Schwierigkeiten bei der Heimunterbringung

Unsere Kinder werden älter, verlassen die Schule und auch oft das Elternhaus. Wie sehen die Perspektiven für behinderte Jugendliche und junge Erwachsene aus? Wo können sie arbeiten? Wo finden sie geeignete Wohnformen? Hier können sich Eltern austauschen und informieren!

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iggisw
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Schwierigkeiten bei der Heimunterbringung

Beitragvon iggisw » 25.10.2011, 13:15

Heute muss ich mich mal wieder an euch wenden.
Unser ehemaliger Pflegesohn wurde im Frühjahr volljährig. Wir sind seine gesetzlichen Betreuer, waren auch vorher schon seine Vormünder. Der junge Mann ist recht schwer behindert, frühkindlicher Autist mit massivsten Autoaggressionen. Er lebt seit 2 1/2 Jahren in einer Intensivwohngruppe einer großen Einrichtung. Vorab wurde uns eine sehr intensive Betreuung dort zugesichert, leider erleben wir das nicht so. Bis zur Volljährigkeit war das Jugendamt für die Zahlungen zuständig, unser Sohn war in der glücklichen Lage einen externen Schulbegleiter finanziert zu bekommen, der auch noch einige Freizeitstunden mit ihm verbrachte.
Nun ist das Sozialamt zuständig - unser Sohn bekommt den Höchstsatz, der nun deutlich höher ist als der Satz, den das Jugendamt der Einrichtung bezahlt hat, allerdings werden keine zusätzlichen Leistungen mehr an den externen Schulbegleiter gelesitet.
Die Schule sagt, unser Sohn könne ohne Begleitung nicht kommen, sei viel zu extrem in seinem Verhalten. Sozialamt zahlt keinen externen Schulbegleiter mehr, bezieht sich auf die von der Einrichtung benannte 1:0,71-Betreuung, unter der eine interne Begleitung möglich sein müsste. Fakt ist jedoch, dass es sich bestenfalls um eine 1:3-Betreuung auf der Wohngruppe handelt, meistens ist es nur eine 1:6-Betreuung. Auf der Wohngruppe gilt die Mischfinanzierung, d.h. es leben dort Bewohner, für die deutlich weniger bezahlt wird.
Sohn ist mit der Volljährigkeit ja nun auch nicht mehr unbedingt schulpflichtig. Nun sitzt er aber seit dem Frühjahr fast ausschließlich auf der Wohngruppe, außer Spaziergängen auf dem Gelände der Einrichtung gibt es keinerlei Freizeitaktivitäten für ihn, er darf nicht zur Schule (die nimmt ihn ohne Begleitung nicht) und er darf auch nicht in die Tagesstruktur (die kostet ja auch Geld). Die Einrichtung schiebt den schwarzen Peter auf die Schule und auf das Sozialamt. Das Sozialamt schiebt ihn auf die Einrichtung, die Schule zuckt mit den Schultern.
Wir hatten inzwischen viele Gespräche, es gingen Briefe hin und her - getan hat sich nichts!!!
Leider ist unser Sohn so betreuungsintensiv, dass ein Wechsel in eine andere Einrichtung nicht ohne weiteres zu machen ist (Anmeldungen und Wartelisten sind das einzige, was diesbezüglich geht).
Nun hat uns die Fallmanagerin vom Sozialamt geraten, rechtliche Schritte gegen die Einrichtung zu unternnehmen.
Doch das kostet alles Geld, viel Geld! Wir haben uns beim VDK informiert, dort sagte man uns, sie seien nicht zuständig für solche Belange! Kann das sein?
Was können wir sonst noch tun?
Fragende Grüße, Iggisw
3 leibl. Kinder (*83, 87, 89), 7 Dauerpflegekinder (*93, 98, 02, 03, 08, 09, 11) - Erfahrung mit CF, A/V-Malformation, Tracheostoma, Autismus, Misshandlung, Missbrauch, geist. Behinderung, Frühgeburt, Lernbehinderung, Bindungsstörung, Traumata, FAS.....
Die 5 jüngsten Kinder leben noch zu Hause, die anderen kommen gern!

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sabiner
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Beitragvon sabiner » 25.10.2011, 13:40

Hallo iggis !
Steht S. denn nicht Prozesskostenbeihilfe zu? Lass dich doch mal von einem Anwalt dahingehend beraten.
Liebe Grüße
Sabine (aus Ste :wink: )

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Isolde
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Beitragvon Isolde » 25.10.2011, 13:54

Hallöli Iggis,

ich habe Dir eine PN geschrieben.

Liebe Grüße - Isolde
„Ich habe den lieben Gott in manchen Kneipen besser kennengelernt als in manchem Bibelkreis.“ Rainer Maria Schießler, Pfarrer in München St. Maximilian

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