Welcher Kindergarten für meinen Sohn?

Integrative Kindertagesstätte oder Sonderkindergarten? Kann mein Kind die Regelschule schaffen oder muss es doch eine Sonderschule besuchen? Hier dreht sich alles um Kindergarten- und Schulbesuch.

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Meike_
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Welcher Kindergarten für meinen Sohn?

Beitragvon Meike_ » 25.01.2006, 10:01

Hallo Ihr,
hoffentlich kann mir eine(r) von euch weiterhelfen, denn ich bin gerade leider ziemlich ratlos...
Was genau bei Ben Leander "nicht stimmt" kann uns bisher leider niemand so genau sagen (es besteht der Verdacht einer "Autismusspektrumstörung), aber dass er irgentwie ein ziemliches Problem hat wurde spätestens im Kiga deutlich (für uns als seinen Eltern schon viel früher...aber es wollte niemand glauben). Im ersten Kiga hat er immer versucht, sich von den anderen Kindern zurückzuziehen; er ist in einer abgetrennten Ecke verschwunden und wollte dort ungestört sein. Das konnte/wollte die Erzieherin nicht akzeptieren und versuchte, ihn zum spielen mit anderen "zu zwingen"...Ben hat dann diese Kinder gehauen, getreten (und zwar feste)...er war total panisch. Nachdem diese Erzieherin ihn dann einmal im Keller eingesperrt hatte (haben wir leider nicht sofort mitbekommen) nahmen wir ihn aus dem Kiga heraus und machten uns auf die Suche nach einem anderen...es hätte ja sein können, dass seine Probleme mit durch diese unfähige Person verursacht waren (Zitat:" Ein solch schlimmes, böses Kind wie ihres haben wir hier noch nie gesehen." oder der Hinweis, dass ihm Zucht und Ordnung fehlen...) Im zweiten Kiga war es dann leider nicht besser (hier hat Ben meist die ganze Zeit unter dem Tisch gesessen oder er musste im Flur vor dem Gruppenraum sein), er durfte teilweise nur für 1 Stunde kommen usw. Und schließlich gar nicht mehr, weil die Kiga-Leitung meinte, nicht für seine Sicherheit garantieren zu können, da er versucht sich der sozialen Situation (zum Beispiel auf dem Spielplatz) zu entziehen versucht...
Es war also nicht zu übersehen, dass er riesige Probleme in einer Gruppe hat, zumal er dieses wahnsinnig aggressive Verhalten dann auch nachmittags zu Hause zeigte. Er war wirklich völlig verstört (machte wieder ins Bett, haute uns, war weinerlich, nicht mehr zugänglich,...es war wirklich schlimm)
Darufhin waren wir bei Kinderpsychotherapeuten und sogar für 3 Wochen in einer Kinderpsychiatrie und auch bei der Frühförderstelle, aber NIEMAND hat bisher eine feste Diagnose gegeben... bis auf eben eine Autismus-Verdachtsdiagnose und der Vermutung, dass er in bestimmten Bereichen hochbegabt sein könnte (ach ja, Ergo bekommt er auch...)

Das Problem ist nun, dass er eigentlich noch nie wirklich (insgesamt erst 4 Monate) zum Kiga gegangen ist (und er ist schon 5 Jahre und 4 Monate); ab Sommer soll sich das jetzt endlich ändern.
Die Frühfürderstelle will ihn in einen I-Kindergarten schicken; seine Ergotherapeutin meint, er solle besser in eine heilpädagogische Einrichtung gehen, in der alles überschaubarer sei...

Kennt sich jemand mit beidem aus und kann mir vielleicht einen Rat geben (einen Platz könnte er in beiden Kigas bekommen)?

Meike

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Beitragvon steffi mit isa » 25.01.2006, 10:49

hallo meike,
erstmal herzlich willkommen hier,dein sohn erinnert mich schon was an meine tochter, sie haut sich auch mich, überhaupt jeden. ich habe einen diagnosen- verdacht tiefgreifende entwicklungstörung, das ist soviel wie autistische züge, dieser verdacht bestätigt sich immer mehr, aber naja gut. meine wird im feb.4, und sie hat einen heilpädagogischen k- platz warscheinlich nach den sommerferien,ich hatte zwar einen schon frühre in einem regel-kika aber davor wurde mir abgeraten, da sind 25 kinder und da würde meine tochter nicht zurechkommen. was die liebe frau, im kindergarten angeht, ich hätte eine srafanzeige gegen sie gemacht, kann ja wohl nicht angehn sowas.isabell, kommt auch nicht gut mit andern zurecht, weil sie ja auch nicht sprechen kann, und die meisten kinder haben halt angst vor ihr. kannst dich ja gerne mal hier melden, schickste mal ne pn nachricht an mich, wenn du lust hast. aber zu deiner frage ich würde mich da mal nach einem heilpädagogischen platz umsehn. wart ihr denn auch schonmal in einem spz?


L.G. steffi

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Beitragvon angelAnna » 25.01.2006, 11:41

Hallo Meike!!
Auch wir mußten uns mit dem Problem heilpädagogisch oder i-Kiga auseinandersetzen.Letztendlich kam für uns nur der heilpädagogische in Frage...bei dem es aber meißt Wartelisten gibt da diese Einrichtungen viel zu selten sind.Ich denke das die Betreuung in heilp.vielleicht etwas umfassender gestaltet wird und das dort mehr Erzieherinnen auf eine Gruppe Kids kommt.So kann besser auf jedes einzelne Kind eingegangen werden!
Ein Versuch ist es auf jeden Fall wert,wenn du einen Platz bekommen kannst!!
Alles Gute und LG
Anna
Anna mit Justin geb.9.2.03 (23+4 SSW,625 g,32 cm) Extremfrühchen mit multiplen schwersten Behinderungen ,PEG (PS 3 + )Aggressiv /autoag.
und Jona Maximilian 3.11.09 gesund und munter

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Beitragvon anjae » 25.01.2006, 12:52

Hallo,
unser schwerst-mehrfachbedinderter Sohn ist seit letztem Jahr in einem Regel-Kindergarten als Tageskind und ich würde es immer wieder machen. Natürlich kann das Kindergartenpersonal dies allein nicht leisten. Wir haben vorher Anträge gestellt bei der Arbeitsstelle für Integration (ich weiß nicht, ob es das in jedem Bundesland gibt). Wir haben dann einen Ziwi, der immer da ist und zusätzlich 2 x 6 Stunden eine Integrationspädagogin, die sich ja mit allen Arten von Behinderungen auskennen. Diese gibt dem Kindergartenpersonal auch Tips, wie sie was machen können, und wenn der Kindergarten mitzieht, denke ich, ist das auf jeden Fall besser, als eine Sondereinrichtung. Ich habe mir auch Integrationskindergärten der Lebenshilfe angesehen, weil unser Sohn noch einen gesunden Zwillingsbruder hat und ich beide an eine Stelle geben wollte. Ich habe mich gegen diesen Kiga entschieden, weil unser gesunder Sohn dort untergegangen wäre. Und wenn du schreibst, dass euer Kind sogar evtl. hochbegabt sein könnte....
Was du das von eurem Kindergarten berichtest, ist übrigens unfassbar. In den Keller sperren ist Kindesmißhandlung. Die müßtet ihr anzeigen. Die waren wohl eindeutig mit deinem Kind überfordert.

Liebe Grüße
Anja
Anja mit Nils, geb. 17.01.03, schwerste Mehrfachbehinderung nach Hirninfarkt während der Schwangerschaft, schwere Skoliose, PEG, und Janis 17.01.03 und Pauline 10.11.00, gesund.

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Beitragvon Aspiemama » 25.01.2006, 14:39

Hallo Meike,

ich habe selbst einen autistischen Sohn (Asperger), der zunächst in einen Regelkindergarten ging und dort (trotz lieber Erzieherinnen) vollkommen unterging.
Sebastian geht nun seit 2 Jahren in den Lebenshilfekindergarten und das tut ihm richtig gut. Dort gibt es 7-8 Kinder in einer Gruppe mit 2 Erziehern und einem Praktikanten. Je nach Bedarf bekommen die Kinder Einzelförderung. Es läuft super!
Und entgegen den schlimmen Vorhersagen von Freunden "Die sind doch alle geistig behindert oder entwicklungsverzögert, das färbt ab" hat sich Sebastian super entwickelt, in ALLEN Bereichen.

Liebe Grüsse
Ulrike


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