Grundsicherung - Überweisung auf welches Konto?

Unsere Kinder werden älter, verlassen die Schule und auch oft das Elternhaus. Wie sehen die Perspektiven für behinderte Jugendliche und junge Erwachsene aus? Wo können sie arbeiten? Wo finden sie geeignete Wohnformen? Hier können sich Eltern austauschen und informieren!

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gesaartur
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Beitragvon gesaartur » 08.12.2011, 15:28

Hallo,

ich sehe das anders. Die Grundsicherung ist Geld deines Kindes. Wenn dieses Kind unter Deiner Betreuung gestellt wird, musst Du dem Gericht jährlich nachweisen, wo dieses Geld bleibt, denn du mußt angeben, welche Einnahmen er hat. Die meisten Eltern haben auch die Vermögenssorge, und dann wird es schon kritisch.
Unser Sohn, 19, erhält seine Grundsicherung auf sein Konto. Beantragt hatte ich es bereits vor dem 18. und pünktlich zum 18. war es auf seinem Konto, der Betreuuerausweis kam erst später.
Da ich die Vermögenssorge abgetreten habe, bekomme ich seine Grundsicherung exakt gesplittet nach Bedarf als feste Beträge monatlich auf mein Konto. Da er noch Schüler ist, wird dieses Konto kostenlos geführt.
Rechtlich gesehen, muss auch das Pflegegeld auf sein Konto, denn der zu Pflegende hat über dieses Geld zu bestimmen. Der Vermögensbetreuer würde das Geld dann weiterleiten.
Da unser Sohn nie ein Konto hatte und dieses Geld immer auf mein Konto ging, hat die Vermögensbetreuuerin eine Abtretungserklärung an mich gerichtet, so dass es so bleibt. Beim Gericht weist sie es so nach.
Und mit der Schülerbescheinigung lief auch das Kindergeld problemlos weiter, auf unser Konto natürlich.

LG
Gesa

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SophiaR
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Beitragvon SophiaR » 08.12.2011, 16:52

Hallo Sophia,

ich geh nicht davon aus das irgendein Kind so viel Geld auf irgendeinem Sparbuch liegen hat. :wink: Ich kann Dir da nicht genau sagen, wie es ist - ob man gegenrechnen kann oder nicht. Ich ärgere mich nur, daß ich Erics Sparbuch - das gemäßigt gefüllt ist :wink: - nicht leer gemacht habe. Selbst beim Auflösen des Sparbuchs irgendwann mal geht das ja nicht so einfach. (gab mal einen Thread dazu)

LG - Angela
Hallo Angela, na ja auf dem Sparbuch vielleicht nicht, aber als angelegtes Geld?

Ich stelle jetzt mal die Frage grundsätzlich:
Wenn Du Erics Sparbuch (falls der Betrag über der Freigrenze von 2600 Euro war) kurz vor dem 18. Geburtstag auf Dich übertragen bzw. leergeräumt hättest, wäre das eine rechtsmissbräuchliche Vermögensübertragung?

Ich weiß, dass es beim Bafög so ist, wenn man kurz vor Antragstellung Vermögen überträgt. Allerdings sind die "Kinder" da ja im Regelfall schon 18 und außerdem gibt es keine 10-Jahresfrist, es geht im Normalfall um einen kürzeren Zeitraum (soweit ich informiert bin).

___________
An alle,

ich denke, es gibt keine Vorschriften, ob man für die GruSi ein eigenes Konto für das Kind einrichten muss oder nicht.

Wir mussten für das Ausbildungsgeld (BvB-Maßnahme zur Erlangung eines Arbeitsplatzes auf dem 1. Arbeitsmarkt) von der Arbeitsagentur allerdings ein eigenes Konto für unseren Sohn eröffnen.

Wenn es jetzt doch auf Grundsicherung hinausläuft, weil zur Zeit eine Arbeit auf dem 1. Arbeitsmarkt nicht möglich ist, werden wir das Konto beibehalten.
Unsere Bank hat allerdings verlangt, dass wir das Konto als Betreuerkonto führen (und somit Gebühren bezahlen), sonst könnte der Einwilligungsvorbehalt nicht geregelt werden.

Ich hoffe mal, das man nicht nachweisen muss, was dann mit dem Geld der Grundsicherung bezahlt wird. Die Ausgaben, die (normal verdienende) Eltern für ihr Kind haben, werden in der Regel ja höher sein als die Grundsicherung. (Ich stelle mir gerade vor, es gibt Rinderfilet..."ach Sohnemann, es tut mir ja leid, aber Du bekommst nur GruSi, da ist das nicht drin, musst halt ein paar Kartoffeln mehr essen" :-) )

VG, *Sophia*
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angela
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Beitragvon angela » 08.12.2011, 19:51

Hallo Sophia,

sagen wir so, ich habe eine Summe unter 500€ abgehoben, auch um unter die 2600€ zu kommen - hätte aber belegen können was mit dem Geld passiert ist (Klassenfahrt und neues Bett) :wink:
rechtsmissbräuchliche Vermögensübertragung
ich weiß es nicht, ich hatte legalen Zugriff aufs Sparbuch - also als Person die abheben darf bis Eric 18 wurde. Hier hat niemand weiter gefragt, aber ich habe ja - wie geschrieben - tatsächlich Auslagen für Eric davon bezahlt.

Zu Deiner allgemeinen Frage. Erics Konto habe ich eröffnet bevor er 18 wurde, als er 18 wurde mußte ich nur den Betreuerausweis vorlegen und als Kopie dort lassen. Was genau meinst Du mit
Einwilligungsvorbehalt
. Ich steh auf Kriegsfuß mit den noch relativ neuen Begriffen für mich... Ach so, Gebühren fallen für Erics Konto nicht an, er bekommt noch eher Zinsen :shock: .

Wir hatten bei der Betreuungszeremonie gefragt ob wir jeden Betrag belegen müssen, den wir vom Konto nehmen (und es kommt ja nur GruSi drauf) - unser Rechtspfleger meinte nur, alles was über 750€ wäre sollten wir mit Belegen machen - also nicht jedes paar Schuhe belegen müssen oder Zeitschriften, wenn wir sowas für Eric davon kaufen würden.

LG - Angela
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Beitragvon SophiaR » 08.12.2011, 20:43

Hallo Angela,

da "unser Thema" ein bisserl an der Ausgangsfrage vorbeigeht - darf ich Dir eine pn schreiben?

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Beitragvon B.Elisabeth » 08.12.2011, 22:53

Hallo,
wir haben kein Extra Konto eingerichtet, das Geld geht auf mein Konto.
Steffen hat ein Sparbuch, auf dem ein bischen was drauf ist(wenig genug um nicht annähernd die 2600€ zu erreichen.Die gesammte Grundsicherung hebe ich sofort am Anfang des Monates ab und verwalte die Summe zu Hause.
Ich sammel alle Quittungen, schreibe sämtliche Ausgaben wie z.B ein "Kostgeld" von 120€ , Frisör(privat) usw.auf.

LG von Barbara

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Beitragvon SophiaR » 12.12.2011, 16:38

Hallo,
.....
Ich sammel alle Quittungen, schreibe sämtliche Ausgaben wie z.B ein "Kostgeld" von 120€ , Frisör(privat) usw.auf.

LG von Barbara
Hallo zusammen,

mich würde interessieren, ob andere, die ebenfalls schon Grundsicherung für ihr volljähriges Kind bekommen, das genauso machen?

Oder bezieht sich das nur darauf, wenn das Geld auf das Konto der Eltern geht?

Ich möchte das so nicht machen. Denn wir geben sicherlich um einiges mehr für unseren Sohn aus als Grundsicherung (und eventuell Kindergeld, falls da auch noch die Abzweigung auf uns zu kommt).

VG, *Sophia*
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Beitragvon angela » 12.12.2011, 19:09

Hallo Sophia,

ich hatte auch angefangen Belege zu sammeln, aber ehrlich gesagt ist es für mich persönlich ne nervige Angelegenheit und ich hab nach nem halben Jahr das sein gelassen. Die großen Beträge - ja, da hab ich Rechnungen bzw. Belege, wie ich auch oben schon schrieb.

LG - Angela
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Beitragvon gelöschter User » 12.12.2011, 19:14

Hallo Sophia,

nein, wir machen das nicht so.
Unser Rechtspfleger sagte, dass dies nicht nötig sei.
Eltern brauchen das nicht, NUR fremde Leute, die diese Arbeit hauptamtlich tätigen, müssen Buch führen.

Wir müssen einmal im Jahr in einem Satz auf einem amtlichen Formular erklären, wofür das Geld ausgegeben wird. Ich gebe an: Miete, Freizeit, Urlaub, Lebensunterhalt, Taschengeld, Kleidung. Dafür wird das Geld ja auch benötigt und ausgegeben. Also das ist alles völlig unbürokratisch.

LG

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BettinaR.
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Beitragvon BettinaR. » 03.01.2012, 19:17

Hallo

Wir haben für Pascal auch ein Konto eingerichtet.
Die Bank sagte damals zu mir das es ein Betreuerkonto sein wird.
Das Konto läuft auf Pascals Namen die EC Karte läuft auf meinen Namen.


Im ersten Jahr habe ich auch alle Belege aufgehoben. Aber das interessierte das Sozialamt nicht.
Die wollten nach einem Jahr GruSI nur die letzten 3 Monate der Kontoauszüge.

Dieses Jahr habe ich keine Belege mehr gesammelt.
Die GruSi muss ja jedes Jahr neu beantragt werden. Da wird man aber rechtzeitig angeschrieben.

Ich wollte übrigens nicht das Pascals Grusi über unser Konto läuft. Da man ja 3 Monate Kontoauszüge dem Sozialamt vorlegen muss.
Wir haben zwar nix zu verbergen aber ich finde unsere Kontobewegungen geht das Sozialamt nix an.

Gruß Bettina
Bettina *62, Etienne *60
Dominik *86 Gesund
Pascal *31.05.1992 † 03.09.2012 MPS IIIa
Ganz weit draußen,am Rande des Regenbogens...
dort werden wir uns wiedersehen.
Wir vermissen dich - Unendlich
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