Nachtschwester schläft ein

So manches Kind muss aufgrund seiner Behinderung besonders intensiv betreut werden - z. B. mit Hilfe eines Pflegedienstes. Viele Kinder werden von einer Krankenschwester in Kindergarten oder Schule begleitet, um optimal versorgt werden zu können. Das gilt beispielsweise für viele tracheotomierte Kinder. In dieser Rubrik können sich Eltern von so genannten Intensivkindern über die besonderen Bedürfnisse ihrer Kinder austauschen.

Moderator: Moderatorengruppe

Benutzeravatar
MarenRuth
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 3601
Registriert: 19.12.2005, 12:56
Wohnort: Karlsfeld

Beitrag von MarenRuth »

Hallo

auch bei uns steht eine Couch mit Decken, sogar schon die zweite, denn die erste war nach 6 Jahren etwas durchgelegen... Ich bin der Meinung, dass vor allem auch mein Kind nachts Ruhe braucht. Also soll man sich leise und wenig bwegen. Gerne auch bei wenig Licht... Da weiss ich auch, dass das ohne dösen kaum möglich ist. Ich schlafe auch ab und an bei Felix und weiss, bei ihm kommt noch die ganz gleichmäßige Atmung durch die Maschine dazu. Insofern habe ich kein Problem, wenn gedöst wird. Ich weiss, dass die Schwestern die Handys stellen und Versorgungsrunden machen. Ich weiss Felix gut und sicher versorgt und kann so selber auch gut schlafen.

@Bernard - das kennen sicher einige, diesen Refelx :wink: Ich war mal mit meinem Mann auf dem See segeln. Felix ging seelenruhig am Ufer mit seiner KS spazieren. Auf einmal schauen wir uns an und sagen gleichzeitig - Felix piept (also seine Maschine schlägt Alarm) und suchen dann das Ufer, was wirklich weit weg war mit den Augen ab. Dann haben wir uns angeschaut und mussten lachen - was immer es war - Felix war es sicher nicht, der war schon einen Ort weiter gelaufen :D Ohne Alarm :lol: :lol:

Liebe Grüße
Maren
Maren und Felix (*05/02, ✝08/16) Mukolipidose Typ II, entwicklungsverzögert, kleinwüchsig, extrem weitsichtig, muskuläre Hypotonie, schwere Lungenbelastung, Tracheostoma, Heimbeatmung, PEG und Mila (09/04) gesund

Püppimelli
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 1161
Registriert: 17.08.2010, 19:20

Beitrag von Püppimelli »

Ich finde auch, dass man in diesem Fall wirklich keine konkrete Aussage machen kann. Nachtarbeit kann nur der wirklich einschätzen, der sie schon mal über längere Zeit gemacht hat. Da muss man einerseits einfach der Typ für sein, andererseits muss man für sich selbt Strategien finden, um sich wach zu halten. Und das ist bei gedämmten Licht und Ruhe einfach sehr schwer. Ich habe das zb auch nicht gekonnt, ich bin einfach extrem müde geworden und hab Herzstolpern bekommen (ohne aber schlafen zu könne). Ich hab es nach 2 Jahren gelassen und den Schichtdienst aufgegeben. Sofern also dem Kind nichts passiert, weil die Schwester mal döst, hätte ich auch nichts dagegen. Wenn sie aber wirklich weg ist, so das sie klingeln, jammern, Alarme oder fremde Personen nicht mehr merkt, sollte ein Gespräch geführt werden. Vielleicht würde es ja zb helfen, wenn die Schwester auf einem Laptop Filme gucken dürfte. Natürlich nicht mit lautem Ton, sondern mit Ohrstöpsel, und zwar nur einem! Das hält wach und man bekommt trotzdem alles mit.
Liebe Grüße

Melli

Benutzeravatar
TimsMama2009
Moderator
Moderator
Beiträge: 4490
Registriert: 09.08.2010, 15:56
Wohnort: Saarland (Merzig)

Beitrag von TimsMama2009 »

Aus eigenen Erfahrungen durch die ganzen "durchzechten" Nächte mit Sohnemann weiß ich, wie schnell man irgendwann einschläft - gerade wenn rund um einen rum alles ruhig und dunkel ist.

Ich denke pauschal kann man da nichts sagen - kommt auf die Pflegeintensität bzw. die Notwendigkeit der Überwachung an!

Ich würde vielleicht verlangen, dass die jeweilige Pflegekraft sich alle halbe oder ganze Stunde den Alarm stellt, damit gewährleistet ist, dass sie regelmäßig erinnert wird, falls sie einschlafen sollte.

Solang sie ihrer Pflicht nachkommt, würd ich es wohl tolerieren - wobei ich es wie gesagt von deren Aufgaben und von der Verfassung des Patienten abhängig machen würde.

Passieren kann sowas immer mal - man kann drüber reden und gut ist!

Lieben Gruß
Nicole
Grüße von Nicole (*72) und Tim (*09), Lissenzephalie, Balkenagenesie, Erweiterung der Seitenventrikel, seit Febr. 2010 West-Syndrom (nicht anfallsfrei mit auffälligem EEG) und seit Nov. 2013 PEG - kann nicht sprechen, nicht laufen, nicht sitzen, nicht krabbeln - ABER unser Li-La-Launebär
unsere Vorstellung: http://www.REHAkids.de/phpBB2/viewtopic ... 66#1229866
- Wer Schmetterlinge lachen hört, der weiss wie Wolken schmecken -

Jacqueline Mulle
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 61
Registriert: 07.07.2005, 08:17
Wohnort: NRW

Beitrag von Jacqueline Mulle »

Hallo Birte,

letztendlich solltet IHR entscheiden, ob so etwas vorkommen darf oder nicht.
Wenn Eltern das Schlafen / Einnicken der KS erlauben – okay.
Wer das aber nicht möchte weil er dann Angst um sein Kind hat und vielleicht selbst nicht mehr gut schlafen kann muss seinen Wunsch durchsetzen dürfen.

Zuerst ein persönliches Gespräch suchen ist bestimmt immer am besten! Und wenn es mit Verständnis und dem Versprechen endet nicht mehr zu schlafen, sollte es auch erst einmal gut sein.

Aussagen wie: „Ich schlafe nicht so tief ein, die Alarme höre ich bestimmt“ würde ich nicht gelten lassen. Haben wir – leider - durch persönliche Erfahrung widerlegen können. :evil:

Vielleicht könnten die KS hier ja einen Thread eröffnen und sich gegenseitig Tipps geben, wie man am besten wach bleibt… :wink:

Liebe Grüße

Monika

Bisu
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 531
Registriert: 12.12.2005, 22:34

Beitrag von Bisu »

Hallo Ihr,
also wenn ich mir angucke, wie viele diesen Thread schon gelesen haben, hab ich wohl in ein Wespennest gestochen.....
Also bei mir dürfen die Nachtschwestern gerne nen Läppi mitbringen, sich auch Kaffee machen. Einige haben auch eine PSP bzw Gameboy, ich persönlichfinde ja deas diese Spiele echt wach halten. Sehr bequem sind unsere Stühle am Esstisch auch nicht - grins.
Aber gut. Ich hoffe, es wird besser. Ich habe einfach Angst, dass sie im Ernstfall dann doch den Nöli nicht hört, dem es hier gerade am schlechtesten geht. Er baut neuerdings Anfäll, da gibt es keine Abfälle, liegt dann nur zuckend im Bett. Das hätte ich dann doch schon gerne bemerkt.
Übrigens war die Woche einer Freundin aus der Nähe von Marburg hier, selber KKS in der ambulanten Pflege, sie sagt das das garnicht geht. Außerdem hat sie soger früher Nachtwachenseminare angeboten.
Ich freue mich auf die weitere Diskussion hier.
LG Birte
Mama (albinismus, sarkoidose, Fibromyalgie 1966)mit
U. (1990) Lenz-Syndrom 1990 seit 08.09 in einer Wohngruppe
N. (2005) Hirnschädigung, Tetraspastik, blind, Epilepsie (LGS) * 2014
K. (2009) Nach Unfall Netzhaut- u. Hirnblutungen, blind, Epi, Spastik.....
V. (2015) hydranenencephalie.... Tetraspastik, Blind, Epi und was noch so kommt.

Benutzeravatar
Missy
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 2706
Registriert: 20.09.2007, 22:18
Wohnort: Saarland
Kontaktdaten:

Beitrag von Missy »

Hallo
ich habe nichts dazu geschrieben, den es gab dieses Thema hier schon mehrmals glaube ich.
Meine Meinung ist auch, schlafen geht gar nicht!
Wir vertrauen den KKS das wertvollste an was wir haben, da sollten sie auch verantwortungsvoll mit umgehen.Und Nachtwache ist halt wache, nicht schlafen.
Bei uns klappt das gut, hier beschäftigen sich alle, bei kleinem Licht.
habe natürlich auch schon welche beim dösen erwischt, denen war das bisher immer unangenehm, haben es bedauert, beteuert das es nicht wieder passiert. Mußte es noch nicht bei der PDL besprechen, ging immer mit dem jeweiligen MA.
da ist Rauchen schon eher mal ein Problem :roll:

lg Nina
Mama N., Sonnenschein E., geb. 2006, SSW 33, extreme Muskelhypotonie, Tracheostoma-beatmet, Gastrotube, V.a. CCM + versch. Baustellen
"Wir wissen nicht was das Leben dir bringt, aber wir werden dir helfen das vieles gelingt!"
http://evelinsiska.oyla22.de

Benutzeravatar
JaninaK
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 4307
Registriert: 14.11.2006, 20:45

Beitrag von JaninaK »

Hallo!

Das ist ein großes Thema.

Wir haben für Nele 12 Stunden PD nachts, und für mich geht es überhaupt nicht, daß die PKs schlafen oder einnicken!!

Na klar ist es menschlich einzunicken- ich wäre die Erste, die einschlafen würde :oops: :roll: Ich ziehe den Hut vor Menschen, die Nachtdienste machen und das wissen unsere PKs auch.
Wir hatten auch schon 2 Schwestern, die hier geschlafen haben (wobei sich eine bewußt hingelegt hat und auh nicht mitbekommen hat, wenn Nele gekrampft hat und eine aus Versehen eingeschlafen ist und anschließend vor Scham im Boden versunken ist und sich mächtig VOrwürfe gemacht hat).
Aber wer hier arbeitet, übernimmt die Verantwortung für mein Kind und da bin ich ziemlich streng.
Nur weil die Arbeitszeit nachts ist und die meisten Menschen die Nacht mit schlafen verbinden, ist es für mich nicht tolerierbar.
Ich will es gerne glauben, daß viele PKs schnell wach werden wenn etwas ist, aber was wenn einmal nicht??? Es muß sich ja nur ein einziges Mal der Schlaf zu tief hereinschleichen und was dann???
Daß ich das so eng sehe liegt bestimmt auch daran, daß Nele nachts viel krampft, regelmäßig mit der Temperatur abstürzt, abgesaugt werden muß usw. und das Pulsoxy keine "Aufforderung zum Handeln" stellt in den Fällen.
Nele`s PKs wissen, daß es eine Angst von mir ist, daß sie einschlafen. Zum Glück sind alle (hoffentlich) so gewissenhaft, daß sie etwas unternehmen, wenn sie merken, daß sie müde werden.
Damit die PKs ein bißchen Freiraum dafür haben, haben sie ein eigenes Zimmer direkt neben Nele`s (vom Sofa schaut man direkt auf Nele`s Bett) und so können sie Licht machen, die Sportmatte ausrollen und Sport machen, sie haben eine Herdplatte und können sich Kaffee machen oder was kochen usw.
Ich hoffe, das ist ein Entgegenkommen von uns mit dem die PKs sich vom Einschlafen abhalten können :wink:

Meines Erachtens ist der Nachtdienst Arbeitszeit und in der Arbeitszeit wird nicht geschlafen!!!!
Außer man spricht es vorher ab, daß ein Nickerchen oder Schlafen in Ordnung ist.

LG,
Janina
Nele (`06), massiver Hirnschaden durch Asphyxie
dadurch schwerste ICP, therapieschwierige Epilepsie, Osteoporose, Nebenniereninsuffizienz, gesetzl. blind, Wahrnehmungsstörungen, PEG, Port, O²- Bedarf usw.
PS 3, 18 Std. tgl. Intensivpflegedienst
† 29.12.14
www.dasbesonderekind.com

Bisu
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 531
Registriert: 12.12.2005, 22:34

Beitrag von Bisu »

Und so was kommt von sowas…….
Weil ich hier den Thread eröffnet habe, habe ich nun keinen Pflegedienst mehr. Eine Woche nach dem ich hier schrieb, bekam ich Besuch von der Pflegedienstleitung, die mir eröffnete: dass die Schwestern aus unserem Team kein Vertrauen mehr in mich hätten, weil ich ja über sie im Internet schreiben würde – daher müsste mir der Pflegedienst nun leider kündigen. Sie machen das natürlich in einem vernünftigen Zeitrahmen und mit einer guten Übergabe an einen neuen Pflegedienst.
Eine Woche später erhielt ich dann die schriftliche Kündigung. Leider war hier dann von einem vernünftigen Zeitrahmen keine Rede mehr, gekündigt wurde mit einer Frist von 4 Wochen.

Leider ist zurzeit kein Pflegedienst bei uns in der Lage, innerhalb so kurzer Zeit hier die Versorgung zu übernehmen, alle angefragten bräuchten mindestens 3 Monate.

Wir machen nun das Beste draus, die Krankenkasse unterstützt uns ganz prima dabei. Die uns behandelnden Ärzte sind „not amused“ über die Situation und fragen sich, warum nicht wenigstens bis zur Übernahme weiter geleistet wird, dazu kann ich nichts sagen. Ich habe halt mit dem Schreiben hier „Mist“ gemacht und nun muss ich halt dadurch – frage mich allerdings warum ich mich über so eine Situation nicht mit anderen Eltern austauschen darf.

Eine ziemlich geknickte Bisu
Mama (albinismus, sarkoidose, Fibromyalgie 1966)mit
U. (1990) Lenz-Syndrom 1990 seit 08.09 in einer Wohngruppe
N. (2005) Hirnschädigung, Tetraspastik, blind, Epilepsie (LGS) * 2014
K. (2009) Nach Unfall Netzhaut- u. Hirnblutungen, blind, Epi, Spastik.....
V. (2015) hydranenencephalie.... Tetraspastik, Blind, Epi und was noch so kommt.

Benutzeravatar
Nellie
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 13853
Registriert: 18.09.2004, 14:37
Wohnort: Jena
Kontaktdaten:

Beitrag von Nellie »

Hallo Bisu,

das finde ich jetzt eine riesen Sauerei! Eine Frechheit! Die Schwester macht Fehler und Ihr werdet doppelt bestraft. Ich finde das sehr unprofessionell und peinlich vom PD!

Ich hoffe, Ihr findet eine Lösung.

LG
Nellie
Linn *2004, schwerste Mehrfachbehinderung durch pontocerebelläre Hypoplasie Typ 2a (PCH 2a), Button, Epilepsie, Tracheostoma, nachts beatmet
A. *2009
Nicht behindert zu sein ist wahrlich kein Verdienst, sondern ein Geschenk, das jedem von uns jederzeit genommen werden kann. (Richard von Weizsäcker)
https://cruise4life.de

Simonegu
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 683
Registriert: 12.05.2011, 17:55
Wohnort: Vienenburg

Beitrag von Simonegu »

Hallo Bisu,

Dein hier mitlesender EX-Pflegedienst sollte sich schämen. Da gibt es auch noch so ein altes Sprichwort für deinen alten PD "Der Lauscher an der Wand hört seine eigene Schand."

Dir wünsche ich viel Kraft bei der Versorgung deiner Kids und einen etwas sensibleren neuen PD für die Zukunft.

Lg Simone
Simone (71) Karlheinz (62)
J. 7/95 Asperger-Autist, Borreliose (80%GdB)
S. 2/97 Laktose-,Glutenintolleranz, Skoliose, Hashimoto Thyreoditis, Borreliose
D. 10/98 HB,Asthma,Autistin
R †.7/00
J. 2/02 Asthma
M. 8/09 Hemiparese li (50% Merkz. H), Asperger-Autistin
T. 3/16

Antworten

Zurück zu „Intensivkinder“