Ärger mit dem Vormundschaftsrichter

Unsere Kinder werden älter, verlassen die Schule und auch oft das Elternhaus. Wie sehen die Perspektiven für behinderte Jugendliche und junge Erwachsene aus? Wo können sie arbeiten? Wo finden sie geeignete Wohnformen? Hier können sich Eltern austauschen und informieren!

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Petra und Alexander
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Ärger mit dem Vormundschaftsrichter

Beitragvon Petra und Alexander » 07.01.2012, 00:08

Ich habe ein grosses Problem mit dem Amt!Ich mache mir grosse Sorgen Was wird aus meinen Sohn,wenn ich ihn nicht mehr betreuen kann.Oder wenn ich mal im KH muss.Jetzt suchte ich eine Einrichtung die meinen Sohn aufnehmen würde!Da er ständig(24stunden) bei der Pflegestufe3 Betreuung braucht.Habe nun endlich eine Einrichtung gefunden,das Problem ist,er braucht einen Bauchgurt sonst könnte er nicht aufgenommen werden!Aber der Richter meint,er braucht erst einen ,wenn es so weit ist!Bloss der Gurt muss bei der KKbeantragt werden,Da der Richter es nicht bewilligt stehe ich natürlich ganz schön auf den Schlauch und hoffe das ich ihn noch lange pflegen kann!Kann mir jemand einen Rat geben was ich noch machen kann?Das Rezept habe ich auch schon verschrieben bekommen.?????????Hilfe

kh
Alexander, geb. 1991, körperlich und geistig schwerst behindert, Epilepsie, PEG-Sonde, Wahrnehmungsstörungen, keine Diagnose (Erbkrankheit?)

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B.Elisabeth
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Beitragvon B.Elisabeth » 07.01.2012, 01:14

Hallo,
da du das Rezept hast, beantragst du den auch. Dann hast du den schonmal da. Dann gehst du den nächsten Schritt an und lässt den Richter die Situation bei euch zu Hause ansehen.Wenn es sich nicht wirklich vermeiden lässt, wird er dem auch zustimmen!!!!
LG von Barbara

Sonja Fee
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Beitragvon Sonja Fee » 07.01.2012, 08:44

Hallo,
der Richter hat seine Entscheidung Aufgrund der ihm vorliegenden Arztberichte getroffen.
Doch nun hat euer Arzt festgestellt das ihr diesen Gurt braucht und hat euch eine Verordnung ausgestellt.
Aber das musst Du dem Richter schriftlich mitteilen.
Du brauchst also einen aktuellen Bericht, aus dem die Notwendigkeit für diesen Gurt klar begründet wird.
Wenn du dann diesen Gurt noch nicht einsetzen musst, ist es doch umso besser.
Im übrigen finde ich es sehr gut, das der Richter so gewissenhaft seine Entscheidungen trifft.Schließlich handelt es sich bei dem Gurt um eine freiheitsentziehende Massnahme und das muss immer gut überlegt und ärztlich begründet sein.
Ausserdem würde ich auch sehr kritisch hinterfragen, warum die Einrichtung diesen Gurt scheinbar als Standart haben. Mich macht sowas misstrauisch.
Ich weiß das der Einsatz bei manchen Diagnosen absolut notwendig ist,
aber zu sagen das alle so einen Gurt brauchen, finde ich eine mehr als fragwürdige Massnahme.
viele Grüße
Sonja
liebe Grüße
Sonja ( *69 / Kinderkrankenschw.)
mit Ehemann Frank (Rehapool)
5 leibl. Kinder : 15,14,11,9 und 6j. alle mit AVWS + hochbegabung
2 Pflegekinder : 19j. spast.CP, geist.+körp. schwerbehindert.,4j.FAS,geistig und körperlich behindert,Unterarm verkürzt,Daumen fehlt,Klumphand,Kleinwüchzig,Mikrocephalus
2 (ehem.)Pflegekinder mit FAS

Püppimelli
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Beitragvon Püppimelli » 07.01.2012, 12:35

Hallo Petra,

wie Sonja schon geschrieben hat, ist der Bauchgurt eine freiheitsentziehende Maßnahme und die Anwendung darf nur über einen begrenzten Zeitraum erfolgen. Die Zustimmung ist an enge Spielräume gebunden. Du kannst also den Gurt problemlos bestellen, anwenden darfst du ihn aber erst mit Zustimmung. Wenn er also nötig sein sollte um den Platz zu bekommen, besorge ihn. Wenn er den Gurt dann akut braucht, kann die Einrichtung dies dann beim Richter beantragen (meist haben die Einrichtungen schon ein Formular dafür und faxen es dann ans Gericht). Die Anhörung findet dann meist noch am selben Tag statt und wenn es für nötig erachtet wird, wird die Genehmigung direkt mündlich erteilt und der Beschluss wird danach geschrieben.
Einrichtungen die den Gurt danach dauerhaft anlegen, ohne das dies wirklich nötig wäre, empfehle ich eh nicht.

In diesem Fall hast du also eigentlich keinen Ärger, ihr habt vermutlich nur aneinder vorbei gesprochen, oder er hat dich nicht vernünftig aufgeklärt. Lass es dir also in Zukunft ruhig erklären, wenn etwas seltsam scheint. Die Anwendung muss also per Beschluss geklärt werden, besorgen kannst du das Ding wann du möchtest.
Liebe Grüße

Melli

Petra und Alexander
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Beitragvon Petra und Alexander » 07.01.2012, 22:10

Hallo Sonja Fee, Der Richter kennt meinen Sohn so gut wie nicht. Hat sich auch keine Unterlagen vom Arzt eingeholt. Ich bin nun sehr fertig und hoffe das mir nicht passiert!
Alexander, geb. 1991, körperlich und geistig schwerst behindert, Epilepsie, PEG-Sonde, Wahrnehmungsstörungen, keine Diagnose (Erbkrankheit?)

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Beitragvon Petra und Alexander » 07.01.2012, 22:12

Hallo BarbaraPlohr, Ich gucke morgen mal bei euch rein !
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