Spätabtreibung in Belgien

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RenateT
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Beitragvon RenateT » 03.02.2012, 19:09

Ich finde, jede Mutter muss sich selber entscheiden dürfen, denn egal wie die Entscheidung ausfällt, sie muss ihr ganzes Leben damit zurecht kommen und mit den Konsequenzen leben.

Hallo Helena,

das sieht Renate absolut nicht so.

Stimmts Renate?
Eigentlich finde ich das, was Helena schreibt, sehr gut und richtig. Und um es mit den Worten von oben genanntem Prediger zu sagen: "Wer bin ich, dass ich der Frau sagen kann, du musst dies oder jenes tun oder lassen. Frage Gott, was du tun musst"

Aber grundsätzlich halte ich Abtreibung für falsch.

Renate
Mutter von drei nichtbehinderten Kindern und von Tikvah: schwere Entwicklungsstörung des Gehirns, Epilepsie, frühzeitige Pubertät

"Mut ist Angst die gebetet hat." Corrie ten Boom

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Beitragvon RenateT » 03.02.2012, 19:18

Esthe

man kann sich jetzt am Thema Vergewaltigung aufhângen, man kann sich da reinbeissen, ja, das kann man. Obwohl es sich um 0,020 % oder so handelt, in 2003 um 26 Fälle.

Ich habe einige Seiten vorher schon mal was dazu geschrieben, das kannst du da nachlesen.

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Beitragvon ehemalige Userin » 03.02.2012, 19:19

Eigentlich finde ich das, was Helena schreibt, sehr gut und richtig.

Hallo Renate,

das würde ich auch so sagen.
Aber grundsätzlich halte ich Abtreibung für falsch.
Das spricht Dir keiner ab.

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Beitragvon ehemalige Userin » 03.02.2012, 19:21

man kann sich jetzt am Thema Vergewaltigung aufhângen, man kann sich da reinbeissen, ja, das kann man. Obwohl es sich um 0,020 % oder so handelt, in 2003 um 26 Fälle.

Hallo Renate,

ich habe mich nicht dran aufgehangen, das war eine ernstgemeinte Frage. Meine Antwort hat sich mit Deinem posting hier überschnitten.

Ob diese Zahl stimmt, weiss ich nicht. Aber es ist auch nicht der einzigste Härtefall. An diesem Härtefall lässt es sich aber demonstrieren, dass man auch als harter Gegner schlimme Situationen anerkennt, anerkennen muss, die u.U. eine Abtreibung zur Folge haben.

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Beitragvon Sabine » 03.02.2012, 19:53

Hallo Sabine,
Hallo,

mir bereitet es doch ziemliches Unbehagen, dass hier Frauen gegen ihre Geschlechtsgenossinnen derart hart zu Gericht gehen und viele der Meinung sind, dass eine schwangere Frau quasi hinter dem von ihr auzutragenden Kind zu verschwinden hat.
Zynisch geprochen wird sie zum Wirt ihres Kindes - ohne irgendein Mitspracherecht. Gruselig!
Kein Wunder, dass kaum noch Frauen schwanger werden wollen, angesichts solcher Vorstellungen.
Zuerst wird Frau zum "Brutgefäß" ihres Kindes, nach der Geburt darf sie dann natürlich auch keine eigenen Wünsche und Bedürfnisse mehr haben, sondern muss nonstop mindestens drei Jahre 24 Stunden König Kind zur Verfügung stehen. Die meisten strikten Abtreibungsgegner sind gegen frühe Fremdbetreuung, eben auch in Sachen Kinderbetreuung eher konservativ gestrikt. Passt ja irgendwie...

LG
Sabine

jetzt bin ich entsetzt. Ich verstehe was du meinst, aber irgendwie kann ich deiner Logik nicht folgen.

Du bist für die Selbstbestimmung der Frau - klassifizierst sie aber als Opfer ihrer Biologie. Also meine Selbstbestimmung setzt bereits bei der Vermeidung einer Schwangerschaft ein. Nicht eine Schwangerschaft oder das Kind macht die Frau zum Wirt, sondern ihr Umgang damit.
Das Mitspracherecht hat sie, in der Art der Verhütung, im Umgang mit der Schwangerschaft, in der Option der Pille danach und auch einer Adoption.
Ich möchte einfach nicht als Handlungsunfähiger Wirt, dem ein Kind in den Bauch gehext oder gezwungen wird gesehen werden, nur weil ich eine Frau bin.
Hallo Jule,

hm, ich glaube, du hast mich nicht richtig verstanden.
Nicht ICH sehe die Frau als Wirt ihres Föten, sondern sie wird hier in meinen Augen von vielen so gesehen.
Man darf zudem nicht vergessen, dass kein Verhütungsmittel zu 100 Prozent sicher ist. Nicht umsonst gibt es den Begriff "Tropi-Kinder". Wenn frau absolut nicht schwanger werden will, muss sie enthaltsam leben - oder sich sterilisieren lassen.
Ich dachte zum Beispiel immer, die Hormonpille wäre absolut sicher. Nun habe ich erst kürzlich von einer Frau gehört, die trotzdem schwanger geworden ist. Und eine Freundin von mir hat trotz Spirale ungewollt zwei Kinder bekommen.
Und gerade im Umgang mit der Schwangerschaft wird der Frau doch hier von vielen Usern das Mitspracherecht eindeutig abgesprochen.
Die Frauen von heute sind natürlich deutlich selbstbstimmter als noch vor 30, 40 Jahren - aber diese Selbstbestimmheit kritisieren doch viele und wollen wieder zurück zu einem rigorosen Abtreibungsverbot.
Ich bin übrigens wie Renate der Meinung, dass die Abtreibungszahlen nach wie vor sehr hoch sind. Hier müsste man mal die Frage stellen, warum Frauen abtreiben und weshalb sie - wenn sie denn kein Kind wollten - nicht verhütet haben.
Eine Freundin von mir wurde vor Jahren ungewollt schwanger - sie meinte mal zu mir, sie hätte damals eine "leichte Minute" gehabt...

LG
Sabine
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JuleWo
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Beitragvon JuleWo » 03.02.2012, 20:13

Hallo Sabine,
Die Frauen von heute sind natürlich deutlich selbstbstimmter als noch vor 30, 40 Jahren - aber diese Selbstbestimmheit kritisieren doch viele und wollen wieder zurück zu einem rigorosen Abtreibungsverbot.
Ich finde gerade weil die Frauen selbstbestimmter sind, könnte man auf die Abtreibung verzichten. Auch glaube ich, dass die Zahlen von illegalen Abtreibungen heute nicht mehr so hoch wären, wie früher.

Eine Schwangerschaft war früher eine Katastrophe und zwar nicht allein wegen des Kindes - sondern weil es das Zeichen dafür war, dass man unverheiratet Sex hatte. Die Frauen waren aber darauf angewiesen als rein und anständig zu gelten um einen ordentlichen Mann als Versorger zu finden.

Diese Bedingungen haben sich heute ganz grundlegend geändert. Frauen dürfen Sex haben und auch als alleinerziehende Frau hat man sich heute das Leben nicht mehr grundsätzlich verbaut. Den Frauen stehen die verschiedensten Wege offen, ein Mann ist nicht mehr zwingend nötig für die Versorgung und ihr Ruf ist für den Weg den sie gehen wollen (außer in Extremfällen) nicht mehr entscheidend. Ein Kind ist für eine Frau heute kein Stigma mehr (Ausnahmen bestätigen die Regel :) )

Das war nur die Kurzfassung und sicher findet auch hier der suchende Leser Generalisierungen, die so nicht stimmen und einzel Fälle die dem Widersprechen.

Liebe Grüße
Jule
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Beitragvon ehemalige Userin » 03.02.2012, 20:18

Auch glaube ich, dass die Zahlen von illegalen Abtreibungen heute nicht mehr so hoch wären, wie früher.

Hallo Jule,

wenn die Zahl für D auf 200000 geschätzt wird, wir aber offiziell eine Zahl von ca. 110000 haben, ist die Dunkelziffer sehr hoch. Wobei man bei der geschätzten Zahl keine genauen Angaben hat.

Ich denke bei Verbot hätten wir eine enorme Dunkelziffer.

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Beitragvon ehemalige Userin » 03.02.2012, 20:21

"Tropi-Kinder".

Hallo Sabine,

manche sind ja durchaus gewollt. Es gibt ja auch den umgekehrten Fall. Die Behauptung , die Pille hat versagt.

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JuleWo
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Beitragvon JuleWo » 03.02.2012, 20:26

PS: Mir ist grade noch eine Präzisierung eingefallen:

Heute muss (auf Grund der erreichten Selbstbestimmung für Frauen) keine Frau mehr abtreiben um ihr Leben zu retten. Heute werden mit der Abtreibung Träume und Vorstellungen vom eigenen Leben "gerettet".
Aber gerade wir hier wissen doch, dass es nicht immer Italien sein muss um mit dem Leben zufrieden zu sein - auch Holland kann gut sein.

Ähnlich würde es sich bei Frauen die unerwünscht schwanger werden verhalten - sie müssten sich mit Holland (Leben mit Kind) anfreunden.

Liebe Grüße
Jule
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Beitragvon ehemalige Userin » 03.02.2012, 20:37

Ähnlich würde es sich bei Frauen die unerwünscht schwanger werden verhalten - sie müssten sich mit Holland (Leben mit Kind) anfreunden.

Hallo Jule,

ich bin der Meinung das tun auch viele Frauen, die unverhofft schwanger werden.

Es ist einfach so, dass nicht jeder gleich denkt.

Und warum soll ein Verbot beim Verhüten helfen?So locker flockig ist eine Abtreibung nun auch nicht.

Von demher, werden sich die wenigsten sagen, falls es schief geht treibt man halt ab.

Die Nachlässigkeit beim Verhüten kann m.E. also auch nicht mit einem Verbot gelöst werden.


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