Integrationskindergarten - Erfahrungswerte?

Integrative Kindertagesstätte oder Sonderkindergarten? Kann mein Kind die Regelschule schaffen oder muss es doch eine Sonderschule besuchen? Hier dreht sich alles um Kindergarten- und Schulbesuch.

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anka1975

Integrationskindergarten - Erfahrungswerte?

Beitragvon anka1975 » 25.01.2006, 13:12

:) ihr lieben,

ich wollte euch mal fragen was ihr so für erfahrung in ein integrationskindergarten gemacht habt?mein sohn justin ist 6-9 monate in der entwicklung zurück.vor allem in der bewegung und motorik und hat wahrnehmungsstörungen.er soll laut kinderarzt und gesundheitsamt in ein integrationskindergarten wenn er 3 ist.das entscheidet sich aber erst nächstes jahr.für mcih ist das so shclimm.erst stirbt meine tochter ind er 25ssw.mit sowas hab ich nicht gerechnet.man denkt alles entwickelt sich normal.wir wohnen hier aufn dorf und da ist getratsche groß geschrieben.wenn ich mir vorstelle das er mit einen taxi mit behinderten kinder abgeholt wird könnte ich echt heulen.bitte versteht mich nicht falsch.wie sit da smit integartionskindergarten?sind da alles behinderte kinder?wenn ich ihn so angucke dann denke ich immer mensch der ist doch nciht behindert.ich frage mich ob es für ihn pos ist wenn er nur mit behinderten kinder zusammen ist?ich will keine verletzen damit.bitte auch nur antworten was ernst gemeint ist!bitte keine vorwürfe das ich so denke!
ich danke euch für euer verständnis

lg anka :lol:

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Simona
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Beitragvon Simona » 25.01.2006, 13:23

Hallo Anka!

Nein, in einem Integrationskindergarten sind gesunde Kinder mit Kindern zusammen, die beeinträchtigt sind. Je nach Kindergarten ist es so, dass es sich um kleinere Gruppen handelt, in denen dann je 2-4 Integrationskinder mit den anderen Kindern zusammen betreut werden. In der Regel sind mehr Betreuer für die Gruppe zuständig z.B. 2 Erzieherinnen + z.B. Zivi und 1 Praktikantin o.ä. so erhalten die Kleinen mit Beeinträchtigung die notwendige Unterstützung und werden trotzdem ganz in den normalen Kindergartenalltag (mit Ausflügen, Turnen, Basteln, Spielen etc.) integriert.

Ich hoffe, ich konnte Dir ein wenig helfen.

LG
Simona

P.S. Meine Tochter (fast 20 Monate) wird ggf. auch im kommenden Jahr in einen Integrationskindergarten kommen...
Simona (44) & Martin (45) mit
Finn (15) - ein chillendes, freundliches Pubertier und Charlotte (12) - freundlicher und fröhlicher Sonnenschein mit Gen-Defekt und daraus resultierenden Defiziten im geistigen, motorischen & sprachlichen Bereich

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Beitragvon Anke B. » 25.01.2006, 13:35

Hallo Anka,
habe dir auch in den anderen Forum schon geantwortet :)

Sieh es auch einfach als Chance, das dein Kind alles aufholen kann und später auf eine Regelschule kann. Bei uns muss man den Fahrdienst nicht in Anspruch nehmen, man kann sein Kind auch alleine in den KiGa bringen/holen. Aber ist doch eigentlich auch bequem für uns wenn die Kinder gefahren werden. :wink:


LG Anke
Nicole *01.06.01,Myelinisierungsstörung, fortschreitende Kleinhirnatrophie, geistig- und körperbehindert, Rumpfataxie, Skoliose unsere Vorstellung
mein Album
http://www.mobil-mit-behinderung.de/con ... s/home.htm

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Beitragvon stefanie*** » 25.01.2006, 13:42

hallo,
meine beiden kleinen besuchen einen i-kiga. die jkidner *und auch ich* sind schier
begeistert. das angebot, welches dort gefahren wird, kann kein "normaler
kindergarten" auffahren.

meine kinder bringe ich morgens in den kiga. dann folgt ein morgenkreis, bei dem
der tag besprochen wird. vormittags finden therapien statt. wenn nicht, dann ist es
ein ganz normaler kiga-vormittag mit basteln, vorlesen, singen, etc. hier wird aber
auch eingekauft, gekocht, gewerkelt, gebaut. ein ruheraum, bewegungsraum,
planschraum ist ebenfalls vorhanden. gar nicht einfach, das alles in worte zu
fassen ;o)

nach dem mttagessen gehts raus an die luft. die kinder werden entweder abgeholt
oderw erden , wie bei usn, mit dem kiga-bus oder einem bus der lh nach hause
befahren. im bus sitzen ca. 4-5 kinder. es sind also keinen massentransporte.

in den gruppen meiner kinder sind a. 15 kinder, davon 5 mit behinderung und
b. 10 kinder, alle mit behinderung. die beinderungen sind unterschiedlich und auch
unterschiedlich schwer. je gruppe sind mind 3 betreuungspersonen. meine kinder
sehen auch nicht behindert aus - sind es aber trotzdem und sollen bitte die
bestmögliche förderung bekommen. egal, was die nachbarn sagen/denken oder
tuscheln.


stefanie
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Beitragvon stefanie*** » 25.01.2006, 13:43

*boah* die rechtsschreibfehler bitte überlesen oder als geschenk nehmen
und behalten ;o)
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Beitragvon Stephanie R. » 25.01.2006, 14:46

Hallo,

wir haben den Integrationkindergarten als etwas sehr positives erlebt, und ich finde, wenn irgendwie die Chance besteht, sollte man sie seinem Kind ermöglichen.Unser Sohn ist bis zum Umzug nach Burg in Dithmarschen in einen Integrationkindergarten in Köln gegangen. Er hat diese Einrichtung mehr als 2 jahre besuchen können und wir bedauern es heute noch das wir so kurz vor der Schulzeit umziehen mussten.Auch er hat dort einen heilpädagogischen Platz eingenommen und hat somit meiner Meinung nach auch die beste Förderung erleben dürfen. Unser Sohn ist morgens mit dem Kindergartenbus abgeholt worden, das Gerede der anderen war mir so was von egal!!!!!!
Das Schöne an der Einrichtung war auch,daß alle Therapieformen in den Kindergartenalltag eingebunden waren,so hatte unser Sohn danach richtig viel Freizeit zum verabreden,oder auch nur zum Spielen.Wir mussten Nachmittags nicht wieder los.
Was in solchen Kindergärten natürlich super geschult wird,ist das Sozialverhalten.Rücksichtsnahme dem schwächren gegenüber.Tolle Sache!!!!!
Bei unserer " Ellenbogengesellschaft" doch was ganz besonderes,oder???!!

Janet S.
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Integrationskindergarten

Beitragvon Janet S. » 25.01.2006, 14:54

Hallo Anka,
ich bin erst neu hier und schreibe das erste mal eine Antwort also seht es mir bitte nach wenn ich noch nicht alles richtig mache.
Also ich kann nur Gutes von unserem Integrationskindergarten sagen. Meine Tochter Liza-Marie hat das Dandy Walker Syndrom und wird jeden morgen von Taxi-Unternehmen in den Kindergarten gefahren. Sie wird direkt vor unserer Haustür abgeholt. Es ist immer eine Begleitperson im Bus, die sich um die Kinder kümmert. Übrigens ist in unserem Kindergarten die Verteilung von behinderten Kindern und nicht behinderten Kindern 50% zu 50%. Das klappt toll und ich bin der Meinung das kann nur gut sein. Einmal zum Vorteil für nicht behinderte Kinder: den Umgang mit behinderten Kindern zu lernen und Vorurteile durch Erwachsenen und anderen Kindern entgegen zu wirken. Einmal zum Vorteil für behinderte Kinder: ein eigenes Selbstbewustsein zu entwickeln und relaxt mit "tuscheln", "anstarren"und "kichern" umzugehen. Nun noch was zum Umgang mit Nachbarn und anderen Einwohnern. Dazu kann ich nur sagen das Du Dir keine Gedanken machen brauchst. Steh dazu und zeige Dein Selbstbewustsein, denn eines ist ja wohl klar die die den tagtäglichen Umgang mit behinderten Menschen zu meistern haben, haben eindeutig mehr auf dem Kasten als die "Normalos".
Ich bewundere Euch ,denn ich habe schon so viele Dinge hier auf den Seiten gelesen wo ich nur sagen kann: "Kopf hoch Ihr seid spitze!"
Wenn Du noch Fragen hast, trau Dich ich bin hier.
Von Liza-Marie und Mutti Janet :)

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Beitragvon Barbara A. » 25.01.2006, 15:42

Hallo,

meine Tochter Tia geht seit letzten Sommer in eine integrative Kita.
Wir finden es dort super, nicht nur das die Einrichtung klasse ist, sondern das speziell geschulte Personal ist einfach klasse.
Es gibt 4 Gruppen in dieser Kita mit je 15 Kinder. Davon sind 9 normale Kinder und 6 behinderte Kinder in eine Gruppe.
Es ist bunt gemixt, egal ob es entwicklungsverzögerte Kinder oder schwerst behinderte Kinder sind, sowie die normalen Kinder.
Alle kommen super klar.
Und die normalen Kinder gehen ganz normal mit den behinderten Kinder um. Sie helfen und betütteln die Kinder die nicht so können.

Ich könnte wenn ich wollte Tia auch mit einem Fahrdienst holen und bringen lassen, aber das möchte ich nicht, weil Tia nicht sprechen kann und ich gerne jeden Tag mit den Erzieherinnen darüber sprechen möchte was Tia denn den ganzen Tag so gemacht hat . Deshalb fahre ich sie jeden Tag selber in die Kita, bekomme aber Fahrgeld dafür.

Ich würde jeder Zeit wieder so entscheiden mein Kind in eine integrative Kita zu geben. Weil Kinder so besser lernen mit anderen Menschen umzugehen, egal ob sie eine schiefe Nase oder eine behinderung haben, so lernen die Kinder schon früh das man tolerant sein muß und das es Menschen gibt die anders sind.
Hier ein Auszug aus einem anderen Bericht von mir :

"Wie oft habe ich geweint, weil ich merkte das Tia ausgegrenzt wurde, und wie eine *doofe* behandelt wurde. :crymore:

Aber es gibt auch Menschen, die bewußt ihre *normalen* Kinder in eine integrative Kita geben um den Kindern ein gesundes Verhältnis zu behinderten Kindern zu ermöglichen. :icon_compress:

Als Tia den ersten Tag in diese Kita ging war es die Hölle für mich, Tia zu dem Zeitpunkt sehr aggressiv, zog zwei Mädchen so dolle an den Haaren, ich erklärten den Mädchen das es Tia nicht böse meint und das sie es nicht besser weiß weil sie krank ist, da sagte ein 5 jähriges gesundes Mädchen zu mir :
Was hat denn Tia? Ich versuchte es ihr so gut wie es ging zuerklären.
Das Mädchen sagte zu mir: Ach so, dann ist die Tia behindert ?? Ich nickte. Das Mädchen nahm mich bei der Hand streichelte mich und sagte: dann weiß ich ja bescheid, dann weiß ich auch wie ich mit Tia umzugehen habe, das haben wir hier gelernt, das man Rücksicht auf behinderte Kinder nehmen muß weil sie es nicht so gut verstehen und nichts dafür können.
Ich mußte schlucken, ein 5-jähriges Mädchen hat mich getröstet und so erwachsen gesprochen, als ich drausen war habe ich erst mal geweint.
Tia und dieses Mädchen spielen sehr oft zusammen und die begrüßung der beiden jeden Morgen ist herzallerliebst. :icon_sunny:

Es kann auch anders gehen und seit diesem Gespräch mit dem kleinem Mädchen, bin ehrlich gesagt viel offener geworden."

Und nur noch zum Schluß , laß die Leute reden was sie wollen, und wenn dein Kind mit dem Fahrdienst abgeholt wird in dem noch andere behinderte Kinder sitzen, na und ??? Hauptsache deinem Kind geht es gut und es lernt tolerant zu sein und nicht so aufwächst wie die meisten Menschen die eine "behinderung" als was schlechtes ansehen.
Denn es kann jeden treffen, das man von heut auf morgen behindert ist, durch Unfall oder Krankheit.

LG Barbara :icon_flower:
mit Tia-Marie Gendefekt Entwicklungsstörung mit besonderer Senke im Bereich der Sprachentwicklung,
Unsere Vorstellung:http://www.REHAkids.de/phpBB2/ftopic8121.html
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Beitragvon Rachael » 25.01.2006, 16:12

Hallo Anka,

Florian ist jetzt im dritten Jahr in einer I-Kita, seine Gruppe hat 15 Kinder, 5 Plätze davon stehen für beeinträchtigte Kinder bereit. Und von einem Kind weiß ich nur, dass es ein I-Kind ist, weil die Mutter es mir erzählt hat. Sonst merkt man es nicht. Zugegebenermaßen habe die anderen vier, incl. Florian, Beeinträchtigungen, die man nicht übersehen kann.

Aber alle Kinder werden dort so angenommen wie sie sind, wenn z. B. P. nicht so schnell laufen kann, wartet man halt auf ihn und macht ihn dafür nicht auch noch blöd an.

In einem I-Kindergarten würde Dein Sohn so wahrscheinlich den Raum erhalten, aufzuholen was ihm fehlt, ohne dass er sich ständig dafür verteidigen muss, wie er ist und deshalb gar keine Kraft mehr hätte für seine Entwicklung.

Nur so am Rande, Flos Kindergarten ist die In-Einrichtung hier im Ort, wir hätten da normal nie einen Platz bekommen, denn die Anmeldeliste ist sooooooooooo lang :wink:.

Liebe Grüße, Rachael
Florian (*04/2002): Pitt Hopkins Syndrom; ein fröhliches Schulkind mit dem Schalk im Nacken :D, Felix (*6/2008).

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Beitragvon sina-bianca » 25.01.2006, 17:04

Hallo Anka,

wie du siehst haben alle durchweg positive Erfahrungen mit integrativen Kindergärten gemacht. Ich kann mich da nur anschließen.

Mein freiwilliges soziales Jahr habe ich in einem Sonderkindergarten gemacht, in dem die Kinder ohne Behinderung integriert wurden, nicht die behinderten Kinder.
Von ca. 60 Kindern waren 25 nicht behindert, die Warteliste für diese 25 Plätze war sehr lang, sehr viele Eltern hatten den Wunsch, dass ihre "normalen" Kinder von dem besonderen Therapieangebot profitieren.

Es ist wirklich so, im Vergleich zum normalen Kindergarten gibt es viele Vorteile, bedenke die kleinere Gruppengröße, mehr Personen, die sich um die Kinder kümmern, Therapien, die dann nicht nachmittags gemacht werden müssen und die auch oft mit dem besten Freund zusammen durchgeführt werden können. Das macht doch dann gleich mehr Spaß als alleine.

Wichtig ist doch die Entwicklung deines Kindes, deshalb ist ein I-Kindergarten eine gute Möglichkeit dazu. Die Kinder erleben die Gemeinsamkeit mit anderen, ohne das Gefühl, den anderen Kindern nur hinterherzuhinken, weil man vielleicht in einigen Bereichen nicht so gut ist wie sie. Daraus entwickelt sich Selbstbewusstsein.

Wenn dich dann jemand blöd darauf anspricht, warum dein Kind denn in einen I-Kindergarten geht, kannst du dieser Person ja die ganzen Vorteile mal aufzählen, mal sehen, was sie dann sagt.

Liebe Grüße,
Sina


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