Beschäftigungsverbot wg. Schwangerschaft

In dieser Kategorie geht es um rechtliche Dinge, Fragen zur Krankenversicherung, Pflegegeld etc.

Moderator: Moderatorengruppe

DomeniksEltern
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 60
Registriert: 10.08.2011, 21:56
Wohnort: München

Beschäftigungsverbot wg. Schwangerschaft

Beitragvon DomeniksEltern » 20.12.2011, 10:16

Hallo Ihr Lieben,

ich hätte heute mal eine Frage zum Thema Beschäftigungsverbot!

Ich bin nun endlich wieder Schwanger in der 5.SSW und mein Arbeitgeber hat mir nach Bekanntgabe gesagt, dass ich mir überlegen soll wie es weiter geht! Ob krank schreiben, Versetzung ins Altenpflegeheim (arbeite zur zeit beim ambulanten Pflegedienst), weiter arbeiten unter leichteren Bedingungen, oder Beschäftigungsverbot!

Wenn ich ehrlich bin wäre mir das Beschäftigungsverbot am liebsten, weil ich da meinen Lohn weitergezahlt bekomme und zu Hause sein kann. Da meine erste Schwangerschaft sowieso eine Risikoschwangerschaft wegen meinem Bluthochdruck war und Domenik um die 26.SSW eine leichte Hirnblutung hatte. Dazu kommt noch, dass bei mir der Faktor Willebrand Typ I festgestellt wurde.

Nun meine eigentliche Frage:

Könnte unter dieser Vorgeschichte ein volles BV erteilt werden und wer muss es ausstellen?!
Meine Frauenärztin meinte, dass sie mich nun Krankschreiben kann und der Arbeitgeber das BV ausstellen muss.
Mein Arbeitgeber sagt, dass es der Hausarzt ausstellen muss!

Habt ihr da Erfahrungen oder Informationen für mich?

Freue mich auf eure Antworten! Liebe Grüße Steffi

Werbung
 
20Elea11
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 163
Registriert: 11.07.2011, 14:18

Beitragvon 20Elea11 » 20.12.2011, 10:24

Hallo,
also ich habe als ich mit Jonna schwanger war, das BV von meinem Betriebsarzt erhalten.
Ich hatte zu niedrige Titer bei div. impf-pflichtigen Sachen und da ich als Nachtwache im Behinderten Bereich arbeite gabs gleich ein BV.
Gruß Yvonne
Mutation des COL4A1 -Gens
unsere Vorstellung:

http://www.REHAkids.de/phpBB2/viewtopic ... highlight=

Assunta
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 574
Registriert: 08.11.2007, 12:15
Wohnort: Bayern :-)

Beitragvon Assunta » 20.12.2011, 10:35

Hallo!

Als ich mit Michael schwanger war,war ich in einem Altenpflegeheim beschäftigt.
Mein Arbeitgeber konnte und wollte mich wohl auch nicht woanders bzw mit leichterer Tätigkeit beschäftigen und wollte das ich kündige.Was ich aber natürlich nicht gemacht habe.
Meine Frauenärztin hat mir dann das Beschäftigungsverbot ausgestellt.

Wenn es möglich ist,das du unter leichteren bzw zumutbaren Bedingungen arbeiten kannst ist es nicht so einfach mit dem Beschäftigungsverbot.Es muss schon ein Grund vorliegen.
Das der Hausarzt das BV ausstellt kann ich mir nicht vorstellen,auch nicht das er dafür zuständig ist.Es liegt ja eine Schwangerschaft vor und die fällt ja nicht grad in seine Zuständigkeit.

Der Arbeitgeber muss dir einen Arbeitsplatz schaffen,der den Mutterschutzrichtlinen entspricht.Kann er das nicht,muss er normalerweise das BV austellen.
Aus gesundheitlichen Gründen,die die Schwangerschaft betreffen macht das der behandelte Frauenarzt.In etwa bei vorzeitigen Wehen.So wie es bei mir war.
Das aber auch nur wenn die weitere Ausübung des Berufes eine Gefahr für Mutter und Kind darstellen würde.
So hat mir das damals die Krankenkasse erklärt auf Anfrage.

LG
Ich möchte lieber ein einziges Leben mit dir verbringen, als alle Zeitalter der Welt alleine zu durchleben!(aus Herr der Ringe)

JessicaK
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 115
Registriert: 14.01.2011, 10:30
Wohnort: Niedersachsen

Beitragvon JessicaK » 20.12.2011, 10:57

Guten Morgen,

der Arbeitgeber stellt das BV nicht aus. Mir hat es damals meine Frauenärztin angeboten,da auch ich im Altenheim arbeite.
Zum Glück,hab ich einen netten Arbeitgeber,der rücksicht genommen hat.
Ich hab keine Medis mehr gestellt und ausgeteilt,keine Injektionen mehr durchgeführt,leichte Bewohner versorgt.

Frühdienst um 7 Uhr begonnen,allerdings trotzdem am We gearbeitet,denn so steht es im Mutterschutzgesetz.

Wende Dich vertrauensvoll an Deinen Frauenarzt/ärztin, viele sind in diesem Berufsfeld sehr offen gegenüber einem BV, grad weil einige Arbeitgeber auf den Mutterschutz pfeifen :evil: :evil:

Viel Glück
liebe Grüße
Jessica
Kein Mensch kann perfekt sein....aber er kann das Leben eines Anderen perfekt machen.

DomeniksEltern
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 60
Registriert: 10.08.2011, 21:56
Wohnort: München

Beitragvon DomeniksEltern » 20.12.2011, 11:07

Danke schonmal für die Antworten.

Ich hoffe, dass mir meine FÄ ein BV ausstellt. Im ambulanten Pflegedienst ist es ein Risiko alleine die Touren zu fahren, auch wenn ich leichte Patienten habe, da bei ihnen trotzdem auch mal was sein kann.- so mein Arbeitgeber. laut Mutterschutzgesetz dürfte ich nach dem 3.Monat nicht mehr mit den Dienstauto's hin-und herfahren.

Tanja2905
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 68
Registriert: 13.11.2010, 19:57
Wohnort: Warburg

Beitragvon Tanja2905 » 20.12.2011, 11:14

Hallo bei mir hatte damals der FA das BV ausgestellt...weil nur er alleine die Risikofaktoren kennt und der Hausarzt zu dem Bereich quasi nichts sagen kann...Das schreiben bekam dann der Arbeitgeber und von da an hat sich alles weitere geregelt...
viel glück
Emily Marie Frühchen 34+4 globale Entwicklung und Sprachstörung (angeblich Autismusspektrumstörung,was die Ärzte aber anzweifeln)
Johanna Lara Frühchen 31+1 gesund und munter

Benutzeravatar
Christine GM
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 142
Registriert: 28.05.2008, 10:54
Wohnort: Groß-Gerau

Beitragvon Christine GM » 20.12.2011, 11:31

Hallo Steffi,
bei uns wird es so gehandhabt,
der FA spricht das Berufsverbot aus. Zur Zeit haben wir zwei Schwestern bei denen dies so ist. Hier handhaben die Ärzte es verschieden, der eine hat bereits für den gesamten Zeitraum der Schwangerschaft das BV ausgesprochen, der andere Arzt verlängert immer Monatsweise.
Diese Meldungen gehen an die Personalabteilung und von dort aus wird alles geregelt.
Viel Glück und eine gute Zeit
Christine
Christine mit Jonas*89 zur Seite, Gabriel* 97 & Marijan *99 ganz fest im Arm und Ben im Herzen

MarieWP
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 515
Registriert: 13.10.2011, 09:06
Wohnort: NRW

Beitragvon MarieWP » 20.12.2011, 12:02

Hallo Steffi,
es gibt zwei verschiedene Varianten:

Gründe für ein individuelles Beschäftigungsverbot können sein: eine Risikoschwangerschaft, die Gefahr einer Frühgeburt, eine Mehrlingsgeburt, eine Muttermundschwäche, besondere Rückenschmerzen oder weitere gesundheitliche Beeinträchtigungen, die auf die Schwangerschaft zurückgehen. Hierübe entscheidet der Arzt.

Das generelle Beshäftigungsverbot spricht der Arbeitgeber aus, z.B. wenn schwere Lasten zu tragen sind, der Imfschutz nicht ausreicht, eben Gefahren für Mutter und/oder Kind am Arbeitsplatz herrschen.
Gruß, Marie
Marie (77), Sozial- und Sonderpädagogin
mit 3 Kindern (01, 06, 08), gesund und ohne Behinderung besonders:)

Benutzeravatar
sunshinesteffi
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 699
Registriert: 04.08.2010, 14:02

Beitragvon sunshinesteffi » 20.12.2011, 12:32

Hallo Steffi,

ich habe das BV vom FA bekommen, da ich keinen Schutz gegen Ringelröteln und Cytomegalie hatte. Da darf man als Erzieherin nicht mehr arbeiten.

Bei meiner Schwester war es so, dass der Arbeitgeber das BV ausgesprochen hat, da sie ne Mehrlingsschwangerschaft hatte und die Arbeit gegen Ende der SS zu anstrengend war.

Ich würd an deiner Stelle auch vertrauensvoll mit deinem FA sprechen, und deine Ängste schildern.

Für den Arbeitgeber ist das generelle BV sicher besser, er kann Ersatz für dich einstellen und kriegt aber dein Gehalt was er weiter zahlt später von der Versicherung wieder.

Und Vorteile für dich sind beim BV auch kalr auf der Hand, viel mehr Ruhe und volles Gehalt, was natürlich auch positiv für´s Elterngeld ist!

Herzliche Glückwünsche zur SS. Hoffe du findest einen für dich zufrieden stellenden Weg.

Lg Steffi
Steffi *84, Maik*83, Hannes*12.04.10 †06.03.13, unkl. dysmorphie-Retardierunssyndrom
Hannes für immer in meinem Herzen
Wenn Liebe den Weg zum Himmel fände und Erinnerungen Stufen hätten, dann würde ich hinaufsteigen und Dich wieder zurück holen...

Werbung
 
Anne-Katharina
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 369
Registriert: 03.11.2007, 17:46

Beitragvon Anne-Katharina » 20.12.2011, 12:34

Ich arbeite im Krankenhaus und alle angestellten Schwangeren bekommen ohne Probleme ein Beschäftigungsverbot vom Betriebsmediziner. Der Arbeitgeber kann in der Pflege keinen Arbeitsplatz stellen, der dem Mutterschutzgesetz entspricht.
Auch im Altenheim oder im Pflegedienst wird das so sein. Heben, Schieben - nicht mehr als 5 kg, kein Umgang mit Blut, mit Sekreten, Ausscheidungen, keine Injektionen, keine Infusionen.
Bei uns reicht es, auch bei medizinisch völlig unauffälliger Schwangerschaft, dass du dem Betriebsmediziner mitteilst, dass du Angst hast deine Schwangerschaft zu gefährden und schon bist du raus. Ich habe es wiederholt so erlebt, ob es überall so einfach ist, weiß ich nicht. Längst nicht alle Schwangeren nehmen das Angebot an, aber auch für den Arbeitgeber ist es so einacher. Wenn du dich krank meldest, stehen deine Kollegen erst einmal ohne dich da, denn Aushilfen sind rar und selten. Viele Arbeiten darfst und musst du nicht alleine machen, und bei vielen Pflegefällen wird Hilfe benötigt. Der Vorteil für den Arbeitgeber ist auch, dass wenn du ein Beschäftigungsverbot hast, einen neue Arbeitskraft für dich einestellt werden darf, ohne dass du den Anspruch auf deine Stelle verlierst. Der Station ist mit einem neuen Kollegen in einer Schwangerschaft mehr geholfen, als mit dir - wenn du dich strikt an das Gesetz hälst und schwangerschaftsbedingte Krankheitsausfälle hast.
Frag mal beim Betriebsmediziner.
Alles Gute, und Glückwunsch!
Anne
Zustand nach Pankreatitis, Meningitis und 15 OP´s, Multiple Sklerose


Zurück zu „Rechtliches (Krankenvers., Pflegegeld etc.)“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste