mit Volljährigkeit alle Zahlungen eingestellt

Unsere Kinder werden älter, verlassen die Schule und auch oft das Elternhaus. Wie sehen die Perspektiven für behinderte Jugendliche und junge Erwachsene aus? Wo können sie arbeiten? Wo finden sie geeignete Wohnformen? Hier können sich Eltern austauschen und informieren!

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KerstinM.
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Beitragvon KerstinM. » 08.07.2011, 07:20

Ich kenne Pflegeeltern, denen gesagt wurde: " dann halt Obdachlosenheim"

:shock: :shock: :shock: :shock:
Da fehlen einem ja die Worte :?

Das hätte bei mir ne Dienstaufsichtsbeschwerde zur Folge gehabt.

entsetzte Grüße Kerstin
Kerstin mit Markus(*97), Hydrocephalus mit schwerem Verlauf,Epilepsie
PK (*14)spastische Tetraparese, gesetzl. blind, Entwicklungsverzögerung, Epilepsie, kleiner Sonnenschein
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Beitragvon iggisw » 08.07.2011, 07:34

Ihr Lieben,
Obdachlosenheim geht bei unserem schwer behinderten Jungen gar nicht - er benötigt sehr intensive Pflege und Betreuung rund um die Uhr.
Wir hatten vorab keinen Antrag auf Hilfe für junge Erwachsene gestellt. Wir hatten vorab - öffentlich beim letzten HPG und somit unter vielen Zeugen - nachgefragt, wie es nach der Volljährigkeit weitergeht. Die zuständige SA sagte uns, wir würden rechtzeitig Bescheid bekommen, wenn sich an der Situation oder Hilfe was ändern würde. Sie meldete sich dann telefonisch NACH dem 18.Geburtstag und sagte mir, ihr JA sein nun nicht mehr zuständig.

Offensichtlich habe ich mich immer noch nicht ganz richtig ausgedrückt!
S. befindet sich in einer Einrichtung der Behindertenhilfe im Landkreis C. Wir wohnen im Landkreis A. - von dort wurde uns S. als Pflegekind vermittelt. Die leibl. Mutter zog kurz kurz danach in den Landkreis B. , von dort wurden wir für 2 Jahre betreut. Danach wurde, im Rahmen der Amtshilfe, wieder Landkreis A. zuständig, holte sich aber die Kosten für die Unterbringung bei uns und die der Schulbegleitung beim Amt B. zurück. Als S. dann in die Einrichtung kam und somit kein Pflegekind mehr war, wurde der Fall wieder an B. abgegeben. S. hat seinen Hauptwohnsitz weiterhin bei uns, also bei Amt A.
Ziemlich kompliziert!!! Dass Kreis C. nicht zuständig ist und wird, kann ich nun euren Ausführungen entnehmen. Vor der Maßnahme war zwar Kreis A. zuständig aber Kreis B. zahlungspflichtig. Ufff!

Wir werden nun einen RA einschalten, schwierig ist, dass wir ja gar keinen rechtsmittelfähigen Bescheid haben, gegen den wir angehen können! Da der Schulbegleiter schon die Kündigung bekommt, läuft uns - insbesondere was eben die Beschulung betrifft - jetzt einfach die Zeit davon. Wir kämpfen nun gleichzeitig darum, dass diese Kündigung bis zur endgültigen Klärung zurückgenommen wird.

Danke für eure Hilfe!
LG, Iggis
3 leibl. Kinder (*83, 87, 89), 7 Dauerpflegekinder (*93, 98, 02, 03, 08, 09, 11) - Erfahrung mit CF, A/V-Malformation, Tracheostoma, Autismus, Misshandlung, Missbrauch, geist. Behinderung, Frühgeburt, Lernbehinderung, Bindungsstörung, Traumata, FAS.....
Die 5 jüngsten Kinder leben noch zu Hause, die anderen kommen gern!

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Beitragvon Isolde » 08.07.2011, 07:49

iggisw hat geschrieben:Wir werden nun einen RA einschalten


Hallo Iggis,

ich glaube, das würde ich in Eurer Situation, die ja am brennen ist, auch so machen,
denn das hat am Ende vielleicht doch ein ganz anderes Gewicht,
als wenn man selber etwas tut.

Ich drücke Euch ganz arg feste die Daumen dass alles klappt,
und Euer Sohn weiter beschult werden kann und er insgesamt dort bleiben kann wo er gerade ist.

Liebe Grüße - Isolde
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Beitragvon KerstinM. » 08.07.2011, 07:54

Hallo iggisw,
traurig, wie hier verfahren wird. Begreifen die Ämter eigentlich nicht, dass es sich hier um einen Menschen handelt, der doch wohl alle Fürsorge benötigt, die es nur irgend gibt? Wie kann man so sehr den Eindruck erwecken,dass er lästig und nur als Kostenfaktor gesehen wird.
Wo bleibt der besondere Schutz für Menschen mit Behinderung? Wo bleibt der Mensch an sich?

Ich wünsche euch viel Glück dabei, für ihn alles gut zu regeln!

Gruß Kerstin
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Beitragvon sandra8374 » 08.07.2011, 07:56

Es handelte sich bei dem Pflegekind von dem ich sprach, auch um einen Schwerbehinderten.
Und die Pflegeeltern haben gekämpft und kämpfen immer noch. Zum Glück hat sich erstmal eine Lösung gefunden.

Ich hoffe bei euch wird sich auch eine Lösung finden.
LG Sandra

S+F mit PT(*00 FAS, Microdelitation 16p11.2, ADHS, GB, Z.n.Absencen?, Sehfehler, Lordierung LWS, Skoliose 17,8%, Beckenschiefstand, Hüftkontraktur, Korsettversorgung, mit SBA 90 HBG) u. PS (*01 ADS, GB, Sehfehler, Knick-Senk-Füße, Z.n.Epilepsie, mit SBA 60)

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Beitragvon Marita 55 » 08.07.2011, 08:14

Hallo iggis

wie sieht es denn mit dem persönlichen Budget aus.Ich meine von einer PM gelesen zu haben,dass ihr behinderter PS darüber finanziert wird,der lebt aber wohl noch zu Hause.Vielleicht könntet ihr aber den Schulbegleiter darüber bezahlen,ansonsten ist das Ganze ja ein Unding und gehört eigentlich an die Öffentlichkeit.Ich wünsch Dir viel Kraft und Erfolg für den Kampf.

Liebe Grüsse Marita

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Beitragvon Isolde » 22.09.2011, 09:04

Hallo Iggis,

ist nun schon ein Weilchen her, dass Du geschrieben hast,

aber mich würde interessieren,
was ist denn inzwischen aus der Angelegenheit geworden?

Vielleicht magst Du es erzählen, oder PN an mich - Danke.

Liebe Grüße - Isolde
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Beitragvon kathleen w » 22.09.2011, 14:42

Hallo,

ich bin gerade ganz entsetzt und es würde mich auch brennend interessieren, wie es weitergegangen ist. Das kommt auf uns auch mal zu. offentlich nicht wie hier :( .

LG Kathleen
Kind (2005) ICP, Rolli fahrend, kann kurze Strecken gehen


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