Zirkus beim ins Bett bringen!!!

Eltern, Geschwister, Großeltern - die ganze Familie ist gefordert, wenn es um die Belange des besonderen Kindes geht. Häufig ist das Familienleben durch die besonderen Bedürfnisse von Sohn oder Tochter großen Belastungen ausgesetzt. Ein Austausch mit Familien, die auch ein besonderes Kind haben, tut gut und kann sehr hilfreich sein.

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demio
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Zirkus beim ins Bett bringen!!!

Beitragvon demio » 30.01.2006, 15:14

Hallo zusammen,

brauch jetzt mal nen Rat von euch.

Sven ist 4 Jahre alt, aufgrund des Gendefekts ca 15Mon. hinterher.
Seit einiger Zeit will er nicht mehr in seinem Gitterbett schlafen, kann auch schon drüberkletter. So, jetzt bring ich ihn abends ins Bett, und kaum bin ich aus der Tür, steht er hinter mir. Also wieder zurück. so geht das eine Stunde, erst nachdem mein Mann und ich am Boden sind, bleibt er heulend in seinem Zimmer(Gitterbett oder Matratze ist dann egal). Klar wenn ich so lange bei ihm liegen bleib bis er einschläft dann klappt das recht gut. Nur das ist nicht jeden Tag gleich, mal schläft er beim lesen schon ein :D Super wenn das klappt. Ein anderes mal, kann ich ne Stunde daneben liegen.

Ich weis echt nicht mehr was ich machen soll. Trag ihn jetzt die letzten Tage immer wieder zurück in sein Zimmer, das geht ne Stunde so, wenn ich dann schimpfe, und mein Mann auch, dann klappt es. Aber erst mal ne Stunde aus dem Zimmer raus, wieder zurücktragen usw. Was kann ich noch machen. Oder muß ich nur Geduld haben und das Spielchen (für Sven ist das wirklich ein Spiel, und ich übe mich echt in Geduld, aber irgendwann brüll ich dann auch mal, und das kommt schon oft vor zur Zeit, bräuchte auch mal ne Auszeit) noch ne Weile weitermachen. Dauerts wirklich so lange?

Er will ja dann nichtmal in unserem Bett einschlafen, hundemüde, aber nicht totzukriegen. Bin mit meinem Latein am Ende, weiß jemand nen guten Tip für mich. Diese Woche zieh ich das jetzt noch durch, und wenns dann nicht klappt?

Also dann schon mal Danke

LG Demi :lol:

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Andrea-neu
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Beitragvon Andrea-neu » 30.01.2006, 15:39

Hallo Demi,

ein Rezept für diese Situation habe ich auch nicht. Beim Lesen ist mir aber aufgefallen, daß Sven die Situation "ins Bett zurückbringen" gefällt und euch tierisch nervt. Ich würde ihn garnicht mehr aus dem Bett rauslassen. Ist einfacher gesagt als getan, ich weiß.

Bei uns wird abends erst noch getobt, schon mit Schlafanzug, dann gekuschelt und dabei gesungen oder vorgelesen (schon im Bett). Dann hat Luis oft noch Durst und er bekommt noch was, aber auch im Bett. Dann gibt es ein Küssi und Ruhe ist. Das klappt zu 95 % gut.

An Deiner Stelle würde ich nach dem Hinlegen garnicht aus seinem Zimmer rausgehen, sondern mich in sein Zimmer setzen. Nicht erzählen oder so, sondern einfach dort auf einem Stuhl sitzen bleiben. Und jedesmal wenn er aus dem Bett will, würde ich ihn mit Küssi sofort wieder zurückverfrachten, ohne Kommentar und bevor er überhaupt über das Gitter geklettert ist. Lieder singen oder sonst zur Belustigung beitragen würde ich nicht mehr. Trösten nur, wenn er wirklich ganz jämmerlich weint, aber alles nur in seinem Bett.

Das still im Zimmer sitzen ist auch nervig, aber längst nicht so nervig, wie ein schreiendes Kind immer wieder ins Bett zu tragen. Sven wird es dann vielleicht auch langweilig mit der Zeit.

Egal was Du anstellst, ich wünsche Dir gutes Gelingen und ruhigere Abende!

Andrea

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Beitragvon demio » 30.01.2006, 16:38

Hallo Andrea,

tja, so wie du das erzählst haben wir daß schon probiert. Das kapiert er nach zwei Tagen auch, nur nach spätestens 5 Tagen geht es wieder von vorne los. Und dann immer an solchen Tagen an denen ich eh schon fertig bin.

Ich hoffe jeden Tag das es besser wird. Nervig ist halt das es ein ewiges hin und her zwischen "super heute hats prima geklappt" und "wenn er jetzt endlich mal schlafen würde" ist. :twisted:

Aber du hast recht, es ist für Sven ein Spiel, wie alles momentan. Er ist gerade sehr stark am testen wie weit er gehen kann, hoffe das gibt sich bald und es kehren wieder ruhigere Tage ein.

Wenn es nur abends das ins Bett bringen wäre, dann gings ja noch, aber es geht die ganze Zeit so, ich komm mir bald vor als ob ich alles verbiete, Grenzen setzen, und dann aber wieder ganz doll loben wenn er mal wieder was super macht, ganz nach Super-Nanny :lol:

Geht auch vorbei, und dann kommt die nächste Herausforderung!!

LG Demi

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Beitragvon ehemalige Userin » 30.01.2006, 17:45

hallo demi, es gibt ein ganz tolles buch, das heißt "jedes kind kann schlafen lernen " von anette kast-zahn. das hat mir mit meinem stoffwechselkranken jungen 10000% was gebravcht. ich fing an, als er 5 monate war (damals wußten wir nicht, daß die extremen schlafstöhrungen von der grunderkrankung kommen, die diagnose hatten wir erst mit 4 jahre)
selbst bei lukas hat es funktioniert. er kam bis zu 50! mal am abend raus, das ging über stunden, er konnte ja nix dafür.
hol dir das buch, es ist im prinzip so, wie die "Super Nanny".
eine woche, dann ging es.
anne mit luki

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Beitragvon Anke B. » 30.01.2006, 19:36

Hallo,
an dieses Buch habe ich auch grade gedacht beim Lesen. Ich habe es aber nicht sooo streng durchgezogen wie es dort beschrieben wird. Es hat trotzdem funktioniert und auch heute nocht geht es ziemlich gut mit dem Einschlafen. Nur das Licht im Flur und die Tür muss einen Spalt breit aufbleiben. Aber das ist wirklich das kleinere übel.
Viel Erfolg!

LG Anke
Nicole *01.06.01,Myelinisierungsstörung, fortschreitende Kleinhirnatrophie, geistig- und körperbehindert, Rumpfataxie, Skoliose unsere Vorstellung
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Beitragvon Barbara A. » 30.01.2006, 19:50

Hallo :hand:

oh man ich weiß wie ihr euch fühlt. Wir machen das Theater jetzt seit einem Jahr mit und kein ende abzusehen. Hier ein Link zu meinem Bericht.
Wäre sonst zu lang dies all zu erzählen.
http://www.REHAkids.de/phpBB2/ftopic8195.html

Wir werden demnächt uns in einer Klinik in Viersen vorstellen um die Schlafstörungen in den Griff zubekommen. Denn unser Doc im SPZ weiß sich auch leider keinen Rat mehr, denn wir haben schon alles ausprobiert von a-z :(

Ich wünsche euch starke Nerven und vielleicht findet ihr ja hier einen Tipp oder Rat der euch helfen könnte, ich kann leider keinen Tipp geben, da wir dieses Problem auch haben, allerdings in einem größeren Ausmaß.

GLG Barbara :icon_flower:
mit Tia-Marie Gendefekt Entwicklungsstörung mit besonderer Senke im Bereich der Sprachentwicklung,
Unsere Vorstellung:http://www.REHAkids.de/phpBB2/ftopic8121.html
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Beitragvon Brigitte 1953 » 30.01.2006, 19:56

Hallo Demi,

unsere Steffimaus war kleines Kind mit sehr wenig Schlaf zufrieden.

Aus der Not heraus, wurde für sie ein tolles Hochbett gebaut, mit Stäben bis an die Decke und einer Supertür, die sie nicht selber öffnen konnte.

Erst durfte sie darin nur spielen, dann auch darin schlafen und ich denke, sie hat so schlafen gelernt, weil sie einfach nicht mehr raus konnte.

Das war dann so langweilig, dass sie sich dann hingelegt hat und irgendwann schlief sie.

Die Schlafenszeiten wurde immer konsequent gleich eingerichtet mit Ritualen und Spieluhr und Nachtlichtlein

Hört sich vielleicht grausam an, war es aber nicht. Und 6 Stunden Schlaf brauchte ich auch Nachts.

Irgendwann musste die Bettür nicht mehr geschlossen werden, weil sie den Rhytmus akzeptiert hatte.

Ich kenne so ein Bett auch noch von anderen Eltern, die ein ähnlich, nachts , unruhiges Mäusschen hatte. Auch da wurde das Bett gut akzeptiert.

Vielleicht ist das mal einen Gedanken wert????

Lieben Gruss

Brigitte :D

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Beitragvon Kunigunde » 30.01.2006, 20:19

hallo zusammen
das buch hab ich auch (dank heike!). das "system" mit dem insbettbringen haben wir schon vorher vom kia bekommen und es hat super geklappt (seit dem brauchten die beiden auch keinen schnulli mehr) nur irgendwie bin auch ich mit meinem latein am ende, was die schlaflänge betrifft. im buch steht, für dieses alter, 13h schlaf inkl. mittagsschlaf. na toll, soll das etwa heißen das meine zwerge mit 11h auskommen?? heute hab ich sie mittags schlafen lassen (sonst nach einer stunde geweckt) is mir jetzt egal ob sie mich morgen früh zur unchristlichen zeit wecken...) aber so hab ich wenigstens mittags meine ruhe (haha)
ich wünsche dir, liebe demi, viel glück und geduld für die weiteren abende..
liebe grüße pam

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Beitragvon kachiya » 30.01.2006, 20:50

Guten Abend,

@demi: Wenn er nicht schlafen will, dann lass ihn wachbleiben. Das heißt im Gegenzug aber nicht, dass er morgens so lange schlafen kann, wie er will, sondern zu einer bestimmten Zeit aufstehen muss, damit er z.B. pünktlich in den Kindergarten kommt. Innerhalb einiger Zeit pendelt sich das Schlafverhalten ein. Dazu braucht man einiges an Geduld. Ich habe das leider noch nicht selber probiert, es wird aber auch bei uns nicht mehr lange dauern, bis mein Sohn das Gitterbett ablehnt. Dann werde ich es auf diese Weise probieren.

@pam: jedes Kind hat sein eigenes Schlafmaß, es kann durchaus sein, dass Zweijährige mit 11 Stunden Schlaf auskommen. Viele Schlafprobleme entstehen, weil Eltern den Schlafbedarf zu hoch einschätzen. Mein Sohn schläft nachts auch nur 10,5 Stunden und mittags eine Stunde.

LG,

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Beitragvon manu_st » 30.01.2006, 22:07

Hallo,

auch ich kann dir das Buch nur wärmstens empfehlen. Bei unserem "Großen" hat es 5 Tage gedauert, und er schlief alleine ein. (Das ist jetzt ca. 8 Jahre her) Tim hat zwar ´ne ganze Weile länger gebraucht, hat es aber dann auch geschafft.

LG

Manuela
Manuela und Heinz mit Dennis (08/95) und Tim (03/01) HighFunction Autist


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