freien Stücken, das Interesse aufbringt, sich mit den Problemen Ihres Schülers auseinander zu setzen. Dies ist jedoch eher die Ausnahme als die Regel, wie soll dann aber eine Integration behinderter Kinder, oder chronisch Kranker, in die Regelschule funktionieren?

Lieber wäre es mir mein Kind könnte eine normale Schule besuchen, aber die arrogante Haltung seiner Lehrer hat dies zunichte gemacht. Wir haben das Glück, das unsere Schule derzeit im Aufbau ist, im Moment werden die Grundsteine für den Ausbau gelegt, dann schließt sich eine Sekundarstufe an, dort sollen die Kinder dann die Möglichkeit erhalten jeden Schulabschluß zu erlangen, wenn erforderlich wird dies einzelnen Schülern über Einzelbetreuung ermöglich werden. Bisher mußten die Schüler in das große Internat nach Mössingen wechseln, das ist dann nicht mehr notwendig, die Kinder sollen zukünftig Wohnortnah betreut werden, um die familiären Strukturen zu stabilisieren.

Danke für Eure Mitfreude,

liebe Grüße Susanne K


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