Kindergartenalltag bei JP

Integrative Kindertagesstätte oder Sonderkindergarten? Kann mein Kind die Regelschule schaffen oder muss es doch eine Sonderschule besuchen? Hier dreht sich alles um Kindergarten- und Schulbesuch.

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Sabine
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Kindergartenalltag bei JP

Beitragvon Sabine » 27.10.2004, 09:06

Hallo!

Gestern Abend hatten wir vom Elternrat aus eine Versammlung im Kiga. Da ich Elternsprecherin von JPs Gruppe bin, war ich auch mit von der Partie und konnte hinterher mit JPs Gruppenleiterin noch ein bisschen "schnacken" (wie die "Nordlichter" sagen).
Jan-Paul macht sich im Kindergarten wohl ganz gut. Im Moment sind die Betreuerinnen noch dabei, ihn zu "wecken", denn JP lebt ja doch manchmal (noch) sehr in seiner eigenen Welt :roll:. Deswegen hat die Gruppenwahrnehmung derzeit auch oberste Priorität. Außerdem soll er aus seinen Überstreckungen herausgeholt und der Blickkontakt verbessert werden. Der Blickkontakt hier zu Hause klappt ja inzwischen schon ganz gut, muss aber im Kiga, da JP ja die Erzieherinnen noch nicht so gut kennt, erneut eingeübt werden. Jeder beschäftigt sich mal mit ihm, wobei er dann allerdings nach 15-20 Min. wieder eine Pause braucht, um sich zu erholen und das Spiel bzw. die Anregung zu verarbeiten. Die Konzentration lässt dann einfach nach.
Aus für ihn unangenehmen Situation versucht er sich oft herauszuwinden. Das kenne ich ja auch von zu Hause. Aber er muss sich natürlich auch anpassen lernen und ich glaube, dass die Erzieherinnen ihm das ganz gut vermitteln :wink:.
An der Aufrichtung wird auch gearbeitet - früher oder später soll dann auch mal ein Stehständer (ist im Kiga vorhanden) zum Einsatz kommen.
Ansonsten bekommt er dort ja seine Therapien, geht zum Schwimmen... kurz gesagt: Der Tag ist farbig und abwechslungsreich und eben auch ein richtig anstrengender Arbeitstag für ihn. Jünger hätte er für den Kiga auch nicht sein dürfen. Jetzt ist gerade die richtige Zeit! :D
Das hochgesteckte Ziel der Betreuer ist es, seine Nachahmung anzuregen, denn die ist ja gleich Null. Bin gespannt, ob sie es schaffen... Natürlich werden wir diese "Prozesse" auch hier zu Hause versuchen nach Kräften zu unterstützen.
Nach drei Wochen Kiga merke ich schon, dass JP sich verändert hat. Er wirkt etwas wacher und munterer, lautiert anders und wirkt irgendwie richtig "groß" - das "Babyhafte" ist nicht mehr da. Er ist jetzt halt ein echtes Kindergartenkind!
Insgesamt bin ich mit der Kiga-Situation sehr zufrieden und denke, dass JP
dort alles bekommt, was er braucht.

Lieben Gruß,
Sabine
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Beitragvon Sabine » 04.11.2004, 22:14

Hallo!

Was Neues aus dem Kindergarten: Jan-Paul hat gestern und heute auf dem Stehbrett gestanden und es scheint ihm super gefallen zu haben!! Habe den Kleinen heute selbst abgeholt und da haben mir die Betreuerinnen davon erzählt. Außerdem war er insgesamt sehr aktiv und hat sich auf all das Neue auch gut eingelassen. :D
Außerdem bekamen wir heute einen schönen Bericht von JPs Früherförderin zugesandt, der auch an den Kinderarzt und den Kindergarten gegangen ist. Mit diesem Bericht haben wir jetzt endlich einen umfassenden Entwicklungsbericht, der sich auf die Beobachtungen einer erfahrenen Therapeutin stützt, die JP ein Jahr lang regelmäßig gesehen und sich mit ihm beschäftigt hat. :)
Über diese guten News vergesse ich doch glatt meine juckenden Zähne! Kennt das eigentlich jemand? Seit Tagen plage ich mich mit juckendem Zahnfleisch und juckenden, schmerzenden Zähnen herum. Kann das mit meiner Schwangerschaft (23. SSW) zusammenhängen?

Lieben Gruß,
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Beitragvon Isolde » 04.11.2004, 22:32

Hallo Sabine,

das mit den Zähnen ist richtig - in der Schwangerschaft kann das vorkommen. Frag mich aber bitte nicht, womit das zusammen hängt.
Also es kann sein, dass es auch zu diversen Zahnfleischblutungen kommt.
So sagte mir damals mein Zahnarzt - denn ich hatte dieses Problem mit den Blutungen, die nach der Schwangerschaft aber wieder weg ging.

Es wird eh geraten noch in der Schwangerschaftszeit wenigstens einmal beim Zahnarzt gewesen zu sein, auf die Zähne schauen zu lassen, weil man hinterher das auch ganz schnell vergisst, wichtig für all diejenigen, die so ein Bonusheft haben. Ich habs auch vergessen und fürs Jahr 1997 keinen Stempel drin, weil ich durch die vielen Krankenhausaufenthalte gar nicht dazu kam.

Reparaturen an den Zähnen sollte man allerdings versuchen aufzuschieben bis nach der Schwangerschaft.

............

Und die Entwicklung mit JP ist doch super. So eine Einrichtung kann einfach nochmals ganz viele Wunder bewirken in der Entwicklung. Das habe ich auch an Jonathan festgestellt.
Selbst jetzt die reine Gruppe für Geistig Behinderte ist ein Fortschritt für ihn, auch wenn es mir am Anfang schwer fiel, dieses zu akzeptieren, dass es eben jetzt keine Integration im Regelkindergarten mehr gibt, sondern eine Gruppe für rein nur geistig Behinderte.
Er macht weiter seine Fortschritte - und hier kann man auch viel besser auf all seine Probleme eingehen als in der Einrichtung zuvor.

Weiter so, hört sich alles toll an.
Und die restlichen 17 Wochen schaffst Du auch noch, hast schon mehr als die Hälfte hinter Dir.

Einen lieben Gruß
Isolde
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Beitragvon Sabine » 04.02.2005, 14:35

Hallo zusammen,

heute habe ich mir mal eine Bobath-Stunde von Jan-Paul im Kindergarten angeschaut.
Ich habe ja schon mehrfach erzählt, dass der Kleine im Kiga wirklich richtig rangenommen wird und gleiches gilt auch für die KG, die ja auch dort stattfindet.
Die KG findet in einem separaten Raum statt, der über viel Fläche und Matten verfügt. Es gibt dort eine Therapieschaukel, einen großen Spiegel, verschiedene große "Knautsch"-Elemente, Keile und Therapierollen. Die Bobathstunde kann man wirklich mit einer Turnstunde vergleichen. Jan-Paul übt dort das Sitzen, Abstützen usw. Viel Wert legt die KG auf die verschiedenen Rotationsübungen (Rota lässt grüßen, Tobias :wink: !) Außerdem versuchen alle (Erzieherinnen und KG) Jan-Paul aus seiner Überstreckung heraus zu bringen und ihm zu mehr Tonus zu verhelfen. Das ganze sieht für JP sehr anstrengend aus und er war hinterher auch echt k.o.
Trotzdem hat mich das ganze sehr beeindruckt. Zumal Jan-Paul vorher auch schon im Stehständer gestanden, Musik gehört und mit einer der Erzieherinnen das Sitzen geübt hatte. Gestern war er zum Schwimmen und danach dann auch völlig k.o.
Alle sind sehr ehrgeizig und haben viele Ideen und Wünsche, was noch verbessert werden und wie mit Jan-Paul außerdem noch gearbeitet werden kann.
Kein Wunder, dass er abends immer völlig platt ins Bett fällt. :)
Positiv ist mir seit JPs Kiga-Zeit aufgefallen, dass er sehr viel belastbarer geworden ist. Das anstrengende Turnen scheint auch Wirkung zu zeigen, denn seit kurzem versucht er selbst zum Sitzen zu kommen. In den Seitsitz kommt er von alleine und stützt sich dabei mit dem rechten Ellenbogen auf. Ein kleiner "Ducks" von mir an der linken Schulter - und er richtet sich auf zum selbstständigen Sitzen. Zwar hängt ihm der Kopf dann schnell wieder fast auf der Brust, aber er schafft es auch oft, ihn gerade zu halten. Für uns schon ein schöner Erfolg. Mir scheint auch, dass seine Rotationsbewegungen besser geworden sind. Er fällt eleganter, nicht mehr so abgehackt.
Am Dienstag kommen die Erzieherinnen und die KG zum Hausbesuch, um dann gemeinsam mit uns zu überlegen, wie wir einiges aus dem Kiga auch hier zu Hause umsetzen können.
Machen eure Erzieherinnen auch Hausbesuche? Ich finde das richtig klasse! :)

Lieben Gruß,
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Beitragvon Isolde » 04.02.2005, 15:12

Ja Sabine,

die von Jonathan waren gestern hier - ach war das schön.
Das Gesicht von Jonathan war ja köstlich gewesen. Da hat er sie gerade 1 Std. vorher im Kindergarten gesehen, und dann kommen die zu ihm in die Wohnung. Und was machte Jonathan - nichts.
Er verhielt sich so, als würden die bei mir ein und aus gehen.
Was er allerdings machte war, dass er schön zeigte, wie er daheim alles in der Gegend herum wirft und wie man Mama auf die Nerven gehen kann.

Ich fand das toll, dass tatsächlich die Damen kamen. Das hatte sonst noch nie jemand getan.
Sie haben mir dann hier auch den Förderplan von Jonathan erklärt und in die Hände gedrückt. Sowas hatte ich zuvor auch noch nicht.

Ich finde den Kindergarten prima - endlich mal einer, wo es auch in der Sache voran geht. Sonst hatte ich nur immer das Gefühl, dass Jonathan eben da ist und seine Zeit irgendwie vertreibt.

Aber er wird hier rangenommen, so wie Euer Jan-Paul auch.
Und das finde ich gut, dass die Kinder auch gefordert werden, und nicht nur so da sitzen bis die Zeit um ist.

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Beitragvon Nellie » 04.02.2005, 17:48

Mensch, Sabine! Das hört sich ja richtig toll an bei Euch!

Ich bin auch schon voller Hoffnung für Linn im KiGa bald.. auch wenn sie noch viel jünger als JP ist!

EIn bisschen sorgt mich, dass es ein ganz neuer KiGa (integrativ) ist und Linn das erste wirklich behinderte Kind und Sondenkind ist und sie somit noch keine Erfhrungen haben... wenn ich die Ziele lese bei Euch.,.. hoffentlich setzen sie sich auch solche Ziele und wissen, wie sie sie erreichen können... wir könnten auch versuchen, einen Platz in einem erfahreneren KiGa zu bekjommen, der allerdings ungünstig liegt und überlaufen ist. Bei diesem hier haben wir den Platz und er ist in der Nähe von uns und meinen Schwiegereltern.

Erzähl immer mal, wie es läuft.. vielleicht können wir denen ja auch Anreize bringen, sie sind nämlich sehr engagiert und wollen alles lernen und machen, was geht...

LG
Nellie
Linn *2004, schwerste Mehrfachbehinderung durch pontocerebelläre Hypoplasie Typ 2a (PCH 2a), Button, Epilepsie, Tracheostoma, nachts beatmet
A. *2009
Nicht behindert zu sein ist wahrlich kein Verdienst, sondern ein Geschenk, das jedem von uns jederzeit genommen werden kann. (Richard von Weizsäcker)
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Beitragvon Sabine » 04.02.2005, 20:38

Hallo Nellie,

gerne halt ich euch auf dem Laufenden. Im Chat hast du erzählt, dass Linn in eine Gruppe mit neun Kindern kommt. Das ist doch schon mal sehr schön. :)
Heute hatte ich kurz Gelegenheit, auch mal in die anderen Gruppen (Regel- und I-Gruppen) reinzuhorchen. Dort ist der Geräuschpegel schon ein anderer - für Jan-Paul wäre das nichts. Viel zu laut und zu wuselig!
In seiner Gruppe waren heute fünf Kinder und zwei Betreuerinnen anwesend - selbst da kam dann schon ein gewisser Lärmpegel auf. Zwischendurch werden den Kindern auch Musikcassetten angemacht - find ich auch super! :D
Für JP gibt es übrigens mal die Möglichkeit, sich in eine Ecke zurück zu ziehen und Ruhe zu finden. So war er gestern nach dem Schwimmen müde und hat erst mal geschlafen. Da Linn ja oft unruhig ist und sich schnell aufregt, wäre es schön, wenn die Betreuer ihr auch so ein Plätzchen zur Verfügung stellen könnten. Dahin könnte sie sich dann mit ihrer Bezugsperson zurückziehen und all das Neue und die vielen Reize in Ruhe verarbeiten. Das wäre noch so mein Tipp! :wink:

Lieben Gruß,
Sabine

P.S.: Bin schon gespannt, was du dann so zu erzählen hast!
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