Betreuung beantragen (volljährig); welche Unterlagen?

Unsere Kinder werden älter, verlassen die Schule und auch oft das Elternhaus. Wie sehen die Perspektiven für behinderte Jugendliche und junge Erwachsene aus? Wo können sie arbeiten? Wo finden sie geeignete Wohnformen? Hier können sich Eltern austauschen und informieren!

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Betty1205
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Betreuung beantragen (volljährig); welche Unterlagen?

Beitragvon Betty1205 » 08.03.2012, 12:25

Hallo zusammen,

welche Unterlagen sollte ich dem Antrag beifügen? Diagnose-Schreiben ist klar
und den SBA. Aber sollte ich auch das Sonderpädagogische Gutachten mitschicken?
Braucht das Amtsgericht diese Unterlagen überhaupt?

Schreibt uns das Amtsgericht an, wenn Unterlagen fehlen? Oder wenn ich Fragen
nicht beantwortet habe?

Manche Fragen kann ich gar nicht beantworten, da sie nur mit Ja / Nein bzw.
einverstanden / nicht einverstanden angekreuzt werden können. Das passt
aber bei uns nicht immer.

Liebe Grüße
Petra (diefindetdasdiezeitzuschnellverging :cry:)
Sohn geb. 94, Fragiles X, 100 % SBA, Epilepsie

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angela
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Beitragvon angela » 08.03.2012, 12:54

Hallo Petra,

na dann rutsch mal rüber in die Rubrik "Arbeit und Wohnen" http://www.REHAkids.de/phpBB2/forum58.html :wink:

Zu Deinen Fragen:
Hast Du nicht einen Gesprächstermin bei dem Bearbeiter, der die Anträge aufnimmt?
Ein Gutachter kommt bei euch vorbei (oder ihr zu ihm), der macht fürs Amtsgericht das große Gutachten, wo er auch Empfehlungen ausspricht, inwieweit die Betreuung gehen soll - also für welche Bereiche.

Einen Antrag hab ich, wenn ich mich nicht irre, gar nicht ausgefüllt, das hat die Bearbeiterin alles im Zuge des Gesprächs erledigt.

LG - Angela
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Angela mit Eric (*93) und Franz (*98);
beide Dravet-Syndrom

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Beitragvon Betty1205 » 09.03.2012, 08:15

Hallo Angela,

nee, einen Gesprächstermin haben wir bisher nicht gemacht. Ich dachte, man
könne es mit dem Online-Formular beantragen und die Sache nimmt seinen
Gang. Aber jetzt bin ich schon der Meinung, dass wir erstmal persönlich bei
Gericht auftauchen sollten. Es liest sich bei Dir, als wenn man da wirklich Beratung
bekommt.

Bei "Arbeit und Wohnen" bin ich schon durchgerutscht, habe aber auf die Schnelle
nichts gefunden. Werde mal in Ruhe lesen :wink: .

Danke :wink:

Liebe Grüße
Petra
Sohn geb. 94, Fragiles X, 100 % SBA, Epilepsie

angela
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Beitragvon angela » 09.03.2012, 08:34

Hallo Petra,

schau mal hier:
http://www.REHAkids.de/phpBB2/viewtopic ... 390#977390

da ist das Wichtigste zusammengefaßt. :wink:

LG - Angela
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Betty1205
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Beitragvon Betty1205 » 09.03.2012, 12:57

Hallo Angela,

zusammenfassen müßte ich wohl meine Datei-Leichen auch mal. Denn ich habe gestern
noch Einiges gefunden, was diese Themen betrifft. Nur sind die Infos mal hier gespeichert
und mal da :oops: und eben nicht zusammengefasst.

Trotzdem... Danke :wink:

Liebe Grüße
Petra
Sohn geb. 94, Fragiles X, 100 % SBA, Epilepsie

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Beitragvon Püppimelli » 09.03.2012, 15:10

Hallo Petra,

du kannst ruhig deinen Online-Antrag ausfüllen und musst nicht extra zum Gericht. Die Fragebögen sind soweit immer schon recht gut formuliert. Da aber jeder Mensch andere Hilfe braucht, kann der Bogen natürlich nicht immer mit JA/Nein beantwortet werden. Das ist aber nicht weiter schlimm. Da ich deinen nicht kenne, hier ein paar Hinweise:

- Diagnosen und dazugehörige Unterlagen beilegen
- Anschrift behandelnder Ärzte aufschreiben
- welche Probleme treten auf
- Wer soll Betreuung übernehmen
- ist Vermögen vorhanden? (ab 2600 Euro Vermögen muss der Betreuer aus diesem Vermögen bezahlt werden, Stichtag 01.01. eines Jahres)

Ein Gutachten wird aus Kostengründen nur eingeholt, wenn anhand der vorliegenden Unterlagen keine klare Aussage getroffen werden kann. Kurzgutachten werden daher lieber eingeholt (über den Sozialpsychiatrischen Dienst).

Wenn Unterlagen fehlen oder irgendetwas anderes gebraucht wird, so wirst du entsprechend angeschrieben oder angerufen. Daher empfehle ich immer die Telefonnummer mit anzugeben.

Ich denke du kennst ja den Sinn einer Betreuung. Wenn du also Fragen hast, was du NACH der Einrichtung einer Betreuung hast, so kannst du diese beim Verpflichtungsgespräch mit dem Rechtspfleger ausführlich besprechen. Dafür bekommst du dann einen Termin (meist zusammen mit dem Beschluss übersandt).

Wenn du jetzt noch Fragen hast, dann her damit, ich habe das Verfahren ja Jahre lang bearbeitet und die Anträge aufgenommen.

Liebe Grüße
Liebe Grüße

Melli

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Beitragvon Püppimelli » 09.03.2012, 15:13

angela hat geschrieben:Hallo Petra,

schau mal hier:
http://www.REHAkids.de/phpBB2/viewtopic ... 390#977390

da ist das Wichtigste zusammengefaßt. :wink:

LG - Angela


Hallo Angela,

nur der Form halber: Kannst du bitte Vormundschaft gegen Betreuung austauschen? Die Vormundschaft ist ein eigenständiges Verfahren für Minderjährige. :wink: Für Volljährige heißt es Betreuung und wird beim Amtsgericht (Betreuungsgericht) beantragt. Vormundschaften und Pflegschaften sind auch an die Familienabteilungen abgetreten worden.
Liebe Grüße



Melli

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Beitragvon angela » 09.03.2012, 15:35

Hallo Püppimelli,

danke und ich habs geändert!

Das Gutachten ist eigentlich sehr ausführlich und ich bin froh so was ausführliches im Haus zu haben - falls bspw. mal wieder ein Amt fragt, ob es irgendwo festgehalten wurde das mein Sohn nicht schreiben kann. Als Eltern wird man ob der "Behauptung" fassungslos angeschaut - als ob es nicht Analphabeten gäbe und Menschen, die tatsächlich nicht in der Lage sind zu schreiben... :roll:

Und im Gegensatz zu Püppimellis Aussage geb ich ungern meine Telefonnummer raus, ich hab lieber schriftliche Anfragen, auf die ich antworten kann. Sind leider Erfahrungswerte, das geschriebenes Wort besser im Gehirn haften bleib - bei ebiden Seitent. Allgemein von Ämtern gesprochen, unser Amtsgericht muß ich wirklich loben was die Betreuung anging und angeht. :wink:

LG - Angela
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Beitragvon Püppimelli » 09.03.2012, 17:30

Hallo Angela,

ich kann verstehen, das man seine Telefonnummer ungern rausgibt. Ich mache das auch nicht. Aber wer kein Problem mit einem Anruf seitens des Gerichts hat, der kann sie gerne angeben. Manchmal ist sie auch für einen Gutachter hilfreich, weil Termine dann leichter abgestimmt werden können. Aber es ist kein Muss.

Manche haben eine Betreuung mit nur einem Satz angeregt (Ich bitte um Einrichtung einer Betreuung für...). Da muss dann natürlich erstmal nachgefragt, ein Fragebogen übersandt und ein Gutachten eingeholt werden. Aber das ist wirklich kein Problem.

Also alles an Unterlagen einreichen, was irgendwelche Beeinträchtigungen beschreibt.
Liebe Grüße



Melli

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Beitragvon Betty1205 » 10.03.2012, 08:08

Hallo Püppimelli,

vielen Dank für Deine ausführliche Erläuterung :wink:.

Da aber jeder Mensch andere Hilfe braucht, kann der Bogen natürlich nicht immer
mit JA/Nein beantwortet werden.


Das ist klar, aber ich kann Fabian ja gar nicht erklären worum es geht und somit kann
er sich nicht einverstanden erklären oder von der Betreuung Kenntnis haben. Meine
Überlegung war nun, was macht das Gericht mit einem Antrag wo ein paar Fragen
nicht beantwortet wurden/werden konnten? Leider gibt es auch keine Zeile für
eigene Erklärungen.

Ein Gutachten wird aus Kostengründen nur eingeholt, wenn anhand der vorliegenden
Unterlagen keine klare Aussage getroffen werden kann.


Wir haben ja schon ein Gutachten vom Sonderpädagogischen Dienst. Jetzt weiß ich,
dass ich das auch mitschicken/mitnehmen werde :wink: .

Wenn du jetzt noch Fragen hast, dann her damit, ich habe das Verfahren ja Jahre lang
bearbeitet und die Anträge aufgenommen.


Prima, werde bestimmt noch mal nachfragen müssen :oops: .

Liebe Grüße
Petra
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