Ich brauche Übersetzung vom Entlassungsbericht!

In dieser Rubrik könnt ihr euch über diverse Krankheitsbilder austauschen - z. B. Skoliose, Kyphose, Cerebralparese usw.

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Yvchen
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Ich brauche Übersetzung vom Entlassungsbericht!

Beitragvon Yvchen » 03.08.2011, 00:54

Hallo,

meine Maus ist laut Ärzte kern gesund.
Jedoch sagt der Bericht aus dem KH etwas anderes.

Keiner mag mir erklären was nach dem Kaiserschnit abgelaufen ist.
Ich weiß nur das der Kaiserschnitt knapp 3 Stunden gedauert hat.
Es war sehr schwierig sie raus zu holen und sie ein nCPAP hatte, da sie noch etwas schläfrig von meiner Narkose war (so wurde mir es gesagt).

Nun zum Brief Inhalt ...

Diagnosen:
p28.8 Cardiopulmonale Adaptionsstörung
P07.12 Eutr. Frühgeborenes 34,1 Ssw Geb.-Gew.: 2190g
P59.0 Hyperbilirubinämie

Apgarwerte: 8 / 8 / 9
Aufn.-Temperatur: 36,4°

Primärversorgung:
- Sectio in der 34+1 Ssw bei vorzeitigem Blasensprung und
- Wehentätigkeit
- NAFG
- Intubationsnarkose der Mutter
- langwierige Entwicklung aus dem Bauch heraus
- postnatal mäßig tonisiert
- HF 150/min
- tcSO2 50%
- auf Stimulation einsetzende jedoch unter nCPAP nicht regelmäßige Eigenatmung
- daher pharyngeale IMV mit max. FiO2 30%
- Blähmanöver
- zunehmend rosig
- ansteigende tcSO2%
- NVB
- bei suffizienter Eigenatmung Wechsel auf nCPAP
- Transport auf Neo-IMC

Aufnahmebefund:
- nach Kreißsaalversorgung stabilisiertes eutrophes Spät-FG
- rosige HK
- Akrozyanose v.a. der re Hand
- keine geburtstr. Verletzungen
- gr. FN im Schädelniveau
- Gaumen geschl.
- unter nCPAP milde Tachypnoe
- minimale EZ
- Cor: rhytmisch, rein
- kein sicheres Nebengeräusch
- abd. im Niveau
- keine HSM
- DG+
- 3NG
- Anus angelegt
- Genitale weibl. infantil
- peripher lau
- Pulse kräftig

Schädelsonogramm bei Aufnahme:
- zarte unreife Gyrierung
- CSP
- zarte innere und äußere LR
- ACA 28-15-8 Pi 1.34 Ri 0.72.
- ohne pathologischen Befund

Echokardiographie:
- regelrechte Anatomie und Funktion
- kleines IAS-Septumaneurysma mit bidir. Shunt
- PDA kont. LRS

Sonst. Diagnostik:
- Langzeitkardiorespirografie vom 29. bis 30.05.2011
- stark periodische Atmung bei Frühgeburtlichkeit
- kein behandlungsbedürftiges Apnoe-Bradykardie-Syndrom
- altersphysiologisch noch unreife Atemmuster mit kurzen Apnoen (max. 11 Sek.) ohne relevante Sauerstoffsättigungsabfälle und ohne Bradykardien
- normwertige Vitalparameter

Die CPAP-Atemtherapie konnte bei stabiler Atmung nach 24 Stunden beendet werden.

Entlassungsbefund:
- Preterm-eutrophes NG in gutem AZ
- Z.n. kardiorespiratirischer Adaptionsstörung
- Eupnoe
- Pulmo seitengl. belüftet
- keine Einziehungen
- Haut rosig
- Bauch weich
- DG+
- keine Res. palp.
- physiologische NG-Reflexe
- gr.F. im SN


So bitte kann mir das einer mal übersetzen?
Die ersten 24 Stunden von meinem Kind fehlen mir.
Alle sagen es war alles super.


Danke und Liebe Grüße
Liebe Grüße

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Susann und L und C
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Beitragvon Susann und L und C » 03.08.2011, 02:20

Hallo,

alles übersetzen kann ich dir auch nicht. Allerdings könnten die Ärzte meinen,
dass für eine Entbindung in der 34. SSW ja alles super gelaufen ist?

Was alles in dieser Zeit passiert ist, ist denke ich, weniger wichtig
als wie es deinem Kind jetzt geht, bzw. wie es entlassen wurde.

Jedenfalls bedeutet preterm - vorzeitig, eutroph - gut genährt, NG - Neugeborenes
Z.n. kardiorespiratirischer Adaptionsstörung bedeutet soviel wie, dass Herz und atmung Anpassungsschwierigkeiten hatten, wobei Z.n. bedeutet, dass es nicht mehr so ist
Epnoe heißt auch nur, dass die Atmung normgerecht ist.

Ich muss auch nochmal sagen, dass die Berichte aufgrund der Fremdwörter oft ziemlich bedrohlich wirken, wenn man sie aber erforscht, sind es meist ganz harmlose Sachen, bzw steht da dann nur as alles i.O. ist oder welche Probleme man nicht (mehr) hat.

Nach dem entlassungsbefund würde ich mir jetzt eigentlich keine Sorgen machen,
klingt in meinen Augen / Ohren gut, was da steht.
*1983 Ich, Fibromyalgie, S-Skoliose+weitere orthop. Probleme, ADHS
*1984 Schatz , 50% GdB wg. Wirbelsäulenschaden
*2002 L, emot. Störung m. Geschwisterrivalität, nichtorg. Enuresis, v.A. cerebrale Anfälle
*2005 C, Störung Sozialverhalten m. oppositionellem u. aufsässigem Verhalten, nichtorg. Enuresis

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Beitragvon *Nicole* » 03.08.2011, 05:50

Der Entlassungsbericht klingt völlig normal, insbesondere wenn man bedenkt, wie früh Dein Kind geboren wurde.

Da steht nichts, worüber ich mir Sorgen machen würde.

lg, Nicole
Nicole (*1983) - alleinerziehend mit Sohnemann P. (*2003 - frühkindlicher Autismus HFA, PS 2, GdB 100 G,B,H) und Töchterlein S. (*2006)

Yvchen
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Beitragvon Yvchen » 03.08.2011, 06:18

Guten Morgen,

Danke ihr beiden.

Doch ich wollte wissen wie es mein Kind nach dem Kaiserschnitt ging.
Die Ärzte sagten mir, alles sei prima gelaufen, sie hätte geschrien und war fit.
Dann frag ich mich warum ein Blähmanöver vorgenommen werden musste und warum sie ein nCPAP zur Atemunterstützung brauchte.

Das es ihr jetzt gut geht weiß ich.
Sie hat auch schon ordentlich auf 4685g zugenommen :D .

Ich denke ihr kennt es selber, wenn einem nicht alles bzw. so garnix erklärt wird, sondern man alles ergogglen muss.

Nur leider bin ich nicht fündig geworden.

[b]Das hier verstehe ich zum Beispiel so garnicht ...[b]

- NAFG
- postnatal mäßig tonisiert
- tcSO2 50%
- daher pharyngeale IMV mit max. FiO2 30%
- Blähmanöver
- ansteigende tcSO2%
- NVB
- keine HSM
- DG+
- 3NG
- peripher lau
- zarte unreife Gyrierung
- CSP
- zarte innere und äußere LR
- ACA 28-15-8 Pi 1.34 Ri 0.72.
- kleines IAS-Septumaneurysma mit bidir. Shunt
- PDA kont. LRS
- Preterm-eutrophes NG in gutem AZ
- Z.n. kardiorespiratirischer Adaptionsstörung
- Eupnoe
- DG+
- keine Res. palp.
- physiologische NG-Reflexe
- gr.F. im SN

Ich habe mich extra an Euch Intensivkinder gewendet, da ich denke das Ihr das bessere "Fachwissen" habt, auf Grund den Erkrankungen Eurer Kids.

Auch lassen sich die ganzen Abkürzungen nicht googlen.
Ich Danke Euch recht Herzlich.
Liebe Grüße

Doreen Pschigoda
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Beitragvon Doreen Pschigoda » 03.08.2011, 08:09

Hallo,

habe zwar kein Intensivkind jedoch kann ich dir einige der Sachen erklären. Mit den Gyrierungen ist das Gehirn gemeint, aber eine zarte unreife Gyrierung ist bei einem FG nichts ungewöhnliches, kardiorespiratirsche Adaptationsstörunge - Herz und Lunge haben Schwierigkeiten bei der Anpassung nach der Geburt gehabt, so das ein Tubus gelegt wurde, damit die Atmung erleichtert wird, dieser wurde ja nach 24 h wieder entfernt werden ohne Probleme, SO2 sagt etwas über die Sauerstoffsättigung im Blut aus, postnatal heißt nach der Geburt, peripher hat etwas mit der Durchblutung zu tun, aber war scheinbar völlig okay, ein Aneurisma ist eine Aussackung und ein Septum ist eine Scheidewand zwischen den beiden Herzhälften, LR müssten die Liquorräume sein, da gibt es keine Auffälligkeiten, beim Abtasten keine Auffälligkeiten ( palp. - Palpation ), Eupnoe ist normale Atmung, allgemein würde ich mir nicht zu viele Gedanken machen, ist Gott sei Dank alles ein Zustand nach der Geburt. Die anderen Begriffe müsstest du mit deinem KiA besprechen, sind keine offiziellen Abk.

Wünsche dir noch viel Spaß mit deinem Baby und eine sorglose schöne Zeit.

LG Doreen
Felix 10.12.2002 und Jan 13.01.2005 Microzephalie, Autismus, 9q22.31 Deletion
Lernbehinderung, kombinierte Entwicklungsretardierung, Stirnschädelvorver-
lagerung und Ausformung, Verhaltensstörung, Kleinwuchs, Schädeldysplasie-Syndrom u.a.
Lea-Marie 10.06.2009 Neurodermitis

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Beitragvon °Katrin° » 03.08.2011, 09:45

Hallo Yvchen!

Die Ärzte haben laut dem Arztbrief auch NICHT gelogen.
Dein Kind hatte direkt nach der Entbindung ein paar kleinere Probleme, die für ein Frühgeborenes durchaus normal sind und auch einige reif geborenen Kinder nach einem Kaiserschnitt bieten.
Dein Kind hat zunächst nicht ausreichend geatmet. Deshalb wurde ein CPAP versucht, was nur eine Atemunterstüzung ist. Da diese aber nicht ausreichend war für dein Kind wurde die Lunge aufbebläht (die Lunge muss sich nach der Geburt erst enfalten, was beim ersten Schrei des Kindes passiert. Deine Tochter hat es anscheinend nicht alleine ausreichend geschafft)und eine andere Beatmungsform (IMV) gewählt und zusätzlich hat deine Tochter Sauerstoff bekommen bis maximal 30% (die Raumluft die wir atmen enthält 21% Sauerstoff). Damit hat sie sich dann gut erholt, wurde zunehmend rosig und konnte wieder auf CPAP also nur die Atemunterstüzung umgestellt werden.
Im Aufnahmebefund der Intensivstation steht dann eigentlich nur, das deine Tochter gründlich untersucht wurde und alles in Ordnung war was Untersucht wurde.
Bei den Untersuchungen die darunter beschrieben sind gab es auch keine Auffälligkeiten und im Entlassungsbericht steht dann wieder nur, dass deine Tochter nochmal untersucht wurde und auch da alle Untersuchungen unauffällig waren.

Zusammengefasst steht da also, dass dein Kind direkt nach der Geburt ein Paar kleine Probleme mit der Atmung hatte, die sich aber innerhalb von 24 Stunden vollständig zurückgebildet haben und sie eigenständig und ausreichend geatmet hat. Klingt wirklich alles durch die Fachbegriffe viel dramatischer als es wirklich gewesen ist.

Ich hoffe ich konnte dir damit weiter helfen.


Liebe Grüße

Katrin

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Beitragvon JohannaAbigail » 03.08.2011, 09:50

Hallo Yvchen,

ich möchte auch paar lateinwörter dir übersetzen

peripher--- ist alles was weiter weg ist vom Rumpf (Thorso) zb. Beine, Arme

HSM--- bedeutet keine Hirnblutung zu finden

PDA---Persisitierender Ductus Arterious

Ich hoffe dir damit ein wenig geholfen zu haben

Schönen Tag
Beata
Mama Beata (´78) Papa M (´72) J-N (´04) gesund, Zwillinge J (´05) CP, TP, Rechtsherzinsuffizienz, Maghan (*+´05) und T E (´07) bis jetzt kerngesund

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Beitragvon DanniB » 03.08.2011, 12:02

Hallo,

eine Kleinigkeit kann ich auch noch beitragen:
gr.F. im SN

heißt: die große Fontanelle ist im Schädelniveau, was bedeutet, dass der Hinrdruck nicht erhöht ist (sonst würde sie sich nach außen vorwölben).

LG Danni
DanniB mit
E. (1998) gesund
Doro (1999) Hypomelanosis Ito mit tiefgreifender Entwicklungsstörung, Absencen-Epilepsie, Skoliose, Intelligenzminderung

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Beitragvon Yvchen » 03.08.2011, 12:56

Hallo ihr Lieben,

ich bedanke mich recht herzlich für die super Aufklärung, gerade von Katrin.
Nun weiß ich bescheid, und kann es auch so meinen Mann erklären.

Ja auf jeden Fall bin ich froh, das die Probleme "nur" die ersten 24 Stunden waren.

Das mit dem Herz ist laut U4 gestern auch weg.
Sie ist mit ihren 55cm etwas zu kurz, aber das wäre noch Ok.

Danke und Liebe Grüße
Liebe Grüße

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silke83
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Beitragvon silke83 » 03.08.2011, 15:36

peripher--- ist alles was weiter weg ist vom Rumpf (Thorso) zb. Beine, Arme

das was weiter weg ist vom Rumpf ist nicht peripher, sondern "distal"-.. gegenteil Nähe zum Rumpf = proximal.

peripher ist ähnlich zu distal.. aber bedeutet: zur Körperoberfläche hin, im äußeren Körperbereich, fern dem Zentrum (d.h. außerhalb des zentralen Nervensystems bzw. des Herzens u. herznahen Kreislaufs)


ansonsten kannst du hier einige Begriffe ergoogeln: http://www.tk.de/rochelexikon/
LG Silke
(*83) Muskelerkrankung - Myopathie unklarer Genese, Trisomie X (mit Z.n. frühkindlicher Epilepsieform)


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