Merkzeichen "H" und mögliche Arbeitsstellen?

Unsere Kinder werden älter, verlassen die Schule und auch oft das Elternhaus. Wie sehen die Perspektiven für behinderte Jugendliche und junge Erwachsene aus? Wo können sie arbeiten? Wo finden sie geeignete Wohnformen? Hier können sich Eltern austauschen und informieren!

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SophiaR
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Merkzeichen "H" und mögliche Arbeitsstellen?

Beitragvon SophiaR » 20.02.2012, 17:42

Hallo zusammen,
ich habe heute eine Auskunft erhalten, die mich etwas irritiert:

"Die Beantragung des Merkzeichen H wäre kontraproduktiv, wenn man eine Aufnahme in eine Behindertenwerkstatt wünscht (da ja dann der Mensch so hilflos wäre, dass er nicht mehr arbeiten könnte).

Ich denke, diese Aussage kann so nicht stimmen. Deshalb frage ich hier bei allen, deren erwachsene Kinder ein Merkzeichen "H" im SBA haben, nach:

- Arbeitet Euer Kind auf dem 1. Arbeitsmarkt oder in einer Werkstatt (oder macht es sogar eine Ausbildung
- In welchem Bundesland lebt Ihr.

Ich würde mich freuen, wenn ich ein paar Antworten bekomme und sage schon einmal danke.

VG, *Sophia*
S. mit Sohn (*93, frühkindlicher Autismus, leichte Intelligenzminderung)
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Kleine1980
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Beitragvon Kleine1980 » 20.02.2012, 18:01

Hallo Sophia,

ich habe seit ich 2 1/2 Jahre alt bin eine SBA mit 100 % und den Merkmalen, H, G, RF + Begleitperson und arbeite auf dem ersten Arbeitsmarkt. Ich habe mit der Behinderung, meine Ausbildung gemacht.

Komme aus dem Bundesland Bremen.

Gruß Kleine
* 05/1980
FOP (Fibrodysplasia Ossificans Progressiva)= fortschreitende Verknöcherung des Binde- u. Stützgewebes, im Körper bildet sich ein zweites Skelett.
10/2006 Implantation Schmerzpumpe, 11/2013 Explantation der Schmerzpumpe wegen Problemen, seit Oktober 2016 unfreiwillige Erwerbsminderungsrentnerin

gelöschter User

Beitragvon gelöschter User » 20.02.2012, 18:11

Hallo Sophia,

es gibt etliche Menschen, die mit einem H im Ausweis auf dem ersten Arbeitsmarkt arbeiten.
Die Kollegen meines Sohnes haben fast alle ein H im Ausweis und arbeiten in der Werkstatt.
Mein Sohn erhielt damals nach der Schule ohne Probleme einen Werkstattplatz trotz H.
Das war gar kein Thema.

Die Aussage kann definitiv NICHT stimmen.

Wer erzählt so einen Käse?

LG

Lisa Maier
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Beitragvon Lisa Maier » 20.02.2012, 19:08

Hallo Sophia,

diese Aussage ist Quatsch. Ich habe AG, B, RF und H und arbeite auf dem ersten Arbeitsmarkt.

Viele Grüße

Lisa

Annette Schmidt
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Beitragvon Annette Schmidt » 20.02.2012, 19:16

Hallo!

Wer erzählt so einen Käse?


Das würde ich auch gerne wissen...

Mein Sohn hat H, B und G und wird im September eine Ausbildung auf dem ersten Arbeitsmarkt beginnen.

Liebe Grüße

Annette
Annette *16.08.67, u.a. chronische Neuroborreliose, Polyneuropathie, CFS, Insulinresistenz, EM-Rentnerin mit Ulrich, *27.07.92, Asperger-Syndrom

Bitte keine PN-Anfragen, danke.

Michaela W.
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Beitragvon Michaela W. » 21.02.2012, 13:26

Hallo Sophia!

Bei der Rehaberuftsberatung der Agentur für Arbeit wird ein Gutachten vom Medizinschen Dienst und vom Psychologischen Dienst angefordert. Und anhand der Untersuchung und diversen Tests wird dann entschieden, ob derjenige (bereits) fit für ne Ausbildung auf dem 1. Arbeitsmarkt ist oder ob er (erstmal) in einer Werkstatt im Berufsbildungsbereich gefördert werden sollte. Oder wenn das nicht möglich ist, dass derjenige dann in eine Fördergruppe kommt.
Lange Rede kurzer Sinn: Es wird auf die Untersuchung und die Tests geschaut und nicht auf den Ausweis. :wink: Es sei denn es hat sich mit diesem Jahr geändert. 2011 war es jedenfalls noch so.

LG von Michaela
Michaela (50) Asthma, stiller Reflux, hoher Puls, Bluthochdruck, Kniearthrose
Kevin (27): Ein Fall für Dr. House. Unklare Genese (derzeit ausdiagnostiziert) mit beinbetonter Spastik, Pseudotumor Cerebri (Shunt seit 2010), Bluthochdruck, hoher Puls, vergrößerte Leber+Milz, Asthma
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Beitragvon SophiaR » 21.02.2012, 13:53

Hallo zusammen,

vielen Dank für Eure Antworten.

Die Aussage stammt von einer Person, die uns bisher immer sehr gut beraten hat. Deshalb war ich ja auch über die - auch mir völlig unsinnig erscheinende Aussage - so erstaunt. Und deshalb möchte ich eine Liste mit Beispielen erstellen, um diese Aussage zu entkräften.

Wir sind mit unserem Sohn ja schon längst in der Prozedur "1. Arbeitsmarkt, Unterstützte Beschäftigung, Werkstatt oder Fördergruppe". Die nächste Entscheidung steht in ein paar Wochen an.

VG, *Sophia*
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Beitragvon Isigirl » 21.02.2012, 15:03

Hi,

ich arbeite auf dem erste Arbeitsmarkt und studiere nebenher.
Mein SBA mit GdB 100, G, B, aG und H war mir da noch nie hinderlich.

Mir hat vor Jahren auch mal ein Orthopäde erzählt, mit einem (damaligen) GdB von 80 wäre ich nur zu 20 % arbeitsfähig.
Dass der MdE mit dem GdB überhaupt nichts gemein hat, wollte er absolut nicht verstehen...
Liebe Grüße Kerstin :D
* 1985 spastische Tetraparese und Autistin
Rollifahrerin und von Beruf Justizfachwirtin
Trainerin von inklusiven Rollisportgruppen
selbständige Tier- und Reittherapeutin

gelöschter User

Beitragvon gelöschter User » 21.02.2012, 15:59

Hallo,

ich frage mich, wann die Mythen rund um den SBA endlich verschwinden.
So manch einer beantragt wegen solch dummer Kommentare durch "Fachpersonal" nämlich keinen Ausweis, um Nachteile zu vermeiden, ABER der SBA dient ja gerade dem NachteilsAUSGLEICH.

LG

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Sandra A.
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Beitragvon Sandra A. » 21.02.2012, 16:12

Mirianna1 hat geschrieben:Hallo,

ich frage mich, wann die Mythen rund um den SBA endlich verschwinden. .

LG


...wenn endlich mehr und richtige Aufklärung betrieben wird


Eine gute Bekannte von uns (genauer Status mir grad unbekannt) ist über 45 und arbeitet sogar als Zivilist bei der BW. Man kann also sogar dort arbeiten und eine Schwerstbehinderung bescheinigt haben.
Sandra, *1976, Olaf *1968
Fabian *2004 (Frühkindlicher Autismus mit multiplen Aufmerksamkeitsstörungen)


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