WG mit Betreuung über Nacht - ist das möglich?

Unsere Kinder werden älter, verlassen die Schule und auch oft das Elternhaus. Wie sehen die Perspektiven für behinderte Jugendliche und junge Erwachsene aus? Wo können sie arbeiten? Wo finden sie geeignete Wohnformen? Hier können sich Eltern austauschen und informieren!

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MartinaSoPäd
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Beitragvon MartinaSoPäd » 13.11.2011, 22:47

@ Anja

Ich weiß nicht. Ich glaube?

Ich bin ja angestellt bei einem Träger. Aus welchem Topf der sein Geld bekommt für die jeweiligen Klienten, ob ggf. aus unterschiedlichen, je nach Klient, weiß ich nicht.

Gruß

Martina
Martina (*81)
Zur Zeit in Elternzeit
Selber Reizdarm, V.a. Asperger
Tochter R. (*05.15) (Medulloblastom 5.19 entfernt, Bestrahlung ab 6.19)
Sohn C. (*29.8.18)

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anjajura
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Beitragvon anjajura » 13.11.2011, 23:10

Auf einer Fortbildung hatten wir mal das Thema und da wurde von betreuten Menschen mit Behinderung gesprochen, die eine rund um die Uhr Betreuung über das persönliche Budget finanziert bekamen.
Das war eine Veranstaltung vom Paritätischen Wohlfahrtsverband.

LG

Anja
Sohn*92 keine Genese, zwischen Gb u. L., ADHS- Symptome, autistische Züge.

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Beitragvon anjajura » 14.11.2011, 00:30

http://vdk.de/cgi-bin/cms.cgi?ID=de16871

In dem Link zum persönlichem Budget, steht auch was zum wohnen.

VG

Anja
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Inge
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Beitragvon Inge » 14.11.2011, 08:02

anjajura hat geschrieben: Bei uns gibt es über die Lebenshilfe organisiert, gemischte WGs. D.h Studis und Menschen mit Behinderung leben zusammen und die Studis haben gegen einen tüchtigen Mietnachlass, zu bestimmte Zeiten aber Anwesenheitspflicht.


Hallo Anja,

in welcher Stadt gibt es das (auch per PN)?
Die Lebenshilfe ist beim Wohnen nämlich sehr(!!!) unterschiedlich eingestellt.
Hier gibt es einen Lebenshilfe-Träger, in dessen Wohnheimen ausschließlich WfbM-Mitarbeiter wohnen dürfen. Tafös-Besucher werden dort nicht aufgenommen.

Sie ist anders als die andern, und ihre Sprache geht weit an uns vorbei.
Doch wenn sie lächelt, lächelt sie mit Leichtigkeit dir dein ganzes Herz entzwei.

'Sommerkind' von Wortfront


Viele Grüße
Inge

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Beitragvon anjajura » 14.11.2011, 14:11

-Integrative Wohngemeinschaften (IWG)-

Ein Angebot für Menschen mit und ohne Assistenzbedarf

Seit März 2008 besteht das Projekt „Gemeinsam Wohnen“ -Integrative Wohngemeinschaften (IWG)- . Integrativ bedeutet, dass Menschen mit und ohne Behinderung zusammen wohnen und gemeinsam den Wohnalltag gestalten.

"Gemeinsam Wohnen" ist ein Gemeinschaftsprojekt des Studentenwerks Freiburg und der Lebenshilfe für Menschen mit Behinderungen Freiburg i.Br. und Umgebung e. V. und dem bereits bestehenden Projekt "Wohnen für Hilfe" angegliedert.

Studierende ohne Behinderung übernehmen in der Integrativen Wohngemeinschaft fest vereinbarte Aufgaben zur Unterstützung ihrer MitbewohnerInnen mit Behinderungen; beispielsweise beim Einkaufen, Kochen, bei der Begleitung zu Terminen etc.

Ihre geleisteten Stunden werden über die Lebenshilfe als Aufwandentschädigung mit der Miete verrechnet.

Die IWG lässt dabei genügend Raum für persönliche Interessen und die eigene Lebensgestaltung aller BewohnerInnen.

Pädagogisches Fachpersonal der Lebenshilfe Freiburg bietet den Wohngemeinschaften profesionelle Begleitung.

Interesse oder Fragen?

Ihre Ansprechpartnerin beim Studentenwerk Freiburg:

Nicole Krauße
Tel.: 0761 / 2101-353
krausse(at)studentenwerk.uni-freiburg.de

Ihre Ansprechpartnerin bei der Lebenshilfe Freiburg e.V.:

Eva Armbruster
Tel.: 0761 / 479998-17
armbruster(at)lebenshilfe-freiburg.de



Ein Projekt der Lebenshilfe Freiburg e.V. in Kooperation mit dem Studentenwerk Freiburg.
Unter http://www.studium.uni-freiburg.de/news ... 11/wg.html finden Sie einen interessanten Artikel zu diesem Projekt
Sohn*92 keine Genese, zwischen Gb u. L., ADHS- Symptome, autistische Züge.

BettinaDA
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Beitragvon BettinaDA » 15.11.2011, 19:43

Hallo Anja,
diese Telefonnummer werde ich morgen früh gleich anrufen, denn ich habe jede Menge Fragen und vor allem großes Interesse. Es sieht wohl derzeit bei uns so aus, als ob ich Johannes aus dem Wohneim nehmen müsste, er scheint wohl ganz offensichtlich mit der dortigen Situation schrecklich überfordert zu sein. :cry:

Hier ist kleine Zusammenfassung über das damalige Drama mit der Medikation. Mittlerweile waren wir sowohl im Autistik-Therapie-Zentrum Langen als auch in der Uni-Klinik Frankfurt zur Diagnostik. Bei der Uni haben wir am Montag den letzten Termin, die Abschlußbesprechung ist auch erst für Mitte Dezember geplant. Der Arztbericht von Langen wird ebenfalls erst kurz vor Weihnachten kommen. Kurz zusammengefaßt kann ich aber jetzt schon sagen, daß bei meinem Sohn große Lücken im sozialen Verständnis bestehen und daß diese von den Psychologen auch genau so bestätigt werden.

Das Wohnheim hingegen ist nach wie vor der Meinung, daß er 'könne, wenn er nur wolle' (bzw. wenn er nur die richtigen Medikamente bekäme) er würde sich nicht an Regeln halten, scheinbar ohne Grund aggressiv gegen seine Mitbewohner und teilweise auch gegen sich selbst sein, er wäre ständig nervös und wüsste nichts mit sich anzufangen etc.. Fest steht jedoch, daß diese Verhaltensauffälligkeiten bei mir zu Hause nahezu verschwunden sind, seit dem ich mich in die Autismus/Asperger-Literatur eingelesen habe und danach handle. Im häuslichen Bereich hat er mittlerweile so große Fortschritte gemacht, daß mich schon mehrere Bekannte darauf angesprochen haben.

Im Moment weiß ich wirklich nicht mehr, was ich tun soll, ihn zurück ins Wohnheim zu bringen traue ich mich nach dem gestrigen Vorall im Moment nicht mehr. Aber irgendwo muß er ja in Zukunft wohnen, ich werde ja schließlich nicht ewig leben. Nach dem ich über ein Jahr lang akribisch sein Verhalten in Verbindung mit der dazugehörigen Situation notiert habe, bin ich fest davon überzeugt, daß es nur die angespannte Wohnsituation dort ist, die ihn zu derartigen Verhaltensauffälligkeiten treibt. Als kleinen Test hatte ich ihn heute nachmittag probeweise für 20 Minuten ganz alleine zu Hause gelassen. Wie schon von mir erwartet, hatte er diesen 'Test' einwandfrei bestanden, denn als ich heim kam, begrüßte mich ein fröhlich am PC sitzender Knabe. Da war keine Spur von Angespanntsein oder gar Angst zu bemerken.

Ich bin sicher, von einer anderen Art des Zusammenwohnens würde für meinen Sohn ein neues Leben beginnen.

Viele Grüße
Bettina
Sohn 8/90 atpischer Autismus, Hypogonadismus.

gelöschter User

Beitragvon gelöschter User » 15.11.2011, 21:10

Hallo,

danke für die Links :D

@Anja......das Projekt mit den Studenten hört sich soweit ja ganz gut an, nur stelle ich mir dort eine rege Fluktuation unter den Studenten vor, oder?
Das wäre für einen Autisten nun auch nicht so prickelnd.

Am liebsten hätte ich einer 4er WG mit Abendbetreuung und einer (schlafenden) Nachtbereitschaft.
Toll wäre auch ein gut funktionierendes Mehrgenerationenhaus für Jung und Alt, mit und ohne Handicap.
In meinen Vorstellungen DAS perfekte Selbsthilfenetzwerk.
Das schwierigste an der Sache ist, erst einmal die passenden Menschen zu finden, die diesen Traum ebenfalls leben möchten und das entsprechende Engagement dafür auch aufbringen wollen/ können.

@Bettina.....genau diese Ängste und Befürchtungen "verfolgen" mich.
Wir haben mit einigen Betreuern und Pädagogen schon soooooo schlechte Erfahrungen machen müssen, dass mein Bedarf an unfähigem Personal noch für mindestens zehn weitere Leben gedeckt ist.
Ich habe KEINE Lust auf weitere Experimente oder Kompromisse.
Von daher......der nächste Schritt im neuen Lebensabschnitt wird perfekt sein. Darunter geht gar nichts mehr und wenn ich dafür sämtliche Gerichte durchlaufen muss.

In diesem Sinne.....lasst euch alle NICHT unterbuttern!!!!!!!!!!!!!!!

LG

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Beitragvon anjajura » 15.11.2011, 22:34

Das wäre für einen Autisten nun auch nicht so prickelnd.


Sehe ich genau so, aber.....so was ist halt das Leben.
Mein Sohn kann Wechsel im Leben auch schlecht wegstecken, aber ausgerechnet bei ihn sind sie überdurchschnittlich oft und das ist nicht nur mein subjektives Empfinden.
Aber auch in Wohnheimen ist der Wechsel normal. Was da an Helfern, FSJ und Praktikanten kommt und geht, ist oft sehr anstrengend,aber eben auch eine Realität.
Ich kenne bisher vier der WGs und dadurch, dass oftmals Freundschaften entstanden sind, die dazu führen, dass Besuche der ehemaligen Mitbewohner stattfinden, ist es garnicht so das Thema. Die konstante professionelle Betreuung gibt da wahrscheinlich auch nochmalein sicherheitsgefühl.
Zu den altersgemischten WGs, die es hier "natürlich" auch gibt, kann ich nur sagen, dass auch da der häufige Wechsel normal ist.

Vg

Anja
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anjajura
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Beitragvon anjajura » 15.11.2011, 22:51

Hier ein paar Berichte um sich ein Bild machen zu können.

http://www.lebenshilfe-breisgau.de/Dien ... isgau.html
Sohn*92 keine Genese, zwischen Gb u. L., ADHS- Symptome, autistische Züge.

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Beitragvon anjajura » 15.11.2011, 23:16

Sohn*92 keine Genese, zwischen Gb u. L., ADHS- Symptome, autistische Züge.


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