Gespräch in der Privatschule

Integrative Kindertagesstätte oder Sonderkindergarten? Kann mein Kind die Regelschule schaffen oder muss es doch eine Sonderschule besuchen? Hier dreht sich alles um Kindergarten- und Schulbesuch.

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Aspiemama
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Gespräch in der Privatschule

Beitragvon Aspiemama » 27.01.2006, 18:30

Hallo,

heute mittag hatten wir ( Autismusbeauftragte d. Regelschulen, Erzieherin, Schulleiterin, Klassenleiterin der zukünftigen 1. Klasse, Erziehungsberater der Schule, Sebastian und ich) ein Gespräch in der Schule, in die ich Sebastian so gerne geben möchhte. Es verlief sehr positiv, so wurden die Defizite und wie man ihnen begegnen kann besprochen , aber auch die aussergewöhnlichen Leistungen die er erbringen kann.
Wider erwarten wurde Sebastian mal wieder getstet, in einem anderen Raum. er ging ohne zu zögern mit und.... jetzt haltet euch fest: Dem Kind, dem schon ein Laptop genehmigt wurde, da er nicht mal ein Strichmaenchen malen konnte schrieb seinen Vor- und Zunamen (keine Ahnung, wer ihm das gezeigt hat) und malte ein Haus, zwar nicht schön, mit sämtlich Details wie z.B. Schlüsselloch und Fenstersims. Zwar wurde seine Schrift bemängelt - er schreibt zu groß- aber was interessiert mich das? Er schreibt, das muss man sich mal vorstellen!!! Jedenfalls hatten sie noch nie ein Kind, das so genau ein Haus malte, ohne eine Kleinigkeit zu vergessen!
Dann sagte er noch, er möchte unbedingt in die Schule. Ich war platt. Er redet mit wildfremden Leuten, was ist das dennß
Jedenfalls plumpste ein Stein von meinem Herzen, das bestimmt die Stadt wackelte!
Im März muss er noch eine Woche tägl. 2Std. in die Schule kommen, aber das müssen alle Kinder und ich glaube, er hat gute Chancen. Ich freue mich so!!!

Liebe Grüsse
Ulrike

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Beitragvon ConnyT » 27.01.2006, 18:45

Hallo Ulrike,

wünsche Euch alles Gute. Bild

Grüssle conny
Wenn Reden Silber und Schweigen Gold ist,
dann ist Zuhören Platin...
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Nicole&Kevin
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Beitragvon Nicole&Kevin » 27.01.2006, 18:46

Hallo Ulrike!

Das ist doch wunderbar! :!: Daran sieht man mal wieder, daß die Kinder einen immer wieder überraschen können, vorallem dann, wenn man nicht daran glaubt kommt etwas. :icon_thumright:

Liebe Grüße

Eliana
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Beitragvon Eliana » 27.01.2006, 19:10

Hallo Ulrike
Das sind gute Neuigkeiten! Viel Glück!
Gruss Christina

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Andrea P.
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Beitragvon Andrea P. » 27.01.2006, 19:26

Hallo Ulrike,

wie du es vielleicht bemerkt hast, verfolge ich gerne deine Beiträge über Sebastian, ich weiss nicht genau, warum, denn meine Tochter hat kein Autismus und sonstige Parallelen bestehen auch nicht.
Auf jeden Fall, freue ich mich auch für euch, dass alles so gut lief.
Dass er schreiben ist ein Ding, und dass mit dem Malen ist auch ganz toll.
Da fällt mir etwas ein, ich war mit Léna im Oktober in einer Sprachheilkiga zur Vorstellung. Sie wurde da auch getestet, sie sollte ein Männchen malen und sie tat es, sie hat noch nie ein Männchen zuvor gemalt (seitdem auch nicht mehr), es war auch nicht schon, aber war alles dran.

LG

Andrea
Andrea mit Lena (12.09.01) aus Ungarn. muskul. Hypotonie, Entwicklungs- und Sprachverzögerung, Wahrnehmungsstörung

Angie
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Beitragvon Angie » 27.01.2006, 19:26

Hallo Ulrike,

ich habe heute Nachmittag erst die Geschichte vom Lügen gelesen.Da war ich schon von Sebastian begeistert.(Lese so viel von ihm)Versteh mich nicht falsch,doch die Art wie er mit seinen Gefühlen umgeht,klasse.Und Heute?
Das dir ein Stein(ist wohl mehr ein Gebirge) vom Herzen plumpste,logisch.
Kann das sein,das bei Sebastian sich mit aller Macht nicht nur ein Knoten löst,sondern ein ganzes Knäul?

Ich wünsche alles Gute für die Schule und Drücke die Daumen!

LG
Annette
LG,
Angie

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Beitragvon Aspiemama » 27.01.2006, 19:48

Hallo Zusammen,

vielen Dank für euere lieben Worte. Heute war ein ereignisreicher Tag mit wechselndem Gefühlsbad. Aber jetzt am Ende bin ich zufrieden und freue mich mich, das Sebastian wiedwer ein Stück von seinem Weg geschafft hat.

Andrea, es freut mich, das dir meine Beiträge gefallen. Was ich dir schon immer mal "sagen" wollte: Das Lachen von Lena ist umwerfend!

Anette, stimmt, das war echt kein Stein mehr, der mir da vom Herzen fiel. Und ja, vielleicht löst sich ein Knoten oder gar Knäul? bei ihm. Ich glaube ja eh,das Weiterentwicklung immer und bei jedermann möglich ist, nicht durch Kampf, aber durch Hartnäckigkeit, nicht durch Gleichmut, aber durch Gedult.

Liebe Grüsse
Ulrike

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Andrea P.
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Beitragvon Andrea P. » 27.01.2006, 20:07

Hallo,

ja ihr Lachen ist einzigartig. Aber sie ist so ein wechselhaftes Mädchen, in der nächsten Sekunde kann sie schon wütend oder traurig sein.

Am meisten gefällt mir bei dir und das bewundere ich auch, dass du so viel Geduld aufbringst, obwohl es nach deinen Beiträgen zu urteilen, oft nich sehr einfach ist. Wie machst du das? Gerade, wenn er Wutanfälle hat und so? Wie kannst du immer ruhig und verständnisvoll bleiben? Bzw. wie machst du es, dass er nicht merkt, dass du gar nicht mehr so ruhig bist?

LÉna ist sehr dickköpfig und widerspricht mir ganz oft, man kann bei ihr nur mit Überzeugungsarbeit oder Ablenkung etwas erreichen, wenn überhaupt. Aber ich habe nicht immer die Zeit, die Geduld und auch nicht die richtige Idee dazu.

Liebe Grüsse

Andrea
Andrea mit Lena (12.09.01) aus Ungarn. muskul. Hypotonie, Entwicklungs- und Sprachverzögerung, Wahrnehmungsstörung

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Beitragvon shone » 27.01.2006, 20:13

Hallo Ulrike,
auch ich habe mit Begeisterung Deinen Beitrag gelesen und wünsche Euch wegen der Schule weiter alles Gute !
Inci
(http://www.inci-auth.de - Mama von Dennis, geboren 28.01.1999;
komplexer Herzfehler (Shone-Komplex) mit Lungenhochdruck, Autismus mit Zwangsstörung, Thorakal-lumbal-Skoliose, Epilepsie mit fokalen Anfällen; unser "kleiner" Sonnenschein)

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Beitragvon Aspiemama » 27.01.2006, 20:25

Hallo Andrea,

o je, das ist ja dann auch nicht einfach, wenn Lena so wechselhaft ist.
Die Ruhe und Gedult, die ich mit Sebastian habe, hat sich einfach entwickelt, früher war ich eher aufbrausend und temperamentvoll. Letzeres bin ich ab und zu heute noch. Zunächst war es gar nicht so einfach und zeitweise hatte ich auch schwere Depressionen, musste Antidepressiva nehmen. Die Ruhe, die ich durch die Medis hatte, habe ich genutzt, an mir und meinem Weltbild zu arbeiten. Nach Zeiten des Selbstmitleids, der Wut und Trauer wurde ich sachlicher. Ich began Sebastian so zu sehen wie er ist, ihn so zu anzunehmen, egal was kommt. Was nicht bedeutet, das ich alles laufen lies. Nein, nun begann ich, mich zu informieren, Therapien, Kindergartenplatz zu erkämpfen, ohne zu verbittern. Ich liebe Sebastian so sehr, das ich es nicht beschreiben kann, mir wird warm ums Herz, wenn er seinen kopf an mich lehnt, ich leide mit, wenn er ungerecht behandelt wird und ich versuche ihm das Glück, das schöne am Leben zu zeigen, manches erreicht er auch.
Ich bin verständnisvoll, weil ich verstanden habe.
Ich bin ruhig, weil ich Sebastian als Kind sehe, der mich an meine Grenzen bringt und darüber hinaus. Ich kann an ihm wachsen.
Mein ganzes Leben hat sich durch sein Leben verändert, aber das ist in ordnung.
Was soll ich sagen, ich liebe ihn einfach.
Vielleicht hilft es, einfach erst mal durch zu atmen, bevor du auf Lena reagierst? Lässt sie sich gerne etwas vorlesen oder hat sie bestimmte (ruhige Musik, die sie mag?

Liebe Grüsse
Ulrike


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