Ich muss ganz schnell Grundsicherung beantragen

Unsere Kinder werden älter, verlassen die Schule und auch oft das Elternhaus. Wie sehen die Perspektiven für behinderte Jugendliche und junge Erwachsene aus? Wo können sie arbeiten? Wo finden sie geeignete Wohnformen? Hier können sich Eltern austauschen und informieren!

Moderator: Moderatorengruppe

Tina&Kids
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 176
Registriert: 25.11.2006, 15:25

Ich muss ganz schnell Grundsicherung beantragen

Beitragvon Tina&Kids » 20.02.2012, 19:14

Hallo Ihr Lieben,
bin gerade überfordert.
Mein Ex-Mann hat nach Jahren des sich "Nicht-Kümmerns" nun beschlossen auch kurzfristig die Unterhaltsverpflichtung abzugeben.Er zahlt ab sofort nichts mehr und verweist auf die Grundsicherung.
Ich muss jetzt arg schnell sehen was ich wie beantragen kann.Ohne das Geld komme ich gar nicht klar.Bin gerade echt verzweifelt.Ich hab dieses elede gekämpfe sooooo satt !
Jetzt geht der Kampf mit den Ämtern wieder los...grr

Ich versuche mich gerade zu informieren was Grundsicherung ist usw.
Nun hab ich gelesen ich muss einen Mietvertrag mit meiner Tochter abschliessen damit wir Unterkunftskosten bekommt ? Muss ich das jetzt irgendwie vor dem Antrag machen ?

Ich selber beziehe Erwerbsunfähigkeitsrente genau an der Grenze und bin wirklich auf jeden Cent angewiesen.
Kann mir jemand sagen auf was ich da achten muss ? Nicht das ich unwissend Fehler mache die mir dann schaden ?

Danke schonmal...

Traurige Grüße

Tina

Werbung
 
angela
Moderator
Moderator
Beiträge: 20024
Registriert: 22.12.2004, 07:45

Beitragvon angela » 20.02.2012, 19:34

Hallo Tina,

schau mal ob Du im folgenden Link schon was findest:
http://www.REHAkids.de/phpBB2/viewtopic ... 390#977390

Ich versuch mal zu schreiben wie es bei uns ist.
Mietvertrag haben wir keinen extra mit Eric, das Amt hat unsren Familienmietvertrag und da die Kosten rausgenommen, die sie brauchen. Ich habe allerdings auch schon gelesen das wohl einige einen Mietvertrag jetzt abschließen (müssen).
Da kannst Du nur fragen auf dem Sozialamt.

Geh morgen zum Amt und hol Dir den Antrag und frag gleich ob sie Dir beim Ausfüllen helfen können.

LG - Angela
unsere Vorstellung: hier
Angela mit Eric (*93) und Franz (*98);
beide Dravet-Syndrom

Püppimelli
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 1161
Registriert: 17.08.2010, 19:20

Beitragvon Püppimelli » 20.02.2012, 19:40

Hallo Tina,

sowas ist natürlich echt daneben. Wie alt ist denn dein Kind, besteht noch ein Anspruch auf Unterhalt? Wenn ja, würde ich sofort morgen beim Jugendam vorsprechen, die sollen dann eine Beistandschaft einrichten und Unterhaltsvorschuss gewähren.

Grundsicherung musst du beim Sozialamt beantragen. Dort würde ich mich auch morgen melden und ggf. wegen Wohngeld und weiterer Leistungen alles abzusprechen.

Alles Gute!
Liebe Grüße

Melli

ehemalige Userin

Beitragvon ehemalige Userin » 20.02.2012, 19:43

Hallo Tina,

unabhängig davon, ob Du nun Grundsicherung béantragst, kann Dein Mann nicht so sang und klanglos den Unterhalt für Dich und die Tochter einstellen. Nimm Dir einen Rechtsanwalt. Du bekommst einen Beratungsschein beim Amtsgericht.

Tina&Kids
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 176
Registriert: 25.11.2006, 15:25

Beitragvon Tina&Kids » 20.02.2012, 19:44

Meine Tochter ist schopn erwachsen.Da muss ich als Betreuerin leider jeden Weg selber finden und dann gehen.
Klar geh ich alles beantragen ich hatte nur Angst im Vorfeld einen Fehler zu machen.Hab nicht die besten Erfahrungen mit Ämtern :evil:

Das ist mehr als daneben.Mich macht das Verhalten echt traurig.

Danke Euch !

Tina&Kids
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 176
Registriert: 25.11.2006, 15:25

Beitragvon Tina&Kids » 20.02.2012, 19:48

Esthephania hat geschrieben:Hallo Tina,

unabhängig davon, ob Du nun Grundsicherung béantragst, kann Dein Mann nicht so sang und klanglos den Unterhalt für Dich und die Tochter einstellen. Nimm Dir einen Rechtsanwalt. Du bekommst einen Beratungsschein beim Amtsgericht.


Das dachte ich auch aber da scheint sich einiges geändert zu haben.Scheinbar dürfen Väter erwachsener Kinder das sehr wohl.
Da gibt es Urteile zu.Ich war selber ganz geschockt.Hab noch vor ein paar Monaten mit einer Fachanwältin über dieses Thema gesprochen und selbst die wusste das gar nicht.Ich bin deswegen wirklich aus allen Wolken geflogen heute.

Zitat :
Der Unterhaltsschuldner – also z.B.
der geschiedene Vater – darf seine
Unterhaltszahlungen einstellen und
das grundsicherungsberechtigte
Kind darauf verweisen, dass es
stattdessen Leistungen der Grundsicherung
in Anspruch nehmen
muss. Bestehende Unterhaltstitel
müssen in diesem Fall vom Familiengericht
aufgehoben werden.

Quelle : http://www.bvkm.de/recht/rechtsratgeber ... herung.pdf


Väter dürfen aber trotzdem weiterhin alle Steuervorteile nutzen.Ob sie nun zahlen ,sich kümmern oder sich völlig entziehen.Finde ich echt ungerecht !

Kaja
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 7075
Registriert: 23.08.2007, 09:40

Beitragvon Kaja » 20.02.2012, 21:16

Hallo Tina,

wenn der Vater seiner Unterhaltspflicht nicht zu mindestens 75 % nachkommt, kannst du nach § 32 Absatz 6 Satz 6 EStG den halben Kinderfreibetrag des Vaters und die daraus resultierenden steuerlichen Nachteilsausgleich auf dich übertragen lassen.

Viele Grüße Kaja


Zurück zu „Erwachsen werden: Leben, Arbeit, Wohnen“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste