dyskinetische Cerebralparese und Regelgymnasium?

Integrative Kindertagesstätte oder Sonderkindergarten? Kann mein Kind die Regelschule schaffen oder muss es doch eine Sonderschule besuchen? Hier dreht sich alles um Kindergarten- und Schulbesuch.

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dana chaos4
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dyskinetische Cerebralparese und Regelgymnasium?

Beitrag von dana chaos4 »

Haben heut nun die Schockdiagnose Dyskinetische Cerebralparese bekommen.
Bis hieß es immer Nico's feinmotor. Schwierigkeiten in der re Hand kämen von der Hirnblutung in der SS.
Da nun der Übertritt ansteht, empfahl uns der Schulpsychologe einen Termin beim Neurpädiater damit er uns dies bestätigt und Nico wieder länger Zeit, bzw Hilfe bei Mitschriften bekommt.
Nun kam der Schock, es ist viel schlimmer als gedacht, der re Arm ist nur sehr schwach und die Wirbelsäule verkrümmt sich schon deswegen. (sollen noch zum Orthopäden)
Nun meinte der Arzt, das N. eigentlich ganz klar auf die körperbehinderten Schule müsste, da haben wir aber nichts mit Gymnasium gefunden. Wenn wir unbedingt eine Regelschule versuchen wollen, sollen wir beim Kultusministerium intergrative Beschulung beantragen.
Nun meine Fragen, hat jemand so ein Kind und Erfahrungen? Kennt wer eine geeignete Schule? Was heisst genau integrative Beschulung? Käme auch ein Schulbegleiter in Frage bzw. wäre ein kleines Internat über die Eingliederungshilfe möglich. (würden ihn evt., wenn hier gar nichts mehr geht auf Lukas Schule schicken, können es aber nicht selbst finanzieren).
Hoffe es war halbwegs verständlich.
LG Dana
Lukas 98 Asthma, ND, Allerg., ADS, sehr introvertiert, lebt glückl. i Internat 60 %, Paul 01 Rolando Epi, ADHS, Bettnässer durch zu kl. Blase 80 % H B G , Nico 100 % H B G- ICP armbetont, ADHS, Asthma, ND, Allerg. auf künstl.Farbstoffe, Kleinwuchs,.. Leonie 06 50 % Asthma, ND,

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Jaqueline
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Beitrag von Jaqueline »

Hallo Dana,
Nun meinte der Arzt, das N. eigentlich ganz klar auf die körperbehinderten Schule müsste, da haben wir aber nichts mit Gymnasium gefunden
www.srh.de/shs
LG Jaqueline
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Manuela15
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Beitrag von Manuela15 »

Das ist Integrative Beschulung, Schau mal in die Audiodateien unten auf der Seite:


http://www.gew-wittmund.de/?p=1962

Falls dein Kind "nur eine körperliche Behinderung hat" und kognitiv unauffällig bzw. stark ist, finde ich wäre eine integrative Beschulung mit Integrationshelfer, die du beim Sozialamt beantragen kannst, durchaus sinnvoll. Braucht dein Kind einen Rollstuhl? Das ist oft ein Problem, weil die Schulen meist nicht barrierefrei sind.

Wegweiser für Eltern Inklusion:

http://www.lebenshilfe-bw.de/download_t ... ildung.pdf
Mein Rat: Prüfe genau, wo es deinem Sohn am besten geht!

Rita2
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Beitrag von Rita2 »

Hallo,

ich würde mal sagen, der Arzt ist einer der meint Behinderte gehören auf eine Behindertenschule und haben auf einer Regelschule nichts verloren. :evil: Wenn dein Sohn bisher die Grundschule ohne Hilfe gut geschafft hat, warum sollte das im Gymnasium anders sein? Wenn er Einschränkungen in der Motorik der Hand hat, dann stehen ihm Nachteilsausgleiche bei Klassenarbeiten zu. Entweder weniger Aufgaben oder länger Zeit.
Was er mit integrativer Beschulung meint, weiß ich auch nicht, denn da wird in jeden Bundesland etwas anderes darunter verstanden.
Eine gute Anlaufstelle könnte die Elternselbsthilfevereinigung Gemeinsam leben gemeinsam lernen sein. Hier ( http://www.gemeinsamleben-gemeinsamlern ... he-gruppen ) auf der Internetseite findest du aller Ortsgruppen in Bayern.

Ansonsten gibt es in der Nähe von Heidelberg eine Körperbehindertenschule auch mit Gymnasium und Internat. Ich sehe gerade, daß der Link von Jaqueline genau auf diese Schule führt.

Viele Grüße
Rita
Rita mit Sohn *Dezember 1995, ohne Diagnose,
cerebrale Koordinations- und Tonusregulationsstörung mit Zehenspitzengang, kognitive und sprachliche Entwicklungsstörung, süßer Bengel

Elisabeth97
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Beitrag von Elisabeth97 »

Hallo Dana,

wenn Dein Sohn eine Gymnasialempfehlung hat, dann solltest Du ihn auch dahin schicken. Die Aussage des Arztes zeugt nur von großer Unkenntnis oder großer Ignoranz gegenüber dem Inklusionsgedanken. Wenn Dein Sohn keinen Rollstuhl braucht, kann er ja jedes Gymnasium besuchen, ansonsten könnte es evt. schwierig werden, ein barrierefreies zu finden. Den vielleicht notwendigen I-Helfer beantragst Du beim Sozialamt und den Gemeinsamen Unterricht beim Schulamt und nicht beim Kultusministerium :roll: . Ich kenne ja die KB-Schulen in Bayern nicht, aber in NRW unterrichten sie max. nach Hauptschullehrplan. Meinen Sohn (Rolli-Fahrer mit ICP und Gym-Empfehlung) hätte ich dort auch nicht hingeschickt - zumal ich ein großer Anhänger der Inklusion bin. Lass`Dich nicht verunsichern :!:

Viel Erfolg und viele Grüße
Elisabeth

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anitaworks
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Beitrag von anitaworks »

Hallo Dana,

KB Schule ist kein Muss!

Mit Nachteilsausgleichen sollte ein Gymnasium zu schaffen sein, wenn er die Empfehlung dafür hat, dann hin und entsprechend anmelden!

Und Nachteilsausgleiche aufgrund körperlicher Schwierigkeiten sind bei weitem einfacher als bei seelischen Behinderungen.

Lass Dich nicht unterkriegen!
Liebe Grüße
Anita
*1996 Sohn F84.5G (2010) HB
*1998 Tochter F84.5G (2013), Knick-Senk-Füße
*2002 Tochter F84.1G(2014), F90G (2011), HB, Hornhautverkrümmung
*2007 Sohn F84.5G, F90G, F83, HB (2012)
Hinzufallen ist keine Schande, liegen bleiben aber schon!!
#NoABA #FragtWarum

dana chaos4
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Beitrag von dana chaos4 »

Hi, mein Sohn ist kein Rollifahrer, er hat vorallem Probleme im re. Arm.

Gibt es für die körperbehinderten Kinder auch einen Anspruch auf Inteligenzgerechte Beschulung?
Ich möchte am Montag zum Schulamt und mich dort über unsere Möglichkeiten beraten lassen.

LG Dana
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Manuela15
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Beitrag von Manuela15 »

Ja. Hier ein Auszug :
Förderschule körperliche und motorische Entwicklung
Schulabschlüsse
Folgende Abschlüsse können erreicht werden:
• Hauptschulabschluss
• Hauptschulabschluss nach Klasse 10
• Mittlerer Schulabschluss (Fachoberschulreife) - ggf. in Verbindung mit der Berechtigung zum Besuch der gymnasialen Oberstufe
• Abschluss des Bildungsgangs im Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung
• Abschluss des Bildungsgangs im Förderschwerpunkt Lernen
• Fachhochschulreife
• Allgemeine Hochschulreife.

Elisabeth97
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Beitrag von Elisabeth97 »

Hallo Dana,

ich verstehe wirklich nicht, warum Du Dir solche Sorgen machst (siehe auch meine 1. Mail oben). Ist in Bayern integrative Beschulung/Gemeinsamer Unterricht/Inklusion kein Thema? :shock: Wenn Dein Sohn "nur" Probleme mit dem rechten Arm hat, warum sollte er dann kein Gymnasium besuchen können? Wenn er nicht so schnell mitschreiben kann, könnte ihn vielleicht ein I-Helfer unterstützen, oder er benutzt einen Laptop. Für Klassenarbeiten kann er Zeitzuschläge bekommen oder er wird mündlich geprüft (Nachteilsausgleich). Mein Sohn (Rolli-Fahrer) hätte in unserem Ort selbstverständlich ein Gymnasium (mit Aufzug) besuchen können. Er wollte aber lieber auf die integrative Gesamtschule (mit gymnasialer Oberstufe) gehen, weil er dort schon in der Grundschule war und alle seine Freunde auch dorthin gewechselt sind. Dort ist er zwar manchmal unterfordert, aber er fühlt sich wohl. Dein Sohn würde bestimmt auch gerne mit seinen Freunden aus der Grundschule aufs Gymnasium wechseln.

@Manuela15:
Ich kenne mich - wie bereits gesagt - nicht mit den Verhältnissen in Bayern aus, aber in NRW gibt es nur eine KB-Schule (Anna-Freund-Schule in Köln als Internat) mit einer gymnasialen Oberstufe. An allen anderen KB-Schulen kann man max. nach Klasse 10 die Fachoberschulreife mit Qualifikation erreichen - und das schaffen nur sehr wenige Kinder. Die Kinder, die das Potenzial dafür haben, sind nämlich meistens schon vorher an eine Regelschule gewechselt.

Viel Erfolg und viele Grüße
Elisabeth

dana chaos4
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Beitrag von dana chaos4 »

Hi, wir hatten bis jetzt schon einge Hürden. In der 1. und 2. Klasse hatten wir einen Spitzenlehrer der sich ihm angepasst hat. Er hatte auch ein Mobiphon befürwortet. Dies wurde aber abgelehnt mit der Begründung, dass er mündlich abgefragt werden könnte. (Was aber nie gemacht wird - Extrawürschte gibt es nicht). Die Lehrerin ab der 3. meinte nur - ADHS, also ab auf die Hauptschule egal was er kann. Wir haben uns durch die dritte gekämpft und am Ende offiziell Nachteilsausgleiche beantragt. Bekommen hat er länger Zeit bei Proben, aber nur mit Augen zudrücken weil er einen SBA hat. Wir müssen doch bitte ein Gutachten vorlegen das bestätigt, das er es wirklich nicht kann und nur nicht will. Wenn jeder mit feinmotorikproblemen käme.... Nachteilsausgleiche gibt es nur bei LRS! Die Disskusion durfte ich diese Woche wieder mit dem Rektor führern, weil er ihm eine Strafarbeit aufprummen wollte (konnte sein Bild nicht in der vorgegeben Zeit malen!) :evil:
Wir haben also noch kräftig Erklärungsbedarf zum Thema Behinderung und Regelschule.
Wir hören nur bei jedem Gespräch- Regelschule können Sie vergessen. Ich bin total traurig, das er soviel mehr leisten muß als die andern Kinder und möchte ihm zu einen gerechteren Start verhelfen.

LG Dana
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