Betreuung beantragen (volljährig); welche Unterlagen?

Unsere Kinder werden älter, verlassen die Schule und auch oft das Elternhaus. Wie sehen die Perspektiven für behinderte Jugendliche und junge Erwachsene aus? Wo können sie arbeiten? Wo finden sie geeignete Wohnformen? Hier können sich Eltern austauschen und informieren!

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meyka
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Beitragvon meyka » 10.03.2012, 09:43

Guten Morgen Püppimellie ,

wir sind auch gerade bei der Beantragung einer Betreuungsperson für Timo . Gerichtliche Begutachtung findet in der nächsten Woche statt .

Ich habe jetzt mal eine Frage : Wer sollte als Betreuungsperson eingetragen werden , beide Elternteile , oder evtl . auch die Schwester ( ?
Liebe Grüße
Karin
Timo , 25 Jahre, Frühgeburt 25. SSW. mehrfachschwerstbeh. Autismus , sehbehindert.

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Püppimelli
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Beitragvon Püppimelli » 10.03.2012, 15:21

Hallo Petra,

dein Sohn muss die Fragen auch nicht beantragen oder gar verstehen. Das können ja viele nicht. Wenn du sie nicht beantworten kannst, dann lässt du sie weg. Das ist kein Beinbruch. Wenn du glaubst, das wichtige Sachen nicht gefragt wurden, dann schreibe sie einfach auf einen extra Zettel und hänge diesen als Anlage an den Bogen an.



Hallo Karin,

normalerweise sollte die Person Betreuer sein, die auch die Angelegenheiten regelt. Bei jungen Erwachsenen sind das also meistens die Eltern. Es können also gerne beide als Betreuer eingetragen werden. Sie bekommen dann beide einen Ausweis und haben beide Anspruch auf die jährliche Vergütung. Ich weiß nicht wie alt die Schwester ist und welche Dinge sie regeln sollte, daher kann ich das erstmal nicht pauschal beantworten. Generell sollten aber nicht zu viele Betreuer sein, da die Betreuer bei Vermögenssorge jährlich eine Rechnungslegung vorlegen müssen und das bei mehreren viel Arbeit ist. Und es muss ja nicht jeder Betreuer sein, nur weil man sich um Timo kümmert. Die Schwester kann sich ja trotzdem um ihn kümmern und ihn begleiten, aber eben keine Unterschriften leisten.
Liebe Grüße

Melli

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Beitragvon meyka » 10.03.2012, 15:45

Hallo Püppimellie,
vielen Dank für deine Infos .
Wir haben überlegt , ob es sinnvoll wäre Timos Schwester (25) als Betreuer miteinzutragen , für den Fall , daß wir nicht in der Lage sind , für ihn zu handeln .
Sie würde das ja tun , hätte dann aber die rechtliche Handhabe .

LG Karin
Timo , 25 Jahre, Frühgeburt 25. SSW. mehrfachschwerstbeh. Autismus , sehbehindert.

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Beitragvon Püppimelli » 10.03.2012, 15:49

Hallo Karin,

was meinst du damit, falls ihr mal nicht könnt? Solltet ihr über längere Zeit mal nicht handeln können (was ja bei 2 Betreuern so gut wie nie vorkommt), so kann sie immernoch als Betreuer verpflichtet werden.
Liebe Grüße



Melli

angela
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Beitragvon angela » 10.03.2012, 15:57

Hallo Püppimelli,
Generell sollten aber nicht zu viele Betreuer sein, da die Betreuer bei Vermögenssorge jährlich eine Rechnungslegung vorlegen müssen und das bei mehreren viel Arbeit ist.
was ist daran viel Arbeit? Meist macht das Geld doch eine Person bzw. es werden Kontoauszüge abgeheftet und man schreibt in dem Bericht doch nur die Stände ein vom 1.1. eines Jahres bzw. einen Tag vor Ablauf der Jahresfrist.
Vielleicht verstehe ich Dich falsch, aber als Eltern braucht man doch keine Rechnungslegung in dem Sinn machen wie ein Berufsbetreuer?

Ich schieb das jetzt alles mal in die Rubrik "Arbeit und Wohne" - wo das Thema ja hingehört. :wink:

LG - Angela
unsere Vorstellung: hier
Angela mit Eric (*93) und Franz (*98);
beide Dravet-Syndrom

Püppimelli
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Beitragvon Püppimelli » 10.03.2012, 16:01

Hallo Angela,

wenn es aber mehrere Personen machen, dann ist das schon mal ein durcheinander. Was ich da schon so gesehen habe. Und manche tuen sich alleine mit Kontoauszügen schwer (denn nicht jedem Gericht reicht der mitgeteilte Stand). Nicht immer reicht der Kontostand zum 1.1., das kommt einerseits auf das Vermögen an, andererseits auf Einwilligungsvorbehalte.
Das Gericht möchte natürlich schon wissen, wenn zb das Geld ständig schrumpft.
Ich hab schon ehrenamtliche Betreuer gehabt, die mal eben 30000 Euro im Jahr "beiseite" geschafft haben. Die werden dann schon angewiesen nachzuweisen, wo das Geld hin ist.
Liebe Grüße



Melli

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Beitragvon Susannwe » 10.03.2012, 16:02

Hallo Ihr,
das sehe ich auch so. Sina hat nicht mal ein Konto...wofür auch?
Ich habe neben mir noch meine Freundin als Betreuerin für Sina, falls mir mal etwas passiert und sie nicht irgendjemanden bekommt!
Die Schwester könnte man ja als "Ersatzbetreuer" eintragen lassen. Werde ich mit meinem großen Sohn (24 J.) jetzt auch machen, da er alles nötige weiß, um richtig in Sinas Sinne handeln zu können!
LG
Susann
Susann 51 , T. 28 J.; Sina 27 J. tuberöse Sklerose, autoaggressiv, autistische Züge, schwermehrfachbehindert; L. 16 J.: Frühchen 31 W 1T, Herzklappenfehler(erledigt)


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