Autismus durch Geburtsschwierigkeiten - oder umgekehrt?

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ClaudiaF.
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Autismus durch Geburtsschwierigkeiten - oder umgekehrt?

Beitrag von ClaudiaF. »

Hallo ins Rund!
Sohnemann ist inzwischen 12 Jahre alt. 12 Jahre also, in denen mich immer mal wieder eine Frage beschäftigt: war die Geburt deshalb so schwer, weil das Kind autistisch ist, oder ist das Kind Autist, weil die Geburt so schwer war?
Hat sich jemand von euch auch schon Gedanken darüber gemacht, und zu welchem Schluß seid ihr gekommen?
Gespannt auf eure Antworten grüßt Claudia.
Grüße rundum von Claudia



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MAISHA01
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Beitrag von MAISHA01 »

Hm, da Autismus ja meistens vererblich ist denke ich bei den meisten: sie haben ein Problem damit, auf die Welt zu kommen - wie auch immer!
Kind 1: PFIC III - Syndrom

Kind 2: Absencen - Epilepsie, Aspergersyndrom

HeikeSt
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Beitrag von HeikeSt »

Hallo Claudia,

da mein Mann ebenfalls Autist ist, denke ich schon, dass da irgendwas vererbt wurde.
Mein großer Sohn kam 6 Wochen zu früh auf die Welt und brauchte dazu rund 24 Stunden, incl. Wehenhemmer.
Irgendwo habe ich mal gelesen, dass die Gene zwar vorhanden sind, aber es oft an den Startbedingungen hängt, ob sie aktiviert werden.
Also ein Kind das zur richtigen Zeit unter normalen Umständen auf die Welt kommt, hat vielleicht die "Autismus-Gene", aber sie werden nicht aktiv und das Kind ist "normal".

Ein Kind mit einem schwierigen Start hat auch die selben Gene, aber durch die schwere Geburt etc. sind die Gene aktiviert und es wird Autist.

Vielleicht kann ich es noch sicherer sagen, ob diese Theorie stimmt, wenn mein kleiner Sohn größer ist und es ganz sicher ist, dass er nicht autistisch ist.

Gruß Heike
Heike mit Aron *2000, Asperger Syndrom und Merlin *2009 bisher gesund
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*Nicole*
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Beitrag von *Nicole* »

Hm, hatte bisher noch garnicht gehört, dass Autismus mit einer schwierigen Geburt zusammenhängen könnte bzw. eine schwierige Geburt mit Autismus :wink:

Ich hatte zwar eine lange, aber dennoch eigentlich normale Geburt. Ohne Schmerzmittel, PDA und weiß der Geier.

Ich wurde allerdings mal bei einer Kinderpsychologin auf den pH-Wert der Nabelarterie angesprochen und hinterher fiel mir auch auf, dass dieser auch im SPZ-Bericht von vor einigen Jahren schonmal erwähnt wurde. Da stand der Wert und dahinter stand in Klammern "(warum?)". Tja, keine Ahnung, was dieser Wert bedeuten könnte, mir hat nie wieder jemand etwas dazu gesagt. Ich weiß nur, dass der Wert etwas geringer als er eigentlich sein sollte war.

Weiß jemand, was dieser Wert aussagt?

lg, Nicole
Nicole (*1983) - alleinerziehend mit Sohnemann P. (*2003 - frühkindlicher Autismus HFA, PS 2, GdB 100 G,B,H) und Töchterlein S. (*2006)

inaliane
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Beitrag von inaliane »

Hall,

genau die gleichen Gedanken habe ich mir auch schon gemacht. Unsere Tochter wurde per Kaiserschnitt geboren. Sie war iEnde der 38, SSW 39 cm groß und 1500g schwer. Wir haben gesagt, sie war schon immer mäklig.

LG INa
D. geb.1994, HFA- Autistin, Sehbehindert 8% Sehkraft mit imlant. Kunstlisen bds),kombinierte beidseitige Schwerhörigkeit (auf einem Ohr taub)
M. geb.1997, Aortaerweiterung d. Herzklappenfehlbildung, ADHS, ASS
Enkelin M. 02/15 ein lieber anstrengender Wirbelwind

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MarkusB.
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Beitrag von MarkusB. »

ClaudiaF. hat geschrieben:...mich immer mal wieder eine Frage beschäftigt: war die Geburt deshalb so schwer, weil das Kind autistisch ist, oder ist das Kind Autist, weil die Geburt so schwer war?
Diese Frage treibt auch die Fachwelt um. Derzeit scheinen mir die Befürworter der Theorie, dass die Geburt schwierig ist, weil dem Kind die ansonsten angeborenen Mitwirkungsstrategien fehlen (das Kind autistisch ist), die Führung zu haben. - In meinem Geburtspass steht derweil drin, dass die Geburt normal verlief. Tja, da hatte meine Mutter wohl gerade einen guten Moment mit mir erwischt. :wink:
*Nicole* hat geschrieben:Da stand der Wert und dahinter stand in Klammern "(warum?)". Tja, keine Ahnung, was dieser Wert bedeuten könnte, mir hat nie wieder jemand etwas dazu gesagt. Ich weiß nur, dass der Wert etwas geringer als er eigentlich sein sollte war.
"Wer viel misst, misst viel Mist." pflegen die Leute in der chemischen Analytik zu sagen. Beim pH-Wert könnte schlichtweg das Gerät falsch kalibriert gewesen sein ("Mist gemessen") oder, falls es pH-Teststäbchen waren, wurde der Farbcode falsch abgelesen (z.B. zu früh/zu spät, in ungeeigneter Kunstlicht-Beleuchtung) oder das Stäbchen war zu alt oder die Messfläche war kontaminiert oder...

Wenn sonst niemand eine Erklärung für zu geringe pH-Werte hat, wozu misst man diesen Parameter dann überhaupt?! :roll:
Liebe Grüße
Markus

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Beitrag von ClaudiaF. »

Hm, da scheint eine Frage viele weitere aufzuwerfen...
An der fehlenden Mitwirkung des Kindes hat es wohl eher nicht gelegen, vielmehr an dessen Lage ("Sterngucker"). Apgar und pH-Wert waren wohl "den Umständen entsprechend gut" - wobei sich mir die Frage stellt, inwieweit diese Umstände dem mir verabreichten Dolantin zuzuschreiben sind. Dazu wiederum ist ärztlicherseits herzlich wenig zu erfahren: man hat damals eben Dolantin gegeben, das war so und fertig. :roll:
Vermutlich werde ich also keine Antwort auf meine Frage finden...
Trotzdem danke für eure Gedanken dazu, gerne mehr! :wink:
LG, Claudia
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Beitrag von MarkusB. »

Offenbar werden meine Aktivitäten hier überwacht. :roll: :wink: Meine Bekannte (hat da einiges spezifische Fachwissen) schrieb mir gerade per Email:
  • übrigens: der pH-Wert von Nabelschnurblut ist ein Zeichen für den
    Sauerstoffgehalt im Körper des Kindes. Ist er zu niedrig, erleidet das
    Kind eine Hypoxämie, also zuwenig Sauerstoff.
Als mögliche Folge werden Hirnschäden genannt.
Liebe Grüße
Markus

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Janet mit Pia
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Beitrag von Janet mit Pia »

hmmm, interessantes Thema.... vor allem das von Markus.

Also ich habe keine Geburtsprobleme gehabt. Nur Pia war quietschfidel blau, als sie das Licht der Welt erblickte und ich vermute schon sehr lange, dass der Tumor daher kommen könnte.

Was den Autismus angeht, da kann ich nur sagen: "Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm" Mein Mann und ich haben autistische Züge, bzw sind Autisten. Pia hat von beiden eine gute Portion abbekommen, Ronja nur leicht und Viktor weiß ich jetzt schon, dass er auch davon betroffen ist. Das habe ich schon während der Schwangerschaft mitbekommen. Das werde ich in den nächsten Jahren wohl sehen.

LG Janet
Pia *25.01.01 Gehirntumor Astrozytom II°, Epilepsie, AS-Autist (nicht diagnoziert), globale soziale Entwi.verzögerung (stand ca.5-8 Jahre)
Ronja *17.03.03
Viktor Zero *16.04.11
Freya Ostara *21.04.2016
Mama und Papa beide schwerhörig, Papa mit Hörgeräten versorgt

ClaudiaF.
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Beitrag von ClaudiaF. »

Und woher kommt der Autismus, wenn die Eltern beide NICHT betroffen sind? :?:
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