Spätabtreibung in Belgien

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Anne&Arthur
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Beitragvon Anne&Arthur » 03.02.2012, 20:49

Wie es hier abläuft: furchtbar!
Keiner guckt hier auf die einzelne Person. Stellt euch vor eine werdende Mutter liest DAS - ich wäre verschwunden!!
Niemend denkt gern über Abtreibung nach aber wenn man "relitiöses/esoterischesch" weß der Deibel- Gewäsch dagegen hört ...

Ich verstehe Esthe. Aber ich verstehe euch teilweise nicht. Warum feindet ihr sie so an? unterstellt ihr behindertenfeindlich zu sein? warum sind wir denn alle hier? Weil unsere Kinder der Norm entsprechen wohl kaum ...

Und JA, man kann sich NIE def. positionieren - sowas geht nicht!! Auch nicht bei einem solchen Thema! Ihr wisst doch alle nicht wie es kommen kann ...

lg
Bilder von Arthur:
http://www.REHAkids.de/phpBB2/album_per ... r_id=35906


Arthur Leander *11.12.2009
(Frühchen, LKGS, Mikrocephalie, ASD Typ Sinus Venosus Defekt + partielle Lungenvenenfehlmündung, multiple subependymale Heterotopie, PS 1)

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ehemalige Userin

Beitragvon ehemalige Userin » 03.02.2012, 22:29

Dr. med. Claudia Kaminski kämpft mit der Aktion
www.Tim-lebt.de
für ein Verbot von Spätabtreibungen.

Im Vergleich zu 130'000 fristgerechten Schwangerschaftsabbrüchen vor der 20. Schwangerschaftswoche ist die Zahl der Spätabtreibungen verschwindend gering. Warum investieren Sie in eine Kampagne gegen Spätabtreibung?
In den USA konnten die LebensrechtIer die Öffentlichkeit mobilisieren, indem sie Kampagnen gegen die "partial-birth-abortion" starteten. Das ist ein Abtreibungsverfahren, bei dem dem Kind das Gehirn ausgesogen wird und das vor allem bei Spätabtreibungen angewandt wird. Im amerikanischen Senat hat Ende März eine Mehrheit für ein Verbot dieser Methode gestimmt. Durch die Aktionen der Lebensschützer hat ein Stimmungsumschwung in der Bevölkerung eingesetzt. Die Mehrheit der Amerikaner ist nun "pro life" eingestellt, also generell gegen Abtreibung.

Genaue Zahlen zur Zahl der Spätabtreibungen in Deutschland scheint niemand zu haben. Warum ist das so?
Im Grunde gibt es überhaupt keine offizielle Statistik zur Spätabtreibung. Das würde den Druck, endlich eine Änderung herbeizuführen, weiter erhöhen. Daran scheint die Bundesregierung kein Interesse zu besitzen. Auch die ehemalige Justizministerin Däubler-Gmelin bezeichnete das Geschehen als entsetzlich, ohne der Sache auf den Grund zu gehen.
Expertenschätzungen gehen pro Jahr von etwa 800 Abtreibungen nach der 22. Schwangerschaftswoche aus. Zugrunde gelegt werden dabei die Geburten von Kindern mit Behinderungen und die sehr viel höhere Zahl der über die Krankenkassen abgerechneten Diagnosen mit einem entsprechenden Befund. Aus der Differenz lässt sich dann die Zahl der vermuteten Spätabtreibungen errechnen.

Wieviel Prozent dieser Spätabtreibungs-Kinder kommen lebend zur Welt?
Auch hier gibt es nur Schätzungen, die von jährlich einhundert Kindern in Deutschland ausgehen, die ihre Abtreibung Überleben, entweder dauerhaft oder aber nur zunächst.

Was passiert, wenn der Arzt der Entscheidung der Eltern zur Spätabtreibung nicht folgt? Inwiefern steht der Arzt unter Druck?
Theoretisch kann niemand zur Durchführung einer Abtreibung oder zur direkten Mitwirkung an ihr gezwungen werden. Das Personal besitzt hier ein Weigerungsrecht. In der Praxis sieht das natürlich oft anders aus. Wer sich weigert, Abtreibungen durchzuführen, senkt in einer Klinik seinen Wert als Arbeitskraft. Werden Abtreibungen in seiner Schicht durchgeführt, muss der Mitarbeiter durch einen anderen ersetzt werden. Da stellen sich viele Klinikchefs die Frage, ob sich die betreffenden Mitarbeiter nicht generell ersetzen lassen. Der Arzt steht insofern unter Druck, als er die Eltern über eine mögliche Behinderung des Kindes unterrichten muss. Tut er das nicht, und bringt die Frau dann ein Kind mit Behinderung zur Welt, kann sie Schadensersatz geltend machen. Nach der aktuellen Rechtsprechung können die Eltern argumentieren, sie hätten sich, wenn sie von der Behinderung gewusst hätten, für eine Abtreibung entschieden. Das führt dazu, dass viele Ärzte aus Angst vor späterer Haftung, beim kleinsten Verdacht einer möglichen Behinderung zur Abtreibung raten und sogar kerngesunde Kinder dann "aus Versehen" abgetrieben werden.

Wie üblich ist in Deutschland der Fetozid die Tötung des Kindes im Mutterleib?
Auch hier gibt es keine statistisch abgesicherten Erkenntnisse. In der Fachliteratur wird der Fetozid allerdings längst diskutiert. Bisweilen raten Ärzte auf Fortbildungsveranstaltungen ganz offen zur Anwendung der todsicheren Methode. Der selektive Fetozid, etwa bei Drillingen nach künstlicher Befruchtung, ist gängige Praxis.

Welche gesetzlichen Maßnahmen müssten Ihrer Meinung nach ergriffen werden, um die Praxis der Spätabtreibung in Deutschland einzudämmen?
Wenn man den § 218a anschaut, dann müssten mindestens zwei Formulierungen geändert werden. Gestrichen werden sollte in jedem Fall die "Berücksichtigung der zukünftigen Lebensverhältnisse". Unter dieser schwammigen Formulierung können praktisch sämtliche denkbaren Motive, die Eltern für eine Abtreibung haben können, subsumiert werden. Gleiches gilt auch für die "Beeinträchtigung des (...) seelischen Gesundheitszustandes der Schwangeren (...)." Jetzt braucht eine Frau, die sich eines Kindes mit oder ohne Behinderung entledigen will, nur zu behaupten, sie würde sich umbringen, wenn sie das Kind gebären müsste. Und schon ist der Fall klar: Das Kind wird umgebracht.

Wie sehen Sie die Chancen, dass die Politik beim § 218 nochmals nachlegt? Welche Gesetzesänderung könnte realistische Chancen haben?
Die Union hat am Ende der vergangenen Legislaturperiode einen zaghaften Versuch unternommen. Als die Wahl näher rückte, hat sie einen Antrag eingebracht, der unter anderem die Einführung einer gesonderten Statistik und eine Beratungspflicht für Spätabtreibungen einführen wollte. Das wurde mit den Stimmen der Regierungskoalition abgelehnt. Meines Erachtens ist das zu wenig, um die Spätabtreibungen einzudämmen, aber es wäre ein erster Schritt, die Barbarei sichtbarer zu machen und damit den Druck auf eine wirksame Gesetzesänderung zu erhöhen.

Was ist in naher Zukunft an gesetzlichen Initiativen zu erwarten?
Die Union hat vor der Wahl angekündigt, hier noch einmal die Initiative ergreifen zu wollen. Wir werden darauf achten, dass es auch dazu kommt.

Sehen Sie denn Licht am Horizont?
Umfragen zufolge sind zwei Drittel der Deutschen gegen den Import embryonaler Stammzellen und lehnen das Gesetz ab, das wir jetzt haben. Weit über die Hälfte junger Menschen hält die jetzige Regelung der Spätabtreibungen für falsch. Wenn die sich organisieren oder sich einer erfahrenen Organisation anschließen, bekommen wir auch lebensfreundliche Gesetze.

Elterm family 3/2003

ehemalige Userin

Beitragvon ehemalige Userin » 03.02.2012, 23:06

Hallo Elena,

vielleicht noch als Ergänzung, möglicherweise interessiert es Dich.

Frau Dr. Claudia Kaminski praktiziert nicht mehr und ist aus diesem Verein zurückgetreten.

http://www.kathpedia.com/index.php/Claudia_Kaminski

http://www.bv-lebensrecht.de/aktuell/ei ... etret.html

http://www.schattenblick.de/infopool/me ... t1003.html


. Urteil - Verwaltungsgericht Freiburg bestätigt Verbot der Gehsteigberatung

Freiburg / Köln (ALfA). Mit den Beteiligten am 7. Dezember bekannt gegebenem Urteil vom 01.12.2011 (4 K 1112/11) hat das Verwaltungsgericht Freiburg das Verbot sogenannter Gehsteigberatung durch den Verein "Lebenszentrum - Helfer für Gottes Kostbare Kinder Deutschland e. V." und von ihm beauftragte Personen bestätigt.

Wie das Gericht in einer Pressemitteilung zu dem Fall ausführte, hat die Stadt Freiburg dem Verein und von ihm beauftragten Personen unter Androhung eines Zwangsgeldes in Höhe von 250,- EUR untersagt, Personen in der Humboldtstrasse in der Freiburger Innenstadt, an der auch die Beratungsstelle von pro familia e.V. liegt, auf eine Schwangerschaftskonfliktsituation anzusprechen oder ihnen unaufgefordert Broschüren, Bilder oder Gegenstände zu diesem Thema zu zeigen oder zu überreichen.




Die Bundesvorsitzende der Aktion Lebensrecht für Alle (ALfA) e.V., Dr. med. Claudia Kaminski kritisierte das Urteil zur Gehsteigberatung.


Das ist doch unglaublich, was diese Leute sich rausnehmen.

ehemalige Userin

Beitragvon ehemalige Userin » 04.02.2012, 01:23

Hallo Estephania!

Und was willst du mir damit jetzt mit sagen. Ich habe doch angegeben das es sich um einen Eltern family Beitrag aus 2003 handelt. Es kann natürlich sein das diese Ärztin inzwischen nicht mehr praktiziert und den Vorsitz der Organisation nicht mehr inne hat, was auch völlig unwichtig ist. Es geht um das Interview, das ist immer noch genauso aktuell wie 2003.

Suchst du nach fehlern von anderen?

Es ist aus diesem Interview ganz klar geworden das es eine Selektion von Behinderten gibt. 95 % aller Kinder mit Down Syndrom werden spät abgetrieben und nicht nur Kinder mit dieser Behinderung.
Das ist Politisch so gewollt, die Gesetzte wurden nicht gemacht um irgend jemanden ein Selbstbestimmungsrecht einzuräumen, es geht um eine Kosten nutzen Rechnung und um nichts anderes. Ich kann mich auch nicht dran erinnern das Frauenrechtlerinnen irgendwann mal auf die Strasse gegangen sind und um das Recht auf Spätabtreibung gekämpft haben.

Behinderte kosten der Gesellschaft viel und bringen niemanden etwas ein.

Bei Drillings und Vierlingsschwangerschaften werden die Eltern auch oft davon überzeugt 1 oder 2 Kinder zu töten, Zwillinge haben bessere chancen.

Mehrlingsschwangerschaften enden in der Regel sehr früh und die Gefahr das die Kinder vielleicht nicht ganz gesund sind ist sehr hoch, also lieber eins töten?
Die kannst es drehen und wenden wie du willst hier geht es um Selektion verpackt in ein Recht auf Selbstbestimmung und Verständnis für die unangenehme Situation.

Das Ziel dieser Politik ist schon erreicht, die Reduktion von Behinderten. Es gibt Frauen, die entscheiden sich für eine Spätabtreibung ihres Behinderten Kindes weil die Akzeptanz in der Gesellschaft nicht mehr da ist und nicht weil sie sich überhaupt nicht vorstellen können ein Behindertes Kind zu haben. So geschehen bei dem Paar am Anfang dieses Treads, die Frau hat gelitten und sie wird wahrscheinlich weiter darunter leiden.

Ich finde diese Entwicklung mehr als bedenklich, es ist doch für uns alle schon jetzt zu merken das es den Behinderten und den Eltern von besonderen Kinder immer schwerer gemacht wird. Wir alle müssen für die Rechte von unseren Kinder täglich kämpfen.
Ganz aktuell die viel gepriesene Inklusion die letztendlich auch nur Geldersparnis ist.

Wäre es nicht sinnvoller uns für die Rechte von Behinderten, geborenen und ungeborenen einzusetzen, damit man diese in Zukunft nicht noch weiter beschneidet.

Ich möchte nicht in einer Gesellschaft leben in der nur das Recht des stärkeren gilt. Es ist nunmal in einem Sozialstaat so das die starken sich um die Schwachen kümmern. Das sich die Gesellschaft in großen Schritten vom Sozialstaat wegbewegt macht mir Angst und es kann nicht sein das die Kinder und Behinderten die Verlierer dieser Entwicklung sind.

Ich für meinen Teil werde mich weiter für die Rechte von Kindern und Behinderten, das schließt auch die ungeborenen ein, einsetzen.

Das mach ich schon seit 10 Jahren als Ausschussvorsitzende einer I- KITA
Ehrenamtlich. Allein die Kämpfe mit dem Träger der Kita drehen sich nur um Kostenersparnis, auch auf dem Rücken der dort untergebrachten Behinderten Kinder.

Versuch doch einfach mal das ganze zu sehen und nicht nur einen Ausschnitt dieser Entwicklung.

Elena

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Beitragvon anitaworks » 04.02.2012, 06:59

Hallo Sabine,
Hallo,

mir bereitet es doch ziemliches Unbehagen, dass hier Frauen gegen ihre Geschlechtsgenossinnen derart hart zu Gericht gehen und viele der Meinung sind, dass eine schwangere Frau quasi hinter dem von ihr auzutragenden Kind zu verschwinden hat.
Zynisch geprochen wird sie zum Wirt ihres Kindes - ohne irgendein Mitspracherecht. Gruselig!
Kein Wunder, dass kaum noch Frauen schwanger werden wollen, angesichts solcher Vorstellungen.
Zuerst wird Frau zum "Brutgefäß" ihres Kindes, nach der Geburt darf sie dann natürlich auch keine eigenen Wünsche und Bedürfnisse mehr haben, sondern muss nonstop mindestens drei Jahre 24 Stunden König Kind zur Verfügung stehen. Die meisten strikten Abtreibungsgegner sind gegen frühe Fremdbetreuung, eben auch in Sachen Kinderbetreuung eher konservativ gestrikt. Passt ja irgendwie...

LG
Sabine

P.S.: Die Kati-Bücher sind inzwischen 40 oder gar 50 Jahre alt - meine Schwester hat sie als Teenager gerne gelesen. Ich weiß nicht, ob so ein "Backfisch-Buch" geeignet ist, um im Rahmen so einer Diskussion daraus zu zitieren. :? Mit der Realität haben solche Bücher ja doch eher wenig zu tun.
wenn ich von aufgeklärten Frauen ausgehe, und von selbstbestimmten Frauen, die wissen, wie eine Abtreibung funktioniert und wo sie hinzugehen haben

dann

gehe ich auch davon aus

das

sie wissen, wie Verhütung funktioniert.

Bereits in der Grundschule wird heutzutage über Verhütung gesprochen.
Im Sexualkunde-Unterricht.

Der erfolgt in der Klasse 4, Klasse 6, Klasse 8 und sollte für meine Begriffe auch Bestandteil der Erziehung sein.

Offenheit im Bezug auf Verhütung und Geschlechtskrankheiten ist für Kinder/Jugendliche wichtig. Das diese Offenheit im Elternhaus gelebt wird.

Natürlich kann es zu den von Dir beschriebenen Situationen kommen. Aber es ist bestimmt nicht die Mehrzahl der Fälle, die zur Abtreibung kommen.

Und man kann sich durchaus schlau machen, was man sagen "muss" um einen Beratungsschein zu bekommen, damit man danach zur Abtreibung gehen kann.

Und ja, es gibt durchaus Ärzte, die ein Horrorszenario "aufbauen" und die Mütter massiv verunsichern. So ist es mir in der ersten und in der letzten Schwangerschaft gegangen und ich habe sehr verdutzte Ärzte zurückgelassen.

Liebe Grüße
Anita

PS: zu dem Zitat aus dem Buch; als ich das erste Mal die Finger meiner Kinder gesehen habe, ist es mir GENAUSO gegangen. Es war jedesmal ein wunderbares Gefühl.
*1996 Sohn F84.5G (2010) HB
*1998 Tochter F84.5G (2013), Knick-Senk-Füße
*2002 Tochter F84.1G(2014), F90G (2011), HB, Hornhautverkrümmung
*2007 Sohn F84.5G, F90G, F83, HB (2012)
Hinzufallen ist keine Schande, liegen bleiben aber schon!!
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Sabine
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Beitragvon Sabine » 04.02.2012, 08:02

PS: Mir ist grade noch eine Präzisierung eingefallen:

Heute muss (auf Grund der erreichten Selbstbestimmung für Frauen) keine Frau mehr abtreiben um ihr Leben zu retten. Heute werden mit der Abtreibung Träume und Vorstellungen vom eigenen Leben "gerettet".
Aber gerade wir hier wissen doch, dass es nicht immer Italien sein muss um mit dem Leben zufrieden zu sein - auch Holland kann gut sein.

Ähnlich würde es sich bei Frauen die unerwünscht schwanger werden verhalten - sie müssten sich mit Holland (Leben mit Kind) anfreunden.

Liebe Grüße
Jule
Hallo Jule,

in Zeiten der totalen Individualisierung will sich aber niemand mehr mit Holland begnügen, wenn Italien auch erreichbar sein kann - auch wenn man eine Unbequemlichkeit (in diesem Fall eine frühe Abtreibung) dafür in Kauf nehmen muss.
Tief blicken lässt doch, dass diese Frauen das Leben mit einem Kind derart unvorstellbar finden, dass sie lieber abtreiben. Wobei mir immer noch nicht klar ist, warum hier nicht sorgfältiger verhütet wurde. Wie ich schon schrieb sind Verhütungsmittel nicht absolut sicher, aber bei konsequenter Anwendung, müsste die Abtreibungsquote erheblich geringer ausfallen. Also: Warum verhüten diese Frauen nicht? Werden sie alle infolge One-Night-Stands schwanger? Das kann ich mir nicht vorstellen.

LG
Sabine
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Beitragvon anitaworks » 04.02.2012, 08:31

Hallo Sabine,
Wobei mir immer noch nicht klar ist, warum hier nicht sorgfältiger verhütet wurde. Wie ich schon schrieb sind Verhütungsmittel nicht absolut sicher, aber bei konsequenter Anwendung, müsste die Abtreibungsquote erheblich geringer ausfallen. Also: Warum verhüten diese Frauen nicht?

ich vermute mal, dass es einfach Sorglosigkeit ist.

Und Gedankenlosigkeit.

Das ist wie mit den Neuinfektionen bei Aids, diese steigen wieder.

Es wird ja "vermittelt", dass es alles nicht mehr "so schlimm" ist. :roll:

Das hat auch etwas damit zu tun, wie man sich sein Leben vorstellt und wie man sich positioniert.

Und wenn ich mir ein Kind nicht vorstellen kann (generell) dann habe ich Position bezogen und sollte entsprechend im Vorfeld handeln.

In unserer Jupiduh-Scheinwelt die so kunterbunt durch manche Medien vermittelt wird, ist dieses Positionieren aber nicht gewünscht. Es gibt ja für alles eine "Lösung". :roll:

Da wird eher hinterher "nachgedacht" als sich im Vorfeld mit etwas zu "belasten".

Oder, wie einer Bekannte vorgeschlagen wurde (als ihr Mann an Leukämie erkrankt war), dass es für sie persönlich "sinniger" wäre sich von diesem Mann zu trennen, als den Weg mit ihm gemeinsam zu beschreiten. :shock: :shock: :shock: :roll:

Wir reden hier von einem "Bild" in der Gesellschaft, dass frei von Problemen und Eventualitäten ist und perfekt läuft.

Dies entspricht aber nicht dem realen Leben.

Liebe Grüße
Anita
*1996 Sohn F84.5G (2010) HB
*1998 Tochter F84.5G (2013), Knick-Senk-Füße
*2002 Tochter F84.1G(2014), F90G (2011), HB, Hornhautverkrümmung
*2007 Sohn F84.5G, F90G, F83, HB (2012)
Hinzufallen ist keine Schande, liegen bleiben aber schon!!
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Beitragvon ehemalige Userin » 04.02.2012, 08:53

Hallo!

Abtreibung, ist so eine Art kostengünstige Verhütung geworden, sehr leicht anzuwenden.

Bei der Gelegenheit wiederhole ich nochmal meine schon öfter gestellte Frage? Warum sind Verhütungsmitttel privat zu zahlen und Abtreibungen eine Kassenleistung.

Eine Sterilisation kostet ca. 800 €, warum auch diese keine Kassenleistung ist bleibt für mich unverständlich. Unsere Familienplanung ist abgeschlossen und ich habe mich vor kurzen erkundigt. Es würde nicht mal bezahlt werden wenn Frau 5 Kinder hat, so wie ich, und keine weiteren mehr möchte.

Es gab mal Zeiten da musste Frau stationär ins Krankenhaus wenn sie eine Abtreibung hat.

Heute kann man das durch verbesserte und präzisierte Narkosen und Techniken zwischendurch erledigen.

Nach 2 Stunden ist die unangenhme Geschichte vorbei und das leben kann weitergehen.

Es gibt genug Frauen die haben mehr als einmal Abgetrieben, weil es so easy ist.
Durch Gespräche mit meiner 21 jährigen Tochter, weiß ich das es vor allen bei jungen Frauen so gesehen wird. Meine Tochter bekommt die Pille nicht mehr als Kassenleistung seitdem sie 21 ist.
Sie macht eine schulische Ausbildung und verdient kein Geld, also bezahl ich ihre Pille.
Es ist auch nicht möglich aufgrung der Ausbildungssituation eine Kostenübernahme bei der KK zu beantragen.
Die verweist ans Sozialamt und die verweisen dann an die Eltern.
Wir geben unserer Tochter das Kindergeld aber wieviele Eltern machen das nicht weil sie es auch finanziel nicht können.

Abtreibungen sind ein Geschäft für die Krankenhäuser, auf dieses leicht verdiente Geld werden die KH nur ungern verzichten.


Gruß Elena

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RenateT
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Beitragvon RenateT » 04.02.2012, 09:02

Sabine schreibt:

Tief blicken lässt doch, dass diese Frauen das Leben mit einem Kind derart unvorstellbar finden, dass sie lieber abtreiben

Hat das nicht auch damit zu tun, dass es Frauen so einfach gemacht wird und sie innerhalb von wenigen Tagen eine Abtreibung bekommen können. Und erst hinterher erfassen, was sie getan haben?

Die Schwangerschaft mit Tikvah kam für mich auch als Überraschung. Hatte grad eine Eierstockentfernung hinter mir und hielt mich nicht zu 100% an die NFP-methode. Es hat Tage gedauert, bis ich den Schock überwunden hatte. Warum? das KInd ansich war willkommen, nur der Zeitpunkt stimmte nicht. Wir hatten grad 3 Wochen Ferien geplant, in meinem Heimatort in Süddeutschland. Nach 10 Jahren konnte ich statt nur einige Tage lang mal 3 lange Wochen in meiner Heimat sein. Ohne Schwangerschaft, ohne Stillen; Und jetzt das: Übelkeit, Erbrechen, lähmende Müdigkeit....ich wollte nicht schwanger sein!!!!!!Und das wegen so einem nichtigen Grund. Es hat mich sicher eine Woche gekostet, bis ich das akzeptiert hatte.

Jahre später war es noch schlimmer. Ich war überzeugt, dass ich schwanger bin (war es aber nicht). Und ich konnte innerlich nur schreien: ich will nicht mehr schwanger sein. Es reicht jetzt einfach. Schluss! Ich bin zu alt für ein 5.Kind. Und womöglich ist es auch behindert. ICH WILL NICHT!!!! Die Panik war schrecklich, auch die Wut, auf meine Mann, den Armen, auf mich selber, auf die Welt, auf Gott. Damals habe ich erkannt, wie schnell man abtreiben kann. Wie schnell man auch eine tiefe innere Überzeugung verwerfen kann, weil man nur an eines denkt: ICH WILL DAS NICHT. Nun gut, ich habe auch da Frieden gefunden, bevor ich wusste, dass ich nicht schwanger bin. Aber der Kampf hat doch sicher zwei Wochen gedauert.

Von daher denke ich, dass die meisten Abtreibungen ein Griff nach dem Strohhalm sind, ein Entschluss, der in der ersten Panik getroffen wird.
Und erst hinterher erkennt man, dass diese Schwangerschaft doch gar nicht so schlimm gewesen wâre.
Aber dann ist es zu spät.

Renate
Mutter von drei nichtbehinderten Kindern und von Tikvah: schwere Entwicklungsstörung des Gehirns, Epilepsie, frühzeitige Pubertät

"Mut ist Angst die gebetet hat." Corrie ten Boom

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ehemalige Userin

Beitragvon ehemalige Userin » 04.02.2012, 09:18

Hallo Estephania!

Und was willst du mir damit jetzt mit sagen.

Hallo Elena,

für mich ist es kein Problem, dass es Lebensschutzorganisationen gibt.

Von Aufdrängen und überzogener Darstellung halte ich nicht viel. Wenn diese Probleme auf sachlicher Ebene diskutiert werden , dann findet es auch Gehör bei mir.

Wenn die Verfasser eines Artikels schon eher einen fragwürdigen Eindruck machen, dann nicht.


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