Wohn- und Arbeitsstätte - anthroposophisches Dorf?

Unsere Kinder werden älter, verlassen die Schule und auch oft das Elternhaus. Wie sehen die Perspektiven für behinderte Jugendliche und junge Erwachsene aus? Wo können sie arbeiten? Wo finden sie geeignete Wohnformen? Hier können sich Eltern austauschen und informieren!

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LeanderS
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Beitragvon LeanderS » 25.02.2012, 09:37

Huhu.

Super! Danke für die Links. Werde ich gleich weiter geben! :D

Ja, das liebe JA und die Kostenfrage. Erzähl mir darüber bloß nix. :roll:

Mein "bestes Erlebnis": ich rief wegen einer KK-Geschichte in der Wirtschaftsabteilung des JA an. Ein mir unbekannter Mitarbeiter war dran. Nach einer Weile fragte ich ihn, ob er unser neuer SB sei.
Er: nein, ich bin der Prozessbetreuer.
Ich: welcher Prozess?
Er: Ja wir klagen doch gegen das Versorgungsamt?
Ich: Wieso weiß ich davon nichts?
Er: Wer sind Sie eigentlich?
Ich: der Vormund!?!?!
Er: Wie, die Kinder haben einen Vormund? Er wußte davon nichts, die pädagogische Abteilung hat ihm davon nichts gesagt.

Hintergrund des Prozesses: die wollten die Kosten für das gB Mädel an das Versorgungsamt abdrücken. Die meinten: Klar, wir übernehmen die Kosten, aber dann geht das Mädel in eines unserer Heime. Die Kosten für die Pflegefamilie wollten die nicht übernehmen. Und das JA wollte dem zustimmen!

Hätte ich nicht zufällig durch das Telefonat von dem Prozess erfahren, dann hätten die das Mädel ernsthaft aus der Pflegefamilie gerissen in der sie damals seit 6 Jahren lebte (sie sagt Mama zur Pflegemutter!), hätten sie von ihrer Zwilliingsschwester weggenommen, hätten ihr einfach alles genommen, nur wegen der Kosten! Wo bleibt da das Kindeswohl????

Ich hab mich dann mit meiner Anwältin eingeschaltet und wir haben in 1. Instanz gewonnen, das Kind darf auf jeden Fall in der Pflegefamilie bleiben, das JA muss die Kosten weiter tragen. Und was machen die? Gehen in die Berufung. Die wollen das Kind noch immer da raus reißen, nur damit die Kosten sparen. Der Prozess läuft noch immer. Wenn´s sein muss klagen wir so lange mit, bis sich die Frage durch das Alter der Mädchen erledigt hat. Ist mir egal. Die wird das nicht rausgerissen!!!

Ich könnte inzwischen Bücher über solche Geschichten schreiben. Leider....

Ja, die Regelung mit dem 1x monatlich besuchen ist neu. Und soweit ich weiß (mein Mann ist Sozialarbeiter und hat auch viel damit zu tun) hält sich niemand daran. Klar, Besuchskontakt ist zweitrangig. Aber wie will man sich vernünftig um ein Mündel kümmern, wenn man keinen Kontakt hat und gar nichts über das Kind weiß? Auf diesem Gebiet läuft auf jeden Fall in Deutschland ganz viel schief :x

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IrisB
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Beitragvon IrisB » 25.02.2012, 09:59

Hallo Leander,
@ Iris: sorry für den Verschreiber. Ich werde es mir merken :lol: : Hab ja gesagt ich kenne mich damit nicht aus und ehrlich gesagt, ist mir persönlich das alles auch etwas suspekt. Die Pflegemutter schwört jedoch auf das Konzept und ich vertraue ihr da voll und ganz, dass das für die Mädels das Richtige sein wird.
mein Bruder hat (vor etlicher Zeit) seinen Zivildienst in einem Camphill-Dorf gemacht, ich war da auch ab und zu, wir hatten auch öfter mal seine komplette "Dorffamilie" zu Besuch. Ich halte persönlich nicht viel von Anthroposophie (auch oder gerade, was die Theorien zu Genese von Behinderungen angeht...), aber wenn ich ein Kind mit gravierenden Defiziten hätte, würde ich evtl auch in die Richtung überlegen. Ich denke schon, dass das Orte sind, wo man sich wohl fühlen kann. Es wird sehr auf eine stabile Umgebung geachtet, die Wohnumgebung ist schön gestaltet, es gibt viele feste Rituale, etc.

LG Iris
Iris mit Johannes (Herbst 2003), Asperger Syndrom, und Konstantin (Frühling 2006), HFA
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Inga
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Beitragvon Inga » 25.02.2012, 10:01

Hallo!

Ja, ich könnte da auch Romane drüber schreiben!!!

Zum Glück haben wir hier aber ein recht guten Mann beim Amtsgericht, der einen privaten Vormund meist einem Amtvormund zustimmt.
So haben wir für unser 3 großen PK die Vormundschaft und auch von Stven durften wir sie (dank diesem Mann) behalten, das JA wollte, daß wir die Vormundschaft abgeben, als Steven ins Heim mußte.

Gruß, Inga
Michelle 02 Apert-Syndrom & Epi
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Emma 07
Nico 09 ADHS,...
"Joshua" 14 Epi, Hemi, Blind
Joleen 16 Schinzel-Giedion-Syndrom

Betreuer von Danielo '96 und Steven '98

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