Spätabtreibung in Belgien

Diese Rubrik braucht man einfach immer! Sie umfasst alle Infos, Tipps, Fragen und Antworten zu Themen, die sich nicht in die oben genannten Kategorien einordnen lassen.

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ehemalige Userin

Beitragvon ehemalige Userin » 04.02.2012, 09:21

Was die Nachlässigkeit der Verhütung betrifft, gibt es Meinungen, dass Frauen sich einfach nicht darüber im Klaren sind, dass sie schwanger werden können. Also Leichtsinn. Also so in die Richtung, dass schon nichts pasieren wird. Männer und Frauen können mit versch. Verhütungsmitteln nicht richtig umgehen. Sehr sichere Produkte kosten Geld, die sich manche nicht leisten können. Oder sie kommen aus versch. Gründen nicht in Frage. Das sind die gewichtigsten Gründe.

ehemalige Userin

Beitragvon ehemalige Userin » 04.02.2012, 09:31

Hallo Anita!

Du hast mit den Ärzten wahrscheinlich das erlebt wozu Ärzte vepflichtet sind, ein Horrorzenario auch Aufklärung genannt aufzubauen, damit niemand nach der Geburt klagen kann weil man nicht umfassend aufgeklärt wurde. Deshalb werden alle eventualitäten Berücksichtig auch wenn sie mit großer Wahrscheilichkeit nicht eintreffen.

Dazu aus Eltern family Interview:

Der Arzt steht insofern unter Druck, als er die Eltern über eine mögliche Behinderung des Kindes unterrichten muss. Tut er das nicht, und bringt die Frau dann ein Kind mit Behinderung zur Welt, kann sie Schadensersatz geltend machen. Nach der aktuellen Rechtsprechung können die Eltern argumentieren, sie hätten sich, wenn sie von der Behinderung gewusst hätten, für eine Abtreibung entschieden. Das führt dazu, dass viele Ärzte aus Angst vor späterer Haftung, beim kleinsten Verdacht einer möglichen Behinderung zur Abtreibung raten und sogar kerngesunde Kinder dann "aus Versehen" abgetrieben werden.

Gruß Elena

ehemalige Userin

Beitragvon ehemalige Userin » 04.02.2012, 09:33

Der Arzt steht insofern unter Druck,

Hallo Elena,

diese Aufklärungspflicht ist sicher nicht von vorn herein mit Druck verbunden. Sicher gibt es Ärzte, die sich darüber lieber ausschweigen würden. Aber das erscheint mir nicht als die Regel.

ehemalige Userin

Beitragvon ehemalige Userin » 04.02.2012, 09:59

Liebe Esthephania!

Was ist an dieser Organisation fragwürdig und was ist an der Eltern family fragwürdig.

Ich habe in diesem Beitrag nur mal wieder drauf aufmerksam gemacht das 95 % der Down Syndrom Kinder und Kinder mit anderen chromosonalen Behinderungen Spätabgetrieben werden. Das sind Offizielle Zahlen und nicht irgendwelche ausgedachten von irgendwelchen unsachlichen Lebensschutzorganisationen. Es ist in dieser lauten und schnellen Gesellschaft nun mal so das man nur gehört wird wenn man besonders laut schreit, da kann man sich natürlich schon mal eine Klage wegen Ruhestörung einhandeln.

Du hast dich dazu noch nie geäußert must du natürlich auch nicht. Meinen Standpunkt zu den Praktiken der Spätabtreibung und das es Politisch so gewollt ist, habe ich ja nun schon zur genüge beschrieben.

Es natürlich auch klar das es in unserem Parlament und in der Gesellschaft Menschen, Parteien, Orgnisationen gibt die ein solch agressives Vorgehen für den richtigen Weg in die Zukunft halten.
Ansonsten würden solche Gesetzentwürfe keinen Weg finden umgesetzt zu werden.

Elena

Lisaz
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Beitragvon Lisaz » 04.02.2012, 10:00

Abtreibung, ist so eine Art kostengünstige Verhütung geworden, sehr leicht anzuwenden.
Hallo,

das Kostenargument trifft in Österreich vielleicht weniger zu, weil Abtreibungen bis auf Ausnahmen selbst zu bezahlen sind, trotzdem glaube ich nicht, dass die Abtreibungsrate wesentlich niedriger ist. Also das dürfte es nicht sein.

Mir kommt auch vor, dass bei uns nur sehr wenige Krankenhäuser Abtreibungen vornehmen, es gibt nicht einmal in jedem Bundesland eines. Gar so einfach ist es dann auch nicht zu bewerkstelligen.

Ich glaube, es spielt auch eine Rolle, dass viele junge Menschen heutzutage viel wahlloser sind in ihren Sexualkontakten als früher, und es sehr viel häufiger zum Sex kommt. Das war früher sicher anders, ich zB kann meine "Männer" an den Fingern einer Hand abzählen.

Renate, jetzt hast du schon so eine Panik gehabt, obwohl du in einer gefestigten Partnerschaft und in gesicherten Verhältnissen lebst. Wie groß muss erst die Angst sein, wenn das nicht vorhanden ist?! Aber ich gebe dir recht, ich bin mir auch sicher, dass viele, wenn es zu spät ist, draufkommen, dass ein Kind doch nicht so schlimm gewesen wäre. Da müsste halt besser vermittelt werden, dass es Hilfe gibt. Nur sind Menschen in Panik oft sehr blockiert, denken nur an eine "Lösung", und sind für Hilfsangebote zu wenig zugänglich.

Ich habe es schon mal geschrieben, ich finde es traurig, wenn Menschen keine andere Lösung sehen, und womöglich nachher bereuen, dass sie sich nicht doch für das Kind entschieden haben.

Lg

Lisa

Angela77
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Beitragvon Angela77 » 04.02.2012, 10:08

Hallo Elena,

das versteh ich auch nicht:
Hallo Estephania!

Und was willst du mir damit jetzt mit sagen. Ich habe doch angegeben das es sich um einen Eltern family Beitrag aus 2003 handelt. Es kann natürlich sein das diese Ärztin inzwischen nicht mehr praktiziert und den Vorsitz der Organisation nicht mehr inne hat, was auch völlig unwichtig ist. Es geht um das Interview, das ist immer noch genauso aktuell wie 2003.

Elena
Steht doch in dem Link drin, dass Frau Kaminski aufgrund unaufschiebbarer familiärer Verpflichtungen von ihrem Amt zurücktritt!

Na, gut, mit viiiiiiiiiiiiiiiiiiel Phantasie könnte man da hinein interpretieren, dass sie nicht mehr hinter den Zielen der Organisation steht *Ironie off*,
dann hätte sie aber wohl kaum das Gehsteigurteil gut geheißen :!:

LG
Angie
Bene (2008): regressiver Autismus, schwerste expressive Sprachentwicklungsstörung (bei sehr gutem Sprachverständnis!), Bildung von Casiomorphin und Gliadorphin
Vorstellung plus Diäteffekte:
http://www.REHAkids.de/phpBB2/ftopic73493.html

Primär nächtliche Epilepsie im motorischen Sprachzentrum (leider erst erkannt im März 2015!!!)

ehemalige Userin

Beitragvon ehemalige Userin » 04.02.2012, 10:12




Hat das nicht auch damit zu tun, dass es Frauen so einfach gemacht wird und sie innerhalb von wenigen Tagen eine Abtreibung bekommen können. Und erst hinterher erfassen, was sie getan haben?



Von daher denke ich, dass die meisten Abtreibungen ein Griff nach dem Strohhalm sind, ein Entschluss, der in der ersten Panik getroffen wird.
Und erst hinterher erkennt man, dass diese Schwangerschaft doch gar nicht so schlimm gewesen wâre.
Aber dann ist es zu spät.

Renate
Hallo Renate,

diese Meinung würde ich ein Stück weit teilen, da ich auch schon Frauen , die einen Abbruch gemacht haben, kennengelernt habe.

Bei einer Frau war es z.B. so, dass sie 4 kleine Kinder hatte, der Mann sehr krank war und kein Verdienst da war. Ich habe dieser Frau damals auch zugeredet, dass ein Weg gefunden werden kann, der Mann wieder gesund wird. Sie konte das nicht anehmen war verzweifelt.

Bei uns hier war der Eingriff damals nicht möglich, da sie 4 Kinderr hatte , war es ein großer Konflikt, eigentlich war sie gegen die Abtreibung. Gleichzeitig erschien ihr keine der vorgeschlagebnen Lösungen als Ausweg. Sie hat sich dann eine Klinik gesucht. Sie hat den Eingriff auch sehr bedauert. aber schon bevor sie ihn hat machen lassen. Man konnte sie aber einfach nicht abhalten. Von demher ist es sicher oft der Strohhalm.

Aber wahrscheinlich nicht in jedem Fall.

Innerhalb ein paar Tagen funktioniert es eigentlich auch nicht. Diese Frau hat sich damals selbst ganz großen Druck ausgesetzt. Das ging schon los, dass sie auf einen Termin beim Arzt warten musste, dann auf den Termin bei der Beratungsstelle. Dort hat sie dann auch jemand mit Druck versucht , sie zu überzeugen, das Kind zu bekomen. Sie war noch kaputter, als ohne Beratung. Nach einer Klinik musste sie erst suchen. auch dort musste sie auf den Termin warten. Ich glaube 4 Wochen hat der ganze Prozess gedauert.

Dieser Frau ist der Eingriff so schwer gefalen, ich weiss heute noch nicht, was der Grund war, dass sie keine Hilfe anehmen konnte. Sie hat in ihrer damals sehr schweren situation einfach nichts an sich ran gelassen. :?

Angela77
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Beitragvon Angela77 » 04.02.2012, 10:13

Hallo Anne,

du hast Recht: Hier läuft z.T. furchtaber ab!
Wie es hier abläuft: furchtbar!
Keiner guckt hier auf die einzelne Person. Stellt euch vor eine werdende Mutter liest DAS - ich wäre verschwunden!!
Niemend denkt gern über Abtreibung nach aber wenn man "relitiöses/esoterischesch" weß der Deibel- Gewäsch dagegen hört ...


lg
Wesentlich wird diese furchtbare Diskussion-Atmosphäre von Menschen verursacht, die absolut unsachlich diskutieren. Wenn gut durchdachte konstruktive Beiträge wie z.B. gerade von dir selbst geschehen als "relitiöses/esoterisches weß der Deibel-Gewäsch" abqualifiziert werden, kann man nur davon davonlaufen - schwanger oder nicht :!:

Angie
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Beitragvon Lisaz » 04.02.2012, 10:19

Expertenschätzungen gehen pro Jahr von etwa 800 Abtreibungen nach der 22. Schwangerschaftswoche aus. Zugrunde gelegt werden dabei die Geburten von Kindern mit Behinderungen und die sehr viel höhere Zahl der über die Krankenkassen abgerechneten Diagnosen mit einem entsprechenden Befund. Aus der Differenz lässt sich dann die Zahl der vermuteten Spätabtreibungen errechnen.
Hallo Elena,

mich würde interessieren, wie sich diese Spätabtreibungen auf die einzelnen Schwangerschaftswochen aufteilen, aber solche Zahlen dürfte es nicht geben, da es sich bei den 800 ja auch um Schätzungen handelt.

Ich persönlich finde es umso schlimmer, je weiter die Schwangerschaft fortgeschritten ist.

Vergleiche mit den USA sind in meinen Augen sehr schwierig, da dort auch ohne jegliche Indikation viel länger lega abgetrieben werden kann als bei uns.

Ich finde Spätabtreibungen auch deshalb pervers, weil um frühgeborene Kinder so gekämpft wird, und Behinderungen in Kauf genommen werden müssen. Ich habe ein Kind verloren zur Hälfte der Schwangerschaft und beim nächsten Kind bin ich wieder mit Blutungen und Wehen in der 23. SSW in der Klinik gelegen, ich hätte damals alles in Kauf genommen, nur um ein lebendiges Kind zu haben. (Ich hatte aber großes Glück und es kam zu keiner Frühgeburt.)

Lg

Lisa

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Beitragvon ehemalige Userin » 04.02.2012, 10:19

Hat das nicht auch damit zu tun, dass es Frauen so einfach gemacht wird und sie innerhalb von wenigen Tagen eine Abtreibung bekommen können.

Hallo Renate,

das wollte ich auch noch sagen. Ich denke, dass wenn man sich entscheidet, dann versucht man das möglichst schnell zu tun. Ich denke das es wie bei dieser Frau damals mit sehr viel Druck verbunden ist, den man sich selbst macht.


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