Fahrzeugumbau behindertengerecht

In dieser Kategorie geht es um rechtliche Dinge, Fragen zur Krankenversicherung, Pflegegeld etc.

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annette
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Fahrzeugumbau behindertengerecht

Beitragvon annette » 21.10.2004, 16:58

Hallo, wir möchten uns vorstellen. Wir haben drei Kinder, und unsere "Mittlere" ist seit 7 1/2 Jahren schwerstbehindert. Sie ist jetzt 9 Jahre alt und ist nach einer Impfung erkrankt; auch nie anerkannt, seitens des Versorgungsamtes. Ich bin zufällig auf Eure Seite gelangt, weil ich nach Informationen suchte hinsichtlich Auseinandersetzungen mit der Krankenkasse. Wir haben den behindertengerechten Umbau unseres Fahrzeuges beantragt und die Kasse hat abgelehnt. Hat jemand hiermit Erfahrung? Unsere Tochter wiegt jetzt 50 kg und ich kann sich nicht mehr ins Auto heben.

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Beitragvon benni » 21.10.2004, 17:57

Hallo Annette !

Herzlich willkommen hier.
Unser Sohn ist wahrscheinlich auch durch eine Impfung behindert und wir kämpfen schon länger fast aussichtslos um Anerkennung als Impfschaden. Darf ich fragen was es bei Euch für eine Impfung war ?
Schau mal hier im Forum unter 6-fach-I.
Mit dem behindertengerechten Umbau kann ich Dir nicht wirklich helfen, aber schau mal unter: www.jelschen.de und dann unter Tipps.
Diese Firma macht solche Umbauten, vielleicht können sie Euch was die Finazierung anbelangt weiter helfen. Wenn es die KK ablehnt, vielleicht gibt es eine Möglichkeit über die Eingliederungshilfe ?

Gruß Anja

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jessie
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Beitragvon jessie » 21.10.2004, 18:00

hallo

für den umbau eines pkw´s ist nicht die krankenkasse, sondern der landschaftsverband des bundeslandes (BVA, LVA) zuständig. da kannst du sowas beantragen, aber auch die können einen umbau ablehnen. allerdings müssen die 1. innerhalb von 2 wochen antworten, und auch sagen, wer evtl. als kostenträger in frage kommen könnte.

gruß jessie
"wir können die kinder nach unserem sinne nicht formen. so wie gott sie uns gab, so muß man sie haben und lieben, sie erziehen aufs beste und jeglichen lassen gewähren." (j.w. von Goethe)

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Behindertengerechter Umbau unseres Fahrzeuges

Beitragvon annette » 21.10.2004, 18:21

jessie hat geschrieben:hallo

für den umbau eines pkw´s ist nicht die krankenkasse, sondern der landschaftsverband des bundeslandes (BVA, LVA) zuständig. da kannst du sowas beantragen, aber auch die können einen umbau ablehnen. allerdings müssen die 1. innerhalb von 2 wochen antworten, und auch sagen, wer evtl. als kostenträger in frage kommen könnte.

gruß jessie


Hallo Jessie,
ich weiß nicht ob ich jetzt im richtigen Feld gelandet bin um zu antworten. Also, ursprünglich haben wir den Antrag beim Landschaftsverband eingereicht. Die haben dann 4 (!) Monate gebraucht um mir zu sagen, dass die Krankenkasse vorrangig zuständig sei. Also haben wir den Antrag bei der Krankenkasse gestellt. Einschließlich Widersprüchen usw. haben wir dafür auch nochmal 5 Monate gebraucht. Jetzt sind wir mit unserem Antrag wieder beim Landschaftsverband, wobei dort immer noch die Meinung vertreten wird, dass die KK zuständig sei. Bei Kindern und Jugendlichen würde die Rechtsprechung eben dahin gehen, dass die Krankenkassen so einen Umbau übernehmen müssen. Als Hintergrund sei hier noch erklärt, dass unsere Tochter mittlerweile 50 kg wiegt; ich kann sie nicht mehr ins Auto heben. Ich kann nicht zur Therapie mit ihr, wir wohnen sehr ländlich und sind aufs Auto angewiesen. Von der Teilnahme am gesellschaftlichen Leben einmal ganz abgesehen. Wir haben jetzt Klage beim Sozialgericht eingereicht und brauchen noch Argumentationshilfen oder gerichtliche Entscheidungen.
Viele Grüße
Annette

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Beitragvon jessie » 21.10.2004, 18:31

hallo annette

hier mal ein urteil

Gericht OVG Hamburg 4. Senat
Aktenzeichen 4 Bf 319/00

Umbau eines Kfz für den Transport von schwerstbehindertem Kind - Eingliederungshilfe

Eine Zusatzausrüstung (Haltevorrichtung für einen Rollstuhl) für ein schwerstbehindertes 12jähriges Kind am Kraftfahrzeug der Eltern stellt regelmäßig keine - der Leistungspflicht der gesetzlichen Krankenversicherung unterfallende - Maßnahme der medizinischen Rehabilitation (Hilfsmittel gemäß § 33 Abs 1 SGB V (SGB 5)) dar, sondern eine Maßnahme der sozialen Rehabilitation, für die der Träger der Sozialhilfe im Rahmen der Eingliederungshilfe einzutreten hat.

Behindertenrecht 4/2002 S. 132
Deutsche Behinderten-Zeitschrift 5/2002 S. 58

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Beitragvon jessie » 21.10.2004, 18:34

hallo anette

welche merkmale stehen denn in eurem schwerbehindertenausweis? oder welche krankheit ist diagnostiziert? auch das kann wichtig sein, um überhaupt aussicht auf erfolg zu haben.

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Impfschaden ?

Beitragvon annette » 21.10.2004, 18:35

Hallo Anja,
unsere Tochter wurde 1996, als sie ein Jahr alt war, gegen Hepatits B geimpft. Sie reagierte auf diese Impfung damals nach einer paar Tagen mit einem heftigen Fiederkrampf. Sie entwickelte sich dann erst einmal unauffällig wobei es allerdings Anfang Februar 1997 zu ersten Auffälligkeiten wie Stolpergang kam. Sie wurde dann Mitte Februar nochmals gegen Hepatitis B geimpft (eine Wiederholungsimpfung); zwei Wochen später war sie schon in der Klinik, weil sie nicht mehr alleine gehen konnte und auch nicht mehr sitzen. Es ging dann schnell weiter bergab. Nach 6Wochen konnte sie gar nichts mehr und war nur noch apathisch. Trotz aller nur denkbaren Untersuchungen haben wir bis heute keine Diagnose. Sie war damals sogar in Göttingen und wurde dort im Rahmen einer Fortbildungsveranstaltung über 100 Kinderneurologen auch aus dem Ausland als "ungelöster Krankheitsfall" vorgestellt. Auch ohne Erfolg. Jedenfalls hat das Versorgungsamt unseren Antrag abgelehnt. Die Beweislast lag bei uns und wir hätten viel Geld für Gutachter, Anwälte usw. vorstrecken müssen. Diese Kraft und Ausdauer hatten wir damals nicht.
Gruß
Annette

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Fahrzeugumbau behindertengerecht

Beitragvon annette » 21.10.2004, 18:42

Hallo Jessie,
im Ausweis steht G, H, aG und B. Diagnose haben wir keine, d.h.
"Tetraspastik unklarer Genese".
Gruß
Annette


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