Integration in den ersten Arbeitsmarkt

Unsere Kinder werden älter, verlassen die Schule und auch oft das Elternhaus. Wie sehen die Perspektiven für behinderte Jugendliche und junge Erwachsene aus? Wo können sie arbeiten? Wo finden sie geeignete Wohnformen? Hier können sich Eltern austauschen und informieren!

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Annette Schmidt
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Beitragvon Annette Schmidt » 04.01.2012, 16:50

Hallo Sabine!

ich frage mich nur, welche Bedeutung ein Hauptschulabschluss für uns hätte? Erhöhen sich da wirklich die Chancen, einen Ausbildungsplatz zu finden? Sind wir dann raus aus den "Maßnahmen zur Rehabilitation"?


Man ist mit einen Hauptschulabschluss nicht grundsätzlich aus der Rehabilitation raus. Mein Sohn hat den Realschulabschluss und trotzdem war die Bewilligung der BvB kein Problem. Und das mit dem Praktikums- und zukünftigen Ausbildungsplatz lief über Lavie.

Anderseits könnte es ohne Schulabschluss einfacher sei, Maßnahmen zur beruflichen Rehabilitation zu bekommen, aber dann ist fraglich, ob man Chancen auf dem 1. Arbeitsmarkt hat.

Die Berater machen es sich so einfach!


Ich denke das ist wir überall immer von denen abhängig, die da arbeiten. Wir haben es anders kennengelernt. Der für Uli Zuständige von der AfA hat von sich aus den Wunsch geäußert , an einem Hilfeplan-Gespräch teilzunehmen, um die beruflichen Möglichkeiten zu erläutern und hat dies dann auch von heute auf morgen terminlich möglich gemacht, die Anfrage von ihm kam nämlich am Tag vor dem anstehenden HPG.

Liebe Grüße

Annette
Annette *16.08.67, u.a. chronische Neuroborreliose, Polyneuropathie, CFS, Insulinresistenz, EM-Rentnerin mit Ulrich, *27.07.92, Asperger-Syndrom

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Jaqueline
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Beitragvon Jaqueline » 04.01.2012, 18:50

Hallo Sabine,

Ist es grundsätzlich so, dass BBWs nicht für den 1. Arbeitsmarkt ausbilden?
Bewerbung auf dem 1. Arbeitsmarkt nach Ausbildung im BBW stelle ich mir schwierig vor.

doch die BBWs bilden auch für den 1. Arbeitsmarkt aus! Ansonsten wäre ich da niemals hingegangen. Es kommt drauf an, welche Ausbildung man dort macht. Es gibt natürlich dort auch diese "Reha-Ausbildungen", die auf dem 1. Arbeitsmarkt nicht ausgebildet werden - da reicht dann oft ein Förderschulabschluss. Aber es gibt dort auch ganz reguläre Ausbildungen wie Bürokaufmann, IT-Systemelektroniker, Industrieelektriker usw. Die Prüfungen finden dann auch vor den offziellen Stellen (z.B. IHK) statt. Von Förderschule bis Abitur ist bei den Auszubildenden alles vertreten. Nur die Praxis findet eben in Übungsfirmen, und -werkstätten usw. statt und nicht in richtigen Betrieben. Als Ausgleich hat man dafür dann mehrere Praktika.

Die Bewerbung ist damit aber defintiv schwieriger, aber nicht weil man weniger qualifiziert wäre, was ja nicht so ist, sondern weil Arbeitgeber da misstrauisch sind, eben weil man noch nie einen echten Betrieb gesehen hat. Chancen hat man aber auf jeden Fall. Die Vermittlungsquote in den 1. Markt soll bei unserem BBW bei 70% liegen und betrifft nur sozialversicherungspflichtige Beschäftigungen, also ohne 1 € Jobber, 400 € Jobs etc.

Es empfielt sich sehr, solange man danach noch arbeitssuchend ist, parallel Praktika zu machen um die fehlende echte Praxis nachzuholen.
Eine reguläre Ausbildung ist natürlich besser, aber es ist weitaus besser als nichts und auch weitaus besser als WfB (wenn man ausbildungsfähig ist).
ich frage mich nur, welche Bedeutung ein Hauptschulabschluss für uns hätte? Erhöhen sich da wirklich die Chancen, einen Ausbildungsplatz zu finden? Sind wir dann raus aus den "Maßnahmen zur Rehabilitation"?

Wenn man eine reguläre Ausbildung anstrebt, ist heute mindestens ein Hauptschulabschluss erforderlich - auch im BBW.
Und man ist da defintiv nicht aus den Reha-Maßnahmen raus - bin ich ja auch nicht.
LG Jaqueline
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Beitragvon KerstinM. » 05.01.2012, 12:05

Hallo,
darf ich mal fragen.: Was ist Lavie? :think:

neugierige Grüße

Kerstin
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Beitragvon deruli » 05.01.2012, 12:07

KerstinM. hat geschrieben:Hallo,
darf ich mal fragen.: Was ist Lavie? :think:

Das hier:
http://lavie-reha.de/start.shtml

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Beitragvon KerstinM. » 05.01.2012, 12:11

Hallo Uli,

ich danke dir herzlich für die prompte Antwort! :wink:

Gruß Kerstin
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Beitragvon Annette Schmidt » 05.01.2012, 13:42

Hallo Kerstin!

KerstinM. hat geschrieben:Hallo,
darf ich mal fragen.: Was ist Lavie? :think:
neugierige Grüße


Siehe auch auf S. 1 dieses Threads:

http://www.REHAkids.de/phpBB2/viewtopic ... 06#1514606 :wink:

Liebe Grüße

Annette
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Beitragvon ulrikez » 06.01.2012, 09:16

Hallo, es gib einge Jugendlich die ohne Hauptschulabschluß in die duale Ausbildung gehen. Wenn die Ausbildung bestanden ist gilt das als Hauptschulabschluss. Es gib zum Beispiel in Niedersachsen noch englisch Kurse , dann können die Jugendliche sogar den Realschulabschluss erreichen.
Wer mehr wissen möchte kann sich beim Bibb Informieren. (datenreport.bibb.de/html/1266.htm)
Ich kenne eine Asperger Autisten der arbeitet bei desy in Hamburg.

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Beitragvon ehemalige Userin » 06.01.2012, 16:26

Hallo Sophia,


SophiaR hat geschrieben:Seit dem 30.11.2011 gibt es ein Urteil des Bundessozialgerichtes, dass man auch ein persönliches Budget für Werkstattleistungen nutzen kann.
Schau mal hier:
http://www.budget.paritaet.org/index.ph ... &tx_ttnews[tt_news]=6191&tx_ttnews[backPid]=2288&cHash=001d66444f0e0a04caadd07aae99cb0e



Ich verstehe das so, dass ein persönliches Budget für den Berufsbildungsbereich auch außerhalb der WfbM in Anspruch genommen werden kann.

Liebe Grüße Sabine

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Karin2
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Behindert - Was darf ich werden?

Beitragvon Karin2 » 09.01.2012, 00:16

LG Karin

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Beitragvon ehemalige Userin » 09.01.2012, 09:51

sabbi hat geschrieben:
@Sabine 76
Du hast meinen größten Respekt, so wie du dich durchgekämpfst hast. Ich wünsche dir viel Kraft, um die derzeit schwierigen Bedingungen zu meistern.



Hallo Namensvetterin,
lese das gerade erst - bin zwar hier täglich online, aber bring momentan gerade nicht viel auf die Reihe. Das erneute Mobbing geht mir richtig auf die Psyche. am Donnerstag hab ich wieder Termin beim IFD, hoffe wir finden da einen Weg.
Es ist für Behinderte (egal was für eine Behinderung) in der heutigen Zeit wirklich nicht leicht auf dem 1. Arbeitsmarkt sich zu behaupten. Ich bin zwar das Kämpfen gewohnt aber auch meine Kräfte sind irgendwann zu Ende. Und der Wunsch "Einfach nur in Ruhe leben und arbeiten zu dürfen wie die anderen auch" wird größer.

Ich wünsch euch viel Kraft und drück euch die Daumen, dass ihr was findet, womit euer Sohn dann auch klar kommt.

Es muss ja auch nicht immer so laufen wie bei mir. Kenn auch andere Körperbehinderte die ohne Ärger an der Arbeit es schaffen. Ich hab da voll so richtig Pech gehabt. Bin halt auf den Spruch von wegen im Öffentlichen Dienst ist es einfacher rein gefallen. Das war vielleicht früher so ist es jetzt auch nicht.


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