Matthias Gilge (Autismustherapeut, Dipl. Reha. Pädagoge)

Hier stellen sich verschieden Fachleute vor, die im REHAkids Forum aktiv sind.

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Beitragvon ehemalige Userin » 11.11.2011, 13:14

Hallo Anita !

Da gebe ich Dir recht - im Moment wird man eher zu Zentren geschickt, als dass man eine Auswahl bekommt...

Was mich wundert, ist, dass Euer ATZ nicht "aufsuchend" ist - das ist bei uns anders !

Gruß
Kirsten

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C.E.M.Alma
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Beitragvon C.E.M.Alma » 11.11.2011, 18:53

Da gebe ich Dir recht - im Moment wird man eher zu Zentren geschickt, als dass man eine Auswahl bekommt...

.....weil es eben ATZ gibt (mit Nord(west)-Süd-Gefälle :wink: ) und kaum Praxen!
Puh, hier in der Gegend gibt es nichts.....kein ATZ und keine Praxis, die annähernd so arbeitet wie ein ATZ oder wie die Praxis von Matthias. Hier gibt es keine Therapiemöglichkeit und ich kenne Eltern und auch Erwachsene, die ein Anfahrtsweg von sage und schreibe ca. 150km auf sich nehmen...............!!

Liebe Grüße
C.-Micha
Nr.1: ASS, 26+, xx, Studentin
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Nr.3: NT, "big brother", xy, kein Student mehr ;), arbeitet :)

Die Menschen beurteilen die Dinge nach dem Erfolg. Jeder sieht, wie du zu sein scheinst, wenige fühlen heraus, wie du bist.

Niccoló Machiavelli (1469 - 1527) Quelle: »Das Buch vom Fürsten«

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anitaworks
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Beitragvon anitaworks » 12.11.2011, 06:57

Hallo Michaela,

gerade weil diese ewigen Anfahrtswege sind (die ich ja überhaupt nicht wegdiskutieren möchte) und hier in der Gegend sich jetzt einiges tut, war ja mein Gedankengang, dass es sinnvoll ist, dies zu vernetzen.

Das auch die Therapeuten sich vernetzen.

Ich habe, egal in welche Richtung Anfahrtswege von 40 bis 50 km. Das ist im Vergleich zu Deinem Beispiel zwar ein "Klacks", stellt mich aber zum Teil vor unüberwindbare Hindernisse, weil ich dann 4 Kinder habe, die mit müssen.

Und ich finde es entsetzlich schade, dass ich weder von der Ärztin, noch von der Klinik geschweige denn vom Jugendamt irgendeine Adresse bekommen habe.

Weil, das dürfen wir ja auch nicht außer Acht lassen, die Wartezeiten sind entsetzlich lang. Die "Chemie" zwischen Therapeut und Patient sollte stimmen usw. usf.

Vielleicht gibt es hier in NRW "mehr" Praxen und ATZ's, aber die Zahl der Patienten ist ja aufgrund der Bevölkerungsdichte auch höher.

@ Matthias

gibt es denn nicht eine Art Verband, wo Therapeuten, die so arbeiten wie Du sich zusammentun können? Eben mit der Fachrichtung Autismus.

@ Kirsten

da die ATZ's so überlaufen sind, die Jugendämter sich mit deren "Konzept" bzw. der "Einzelanpassung" so schwer tun können die sich die Patienten fast "aussuchen". Und Fahrtwege von 50 und mehr Kilometer "tun die sich nicht an". Die haben mir das zwar diplomatischer "verkauft", ist aber so.

Die Argumentation ging da in die Richtung, dass sie aufgrund des Zeitaufwandes dann nicht mehr "genug" Klienten behandeln könnten. :?

Liebe Grüße
Anita
*1996 Sohn F84.5G (2010) HB
*1998 Tochter F84.5G (2013), Knick-Senk-Füße
*2002 Tochter F84.1G(2014), F90G (2011), HB, Hornhautverkrümmung
*2007 Sohn F84.5G, F90G, F83, HB (2012)
Hinzufallen ist keine Schande, liegen bleiben aber schon!!
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C.E.M.Alma
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Beitragvon C.E.M.Alma » 12.11.2011, 12:08

Hallo Anita, hallo miteinander,

@Matthias: es gibt so viel ich in Erfahrung bringen konnte, keine Vernetzung der niedergelassenen Praxen mit Schwerpunkt autismusspezifische Therapie (über Eingliederungshilfe)??? Wenn doch: dann bitte ich Dich die Liste oder den Verband oder Gesellschaft hier für Interessierte zugänglich zu machen....geht das???

Das auch die Therapeuten sich vernetzen.
....die ATZ sind vernetzt (schon alleine durch den Bundesverband).
@Matthias , bist Du "vernetzt"??? Es gibt kaum Praxen mit Schwerpunkt Autismus, oder arbeiten die im Underground????

@Anita: Mein Tipp.....:Gründe doch mit anderen Eltern einen Verein, beispielsweise einen Regionalverband autismus..... mit dem Ziel ein AutismusTherapieZentrum in Deiner Region aufzubauen: so sind die ATZ entstanden und entstehen immer wieder neue - durch harte Angehörigenarbeit, Eltern autistischer Kids, immer noch; es ist aufreibend, zeitaufwändig...aber die Früchte sind zu sehen...siehe die Adresseliste des Bundesverbandes!!!

Die Feststellung, dass es weit und breit nichts gibt, wird an den Fakten nichts ändern.

Hier in der Gegend haben sich Eltern zusammengetan und einen Verein (Regionalverband) gegründet.....sie haben auf den Mißstand reagiert.....und haben vor ein TherapieZentrum aufzubauen. Freunde von mir sind im Vorstand, sie haben 2-3 betroffene Kids....es ist harte Arbeit....und wird sicher noch dauern, aber sie sind dran!!!

Liebe Grüße
C.-Micha
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Beitragvon Karin2 » 12.11.2011, 22:00

@Anita
Was mich wundert, ist, dass Euer ATZ nicht "aufsuchend" ist - das ist bei uns anders
das finde ich auch sehr schade
das ATZ Hilden arbeitet aufsuchend
http://www.autismus-zentrum-hilden.de/c ... &Itemid=22
....In der Regel erhalten die autistisch behinderten jungen Menschen eine gezielte Einzelförderung von wöchentlich 2 Stunden. Die Therapie wird überwiegend im häuslichen Umfeld durchgeführt...
LG Karin

maciek
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Beitragvon maciek » 13.11.2011, 00:06

Hallo,
also ich kenne keine Liste und bin auch nicht irgendwo vernetzt. Ich habe aber erst vor 1 Monar mit den Therapiestunden angefangen. Alles ist noch im Aufbau.
Die üblichen Wege wurden schon häufiger genannt. Wichtig ist, dass das Jugendamt die Eltern oder Betroffene über alle Angebote informieren muss, mit denen Leistungsvereinbarungen abgeschlossen wurden.
Ich weiß aber, dass es kaum pädagogische Praxen gibt, die sich auf das Thema Autismus spezialisiert haben.
Es gibt viele pädagogische Praxen, die unter anderem Förderung bei Autismus anbieten. Da würde ich immer genau schauen, denn häufig sind es Menschen, die 1 oder 2 Fortbildungen zum Thema Autismus besucht haben, um sich eine neue Kundengruppe zu erschließen. Sie haben aber kaum praktische Erfahrung, schreiben sie würden nach dem TEACH-Ansatz fördern und das wars.
Während meiner Tätigkeit im ATZ begegnete ich häufiger Familien, die zu unserem Zentrum von eben solchen Pädagogen, Heilpädagogen oder Psychologen gewechselt sind und sehr unzufrieden waren. Sie haben da nur die Wartezeit auf den Platz im ATZ überbrückt. Solche Stellen werden dann vom Jugendamt den Eltern vorgeschlagen da sie deutlich günstiger sind als die Stundensätze in den meisten ATZs. Es gibt natürlich auch andere Erfahrungen, wo die Eltern mit der Betreuung sehr zufrieden waren und mit dem ATZ überhaupt nicht. Aber es war eine eindeutige Tendenz

Kischuerm:
im Moment bin ich auf der Suche nach alernativen Finanzierungsmöglicheiten und dazu gehört auch das Persönliche Budget. Bis jetzt habe ich als Kostenträger nur da Jugendamt.
Ich habe aber gehört, dass es ziemlich lange dauern kann bis man es bewilligt bekommt. Weißt du mehr dazu?

Gruß

maciek

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Beitragvon Karin2 » 13.11.2011, 00:15

Persönliche Budget.
interessant, magst du mehr dazu sagen?

C.E.M.Alma
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Beitragvon C.E.M.Alma » 13.11.2011, 02:19

Hallo Matthias, hallo Karin2, hallo miteinander,
@Matthias
Kischuerm:
im Moment bin ich auf der Suche nach alernativen Finanzierungsmöglicheiten und dazu gehört auch das Persönliche Budget. Bis jetzt habe ich als Kostenträger nur da Jugendamt.
Ich habe aber gehört, dass es ziemlich lange dauern kann bis man es bewilligt bekommt. Weißt du mehr dazu?

@Karin2
Zitat:
Persönliche Budget.

interessant, magst du mehr dazu sagen?


aus: RECHTE VON MENSCHEN MIT AUTISMUS (Stand 1.4.2011)
Verfasser:
Christian Frese, Rechtsassessor, Geschäftsführer von
autismus Deutschland e.V.
17. Das Persönliche Budget
a) Persönliches Budget und Sachleistungsprinzip
Eine Sozialleistung kann nicht nur als Sachleistung beansprucht werden, sondern auch in Form eines Persönlichen Budgets.
Das bedeutet zum Beispiel, dass die Eltern eines Kindes mit einer autistischen Störung einen Antrag beim Leistungsträger auf Übernahme der Kosten für eine Autismustherapie stellen.
Der Leistungsträger bewilligt dann die Therapiekosten bis zu einer bestimmten Höhe für ein bestimmtes Autismus-Therapie-Zentrum. Das Kind erhält die Therapie durch das Autismus-Therapie-Zentrum, das seine Leistungen direkt mit dem Leistungsträger abrechnet.Bei Durchführung eines Persönlichen Budgets ändert sich Folgendes: Die Eltern vereinbaren mit dem Leistungsträger einen bestimmten Geldbetrag, den sie monatlich im Voraus erhalten. Mit diesem Betrag bezahlen Sie dann zum Beispiel für die Dauer von einem Jahr die Autismustherapie selbst. Das bedeutet, dass die Autismustherapie als «Leistung» direkt beim Autismus-Therapie-Zentrum «eingekauft» wird. Oder in Deinem Fall, Matthias, bei Deiner Praxis. Die Eltern können bei der Durchführung der Autismustherapie mitbestimmen, zum Beispiel sich ein bestimmtes Autismus-Therapie-Zentrum oder Praxis aussuchen. Das Persönliche Budget kann nicht nur eine Leistung beinhalten, sondern kann mehrere Leistungen von verschiedenen Leistungsträgern umfassen. In diesem Fall handelt es sich um ein trägerübergreifendes Persönliches Budget.
Beispiel: Neben einer Autismustherapie wird eine Schulbegleitung benötigt und vom Sozialamt finanziert. Außerdem wird von der Krankenkasse eine logopädische Behandlung übernommen.
Alle drei Leistungen können in einem Persönlichen Budget zusammengefasst werden. Die verschiedenen Leistungsträger erlassen dann einen einheitlichen „trägerübergreifenden Bescheid“. Die Eltern erhalten also einen Gesamtgeldbetrag, mit dem sie einzelne Leistungen
„einkaufen“ können, auch bei verschiedenen „Anbietern“. .............
Seite 34 und weiter auf Seite 35.....aus: http://w3.autismus.de/media/Rechte%20vo ... 4.2011.pdf

Mehr zum persönlichen Budget auch unter:
Handlungsleitfaden: das Persönliche Budget für Menschen mit Autismus
http://www.bbw-abensberg.de/start.php?seite_id=190
Der Leitfaden kann per Email kostenlos angefordert werden!!!



Liebe Grüße
C.-Micha
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Nr.3: NT, "big brother", xy, kein Student mehr ;), arbeitet :)



Die Menschen beurteilen die Dinge nach dem Erfolg. Jeder sieht, wie du zu sein scheinst, wenige fühlen heraus, wie du bist.



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Beitragvon Cordula67 » 13.11.2011, 04:46

Das Persönliche Budget ist ja ganz gut und schön auf dem Papier, aber es ist einkommensabhängig und richtet sich an den Harz IV-Sätzen aus. Für Kinder wird wohl das Einkommen der Eltern nicht ganz so hart berücksichtigt wie bei dem Erwachsenen selbst. Wer nicht in Harz-IV fällt als Erwachsener hat zwar theoretisch einen Rechtsanspruch darauf, aber bekommt es nicht, weil er mehr als Harz-IV zum leben hat. Eine Therapiestunde a 80 € muss man sich erst mal leisten können, dass kann auch Niemand mit 100 €-200 € Arbeitseinkommen über Harz-IV. Das ist doch Alles Augenwischerei.

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Beitragvon anitaworks » 13.11.2011, 10:05

Hallo Michaela,

C.E.M.Michaela hat geschrieben:@Anita: Mein Tipp.....:Gründe doch mit anderen Eltern einen Verein, beispielsweise einen Regionalverband Autismus..... mit dem Ziel ein AutismusTherapieZentrum in Deiner Region aufzubauen: so sind die ATZ entstanden und entstehen immer wieder neue - durch harte Angehörigenarbeit, Eltern autistischer Kids, immer noch; es ist aufreibend, zeitaufwändig...aber die Früchte sind zu sehen...siehe die Adresseliste des Bundesverbandes!!!


das ATZ Köln weitet hier ja massiv aus.

Aber ich bin halt immer auf der Suche nach Adressen, Informationen und dergleichen.

Ich habe dies mit unserer Therapeutin besprochen und wir sind halt dabei, ein Netzwerk zu knüpfen.

Mehr kann ich zeitlich leider zur Zeit nicht leisten. :oops:

Aber ein Netzwerk ist ja schon mal mehr, als gar nichts. Meinst Du nicht? :wink:

Und dabei geht es mir halt auch darum, dass die Therapeuten, die jetzt neu anfangen von dieser Problematik wissen, und unterstützen dieses Netzwerk auszubauen. :wink:

Liebe Grüße
Anita
*1996 Sohn F84.5G (2010) HB

*1998 Tochter F84.5G (2013), Knick-Senk-Füße

*2002 Tochter F84.1G(2014), F90G (2011), HB, Hornhautverkrümmung

*2007 Sohn F84.5G, F90G, F83, HB (2012)

Hinzufallen ist keine Schande, liegen bleiben aber schon!!

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