Ab wann erkennt man eine geistige Behinderung?

In dieser Rubrik könnt ihr euch über diverse Krankheitsbilder austauschen - z. B. Skoliose, Kyphose, Cerebralparese usw.

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schanina
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Ab wann erkennt man eine geistige Behinderung?

Beitrag von schanina »

Huhu ihr Lieben,

Vielleicht etwas ungewöhnlich die Frage, aber frage mich oft, ab wann man wohl merkt das sein Kind geistig behindert ist,..

Die Frage kommt natürlich nicht von "irgendwoher",..

Unsere Tochter Kimberly ist als Extrem-Frühchen in der 24.SSW geboren. Hatte eine schwere E-Coli Sepsis (daraufhin dann einen HC entwickelt) und eine Hirnblutung 2° bds., die sich aber gleich wieder resorbiert hatte. Zudem ist sie erblindet, was natürlich die Frage auf eine geistige Behinderung noch etwas schwieriger gestaltet..

Aber meine Frage, wer von euch hat vielleicht ein geistig behindertes Kind, und ab wann habt ihr das "richtig" bemerkt?

Motorisch hat sie Defizite, wohl Folgeschäden der Sepsis.

Ach ja, Kimberly ist nun 1 1/2 Jahre alt, korrigiert aber nun 14 Monate alt.

LG Nina
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Inga
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Beitrag von Inga »

Hallo Nina!

Bei der Aussage "geistige Behindereung" sind Ärzte immer sehr vorsichtig und so eine Diagnose kommt auch meist erst mit einigen Jahren. Kein Mensch kann sagen, wie genau sich ein Kind entwickelt, wie lange Fortschritte kommen, ob diese Altersgerecht sind oder langsamer verlaufen.

Unsere Josi war als Baby stark entwicklunsgverzögert, beim Kindergarteneintritt war ein deutlicher Entwicklungsunterschied zu Gleichaltrigen zu sehen. Die Prognosen gingen eindeutlig zu einer geistigen Behinderung. Josi hat es aber allen gezeigt, im Sommer wird sie mit einem Durchschnitts-IQ in die Regelschule eingeschult. :D

Unser Steven kam mit 2 Jahren zu uns. Er hatte einen starken Entwicklunsgrückstand wegen massiver Vernachlässigung bei der leiblichen Mutter.
Nach intensiven Tests war klar, daß bei ihm das Problem mehr als nur Vernachlässigung war. In welchem Ausmaß die geistige Behinderung bei ihm ist (heute mit 12 Jahren immer nach ein Entwickungsstand eines 1-jährigen Kindes), konnte man aber erst mit 4 oder 5 Jahren sagen.

Ich kann dir daher leider nur sagen, nimm deine Tochter so wie sie ist, fördere sie wo es geht, freue dich über jeden Fortschritt und habe Geduld!

Gruß, Inga
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Heike**
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Beitrag von Heike** »

Hallo Nina,

unser Sohn war auch ein Extremfrühchen und wir haben nach etwa 3, 3 1/2 Jahren eingesehen, dass unser Sohn nicht nur entwicklungsverzögert ist. Sondern eine geistige Behinderung hat.

Wie Inga schon schrieb, wirst du oft erst nach ein paar Jahren sehen, ob dein Kind eine geistige Behinderung oder nur eine Entwicklungsverzögerung hat.
Wenn nicht vorher sehr eindeutige Diagnosen für eine geistige Behinderung sprechen.

LG Heike
Unser besonderes Kind wurde 1997 als Frühchen geboren und hat nach einer Hirnblutung eine Cerebrale Mehrfachbehinderung. Er ist Shunt versorgt und spricht nur wenig. Wir haben noch eine große, gesunde Tochter.
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Beitrag von bella26 »

also auf die frage hätte ich auch gerne eine Antwort... aber die bekommt man leider nicht sofort... mein kleiner ist erst 15 Monate aber unterscheidet sich tag für tag stärker von gleich alten Kindern. ich hoffe das er es wieder aufholen kann aber jeden tag wird meine Hoffnung weniger und ich denke immer mehr daran das er behindert sein könnte.
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Sabine
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Beitrag von Sabine »

Hallo,

es gibt schon ein paar Anzeichen, die bereits im Babyalter auf eine geistige Behinderung schließen können: Zum Beispiel fehlender Blickkontakt, eine mehr oder weniger starke motorische Entwicklungsverzögerung (spätes Drehen, Sitzen, Krabbeln, Laufen) sowie eine verzögerte oder ausbleibende Sprachentwicklung. Das Kind erreicht die Meilensteine der kindl. Entwicklung verspätet oder gar nicht.

LG
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Inga
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Beitrag von Inga »

Hallo Sabine!

Ja, dies KÖNNEN Anzeichen sein, müssen aber nicht. Josi war mit allem spät bis sehr spät und mit 6 Monaten galt sie als Mehrfachschwerstbehindert (Hirnfehlsteuerung, so daß Sehen, Hören,... nicht verarbeitet werden kann), motorisch sei auch nicht viel zu erwarten...
Jetzt mit 6 Jahren ist Josi ein kognitiv normal entwickeltes Mädchen mit einer Sehbehinderung, Handmotorischen Problemen und noch ein paar Kleinigkeiten.

Ich kenne aber auch eine junge Frau, die hat sich immer etwas langsamer entwickelt, aber galt noch nicht mal als Lernbehindert, hat die Grundschule gut geschafft und den Anfang der Hauptschule auch noch und dann plötzlich war ihre Lernkapaziät ausgeschöpft, es ging nichts mehr "rein". Bei IQ-Tests ergibt sich jetzt eine geistige Behinderung. :?

Ja, meistens kann man aus starken Entwicklungsverzögerungen, fehlendem Blickkontakt,... vermuten, daß sich dies später zu einer geistigen Behinderung entwickelt, aber man darf trotzdem weiter hoffen, denn es gibt auch immer wieder Ausnahmen! :D
Und gerade bei Blinden /stark sehbehinderten Kindern ist Anfangs sehr oft eine allgemeine Entwicklungsverzögerung vorhanden. Da ist Hoffen also auf jeden Fall erlaubt! :wink:

Gruß, Inga
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dagmar neo frea
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Beitrag von dagmar neo frea »

hallo ,ihr lieben
ich kann schon wieder nicht anders,als was querdenkerisches einzustreuen :wink:

geistige behinderung gibt es naturgemäß nicht,sie ensteht ausschließlich in anpassungszwang an eine nicht behinderte welt :wink:


http://bidok.uibk.ac.at/library/feuser- ... ernen.html


In bezug auf Menschen mit geistiger Behinderung dominiert noch immer die Annahme, daß gerade sie lebenslanger »Unterweisung« bedürfen. Der Hintergrund für diese Auffassungen bildet das Verständnis von geistiger Behinderung, das wir mit uns herumtragen. Aus der Sicht des Nichtbehinderten wird ein Mensch, dem wir eine geistige Behinderung zuschreiben, noch immer überwiegend als defizitär, als in seinem Menschsein minderbemittelt, als begrenzt begriffen. Wer sich nicht oder nicht so leicht und flüssig ausdrücken kann, wie wir das erwarten, gilt als unmündig. Wer für das Erlernen einer Aufgabe unsere Zeit länger beansprucht als wir dafür gewähren wollen, gilt als dumm. Wer für die Ausführung einer Arbeit länger als andere braucht, gilt als ungeschickt, ja möglicherweise sogar als faul. So füllt sich der Begriff der »geistigen Behinderung« mit einer Fülle an Problemen, dir wir mit den Menschen haben, die wir als geistigbehindert bezeichnen. Und dadurch haben diese Menschen Probleme - mit uns! Dies nicht, weil sie länger Zeit brauchen, um etwas Neues zu erlernen, mehr Mühe haben, sich auszudrücken oder mehr Anstrengung investieren müssen, eine Arbeit zu erledigen, sondern weil wir sie drängeln, überkorrigieren, sie nicht als gleichberechtigte und gleichwertige Partner akzeptieren, sondern sie zwingen, so sein zu müssen, wie wir meinen, daß sie sind.
Dagmar *1962,Robert *1965,Frea Jakobine *1985, T21,operierter AV- Kanal,Neo Leander*2004, HFA

http://www.institut-fuer-menschenrechte ... rpd_de.pdf
https://www.youtube.com/watch?v=dVrX7Gqjzs0
Sabrinaro
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Beitrag von Sabrinaro »

Hallo Dagmar,

ich sehe das genauso wie du! "Besondere" Menschen werden von der Gesellschaft behindert!

Meine Tochter hat das Williams Beuren Syndrom. Sie ist zwar erst 1 Jahr alt, aber "dumm" finde ich sie überhaupt nicht. Und nur weil sich heute die Gesellschaft überwiegend Akademiker wünscht und alle Menschen eine Einheitsmasse ergeben sollen möchte ich meine Tochter nicht als "behindert" bezeichnen. Sie ist einfach ein Individuum, das ist wie es ist und hat vielleicht sogar mehr vom Leben, als die gestresste Masse...

LG
Sabrina (*1980) und Maus (*2010), Williams Beuren Syndrom
Sinale
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Beitrag von Sinale »

Hallo Nina,

von mir kann ich berichten, daß ich gemäß eines psychologischen Gutachtens, welches erstellt wurde, als ich 2,5 Jahre alt war, als nicht bildungsfähig eingestuft wurde. Ein Test in der 4-Grundschulklasse stellte die Gymnasialreife fest. Ein Test beim Arbeitsamt nach der Schulzeit stellte fest, daß eine Ausbildungsreife von der Intelligenz her, dauerhaft nicht vorliege, hier wurde deshalb eine Beschäftigung in einer Behindertenwerkstatt vorgeschlagen. Ein weiterer Test im Erwachsenenalter ergab einen Überdurchschnittlichen-IQ.

Vielleicht kannst Du nachvollziehen, daß ich aufgrund dieser sehr persönlichen Erfahrungen nichts von entsprechenden Tests und zu frühen Zuschreibungen halte.

Ich kann natürlich verstehen, daß du gerne wissen möchtest, wie dein Kind sich entwickelt. Versuche deinem Kind und Dir Zeit zu geben. Es stehen alle Möglichkeiten offen.
Viele Grüße
Sinale

Diagnose: Tetraspastik
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nataschawolle
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Beitrag von nataschawolle »

hi

ich finde es gerade in dem alter überhaupt schwer von altersgerechter entwicklung zu sprechen,
manche kinder können kaum krabbeln, und die anderen fahren schon laufrad,
ein kind sagt mama und das andere erzählt dir romane.
als wir im krnaknehaus waren, stand ein toller spruch an der wand, er fing so an
kleine füsse machen kleine schritte, weiter weis ich ihn leider nicht, aber ich fand es toll

lg natascha
natascha mit julia 93, gina 97 mageneingangfehlbildung mit reflux (hiatushernie) morotrische defizite, maria und anna 02, zehenfehlstellung, empfindliche lungen, maria extrem mit narbenbildung nach lungenentzündung, die 4 sind das wundervollste chaos dieser welt
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