Elternarbeit im integrativen Kindergarten

Integrative Kindertagesstätte oder Sonderkindergarten? Kann mein Kind die Regelschule schaffen oder muss es doch eine Sonderschule besuchen? Hier dreht sich alles um Kindergarten- und Schulbesuch.

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Petra 13
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Beitragvon Petra 13 » 26.01.2006, 11:30

Hallo,

bei uns gibt es Keinen I-Kiga. Meine Mädchen hatten vor 3 1/2 Jahren die Genehmigung für Integrationshilfe jewils in verschiedenen Gruppen. Der Kiga hat abgelehnt! Vor 2 Jahren sollte Stefan nach 1 1/2 Jahren Förderkiga in den Regelkiga wechseln - Kiga lehnte ab, weil er Epileptiker ist und sie das mehr nach ihm schauen nicht leisten könnten!
Viele Eltern fanden das bedauerlich - aber das wars dann auch schon.
Somit rief ich damals bei unserem Waldkiga an, der von einem Verein finanziert und getragen wird. Dort herrrschte sofort eine rießengroße Offenheit und bei der Elternversammlung wurde einstimmig beschlossen, daß Stefan aufgenommen wird.
Es ist dort üblich, daß sehr viel Elternarbeit geleistet werden muß, da sonst die Gebühren enorm ansteigen würden und somit herrscht auch untereinander ein sehr intensiver Kontakt.
Petra(´65) und Arno(´55) mit Mario(´89):ADS, 2 kleinen Sternenjungs (19. und 20.SSW) und unseren Vollzeitpflegekindern Sissi(´98): Sprachbehinderung, emotionale Störung mit Ängsten,Wahrnehmungsstörung, Lernbehinderung; Zwilling Diana(´98): Sternenkind seit Juli 05 und Stefan(´00): Epilepsie, Entwicklungsverz.,Wahrnehmungsstörung

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marianne
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Beitragvon marianne » 26.01.2006, 12:24

Hallo Hope, ich bin zu diesem Thema als Mutter sehr gespalten. Als Janosch in seine I-Gruppe kam im Herbst 2004, war diese, eine Ganztagsgruppe, gerade in eine I-Gruppe umgewandelt worden. Die Eltern der 10 "normalentwickelten" Kinder waren teils dem Integrationsgedanken gegenüber offen oder abwartend oder teils eher ablehnend und fühlten sich überrumpelt und hatten Angst, dass ihre Kinder durch die I-Kinder im Leistungsniveau absacken könnten. So war jedenfalls mein Eindruck bei Elternabenden, zwischen den Zeilen wurde das für mich sehr deutlich.
Es spielte sich langsam ein und wurde Alltag, aber die Eltern der Regelkinder hatten natürlich bei den Elternabenden andere Themen und Interessen als wir Eltern der HP-Kinder. Sie leben ja nun einfach auch in einem anderen Alltag. Und sie haben sich die I-Gruppe nicht ausgesucht, weil sie sich Gedanken machen, wie sie als Eltern die HP-Kinder unterstützen könnten. Es unterstützten sich immer die Eltern, die auch etwas davon hatten, wo also auch die Kinder mal wechselseitig übernachteten etc. Janosch bekam trotzdem häufig Einladungen und auch viele der normalentwickelten Kinder wollten nachmittags mit ihm spielen. Da war die Integration voll da. Da musste ich eher bremsen, weil Janosch nicht wollte mit seinen Kontaktstörungen. Wenn ich zu Janosch etwas erzählte, wiegelten die anderen Eltern oft ab nach dem Motto:"wächst sich aus" oder "man darf nicht überbehüten" und da hatte ich ja nun den Hals gestrichen von voll von diesen ahnungslosen Kommentaren, die in keinster Weise weiterhalfen. Das war gar nicht böse gemeint, aber es sind nunmal 2 völlig unterschiedliche Welten und ich bin sehr froh, nun nicht mehr diesen Spagat zu haben seit Janosch nicht mehr dort ist und nun unter behinderten Kindern ist.

Bei den Elternabenden informierten die Erzieherinnen nicht speziell zu den Bedürfnissen der HP-Kinder. Es gab nämlich sogar Eltern mit Kindern auf einem HP-Platz, die das gar nicht "zugaben". Auch von der Seite also war irgendwie eine Geheimniskrämerei da. Offenheit fehlte. Ob sie sich schämten oder Angst vor Stigmatisierung hatten? Selbst die Erzieherinnen pochten hier auf den Datenschutz. Und wenn ich z.B. offen von Janosch erzählte, war da kein großes interessiertes Nachfragen von Seiten der Eltern.

Elternarbeit allgemein stehe ich persönlich auch sehr gespalten gegenüber, weil ich da den Eindruck habe: "Reichst du den kleinen Finger, nehmen sie deine ganze Hand." Als die I-Gruppe neu war, hingen fast täglich Listen aus, die zum Elternengagement aufriefen. Die Erzieherinnen dachten wohl auch, dass dies in einer I-Gruppe mehr sein müsse. Dauernd sollten wir Eltern etwas zum Basteln, Essen, Feiern etc. mitbringen oder an irgend einer Aktion teilnehmen. Es war aber eine Ganztagsgruppe, wo die meisten Eltern berufstätig waren und nicht jederzeit teilnehmen oder basteln oder einkaufen konnten und wollten. Ich habe erst alles mitgemacht, weil ich auch dachte, das sei gut für die Gruppe und Janosch. Als ich aber merkte, dass dies Janosch mit seinen Problemen und Bedürfnissen gar nicht weiter brachte und ich bei allen Verhaltensauffälligkeiten doch wieder alleine damit stand, da sah ich ein solches Engagement für die Gruppe und eigentlich mehr die Regelkinder auch nicht mehr ein.

In unserem Kiga sah ich es so, dass einige Eltern es mit dem Engagement für den Kiga furchtbar übertrieben und dafür viele Abende zur Verfügung standen, so, dass ich mich bei einem solchen Anspruch da nie beteiligt hätte und dass andere völlig desinteressiert waren. Den gesunden Mittelweg gab es nicht.

Da gefällt es mir in Janoschs SVE/HPT auch in dem Punkt nun viel besser. Elternengagement orientiert sich an meinem Kind und kommt Janosch täglich zugute und nicht nur der Gruppe oder dem Kiga als Institution. Das heisst, dass ich in täglichem Austausch bin mit dem Fachpersonal und ich offen bin für ihre Bedürfnisse und sie für Janoschs. Das finde ich wichtiger als irgend eine Geselligkeit oder fast schon Vereinsmeierei, um wieder in der Zeitung zu stehen als toller Kiga. In Janoschs I-Gruppe war ich auch fast täglich im Gespräch mit den Erzieherinnen, aber oft ja leider auch für Beschwerden, wo ich dann alleine da stand mit Janosch.

Hope, was genau wünschst du dir denn an Elternengagement?

Lieber Gruß!

Marianne

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Beitragvon Kat » 26.01.2006, 14:11

Mh,

also Engagement hat wohl nicht ausschließlich mit Integration zu tun, das denk ich auch...

Im hiesigen Motessori Haus ist es so, dass z.B: die Krabbelstube (8 Monate- 3 Jahre) von den Eltern mit sauber gehalten wird. Das heißt, zweimal im Jahr ist man in etwa dran mit dem putzen in der Gruppe. Überschaubar find ich. Außerdem organisiert die Krabbelstube beim Jahresbasar einen eignen Stand.

Die Kita fordert einmal im Jahr einen Gartendienst von ALLEN Eltern. Das ist alles. Und der Rest ist freiwillgi wobei dabei natürlich zu sagen bleibt, dass es immer die selben Eltern sind die ich Treffe. Klar... Ob nun Elternabend oder Zusatzleistungen, die meisten denken, über den zusätzlichen Montessorisatz ist alles abgegolten. Ansichtsache denk ich...

Der Jahresbasar wird immer von allen Eltern aller vier Einrichtungen getragen und organiseirt, Krabbelstube, Kinderhaus, Grundschule und Gesamtschule. Das geht ganz gut, aber auch da sind es immer die selben die helfen... Das ist ne Riesenveranstaltung hier mit wirklich vielen schönen Sachen!!!!!!!


Katrin
Katrin (`75) mit L., 5/01 (ausgeprägte SI Störung, toxische Darmschädigung, SEV, Hyperaktivität und oppositionelle Verhaltensstörungen aufgrund hirnorganischer Schädigung)
S., 1/05 (Katarakt, Neurodermitis, Harntransportstörung und Harnleitererweiterung II°, noch nicht operiert)

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Beitragvon Ellen1970 » 26.01.2006, 14:25

Hallo!

Claus geht in einen Privaten KG., kein I-Platz, normaler Regelkg.
Am 1. Elternabend wurden (mit unserem Einverständnis) die Eltern darüber informiert, das es ein etwas "anderes" Kind im KG gibt. Die Leiterin hat keinen Namen genannt und das fand ich nicht O.K :D bin aufgestanden und hab gesagt "es ist Claus!" Wer Fragen hat, kann mich fragen, was ich beantworten kann, beantworte ich! Bis Heute, wird davon reger Gebrauch gemacht :D . Wir werden nach neuesten Ergebnissen vom SPZ gefragt, mit der Schule usw. usw. das Interesse von Seiten der anderen Eltern ist schon Enorm. Sie freuen sich über die kleinsten Fortschritte von Claus fast mehr als wir :D .

Da wir ein PrivaterKG sind, müssen wir Eltern 10 Arbeitsstunden im Jahr leisten, wir brauchen niemanden lange zu bitten, es wird ein Aushang gemacht was gerade für eine "Arbeitskraft" gebraucht wird und dann melden sich oft mehr als Sie brauchen.
Wir mussten im letzten Jahr nur anteilsmäßig Arbeitsstunden leisten (4) sind aber im letzten Jahr auf 15 gekommen. Für mich und meinem Mann, ist die Mitarbeit in Schule (bei der Großen) oder im KG eine Selbstverständlichkeit .

LG

ellen

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Beitragvon ehemalige Userin » 26.01.2006, 17:13

Hallo zusammen,

es freut mich total, dass zu dem Thema so viele Erfahrungen hier zusammen getragen werden. Zum einen beruhigt es mich sehr, dass es offensichtlich wirklich überall so ist, dass es immer dieselben wenigen Eltern sind, die sich für etwas engagieren und interessieren und ebenso dieselben, die desinteressiert und gleichgültig sind, was das normale Maß übersteigt.
Zum anderen denke ich aber auch gerade deshalb, dass man doch irgendwie auch aufrütteln müsste, gerade in integrativen Einrichtungen:

marianne hat geschrieben: Wenn ich zu Janosch etwas erzählte, wiegelten die anderen Eltern oft ab nach dem Motto:"wächst sich aus" oder "man darf nicht überbehüten" und da hatte ich ja nun den Hals gestrichen von voll von diesen ahnungslosen Kommentaren, die in keinster Weise weiterhalfen. Das war gar nicht böse gemeint, aber es sind nunmal 2 völlig unterschiedliche Welten und ich bin sehr froh, nun nicht mehr diesen Spagat zu haben seit Janosch nicht mehr dort ist und nun unter behinderten Kindern ist.


@marianne: Das kann ich sehr gut nachvollziehen. aber andererseits bin ich auch immer hin- und hergerissen, weil ich denke, dass es doch schade wäre, diese Chance verstreichen zu lassen. In der Schule wird es wohl so sein - wie du ja auch schon geschrieben hast - dass man mehr unter Gleichgesinnten ist. Sollte man dann nicht jetzt noch die Möglichkeiten nutzen und gerade in einer integrativen Einrichtung mehr sensibilisieren? Andererseits kann man es auch nicht erzwingen - das ist schon richtig - ich weiß eben auch nicht, wo da der gesunde Mittelweg liegt, deswegen hatte ich dieses Thema auch angefangen, um mal zu hören, wie das anderswo läuft.


marianne hat geschrieben:Bei den Elternabenden informierten die Erzieherinnen nicht speziell zu den Bedürfnissen der HP-Kinder. Es gab nämlich sogar Eltern mit Kindern auf einem HP-Platz, die das gar nicht "zugaben". Auch von der Seite also war irgendwie eine Geheimniskrämerei da. Offenheit fehlte. Ob sie sich schämten oder Angst vor Stigmatisierung hatten?


Diese Verhalten betroffener Eltern erstaunt mich auch immer wieder. Bei uns wird das zwar nicht geheim gehalten, aber es wird sehr verharmlost und vieles wird schön geredet und sehr unrealistisch gesehen und so dann auch den "normalen" Eltern vermittelt. Ich denke, die betroffenen Eltern sind sicher noch dabei, ihre "Geschichte" zu verarbeiten, aber sie tun sich und auch den anderen damit keinen Gefallen, weil es nicht zur Sensibilisierung anderer beiträgt, sondern eher dahingehend aufgefasst wird, dass schon alles gut werden wird. Ich weiß nicht, ob ich das jetzt verständlich formuliert habe.....?

marianne hat geschrieben:Hope, was genau wünschst du dir denn an Elternengagement?


Ich wünsche mir mehr gegenseitiges Interesse, mehr Sensibilisierung für das Thema Behinderung von Seiten des Kindergartenteams. Ich wünsche mir offene Fragen, anstatt mitleidiger Blicke und ich wünsche mir gemeinsame Aktivitäten, bei denen in der Praxis erlebbar ist, wie besondere Kinder und gesunde Kinder miteinander umgehen. Ich denke einfach, es ist eine wertvolle Zeit, in der gerade wir Erwachsenen von unseren Kindern lernen können.

Habt ihr konkrete Ideen, wie man einen Elternabend zum Thema "Integration" gestalten könnte? Oder habt ihr so einen Abend schon einmal miterlebt? Vielleicht gibt es dabei "Fehler", die man vermeiden sollte....?

Ja, meine Gedanken dazu sind etwas konfus und ich bin auch unsicher, ob ich da Luftschlösser baue.
:?

Liebe Grüße
Hope :icon_flower:

marianne
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Beitragvon marianne » 26.01.2006, 18:58

Hallo Hope, also konfus sind deine Gedanken gar nicht, finde ich. Luftschlösser vielleicht bei einigen Eltern schon eher, bei anderen wäre es einen Versuch wert. Wenn du die Zeit und Motivation dazu hast, dann mache es bloß. Ich war ja viel zu kaputt dazu, weil die I-Gruppe nicht Janosch gerecht wurde und ich ihn 8-12 Stunden täglich allein daheim hatte. Da noch was zu erklären.....wäre gar nicht möglich gewesen. Und was die Verharmlosungen durch die "Regel"eltern anging von wegen "wächst sich noch aus." etc. hatte ich das doch seit Jahren von allen Seiten einschließlich Ärzten erlitten an Reaktionen und war aber komischerweise mit allen Besonderheiten von Janosch ganz alleine. Da hatte ich dann eine so hohe Aggression gegen solche Aussagen, dass ich da keine "Missionierung" mehr anstrengen konnte. Sowieso war ich ja die erste und einzige Mutter in diesem Kiga, der schon seit 15 Jahren eine andere I-Gruppe erfolgreich anbietet, die mal der Leitung die Grenzen der einmal wöchentlichen Frühförderung für Janosch aufzeigte. Dieser ganze Elternbeirat, der Theaterstücke, Basare und Feiern noch und nöcher organisierte im Wettbewerb mit den anderen Kigas am Ort schien mir manchmal, der hatte von diesen Themen auch nicht die geringste Ahnung. Ich war nach Monaten der Aufklärung und Klärung in dem Kiga allein nur mit den Erzieherinnen, unseren Therapeutinnen und der Leitung gar nicht mehr in der Lage, auch noch die Eltern aufzuklären. Und so tapern wahrscheinlich viele immer wieder in dieselben Situationen. Schlimm finde ich das. Aber die meisten Eltern hoffen wie wir ja auch, dass die kindliche Entwicklungsverzögerung sich noch auswächst und wollen möglichst wenig von den "normalen Kindern" abstechen. Dann vermissen sie gar nicht einen Frühförderplan für das Kind und dass es keinerlei Frühförderung außer einmal die Woche gab und das vorne und hinten nicht reicht, um Verzögerungen aufzuholen. Die Erzieherinnen vermissten das auch nicht, bevor sie nun als neue I-Gruppe viel mit Janosch lernten, denn keine von ihnen ist heilpädagogische Fachkraft. Erst als dann auffiel, dass Janosch mehr brauchte und wir das auch einforferten, wurde allen klar, was die I-Gruppe anbietet, nämlich soziale Integration in einem ganz normalen Regelalltag. Das machten sie toll, Janosch war nicht ausgeschlossen, aber lernte auch auf Dauer zu wenig und überdrehte im Regelalltag. Naja, das will ich weiter nun nicht wieder aufrollen. Aber ich will daran deutlich machen, dass niemand von der Erzieherinnenseite genau wusste, was genau die Angebote und Grenzen für welche besonderen Kinder sind in ihrem Alltag. Das hatte mit Sicherheit auch viel mit dem Neuanfang als I-Gruppe zu tun, aber auch jetzt können sie nicht mehr anbieten und für welche Entwicklungsverzögerung oder Verhaltensauffälligkeit reicht es, drei Jahre lang im Regelalltag einer eben nur kleineren Gruppe mitzulaufen mit einer Fachkraft mehr? Für die ist es super dort gewesen. Aber wie lange musste ich mich eindenken und lesen und informieren, um die ganzen Zusammenhänge zu verstehen. So detailiert hätte das die anderen Eltern nicht interessiert.

Warum sollten sie sich mehr für unsere Kinder interessieren? Viele sind sich ja nicht mal sicher, ob ihre Kinder von dieser Gruppe profitieren, wo doch vorschulische Bildung immer wichtiger wird.

Lieber nachdenklicher Gruß!

Marianne

ehemalige Userin

Beitragvon ehemalige Userin » 26.01.2006, 20:15

Liebe Marianne,

da hattest du in der Tat mehr Baustellen als ich zu bewältigen, denn die Zusammenarbeit mit den Erzieherinnen und dem Fachdienst, was Jann betrifft, ist wunderbar und kann ich mir besser nicht wünschen. Ich werde als Mutter sehr ernst genommen und die Erziehung und Förderung im Kindergarten und zu Hause läuft Hand in Hand. Ich merke gerade, wo ich deine Ausführungen lese, wie glücklich ich immer wieder darüber sein sollte, weil es ja im Grunde auch das Wichtigste ist.

Mein Frust bezieht sich eher auf das, was darüber hinaus geht, über den eigenen Horizont und das eigene Kind hinaus.
Ich kann gut verstehen, dass du keinen Nerv mehr dazu hattest, auch noch die anderen zu "missionieren", denn deine Energie war da woanders gefragt.

Ich möchte einfach, dass die Leute nicht mit Scheuklappen Tag für Tag und Jahr für Jahr in diesen Kindergarten stapfen und nach drei oder vier Jahren nicht mal sagen können, was eigentlich das Besondere an den I-Kindern war, nicht mal sagen können, inwiefern es ihre eigene Einstellung in manchen Punkten ihres Lebens beeinflusst hat, nicht dazu gelernt haben und mehr Gefühl dafür bekommen haben, welche Aussagen man lieber stecken lassen sollte gegenüber Eltern behinderter Kinder und dass man aber andererseits offen auf Familien wie unsere zugehen kann. Und darüber hinaus würde ich mir wünschen, dass sich das Ganze durch die Erfahrungen dieser Eltern in unserer Gesellschaft dann multipliziert......

........doch ein Luftschloss? :?

Alles Liebe
Hope
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Beitragvon marianne » 26.01.2006, 20:46

Nein, Hope, das wäre klasse, ehrlich. Wie wäre ich dankbar gewesen, wenn mal andere Eltern besonderer Kinder aus 15 Jahren I-Gruppe dort Anfänger-Tipps und Orientierungstipps für neue HP-Kinder "hinterlassen" hätten. Wenn der Elternbeirat auch die Eltern besonderer Kinder informieren würde über die Angebote in den I-Gruppen. Aber da scheint auch vor mir niemand zu in der Lage gewesen zu sein, das mal zu erarbeiten. Schade. Darum probiere es doch. Viel Erfolg!

Lieber Gruß!

Marianne
Janosch (06/00) Frühkindlicher Autismus, leichte geistige Behinderung, Aufmerksamkeitsstörung, Adoptivkind

There´s a crack in everything but that´s how the light gets in (Leonard Cohen)


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