Nachtschwester schläft ein

So manches Kind muss aufgrund seiner Behinderung besonders intensiv betreut werden - z. B. mit Hilfe eines Pflegedienstes. Viele Kinder werden von einer Krankenschwester in Kindergarten oder Schule begleitet, um optimal versorgt werden zu können. Das gilt beispielsweise für viele tracheotomierte Kinder. In dieser Rubrik können sich Eltern von so genannten Intensivkindern über die besonderen Bedürfnisse ihrer Kinder austauschen.

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Bisu
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Nachtschwester schläft ein

Beitrag von Bisu »

Hallo,
also jetzt brauch ich doch mal Euren Rat, was ich machen soll bzw. wie ich mich verhalten soll.
In der letzten Woche ist uns fast täglich aufgefallen, dass die diensthabende Nachtschwester fast täglich eindöst - sicher nicht fest schläft. Wobei in einer Nacht mein Göttergatte mehrmals um sie herumgegangen ist und sie sich nicht geregt hat.
Nun mag ich sie menschlich echt gerne und mag ungern auf sie verzichten wollen. Daher will ich nicht gleich im PD anrufen. Aber was ist wenn dann doch mal was passieren sollte.....
Heute abend habe ich sie angesprochen und sie hat es auch zugegeben und versucht es, zu verhindern.
Ich freue mich über Eure Antworten.
LG Birte
Mama (albinismus, sarkoidose, Fibromyalgie 1966)mit
U. (1990) Lenz-Syndrom 1990 seit 08.09 in einer Wohngruppe
N. (2005) Hirnschädigung, Tetraspastik, blind, Epilepsie (LGS) * 2014
K. (2009) Nach Unfall Netzhaut- u. Hirnblutungen, blind, Epi, Spastik.....
V. (2015) hydranenencephalie.... Tetraspastik, Blind, Epi und was noch so kommt.

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Jennifer
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Beitrag von Jennifer »

Hi,

ja dann ist es ja erst einmal geklärt.
Ich würde es trotzdem im Auge behalten, und ihr auch deutlich zu verstehen geben das das nicht in Ordnung ist, sonst braucht man ja kein Pflegedienst.
Bei uns war nach aussprache auch alles OK und so wie ich es einschätze ist bis jetzt keiner mehr eingeschlafen :-).
Ich spreche lieber sofort vernüftig in Ruhe mit den jeweiligen Schwestern, sei denn es ändert sich nichts dann rufe ich auch bei der Pflegedienstleitung an.

LG Jenny
Alina Janine 10.01.01 FG 24SSW, 390g, Cerebralparese, Hirnblutungen, Balkenhypoplasie, Blind, Epilepsie, ASD2, Tetraparese, Mikrozephalus, Bronchopulmonale Dysplasie II, Hüftdysplasie, war Langzeitbeatmet, PEG Sonde,
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osljudith
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Beitrag von osljudith »

Hab Dir eine PN geschickt
Judith *09/07, Dupl. Xq27.3, Monos. 3p. Sitzt, robbt und versteht viel, kommuniziert nonverbal. Ein ausgeglichenes Kind.
Schlafbez. Hypoventilationssyndrom -> CPAP, PHT, verschlossener ASD2, neurog. Blasenentleerungsst., Z. n. ARDS, Port, Sonde für Medikamente. Sehr infektanfällig

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PapaBernhard
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Beitrag von PapaBernhard »

Hallo Birte,

das geht ja gar nicht, wobei ich auch schon Nächte hatte, wo ich mit dem Schlaf kämpfen musste (vor allem, wenn ich mal am Tag nicht schlafen konnte oder sonst besonderer Stress zu Hause war... und dann die Nacht auch noch sehr ruhig ist. Wir haben auch Patienten, wo man nicht eine Sekunde Ruhe hat). Dann muss man eben Maßnahmen treffen wie aufstehen etc.
So hart es klingt, wenn die Gefahr besteht, unbequemere Möbel hinstellen...

Und wenn alles nichts nützt muss man doch ein Gespräch mit dem PD suchen....

Liebe Grüsse
Bernhard
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bianca111
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Beitrag von bianca111 »

Hallo als jahrelange Nachtdiensterfahrene ,kann ich nur sagen, das ich es als menschlich ansehe wenn man in ruhigen Nächten eindusselt gerade bei einer 1 zu 1 Betreuung wenn der Schützling schläft, passiert dies ganz leicht wer kann sich schon die ganze Nacht wachhalten wenn nicht viel zu tun ist ???? das ist fast unmöglich :oops: spreche da aus eigener Erfahrung ich war aber bei dem kleinsten Pip sofort wieder voll da, es war nie ein tiefer Schlaf ,natürlich sollte es nicht passieren aber es ist wirklich schwer .............. Liebe Grüsse bianca
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Beitrag von dana chaos4 »

Hi, ich habe diese Erfahrung auch gemacht wie Bianca. Man schläft nicht richtig, aber irgendwann kann man nicht mehr und die Augen fallen zu. Ich hatte mir das Handy im 10 min Takt gestellt, so konnte ich nie richtig einschlafen. Die Monitore geben bei Bedarf Alarm.
LG Dana
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Mama Ursula
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Beitrag von Mama Ursula »

Hallo Birte!

Mir geht es wie Dana und Bianca und bei uns war es je nach Kind sogar erlaubt, z.T. sogar "gewünscht", dass ich daneben Ruhe - hatte ein richtiges Bett :shock: :D
Dennoch habe ich wirklich immer alles mitbekommen - das Kind war kognitiv fit, maskenbeatmet und muskeldystroph. Er meldete sich nachts um gelagert zu werden... - ganz leise, da kaum Kraft und durch die Mund-Nasen-Maske zusätzlich gedämpft. Hätte ich den überhört, der hätte sich sofort beschwert (war 14 :wink: )
Monitore und Co. sind für mich eigentlich die "letzte" Sicherung, denn absaugen und Co. musste und würde ich i.d.R. vor einem deutlichen Sättigungsabfall - aber ehrlich, das habe ich immer mitbekommen!

Außerdem habe auch ich mir alle 20Min. den Vibrationsalarm vom Handy gestellt - aber mehr, weil ich die Werte dann immer notieren musste :wink:

Ich finde gut, dass Du Eure Sr. drauf angesprochen hast und bin sicher, es war ihr höchst peinlich und wird vorerst nicht mehr vorkommen :wink:

Aus der Vergangenheit weiß ich, dass hier die wenigsten Eltern Verständnis für diese "Vorkommnisse" haben und es wurde schon oft und oft auch sehr heftig diskutiert, also, falls Du es für untragbar hälst, bist Du in guter Gesellschaft mit vielen anderen Usern und hast natürlich das Recht, die PDL zu informieren..., ob deshalb die Sr. bei Euch raus muss, entscheidest letztendlich auch dann noch Du. Evtl. bekommt sie nur noch einen "offiziellen" Rüffel und weitere "Tips", um dies künftig zu verhindern :wink:

Grüßle
Ursula, die auch heute noch jeden Pieps von Jessy hört, nicht aber wenn der Hund am Bett bellt :wink:
Kinderkrankenschwester mit Fachweiterbildung Palliativ Care und Außerklinische Beatmung.
Pflegemutter von Jessy (18J., Asphyxie-ICP, Baclofenpumpe in Mannheim bei Dr. Kunkel, trotz schwerster Skoliose, dank CBD anfallsfrei), kl.Bub (2J. SHT-ICP, Baclofenpumpe, trotz OP-Gewicht < 15kg, dank CBD anfallsfrei), 2 gr. Jungs - ausgezogen.

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PapaBernhard
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Beitrag von PapaBernhard »

Da kann ich eine lustige Geschichte dazu erzählen:
Ich hatte (bei meiner Ex-Firma) einen Patienten, wo wir uns nachts hinlegen durften (mussten uns zum Lagern den Wecker stellen, den Rest haben die Alarme gemacht)...

Ich war zu der Zeit mit Dominik im Schlaflabor. Dies liegt auf der Intensivstation von unserer Kinderklinik. Ich schlief im gleichen Raum wie Dominik, dieser Raum lag fern ab der Patientenzimmer ganz hinten (bei den Arztzimmern etc.). Dominik hat keinen einzigen Alarm in der Nacht gemacht. Als aber 4 Zimmer weiter ein Alarm ertönte stand ich innerhalb von wenigen Sekunden neben dem Bett und habe eine ganze Weile gebraucht, bis ich kapiert habe, dass ich nicht in der Arbeit bin...

Liebe Grüsse
Bernhard
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Beitrag von joeysmommy »

Mama Ursula hat geschrieben:Hallo Birte!

Mir geht es wie Dana und Bianca und bei uns war es je nach Kind sogar erlaubt, z.T. sogar "gewünscht", dass ich daneben Ruhe - hatte ein richtiges Bett :shock: :D
Dennoch habe ich wirklich immer alles mitbekommen - das Kind war kognitiv fit, maskenbeatmet und muskeldystroph. Er meldete sich nachts um gelagert zu werden... - ganz leise, da kaum Kraft und durch die Mund-Nasen-Maske zusätzlich gedämpft. Hätte ich den überhört, der hätte sich sofort beschwert (war 14 :wink: )
Monitore und Co. sind für mich eigentlich die "letzte" Sicherung, denn absaugen und Co. musste und würde ich i.d.R. vor einem deutlichen Sättigungsabfall - aber ehrlich, das habe ich immer mitbekommen!

Außerdem habe auch ich mir alle 20Min. den Vibrationsalarm vom Handy gestellt - aber mehr, weil ich die Werte dann immer notieren musste :wink:

Ich finde gut, dass Du Eure Sr. drauf angesprochen hast und bin sicher, es war ihr höchst peinlich und wird vorerst nicht mehr vorkommen :wink:

Aus der Vergangenheit weiß ich, dass hier die wenigsten Eltern Verständnis für diese "Vorkommnisse" haben und es wurde schon oft und oft auch sehr heftig diskutiert, also, falls Du es für untragbar hälst, bist Du in guter Gesellschaft mit vielen anderen Usern und hast natürlich das Recht, die PDL zu informieren..., ob deshalb die Sr. bei Euch raus muss, entscheidest letztendlich auch dann noch Du. Evtl. bekommt sie nur noch einen "offiziellen" Rüffel und weitere "Tips", um dies künftig zu verhindern :wink:

Grüßle
Ursula, die auch heute noch jeden Pieps von Jessy hört, nicht aber wenn der Hund am Bett bellt :wink:
Hallo,

puh, ich bin ja mal erleichtert, sowas von Dir, Ursula, zu hören... Hab ja auch schon ab und an ähnliches geschrieben und mich damit aber sowas von in die Nesseln gesetzt... :shock: :shock: :shock:

Ich finde einfach, es kommt immer auf die spezielle Situation beim Kind an und auch darauf, wie die Familie das sieht. Und ich tue es auch nur dann, wenn ich sicher weiß, dass ich nicht so totmüde bin, dass ich fest einzuschlafen drohe, dann laufe ich lieber die ganze Nacht im Zimmer auf und ab. Ich wache aber wirklich bei jedem Pups auf, auch daheim. Und ich stelle mir dann auch immer den Vibrationsalarm alle 10 Minuten und döse auch nur im Halbsitzen, lege mich nie gemütlich hin. So kann ich es dann verantworten.

Es kam aber bei Kolleginnen auch schon vor, dass sie ganz offensichtlich über Stunden tief und fest geschlafen haben und dann morgens trotzdem auf wundersame Weise Vitalwerte eingetragen waren. Oder eine Kollegin ist mal abends während eines Gesprächs mit der Mutter eingeschlafen (dazu muss man schon arg übermüdet sein, wie ich finde :shock: ). Ich glaube, da würde ich als Mama dann auch keine Kompromisse eingehen und die PDL informieren. Ansonsten würde ich auch hoffen, dass man mich zuerst persönlich anspricht und mir nochmal eine Chance gibt, wenn es versehentlich zum Einnicken kam. Letztlich aber könnte ich es nicht beeinflussen.

Ich hoffe, das Problem hat sich nun von selbst erledigt bei Euch und das Vertrauen ist nicht zerstört. Alles Gute!!!
Liebe Grüße, Verena (*07/78), mit Joana (*06/06), 35.SSW, V.a. ASS, FI, und Joshua (*11/10), Hypopl. d. re. unt. Extremität + Oligodaktylie, psychomot. Ret.

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Mama Ursula
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Beitrag von Mama Ursula »

Hey Verena!

Ganz ehrlich - ich kann die kritischen Eltern schon verstehen, aber aus der Erfahrung weiß ich, um so klarer und realistischer die Absprachen vorab sind, um so weniger Vertrauensverluste... treten auf!

Bei sehr aufwendigen Kindern passiert einem das ja auch gar nicht erst, aber bei den Kindern, die nur alle paar Wochen mal einen heftigen Infekt oder Anfall haben und ansonsten "nur" überwacht und gelegentlich (stündlich oder in noch größeren Intervallen) versorgt werden müssen, bin ICH großzügiger :oops:

Klar, eine Verkäuferin könnte auch nicht einfach ein Nickerchen machen und bekommt auch die gesetzlich vorgeschriebene Pause oft nicht, aber das lässt sich halt nicht vergleichen und letztendlich ist die Frage, ist die Sicherheit und Versorgung des Kindes gewährleistet? Wenn ja - gut, wenn nein - dann darf es nicht vorkommen!

Wie gesagt, es gibt gute Argumente für beide Seiten, aber manchmal sehen die Realitäten halt anders aus als die Ideale und dann sollte man abwägen, wie "streng" man es handhaben möchte/ muss.

Birte kennt mich und deshalb habe ich mich so klar geoutet, denn auch ich wurde schon heftig angegriffen... - aber ich kann es echt verstehen, wer nach solch einem Vorfall Angst hat und selber nicht mehr zur Ruhe findet, weil er fürchtet, die NW könnte im Ernstfall "verschlafen", der MUSS die Situation klären/ ändern!

Grüßle
Ursula
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