Ab 18 nicht mehr als 2600 € Vermögen, stimmt das?

Unsere Kinder werden älter, verlassen die Schule und auch oft das Elternhaus. Wie sehen die Perspektiven für behinderte Jugendliche und junge Erwachsene aus? Wo können sie arbeiten? Wo finden sie geeignete Wohnformen? Hier können sich Eltern austauschen und informieren!

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irmira
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Ab 18 nicht mehr als 2600 € Vermögen, stimmt das?

Beitragvon irmira » 28.07.2011, 10:02

Hallo zusammen,

in einem anderen Forum gab es mal einen Beitrag darüber das wenn ein behindertes Kind über 18 öffentliche Betreuung braucht es nicht mehr wie 2600 € auf seinem eigenen Konto haben darf. Und das die Kontobewegungen 10 Jahre zuück verfolgt werden. Stimmt das? Bzw. hat jemand schon Erfahrungen gemacht? Meine Große ist 8, daher müsste ich jetzt schon anfangen aufzupassen, aber bisher hatte sie noch nicht soviel Geld.

http://www.urbia.de/forum/index.html?ar ... 204489HIer der Link:


Viele Grüße,
Irene
I. mit M. (15 J., Epi, geistige Behinderung) und drei weiteren Kids

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Beitragvon ehemalige Userin » 28.07.2011, 10:40

Hallo,
ich habe das nun nicht alles gelesen. ´Aber soweit ich weiss, dürfen 1600€ nicht überschritten werden, um Sozialleisungen zu beanspruchen.
Kann sein, dass 2600€ ab 60 J.gilt. Ganz genau weiss ich die Freibeträge nicht. Diese Zahlen können auch etwas anders sein.
Und das die Kontobewegungen 10 Jahre zuück verfolgt werden. Stimmt das?


Das sicher nicht. Was soll das auch für einen Sinn machen? ´Man darf das Geld des Kindes abheben, ausgeben, nicht ausgeben, wie auch immer. Es wird bei Anträgen normalerweise ein halbes Jahr zurückliegend nach Kontoauszügen, Sparguthaben, ect. gefragt. Kann dann im Einzelfall auch mal ein Jahr sein.
Genauer wird nur bei Verdacht auf irgendwelche "Geldverschiebungen" oder auch Erbschaft, sowas in die Richtung hingeschaut. Aber sicherlich wird man nicht 10 Jahre als Richtlinie nehmen. Eigentumswohnung, Grundstücksbesitz wir auch angerechnet. Es ist kompliziert. :wink:

Eine kleine Info dazu:

http://de.wikipedia.org/wiki/Grundsiche ... anrechnung

angela
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Beitragvon angela » 28.07.2011, 11:35

Hallo Irene,

wenn man ab 18 für das behinderte Kind Grundsicherung beantragen möchte, dann wird geschaut was das Kind für Vermögen hat.
Der Schonbetrag ist momentan bei 2600€ (@Esthe) - heißt, erst wenn man da drüber ist wird die Leistung gekürzt bzw. solange verwehrt bis das Vermögen des Kindes auf diesen Betrag bereinigt ist.

Was die Prüfung der letzten 10 Jahre angeht, keine Ahnung - mein Großer hat nicht diese Riesensummen gehabt und auch das was wir im letzten Jahr noch abgehoben haben hat nicht interessiert.
Sicher wenn das Kind richtig viel Geld hat (angenommen 30.000€) und man nimmt als Eltern kurz vor einer Beantragung 27.500€ runter - dann wird gefragt wo das Geld hin ist bzw. was man damit gemacht hat.

LG - Angela
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Beitragvon MichaelK » 28.07.2011, 13:30

Hallo Angela,

die Frage nach den Vermögensdispositionen der letzten 10 Jahre beruht auf § 528 (1) S. 1 BGB (Rückforderung wegen Verarmung des Schenkers). Danach kann von dem Beschenkten u.U. die Herausgabe des Geschenkes verlangt werden.

LG Michael
Michael für den Liebling der Familie: Lars, geb 04/03 Lumbale Spina bifida mit HC (v-p-Ableitung), Arnold-Chiari-Malformation Typ 2
"Wir neigen dazu, Erfolg eher nach der Höhe unserer Gehälter oder nach der Größe unserer Autos zu bestimmen als nach dem Grad unserer Hilfsbereitschaft und dem Maß unserer Menschlichkeit."
(Martin Luther King)

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Beitragvon ehemalige Userin » 28.07.2011, 13:35

Danach kann von dem Beschenkten u.U. die Herausgabe des Geschenkes verlangt werden.

Hallo Michael,
das sagt mir etwas. Das ist aber ja meist bei den älteren Herrschaften der Fall, die z.B. ihr Haus für einen obligatorischen Euro den Kindern "geschenkt" haben. Wobei mir der Sinn des Euros nicht klar ist. Kommt bei jungen Menschen die Grundsicherung beantragen sicher kaum vor.
Aber mind.10 Jahre vor Antrag auf Grundsicherung muss so eine Schenkung alt sein, damit sie nicht zurückgefordert und angerechnet werden kann. Das stimmt.

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Beitragvon monika61 » 28.07.2011, 13:52

Hallo Irene,
wenn man mit 18 jahren Grundsicherung beantragen will darf das Vermögen des Kindes z.Zt. 2600 Euro nicht übersteigen.
Das mit 10 Jahren rückwirkend kenn ich auch so wie Michael es erklärt hat.
Bei gerichtlich bestellter Betreuung bekommt der Betreuer eine Aufwandsentschädigung von 323 Euro jährlich vom Gericht,wenn das Vermögen des Kindes 2600 Euro nicht übersteigt.(wenn beide Elternteile als Betreuer bestellt sind bekommt man 2 mal 323 Euro jährlich)

Viele Grüße Moni

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Beitragvon ehemalige Userin » 28.07.2011, 13:59

Hallo Monika,
wird es bei jemanden U18 nicht nochmal kompliziert mit der Schenkung? Da das Vermögen vom Kind wenn nichts besonderes festgelegt ist, von den Erziehungsberechtigten verwaltet wird?

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Beitragvon monika61 » 28.07.2011, 14:17

Hallo Esthephania,
als wir für unsere Tochter Grundsicherung beantragt haben hat uns keiner nach den letzten 10 Jahren gefragt.
Das Amt wollte nur das aktuelle Vermögen und das Einkommen wissen.
Ich denke das ich bei sehr viel Vermögen soviel Geld für das Kind ausgeben kann wie ich will,aber keine Schenkung veranlassen kann.Mit diesem Problem (zuviel Vermögen) musste ich mich allerdings noch nicht befassen,deshalb kenne ich mich da nicht wirklich aus.

Viele Grüße Moni

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Beitragvon DenisemitMaya » 28.07.2011, 14:27

Hallo,

ich habe das so verstanden,das das Kind wenn es 18 Jahre alt ist,
bestimmt über diesen Betrag liegt.(Sparkonto)
Bleibt dir nur übrig das Geld für die kleine zuhause zu deponieren
Liebe Grüsse Denise


Maya ist nun ein Engel *21.03.2010 † 04.01.2014

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Beitragvon MichaelK » 28.07.2011, 14:37

Hallo Esthe,

ich denke auch, dass dies mehr für ältere Antragsteller anwendbar ist, aber man ist ja nicht vor ungerechtfertigem Zugriff des Sozialamtes sicher. Bevor man dann vielleicht vor Gericht obsiegt, hat man schon eine Menge Nerven gelassen.
Klar, man kann sagen: Ist ja keine Schenkung, wenn ich Geld auf den Namen des Kindes angelegt hatte und mir das vor Antragstellung bspw. auf GS zurückhole. Schließlich war es ja mein Geld......

Ich denke aber, dass das Sozialamt, wenn die Frage nach Vermögensdisposition mit ja beantwortet wird und eine Summe von 5000€ überschritten ist, grundsätzlich ein Verfahren anstrengen wird, um eine Überleitung zu bewirken. Man kann zwar als Beschenkter widersprechen und klagen, aber der Ausgang ist ungewiss. Viele werden lieber zähneknirschend dann zahlen und schon das ist für das Sozialamt ein großer Gewinn. Nach Gerechtigkeitsmaßstäben wird schon lange nicht mehr gemessen.

monika61 hat geschrieben:Das Amt wollte nur das aktuelle Vermögen und das Einkommen wissen.


Hallo Monika,

glaube ich nicht. Im Antrag wird garantiert die Frage nach Schenkung und Übertragung von Vermögen gestellt.

LG Michael
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