Arbeit und Wohnen / Leichte "Behinderung" Ba-Wü

Unsere Kinder werden älter, verlassen die Schule und auch oft das Elternhaus. Wie sehen die Perspektiven für behinderte Jugendliche und junge Erwachsene aus? Wo können sie arbeiten? Wo finden sie geeignete Wohnformen? Hier können sich Eltern austauschen und informieren!

Moderator: Moderatorengruppe

BeaV.
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 715
Registriert: 24.01.2009, 22:39
Wohnort: Ravensburg

Arbeit und Wohnen / Leichte "Behinderung" Ba-Wü

Beitragvon BeaV. » 08.01.2012, 21:15

Hallo,
heut geht's nicht um mich, sondern um die Tochter einer Bekannten (19 J.). Sie ist ein Frühchen gewesen, aber nie irgendwie als behindert angesehen geworden (kein Ausweis, keine Einstufung etc.), eben nur als "langsam", "zurück" etc.. Sie war zunächst auf eine Privatschule (Realschule), das hat sie nicht geschafft, jetzt ist sie auf der Waldorfschule (mit Blick auf den Hauptschulabschluss - es sieht aber schlecht aus bei ihr).
Jetzt kommt natürlich massiv die Frage auf, was aus ihr wird. Schulabschluss? Was ist, wenn sie den Hauptschulbschluss auch nicht schafft? Mir kam spontan ein Berufsbildungswerk in den Sinn - wer von euch hat diesbezüglich Erfahrungen?
Und Wohnformen? Sie kann vielleicht nicht selbständig leben, aber gibt es überhaupt Unterstützung, wenn sie nicht als "behindert" eingestuft ist.
Irgendwie ist es "schwierig" - sie fällt etwas durchs Raster, nicht normal entwickelt, aber auch nicht "definiert" behindert, zu gut für die Förderschule, zu schlecht für die Regelschule, halbwegs selbständig, aber nicht total. Und dabei einfach ein liebes, etwas schüchternes Mädchen.
Gute Tipps jeder Art willkommen!
LG
Bea

Werbung
 
Püppimelli
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 1161
Registriert: 17.08.2010, 19:20

Beitragvon Püppimelli » 08.01.2012, 21:39

Hallo Bea,

bei meinem Cousin ist es ähnlich. Er war zu langsam für die Realschule und hat dann auf einer Förderschule den Hauptschulabschluss versucht, aber nicht geschafft. Da er auch nur Entwicklungsverzögert ist, ansich aber klar kommt, wollten die Werkstätten ihn nicht aufnehmen ("nicht behindert genug" bei SBA 70 %). Es wurde dann ein Intelligenztest gemacht, der eindeutige Schwächen zeigte. Er hat dann über die Lebenshilfe einen Ausbildungsplatz bekommen. Es ist natürlich keine normale Ausbildung, aber er geht ein wenig in die Schule und arbeitet im Lager (vorher wurde Büro und Werkstatt ausprobiert, aber das war nichts für ihn). Nun bekommt er da einen kleinen Lohn (450 Euro) und erhält ansonsten Grundsicherung. Er ist 20, wirkt aber wie ein zu groß geratener 10 Jähriger (mit enormen Sprachschwierigkeiten). Er wohnt allerdings bei meiner Tante, da er nicht komplett selbst wohnen könnte. Später zieht er vermutlich in die Wohnung neben meiner Tante, so das er alleine leben kann, aber bei Bedarf schnell Hilfe erhalten kann.

Vielleicht hilft dir das weiter?
Liebe Grüße

Melli


Zurück zu „Erwachsen werden: Leben, Arbeit, Wohnen“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste